Autofahren auf Glatteis

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Hier in Schweden habe ich die Möglichkeit, auf dem zugefrorenen See  Auto fahren zu lernen. Der See hatte nämlich über den Winter mehr als genug Zeit gehabt, eine dicke Eisschicht zu bekommen, ca. 45 cm. Nachdem ich nun gesehen hatte, dass man auf dieser Eisschicht eine Rennstrecke in den Schnee geräumt hat und dass man dort ohne von einer einzigen Verkehrsregel gestört zu werden, Autofahren darf, wollte ich es natürlich auch mal ausprobieren. Und weil Magnus und Maria eh vorhatten, wie jeden Winter, das Auto rutschen zu lassen, fuhr ich einfach mit. Wir suchten uns den Montag aus, da in der Woche das Eis menschenleer ist; nicht wie am Wochenende, an dem jeder Autobesitzer in einem Umkreis von 50 km versuchte, die Rennstrecke noch ein wenig mehr zu verstopfen.

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Ich setzte mich also auf den Fahrersitz, meine beiden Fahrlehrer Gabi und Magnus nahmen hinter bzw. neben mir Platz. Von zwei verschiedenen Seiten kamen alle Instruktionen, die ich brauchte, um das Auto zu bewegen. Die Tatsache, dass wir uns auf einem See befanden auf dem es wenig außer Schnee gab, in das man rein fahren konnte, machte das ganze ein wenig entspannter. Die Tatsache, dass überall auf dem geräumten Weg Glatteis war, machte das Unterfangen lustiger. Schnell lernte ich Schalten, Bremsen und Gasgeben. Unter anderem fand ich zum Beispiel den vierten Gang, der mir auf der Geraden zu stattlichen Geschwindigkeiten verhalf. Ein weiterer Vorteil des Fahrens auf Eis ist der, dass man nicht versehentlich ruckartig anfahren kann. Wenn man auf Glatteis zu plötzlich Gas gibt, dann passiert genau gar nichts, höchstens ein aufheulen des Motors ist zu vernehmen.

Doch sobald man einmal den Dreh raus hat, wie man das Auto halbwegs unter Kontrolle behält, da schaltet sich das Spielkind in einem ein und man setzt diese für lustige Driftmanöver wieder aufs Spiel. Wie nicht anders zu erwarten findet man sich drei Sekunden später in einem Schneehaufen wieder, der sich allem Anschein nach in das Auto verliebt hat und es nicht wieder freigeben will. Man sagt diesem Schneehaufen also mit der Schippe die Meinung und…. macht genau das selbe wieder, weils so lustig war! Magnus war da voll und ganz meiner Meinung, Gabi allerdings ließ Worte des Unbehagens laut werden. Vor die Wahl gestellt, gehorchte ich mit Freuden meinem schwedischen Fahrlehrer und fuhr so, wie man auf staatlich Straßen besser nicht fuhr, wenn man nicht unbedingt im Knast landen wollte. Nix da mit brav rechst fahren und immer vorsichtig, nein nein, aber weil es auf dem Eis ja keine Vorschriften gab, musste man ja auch keine befolgen :). So lernte ich anstatt der Verkehrsregeln die Handbremsenkurve, und die Kunst des Einparkens schien mir im Vergleich zu dem Wissen, wie man auf Eis beschleunigt, auch eher zweitrangig.

Autor: Esra

Ist der älteste Sohn seiner Eltern und hinterlässt überall Fahrradspuren.

4 Kommentare

  1. Hallo Esra,
    Da hast du ja ein ganz besonderes Vergnügen erlebt.Deinen Bericht habe mit mit einem leicht neidischen Schmunzeln gelesen…und war in Gedanken dabei.Sowas macht einfach einen Riesenspaß!
    LG Maria

  2. Hi Esra,

    klingt lustig, das müsste ich auch mal machen, hab´immer Angst auf Glatteis 🙁
    Finde ich ganz toll, um das Fahrverhalten des Autos kennen zu lernen.

    LG Ursula

  3. Wenn du jetzt noch lernst, das Auto per Handbremse und in einem Zug in die Parklücke zu stellen, bist du wirklich gut. 🙂

    Wir haben hier zwar keine zugefrorenen Seen, aber große Pakrplätze tun es an dunklen Winterabenden auch, um hier Spaß zu haben. Vorallem bekommt man ein Gefühl für den Wagen, was einem später letztendlich helfen wird, bei diesen Witterungsbedingungen zu fahren.

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