„Was fotografiert Ihr denn?“

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Meneham, Bretagne

Meneham, Bretagne

Wir standen mit den Kameras auf den Stativen am Meer. Es hatte geregnet, zog sich immer wieder zu, klarte immer wieder kurz auf. Wechselhaftes Wetter mindert zwar den Drang, nach draussen zu gehen, ist aber ideal für außergewöhnliche Fotografie. Man weiss nie, was man dann wirklich bekommt. Es kann auch ohne brauchbare Fotos enden und man schleicht völlig durchgeweicht von heftigen Regenschauern wieder ins Mobil zurück. Meistens bieten sich jedoch kurze, sehr fotogene Momente, die man nicht missen möchte. So auch an diesem Abend. Wir fanden fantastische Ansichten, die Wolken hingen sehr tief und dunkel am Hoizont. Über uns jedoch war der Himmel frei und das brachte das Meer zum Leuchten. Das schaffte einen genialen Kontrast zwischen Himmel und Wasseroberfläche.

Eine Touristin stand zwischen den Felsen und beachtete uns zuerst gar nicht. Irgendwann wurde sie doch zu neugierig, kam auf uns zu und sprach und auf Deutsch an: „Was fotografiert Ihr denn da? Da gibt es doch gar nichts zu sehen? Und es ist doch schon viel zu dunkel zum Fotografieren? Früher am Tag, als die Sonne noch schien, da war es schön!“

Ja was sieht man denn da überhaupt! Ich beschrieb einfach, was ich sah und war doch überracht, dass nicht jeder diese Magie wahrnimmt! Seltsam. Als ich darauf hinwies, wie das Wasser leuchtete, wie sich die Wolken so dunkel kontrastierend davon abheben, auf die hellen Flechten auf dem großen Felsen, die im Farbkontrast  zur Umgebung standen – da sah sie es auch! Und dann zeigte ich ihr das Foto auf dem Display der Kamera! Da kam dann ein erstauntes „Wow!“ und große Augen.

Nun meine Schlußfolgerung: man sieht und genießt als Fotograf anders! Und ich finde das einfach sowas von Klasse!

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

7 Kommentare

  1. Hallo, schön, wieder etwas zu hören von euch!
    Und beruhigend, dass du dem Regenwetter auch etwas abgewinnen kannst. Wie sagt man so schön? Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters und das Leben ist, was man draus macht – manche müssen eben mit der Nase drauf gestoßen werden. He, wo seid ihr? Bei Neiz Vran?
    DAS BLAU IST TRAUMHAFT! Bei uns ist der Regen nur grau… ferienhafte Grüße aus dem Norden also von Gabi

  2. Hi Gabi

    Auch wenn das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry, „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ einerseits widersprüchlich erscheinen mag, finde ich die Worte andererseits für dein Erlebnis sehr treffend!

    Nur mit offenem Herzen können wir „sehen“, empfinden und vorallem geniessen… alles andere ist doch eher Konsumation…

    Ich wünsche euch weiterhin viel Musse und Genuss!

    Liebe Grüsse
    Sandra

  3. Ja, ich kenne dererlei Fragen auch. 🙂

    Vielleicht sieht man als Fotograf einfach auch deswegen mehr, weil man immer auch auf der Suche nach dem Bild ist bzw. vermutet, wie sich eine Langzeitbelichtung auswirkt?

  4. Hi Gabi,
    das Bild ist wirklich ganz toll. Was Farben, Wahnsinn…
    Allerdings glaube ich nicht, dass man als Fotograf mehr sieht und vor allem mehr genießt.
    Und ich glaube auch nicht, dass die Fragenden nicht auch die gleiche oder eine ähnliche Magie gespürt haben.
    Nur kann man sich als ‚Nicht-Fotograf‘ vielleicht einfach nicht vorstellen, dass man diese Magie auch auf einem Foto darstellen kann. 🙂

  5. Hallo, also ich denke auch, dass man mehr und anders sieht je länger man sich mit der Fotografie beschäftigt. Auch Nichtfotografen können sicherlich die Schönheit der Natur geniessen, aber gewisse Dinge sieht man mit dem Fotografenblick eben anders… und ihr mit Eurer langjährigen Erfahrung seht dabei gewiss noch viel mehr als andere.
    Und dass ihr das Erlebnis Fotografie geniesst sieht man Euren Bildern an !! 🙂
    Das Bild oben ist fantastisch, die Farben so schön kräftig durch diese Lichtstimmung!
    Und irgendwann probier ich das auch mal aus mit der Langzeitfotografie und dem Stativ… 😉
    Lieber Gruß und Gute Nacht
    Moni

    Ach ja, es wäre für mich interessant wenn du zu den aktuellen Berichten aus der Bretagne noch das ‚eigentliche‘ Datum hinzufügen könntest, wann ihr an diesen Orten wart…

  6. Hallo Gabi,
    meine Erfahrung sagt mir auch,dass man als Fotograf mehr sieht.
    Bestes Beispiel: Wir sind gerade auf dem Weg ins Vogelbiotop, da entdecken wir auf der linken Seite in den Himbeeren den naschenden Karmingimpel . Er selber ist ein roter Fleck im Gebüsch,in den Sträuchern etc.,d.h. wenn man aufmerksam und leise den Weg entlang geht,kann man ihn auch entdecken…wo er vorkommt,denn er gehört schon zu den Raritäten.Wenn dann allerdings eine laute Horde Radfahrer vorbeidüst, fliegt auch er weg.
    Weiteres Erlebnis in Beobachtungshütten direkt im Vogelbiotop: Die Frage,was man denn überhaupt beobachtet.Wenn man sich in einem Vogelbiotop aufhält,wird man wohl Vögel beobachten.Und wenn am Hauptweg ein Münzfernrohr mit Blick zum Seeadlernest und Fischadlernest und eine entsprechende Tafel mit den Hinweisen stehen, erübrigt sich schon die Frage, was man sehen kann.
    Aber viele Leute sitzen auf ihren Fahrrädern und düsen den Weg entlang als würden sie eine Rennen fahren ohne die Natur ringsum zu achten.
    LG Maria

  7. Hei Gabi,

    kann mich den Anderen nur anschliessen und sagen: das Bild ist toll (wie all Eure Bilder)! Die Stimmung, die Farben – genauso mag ich es. So ein Foto macht viel mehr her als wenn immer nur strahlend blauer Himmel herrscht….

    Wir sind selbst gerade aus dem Lofoten-Urlaub zurück und können uns nun an sehr vielen Bildern erfreuen. Musste während des Aufenthaltes oft an Euch denken und versuchte mir vorzustellen wie schön es dort im Winter sein muss – was man ja Dank Eurem Blog sozusagen „miterleben“ durfte.

    Macht einfach weiter so und lasst uns an Euren Fotos teilhaben !

    Alles Gute weiterhin und viel Spaß
    Gruß, Ricarda

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