Beachy Head

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Die Fuchsfamilie reizte mich natürlich, so stellte ich den Wecker auf 6:00 Uhr. Doch hatte ich die Zeit nicht um 1h zurück gestellt, war also schon um 5:00 Uhr auf den Beinen. Das Licht war natürlich fantastisch, die Sonne war nämlich gerade bilderbuchmäßig als orangene Kugel den Horizont hinaufgeklettert. Ich fand die Stelle, wo sich die Füchse morgens aufhalten würden. Schaute, lauschte den Vögeln, lief langsam entlang des „dogwalks“.

Wellen-Kieselstein-Musik

Doch kein Fuchs zeigte sich. Nach etwa 45 Minuten lief ich zum Strand, die Wellen rauschten völlig unbeobachtet auf die Kieselsteine und erzeugten diese typische Wellen-Kieselroll-Musik, die ich so gern mag und die man nur an ganz bestimmten Stränden hören kann. Die Sonne stand sehr schräg zu den Wellen, ich fotografierte ein wenig.

Das Treffen mit dem Fuchs

Lief dann wieder Richtung Füchse, und tatsächlich schauten mich dann fast genau zur genannten Zeit zwei Augen an. Sie bewegte sich gar nicht, beobachte mich nur sehr intensiv. Sie hielt etwas im Maul, was ich nicht identifizieren kann. Dann schlich sie durchs hohe Gras weg. Das war’s!

scheuer Fuchs, Pevensy Bay, England

scheuer Fuchs, Pevensy Bay, England

Kaffee mit anderen Campern

So gegen 6:45 Uhr wachten ein paar der anderen Campingbewohner auf. Ein kleiner deutscher Wohnwagen stand optimal im Fuchsgebiet. Da dampfte nach einer Weile sehr wohlriechend ein schwarzes Gebräu. Ich fing ein Gespräch an, besuchte unser Mobil um ein paar Jugendliche zu wecken, well, Gunter schnarchte auch noch. Amy vertrieb mich mit dem Wunsch nach einem T-Shirt auf dem steht: „wecken verboten“. So schaute ich erfolglos nach den Füchsen und wurde von Sabine, die ich ja kurz zuvor kennengelernt hatte, zum Kaffee eingeladen. Auch ein schöner Start in den Tag:-) Anscheinend hatte ich dann mit dem Quatschen übertrieben: begeistern hatte ich erfahren, dass es Klappwohnwagen gäbe, die innen sehr viel Platz bieten, wegen der sehr geringen Höhe von nur ca. 1,3m jedoch sehr einfach an wunderschöne Orte zu bewegen sind! Das wäre doch auch was für uns! Nur noch ein KFZ, mit TÜV und all den Reperaturen und mobil ist man umso mehr, denn mit dem Auto kann man viel leichter die Gegend erkunden als mit dem sperrigen Wohnmobil, welches sowieso fast schon zu eng ist für uns. Nun, vor lauter Begeisterung hatte ich das Frühstück verpasst. Gunter war erfolgreicher mit dem Wecken der schlafenden Reicherts Kids gewesen:-)

Die Leuchttürme bei Beachy Head

Wir beschlossen noch eine Nacht auf dem Platz zu verbringen und fuhren zur Erkundung der Steilküsten los. Leider waren Samstags früh sehr viele Menschen unterwegs. Wir mußten durch ganz Eastbourne fahren, also zahlreiche Kreisel, ich durfte also das Fahren üben! Eine Steigung mit Serpentinen führt die Klippen hoch, unser langsames Mobil packte es im 2. Gang. Kaum haben wir die Stadt verlassen verschlägt es uns vor lauter Wohlgefallen den Atem. Weich geschwungene frisch grüne Hügel, das glitzernde Meer zu drei Seiten, ein kleiner Leuchttum auf der Höhe. Eine Wohltat für die Augen war das! Schnell stellten wir fest, dass es sehr trickreich ist hier zu parken. Die Gebühren sind relativ hoch, doch konnten wir nicht wirklich abschätzen, wie lange wir für eine Wanderung brauchen würden!! So zahlten wir erstmal die 1,5 Pfund für 45 min und liefen los um einen Eindruck von der Region zu bekommen. Natürlich reichte es nicht und wir wären gerne weiter gegangen. Am Birling Gap hielten wir dann wieder, der Parkplatz war schon ziemlich voll, dort zahlten wir dann 2 Pfund für 4 Stunden, das ist doch schon besser:-) Gerne wären wir gleich hier Mitglieder im National Trust geworden, doch unsere Bankverbindung paßt nicht ins Formular! Also ging es nicht. Wie schade. Ich unterhielt mich sehr nett mit der Dame vom National Trust, sie teilte meine Begeisterung für’s Meer und natürlich den Umweltschutz.

Gabi vor der Steilküste, England

Gabi vor der Steilküste, England

Dimensionen! Menschen vor der Steilküste, England

Dimensionen! Menschen vor und oberhalb der Steilküste, England

typischer englischer Windschutz, England

typischer englischer Windschutz, England

interessanter Küstenstreifen unterhalb der Steilküste, England

interessanter Küstenstreifen unterhalb der Steilküste, England

blaue Blümchen, England

blaue Blümchen, England

Leuchtturm und Steilküste, England

Leuchtturm und Steilküste, England

vier der fünf reicherts, Beachy Head, England

vier der fünf reicherts, Beachy Head, England

Leuchtturm in der Ferne, Beachy Head, England

Leuchtturm in der Ferne, Beachy Head, England

Es gibt da ein Gestell, welches den Zugang zur immer noch relativ hohen Küste gewährleistet. Am Strand war ganz schön was los, klar, immer noch Samstag:-) Eine Schulklasse interviewte die Besucher, Noah und Gunter beantworteten alle Fragen. Es war ein Erlebnis über diesen doch sehr abwechslungsreichen Strand zu laufen. Es gibt zahlreiche Gezeitenbecken und sehr interessante Felsformationen. Das Licht war natürlich fotografisch nicht sonderlich gut, doch der blaue Himmel, die hellen Kalkfelsen und die Grandiosität verführten mich dazu doch immer wieder den Auslöser der Kamera zu betätigen. Die Sonne kam durch die reflektiernden weißen Kalkfelsen von allen Seiten und wir hatten gegen 1:00 Uhr erstmal genug.

Wir üben das Fahren in den Kreiseln

Auf dem Rückweg, der Verkehr war jetzt richtig heftig, viele Autos die alle viel zu schnell durch die viel zu zahlreichen Kreisel sausten. Gunter wollte noch Butter kaufen, hatten wir am Tag zuvor vergessen, also quälten wir uns durch extra Kreisel auf einen noch wuseligeren Tesco Parkplatz. Uff, wir werden es künftig vermeiden Samstag Mittags ein zu kaufen!! Haben ja Zeit! Im Supermarkt war es nämlich noch wuseliger, weil aus jedem der wuseligen Autos zwei, drei Leute in den Markt gewuselt waren. Dort lief dann auch noch lärmend ein Fernseher mit Infos zur 60. zigsten Kronjubiläum der Queen. Da wird es übrigens extra Feiertage geben und dann werden wahrscheinlich alle 60 Millionen Großbritannier auf der Straße sein! Hilfe!! Ich war schon ziemlich müde, als wir auf dem Campingplatz standen. Versuchte in meinem hinteren Bett des Mobils zu meditieren, doch die noch wachen 4 Restreicherts lärmten schon wie die einkaufenden Engländer. Also, keine Ruhe. Wir versuchte mit unserem USB Internet Stick eine Simkarte zum Laufen zu bringen, jedoch erfolglos, so kauften wir für 2 Pfund einen Tag Internetzugang.

Ja, dann müßte ich wohl auch mal was schaffen? Ging aber nicht, weil Gunter nach einer Internetlösung suchte. So lud ich die Fotos runter. Mein Fotonotebook läuft jetzt Windows Vista, doch dadurch wurde es so langsam, dass ich es kaum schaffe die Bidler eines Tages alle zu sichern. Hoffe, Gunter kann das noch etwas tunen:-)

Zum zweiten Mal zum Leuchtturm

Uns wurde schwer geraten, für die nächste Woche einen Plan zu machen. So saßen wir vor der Landkarte. Anscheinend wird es in unserem Wunschreisegebiet, Cornwall und Wales nächste Woche ganz besonders eng, durch die Feiertage! Hmm, all meine Planung bezgl Campingplätze war dahin! Wir checkten im Internet, die besten waren bereits ausgebucht! Wir planten und planten und kamen zu keinem Ergebnis. Das Licht wurde jedoch schon wieder schön, also nochmal durch den Stadtverkehr. Keine gute Lösung, zweimal am Tag so eine stressige Strecke zu fahren. Wir brauchen Plätze mit Fotomöglichkeiten vor Ort!! Das Licht war am Strand trotzdem noch zu grell, leider wird der Sonnenuntergang hinter den hohen Klippen der sieben Schwestern stattfinden. Wir liefen soweit entlang der hohen Klippen, bis wir einen Blick auf den Leuchtturm unterhalb der Klippen erhaschen konnten. Ich fotografierte den Leuchttum mit dem 400mm Tele. Der Weg zurück dauerte auch lange, denn wir fotografierten immer wieder, bewunderten den Bewuchs der Gezeitenbecken. In der Nähe des Aufstiegs waren zahlreiche feiernde Menschen versammelt. Ein Foto ohne Menschen war unmöglich, so fotografierten wir einfach den Trubel. Auf dem Rückweg waren wir nur wenige Minuten zu spät, von oben herab gesehen lag der Leuchtturm schon im Schatten. Die Planung der Campingplätze ging dann im abendlichen Mobil weiter bis ich zu müde wurde. Wir waren alle sehr müde und schliefen ohne unsere nächtliche Serie „Big Bang“:-)

Die Klippen östlich des Beachy Heads heißen „Seven Sisters“. Das 162 m hohe Kreidekliff ist das höchste Englands. Anscheinend zieht es Selbstmörder magisch an. Hier springen mehr Menschen in den Tod als von der Golden Gate Bridge in San Fransisco, welche schon einen traurigen Rekord hält.
Die Erosion dieser Klippen verläuft eher in Abbrüchen kleinerer Felsen (doch auch die sind noch sehr gefährlich für Leute, die zu nah unterhalb der Klippen wandern). Im Jahr 2001 brach nach einem sehr regenreichen Winter, der Wasser in den Ritzen gefrieren lies, ein größerer Teil der Küste ab.
Der „Leuchtturm Belle Tout“, welcher oben auf den Klippen steht, verschwand zu oft im dichten Nebel. So wurde 1902 der 43m hohe rot-weisse Leuchtturm im Meer errichtet. Wegen starker Erosion wurden 1999 der Belle Tout Leuchtturm um 15m versetzt.

National Trust
Kultur- und Umweltorganisation

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

4 Kommentare

  1. … ich liebe es, den Arbeitstag mit euren Berichten zu beginnen, danke für die vielen Infos und die schönen Fotos. Die Zusatzinfos und Querverweise finde ich übrigens sehr gut.

    LG Gabi

  2. …. so toll wieder live von euch zu lesen! Vielen Dank für all die Bemühungen, es ist in der Tat nicht immer einfach, von unterwegs zu schreiben, ich weiss, um so grösser mein Dank an euch, dass ihr euch so sehr bemüht!! Die Fotos erinnern mich teils an die Normandie und Bretagne… 😉 wunderschön und immer wieder ein Gruss ans Fernweh…

    Liebe Grüsse aus der sonnigen Schweiz
    Sandra

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