Durness, Smoo Cave

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Wir hatten gleich zwei Nächte bezahlt, und das, obwohl dieser Campingplatz der teuerste bisher ist. Ersa zahlt auch als Erwachsener und selbst die beiden „kleinen“ kosten jeweils 4 Pfund, was für uns dann über 30 Pfund ausmachte. Die Lage ist einfach bombastisch, dieser Strand traumhaft schön. Nur der Sturm, der blies dermaßen, dass nur das Zuhören im Mobil schon erschöpfend war. Und ich kam noch auf die Idee, weiter vor an die Klippen zu fahren, damit ich freien Blick auf den Strand hätte. Das hat bei mir jedoch nur die Auswirkung, dass ich nervös aus dem Fenster schaue und nur noch fotografieren möchte. Bei der Kälte und den sehr langen Tagen jedoch kräftemäßig unmöglich.

Wir erfreuten morgens unsere beiden Freunde mit der guten Nachricht auf gerettete Fotos, bekamen zwei Tafeln Schokolade und eine Flasche Rotwein. Danke! Die Schokolade hielt leider nicht sehr lange.
Gunter hatte schwer im kalten Wind gelitten, er wollte sich ausruhen. Ich war auch fix und fertig, doch die Sonne schien so schön, das Meer leuchtete Blau, die Wellen rollten und ich mußte raus. Die beiden Jungs kamen mit, wir erkundeten die Region nach weiteren Fotomöglichkeiten für die Nacht. Auf den Klippen kam man leider nicht weiter, so machten wir uns in die andere Richtung auf. Dort liegt die Höhle Smoo, die ich gerne sehen wollte.

Robert und Gertje zu Besuch

Robert und Gertje zu Besuch

am Eingang zur Höhle

am Eingang zur Höhle

im Eingang der Höhle

im Eingang der Höhle

der Holzsteg, der zum Wasserfall führt

der Holzsteg, der zum Wasserfall führt

Esra im Boot in der Höhle

Esra im Boot in der Höhle

Collin, der alles erklärte

Collin, der alles erklärte

das Boot, welches einen in den hinteren Teil der Höhle bringt - ziemlich eng das Ganze:-)

das Boot, welches einen in den hinteren Teil der Höhle bringt – ziemlich eng das Ganze:-)

der Wasserfall in der Höhle

der Wasserfall in der Höhle

abends am Strand

abends am Strand

 

Die Smoo-Cave

Man soll ja bekanntlich nicht immer alles auf später verschieben, sondern Gelegenheiten am Schopf packen. Das dachten ich, Gabi und Noah uns heute auch, als wir während einer spontanen Wanderung überlegten, die bekannte „Smoo Cave“ zu suchen. Wäre ja eine Schande, wenn wir nicht hin gingen und sich nachher herausstellen würde, dass die Höhle nur ein paar Meter von uns entfernt war.
Wir waren tatsächlich nicht weit davon entfernt, schon nach fünf Minuten hatten wir das belebte Loch entdeckt. Wir stiegen hinunter zum Eingang, und bewunderten das Werk der berühmten Architektin und Designerin Mutter Natur.
Die Höhle war recht geräumig, und wurde von einem idyllischen Rinnsal durchquert. An den feuchten Wänden hatte sich allerlei Grünzeug angesiedelt, und ein Sonnenstrahl fand ein Loch in der Decke und beleuchtete heiter ein kleines Stück Steinboden. Im inneren Teil brauste ein kleiner Wasserfall vor sich hin. Ein Wiesel saß inmitten Bachgeriesel (wer erkennt die Anspielung?), wo auch zahlreiche Forellen sich tummelten. Sogar ein paar Homo sapiens waren anwesend 🙂
Ein Stand in der Mitte der Räumlichkeit beherbergte einen Haufen Helme und Informationen.
Wir bewegten uns langsam tiefer in das innere der Smoo Cave, und machten derweil flache Witze über Goblins und Zwerge, die in ihrer Gier zu tief gegraben haben… allerdings trafen wir nicht wie die Gefährten in „Herr der Ringe“ auf Balrok (so groß war die Höhle leider nicht), sondern auf ein kleines Gummiboot, welches sich durch ein enges Loch quetschte und auf der winzigen Wasserfläche hin und her gepaddelt wurde. Schließlich legte es an dem Holzgerüst, auf dem wir standen, an und die Passagiere stiegen aus. Man empfahl uns die Tour, und wir überlegten nicht lange und wurden die nächsten Fahrgäste auf dem kleinen Fahrzeug. Collin, der Guide, informierte uns über die Geschichte der ehemaligen Steinzeitmenschenbehausung.
Verschiedene Teile der Smoo Cave entstanden durch verschiedene Elemente. Die geräumige Vor-Höhle liegt am Ende einer Bucht, und jahrtausendelang wurde sie vom Meer bearbeitet, bis sie schließlich über 40m Tief und 15m hoch war.
Die innere Höhle ist anderen Ursprungs: Nach der Eiszeit war ganz Europa von einer dicken Eisschicht bedeckt gewesen (über Schottland war es eine Meile!). Als die Thermometer stiegen, sank die Höhe der Gletscher, und Schmelzwasser entstand in gigantischen Mengen. Als sich ein Teil dieses Wassers dann einen Weg zum Abfließen suchte, entstand die innere Smoo Cave
Kurz nachdem die massive Eisschicht verschwunden war, siedelten sich kleine Jäger-und-Sammler-Gruppen in der Höhle ein. Sie hinterließen Spuren in Form von „Bergbau“; man konnte sehen, wo sie ein Feuerstein-ähnliches Gestein aus den Wänden und Decken geschlagen hatten.
Später sollen auch Wikinger dort verweilt haben, was man den Bootsnägeln und anderen alten Hinterlassenschaften entnahm, die sie vor vielen Jahrhunderten liegen geassen hatten.
Die Tour durch die Höhle war nicht wirklich weit, man paddelte keine 50m und lief nur etwa 100m in das innere hinein. Trotzdem war es sehr interessant. Die Wände und Decken sahen überall anders aus, da sich an jeder Stelle verschiedene Mineralien abgelagert hatten. Im schwarz erscheinenden Wasser Tummelten sich die Forellen (die der Guilde mit einem lächeln als Piranhas vorstellte, die mit vorlieb Deutsche essen würden :). Wir bewunderten den Wasserfall und die einzigartigen Felsen, und quetschten uns dann durch das zuvor erwähnte mickrige Loch, um weiter in die Höhle vorzustoßen. Wir krabbelten aus dem Boot und folgten einem kleinen Bächlein, bis der Weg an einem Wasserloch endete. Collin erklärte uns, dass dieses Loch eine Verbindung zu anderen Wasserquellen der Höhle hätte. Er hat dies herausgefunden, indem er Farbe in das Wasser gegeben hatte.
Als wir am Ende der Tour das Paddelboot verließen, waren zwar nur 20 Minuten vergangen, doch wir waren trotzdem um einige Erfahrungen reicher. Wir bezahlten dankend, und machten dann noch einige Bilder von den naturgeschaffenen Räumlichkeiten.

Esra

Der Sonnenuntergang war nicht mehr so grandios wie am Tag zuvor, doch es war schön am Strand. Der Sturm war unten auch nicht mehr ganz so stark. Kalt war es trotzdem.

Ich schlief fast gar nicht in dieser Nacht. Die Kälte der abendlichen Fototour wollte trotz Bettflasche nicht weichen. Ich war so mit dem Frieren – trotz Heizung beschäftigt, dass ich keine Ruhe fand. Das Getöse des Sturms war nervenaufreibend. Unglaublich, warum es so schlaucht? Ich betrachtete den unglaublich farbintensiven Sonnenaufgang gegen 4:00 Uhr morgens vom Fenster aus, schaffte es aber nicht aufzustehen. Es ist anstrengend die unzählbaren Kleidungsschichten anzuziehen, die mich halbwegs gegen den kalten Sturm schützen. Allein das ist im engen Mobil mit dem umgebauten Bett schon eine Leistung. Nach ca. 10 Minuten war es auch schon vorbei.

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

5 Kommentare

  1. hallo, sehr interessant und invormativ was Esra hier schreibt.
    Ist schon sehr schön was man alles erleben kann auf solchen Reisen.
    Die Aufnahmen von der Höhle sind klasse geworden.
    Mein Hit heute ist allerdings die Aufnahme, abends am Strand.
    lg edeltraud

  2. Hei, also mit jedem Tag bzw. mit jedem Bericht von Euch steigt meine Sehnsucht und das Reisefieber ! Würde am liebsten gleich losziehen……
    Freut mich aber, daß die Sonne wieder kam und ihr so viele schöne Motive finden konntet. Echt klasse Eure Bilder !
    Nun kann ich Euch nur noch wünschen, daß Euch auch bald wieder warm wird ! Das dürften dann wohl so Momente sein, wo man sich nach einem heissen Bad sehnt, oder ?
    Trotzdem – weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der Motivsuche !
    Gruß, Ricara

  3. Hallo ihr Lieben,

    Solche Höhlen haben schon etwas ganz besonderes. Ich musste an die Aggtelek-Höhlen in Ungarn denken, nur habe ich da wenig schöne Fotos machen können. Tropfsteinhöhlen an der Grenze zur Slowakai, völlig anders als dies hier. Danke für die Infos, Esra. Macht auch immer Spaß, deine Beiträge zu lesen, du hast so deine ganz eigene Art zu schreiben.

    Bin gespannt, was ihr so als nächstes entdeckt.

    Lg Gabi

  4. Hallo Ihr 5!

    Hoffe, Gabi ist wieder aufgewärmt. Schicke euch mal ein bischen Wärme hoch, hier sinf fast 30°C ;-), fragt sich nur, wie lange noch.
    Der Bericht von Esra ist toll. Schon in den ersten 2 Zeilen ahnt man, dass er es geschrieben hat. Esra, du hast eine tollen Stiel entwickelt, mach weiter so. Wie wärs mal mit einem Band KURZGESCHICHTEN?
    Die Bilder sind wieder toll. Der Wasserfall in der Höhle sieht super aus, Dank euch durfte ich das sehen. Für mich sind Höhlen nichts mehr, ich habe mir einen „Knacks“ geholt und gehe in sowas nicht mehr rein.

    Liebe Grüße und noch eine gute Zeit

    wünscht euch

    Ursula

  5. Hallo liebe Familie Reichert!

    Heute war ich mal wieder seit längerer Zeit auf eurer Seite und war sowohl von den vielen schönen Fotos als auch von dem detailreichen und spannden Reiseberichten begeistert!!!
    Wir wünschen euch bei eurer Reise weiterhin viel Glück und kommt gesund zurück…

    P.S. Ich werde mich demnächst etwas ausführlicher zu Wort melden

    Liebe Grüße Robert und Familie

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