Schnee in Eshaness

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Wie erwartet piepste mich der Wecker um 6:00 Uhr aus dem Bett. Ich ignorierte diesen nicht. Sprang, naja, schlüpfte in die Klamotten, die warmen, und lief los. Die Sonne versteckte sich hinter einer tiefhängenden Wolkenwand. Das machte mir erstmal nichts! Sie würde sicher bald warme Sonnenstrahlen in meine Richtung werfen, bis dahin fror ich halt. Der Schnee fror auch, er lag nämlich noch auf den dürren Grasflächen, nicht natürlich auf den Seen, dem Meer und den schwarzen Vulkanfelsen. So fleckig machte die Landschaft einen guten Eindruck auf mich. Ich mühte mich trotz allem fotografisch etwas ab. Wahrscheinlich war ich nach nur vier Stunden Schlaf noch nicht im Kreativmodus. Die Ruhe, nur von Vogelgezwitscher, nein eher Seevogelgemecker, unterbrochen, tat gut. In Bubenheim treibt mich der Fluglärm manchmal fast in die Verzweiflung – gerade aus diesem Grund ist es mir hier möglich, die Ruhe ganz bewußt wahr zu nehmen und zu genießen!

Schafe, Eshaness, Shetland

Schafe, Eshaness, Shetland

 

Die Schafe werden gefüttert

Die Schafe werden gefüttert – der Schnee war sehr lokal 🙂 ein paar hundert Meter von „daheim“ lag nichts mehr!

Der See und der Leuchtturm, Eshaness, Shetland

Der See und der Leuchtturm, Eshaness, Shetland

Felsen vor dem Eshaness Leuchtturm, Shetland

Felsen vor dem Eshaness Leuchtturm, Shetland

Ich lief die Küste hinunter, also nicht entlang der Klippen. Es war Flut und aus diesem Grund kein Tang zu sehen. Die Felsen waren rutschig, teilweise waren Rinnsale des kleinen Bachs gefroren. Wenn es hier eine Otterautobahn geben würde, jetzt war der Zeitpunkt, das herauszufinden! Otterspuren im Schnee sind unverwechselbar, ein Otter schleift den Bauch auf dem Boden. Ich kenne die Spuren aus Norwegen. Außer einem nicht so geheimen Schafstrampelpfad waren keine Spuren sichtbar. Schade! Zu gerne würde ich die Otter sehen und auch aufnehmen. Auf dem Rückweg fiel ich wieder auf die Seebarriere hinein. Von der flacheren Küste aus sieht man den Leuchtturm oben auf der Steilküste stehen, doch die Seen in der Senke sind erst zu sehen, wenn man davor steht. Und dann heißt es einen Umweg drum herum zu laufen.
„Daheim“ angekommen traf ich auf Gunter! Er hatte es auch aus dem warmen Bett geschafft, der Schnee lockte. Wir wanderten gemeinsam die Klippen entlang, beschäftigten uns noch ein paar Stunden kreativ. Fuhren nach Stennes, besuchten die Schafe auf der Straße, die zum Leuchtturm führt.
Auf einer Weide wurden die immer hungrigen Tiere gerade gefüttert. Hier werden die Schafe überall gefüttert. Auf der Isle of Lewis sahen wir das nicht. Da wurden sie nur hie und da und wesentlich weniger gefüttert. Die Gelegenheit war gut, ich parkte am Straßenrand und lief zur Weide. Gerade war der Heuballen ausgepackt, der Duft von frischem Heu hing schwer in der Luft. Der Schäfer, ein älterer Herr, kam grinsend auf mich zu. „Riecht gut, was?“ und wedelte mit der Hand vor der Nase. Der Gerucht hing auch ohne Windbewegung fast greifbar um uns herum. Das roch geradezu lecker. Ich konnte die Schafe verstehen. Die Tiere stürzten sich drauf, rissen gierig große Stücke aus dem Heu. „Das war der letzte Ballen für diesen Winter, ich hoffe, wir bekommen keinen Schnee mehr“ meinte mein Gesprächspartner. „Drei Tage würde der Ballen reichen. Das Gitter muß drum, sonst verteilen die Schafe in der Gier das gute Heu überall.“
Die morgendliche Tour tat gut. Das Licht ist morgens einfach wunderbar. Gunter war geschafft, es dauerte, bis ich ihn wieder raus bekam 🙂 Die Fotografie ist aber auch ziemlich anstrengend. Wir laufen mal hier und dann da, schleppen die Fotoausrüstung, die sperrigen Stative. Auch das Arbeiten mit der Kamera schlaucht nach ein paar Stunden. So war die Ruhe nötig.

Tang und Klippen, Eshaness

Tang und Klippen, Eshaness

Wir blieben diesmal in „unserer“ Region. Fuhren nur zum Kaffee und liefen dort zum Strand und den Klippen. Das war eine ruhige Wanderung, der Wind war zwar wieder kalt und Handschuhe von nöten. Es gab keine nennenswerten Wellen, daher war alles sehr gemächlich. Ich nenne das immer eine langsame Fotografie. Die Kids suchten im Strandgut, wir quatschten und philosophierten.

Wir beendeten den Abend mit einem grünen Flash!

green Flash, Eshaness, Shetland

green Flash, Eshaness, Shetland

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

2 Kommentare

  1. Hab mich gerade in Bild-Nr. 3 total verliebt !!!
    Also mein Fernweh und vor allem die Lust auf Schottland/Shetland steigt von Tag zu Tag. Eure traumhaften Bilder verschönern uns das „zu-Hause-sitzen“ sehr und mit Freude klicke ich jeden Tag Euren Blog an.
    Und ausserdem hoffe ich nun gerade, daß die Schafe nicht hungern müssen, wenn das Heu weg ist.
    Wünsche Euch noch einen herrlichen Ostermontag !
    Gruß, Ricarda

  2. Eure Bilder sind wieder soooo schön!!!! Das Farbspiel ist grandios, der Schnee lässt die Gegend märchenhaft verzaubert wirken. Und dann sogar noch ein Green Flash, wow! Das ist noch seltener als Nordlicht.
    Tja, man muss halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein!
    Wünsche euch noch viel gutes Fotografierwetter 🙂
    Liebe Grüsse
    Ursula

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