Stative – unsere treuen langjährigen Begleiter, Teil 1

Anzeige

Eine Fototour ohne Stativ ist für uns undenkbar. Über die Jahre haben wir unsere „Immerdabei“ Staive schon richtig lieb gewonnen – doch schonen tun wir die Geräte nicht! Ich musst letztens sehr lachen, als ich einen Blogbeitrag las in dem stand, dass man sein Stativ nach dem Einsatz am Meer abends am besten mit unter die Dusche nimmt. Nun – erstens duschen wir unterwegs nicht täglich und das Stativ hatten wir noch nie dabei. Unsere Stative sehen nicht unbedingt jungfäulich aus, sie sind verkratzt, rostig und manche Schrauben lassen sich schon gar nicht mehr lösen. Aber: sieht man das den Fotos an? Fällt das Stativ deswegen gleich auseinander? Hält es aus diesem Grund nicht so lange?

Unsere Dreibeine am Fenster

Unsere Dreibeine am Fenster. Links das Linhof, dann das Manfrotto 055 und das 190, rechts das Benbo

STATIVE AUF REISEN – sie sind jahrelange, treue Begleiter

Das Einbein ist nützlich bei der Tier- und Sportfotografie mit Teleobjektiven, da entlastet es unsere Arm- und Schultermuskulatur enorm. Wenn sich also die Chance auf Tierbeobachtung bietet, nehmen wir es mit.

Das Gorillapod setzen wir mit unserer GoPro oder mit einer Kompaktkamera ein. Für diese Zwecke ist es extrem hilfreich und flexibel. Deshalb ist es auch immer dabei. Für größere Kamera ist es leider nicht tragfähig genug.

Von der wichtigsten Bauart, den Dreibeinen, haben wir vier an der Zahl, die alle schon einige Jahre in Gebrauch sind:

Manfrotto 190, ca. 14 Jahre alt – Gabi’s Stativ
Manfrotto 055, ca. 20 Jahre alt – Gunter’s Stativ
Benbo Mark I, ca. 25 Jahre alt – Zeitraffer oder Makro Stativ
Linhof-Rekord Doppelprofil-Stativ, über 50 Jahre alt – nutzen wir nur daheim im Studio

Von diesen vier haben wir mindestens drei immer mit: die beiden Manfrottos und das Benbo. Sie sind nicht allzu schwer, sehr flexibel durch die abspreizbaren Beine, lassen sich einfach bedienen und stecken einiges an „robuster“ Behandlung weg. Wobei wir das schwerere Benbo meist für die Zeitrafferaufnahmen nutzen, die Manfrottens immer auf Wanderungen mitschleppen.

Ein Spezialfall ist das Benbo Mark I. Mit 3,4 kg ist es ein schwerer Brocken, ein ganzes Kilo schwerer als das Manfrotto 055, aber ich habe es wegen seiner Flexibilität gern mit dabei.

Das Zentralgelenk des Benbo.

Das Zentralgelenk des Benbo. Die Beinkonstruktion ist gut erkennbar.

Wer das Benbo noch nicht kennt, es ist ein Stativ, an dem die drei Beine und die Mittelsäule frei drehbar auf einem Zentralgelenk montiert sind. Dadurch sind alle nur denkbaren Stellungen und Verrenkungen möglich. Ideal für Makros und bei beengten Bedingungen. Dafür muss man beim Lösen des Zentralhebels das Benbo gut festhalten, sonst macht es die Grätsche wie ein Gaul mit Genickschuss.
Der zweite große Vorteil des Benbo ist seine Standbeinkonstruktion: Die unteren Beinsegmente sind die dickeren, und sie sind wasserdicht! Deswegen kann man das Benbo ohne Bedenken in Matsch, Sumpf, in Bäche und auch ins Meer stellen – bis zu 50 cm tief. Das eloxierte Aluminium ist extrem kratz- und korrosionsfest und muss höchstens mal abgewischt werden.

Das Linhof Rekord habe ich bei einer Firmenauflösung ergattern können. Es ist schwerer als das Manfrotto 055 und viel voluminöser. Das offene Aluprofil sammelt leicht Schmutz und die Beine lassen sich nicht abspreizen, deshalb bleibt es besser daheim im Studio.

Das offene Aluprofil des Linhof-Rekord Stativs.

Das offene Aluprofil des Linhof-Rekord Stativs.

DIE PFLEGE

Wir sind wahrlich nicht die großen Pflegevorbilder. Vor der Reise kriegen die Schrauben und Gelenke etwas Öl spendiert, damit müssen die Stative auskommen. Während der teilweise monatelangen Reisen sind sie im Dauereinsatz und werden nur bei Bedarf gereinigt, wenn z.B. Sand in die Gelenke und Hebelmechanismen geraten ist.
Natürlich achte ich immer darauf, dass die Hebel- und Verstellkräfte stimmen, damit ein reibunsloses Arbeiten möglich ist.

Stativkörper des Manfrotto 190

Stativkörper des Manfrotto 190. Der Lack ist ab und die Schrauben sind rostig!

Wir sind meist am Meer unterwegs und das tägliche Salzwasserbad für die Stativbeine ist fast schon Pflicht. Die anschließend empfohlene Reinigung im Süßwasser schenken wir uns gewöhnlich. Zu aufwendig, kein Wasser da, keine Zeit usw. Dem Benbo macht so was gar nichts aus, dem Aluminium der Manfrottos auch nicht viel.

Gabi fotografiert Wellen

Gabi fotografiert Wellen unter der Beachtung der fotografischen Grundregel: Immer nah ran ans Motiv!

Nur die Federn, Schrauben und Muttern der Manfrotto-Beinklemmen mögen das überhaupt nicht. Sie rosten kräftig vor sich hin. Es braucht aber schon etliche Jahre „Misshandlung“, bis wirklich ein Teil unbrauchbar wird. Dann hilft ein kurzer Besuch im Baumarkt. Manfrotto verwendet – wenigstens noch bei unseren Modellen – Standardschrauben, oder man bestellt sich die Teile beim Manfrotto-Service.
Bis auf zwei, drei Klemmschrauben haben wir aber noch nichts wechseln müssen.

Stativkörper des Manfrotto 055

Stativkörper des Manfrotto 055. Der Lack ist auch hier ab!

Korrosion derSchrauben und Federn am Manfrotto 055

Korrosion derSchrauben und Federn am Manfrotto 055

Auch die Beinklemmen des Manfrotto 190 sehen bemitleidenswert aus, funktionieren aber noch ohne Probleme.

Auch die Beinklemmen des Manfrotto 190 sehen bemitleidenswert aus, funktionieren aber noch ohne Probleme.

Nach Reiseende erfolgt eine Grundreinigung. Dabei nehme ich die Stative auch komplett auseinander, wenns nötig sein sollte. Frisch geputzt und justiert warten sie dann auf den nächsten Großeinsatz.

Ich will mit diesem Artikel beileibe niemandem nahelegen, sein geliebtes Stativ verlottern zu lassen, ich will nur verdeutlichen, dass Qualitätsstative ziemlich viel wegstecken können. Es sind Arbeitsgeräte und es gibt keinen Grund, sie mit Samthandschuhen anfassen zu müssen. Wir haben die Stative schließlich gekauft, um sie am Meer zu nutzen! Würden wir sie dauernd schonen, könnten wir keine Fotos machen! Immerhin nutze ich das Stativ intensiv seit 14 Jahren! Trotzdem wünsche ich mir mal ein neues Stativ, das Manfrotto 190 ist etwas wartungsintensiver als das 055er. Auf den Shetlandinsel verlor ich hier und da mal ein Stativbein, weil die Schrauben nicht mehr richtig schlossen.

Noch einmal das 190, die Schrauben haben bald einen Wechsel verdient.

Noch einmal das 190, die Schrauben haben bald einen Wechsel verdient.

Untere Beinklemme des Manfrotto 055.

Untere Beinklemme des Manfrotto 055.

Im zweiten Teil stellen wir unsere Stativköpfe vor. Für Gabi suchen wir ein optimales Reisetsativ und werden die intensive Recherche mal als eine Art Kaufberatung vorführen .

Unsere Kameraausrüstungen haben wir ausführlich vorgestellt: Gabis Fotorucksack und Gunters Fototasche.

Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

Autor: Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

Artikel teilen

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Auf Twitter teilen Auf Pinterest teilen Auf Kindle oder PocketBook lesen

Kategorien Fotoausrüstung Schlagwörter , ,

Hat dir der Artikel weitergeholfen? Dann freuen wir uns, wenn du uns unterstützt, indem du eine Bestellung über die Partnerlinks (die mit dem * am Ende) abwickelst. Du zahlst den gleichen Preis und wir bekommen für die Vermittlung ein paar Prozent.

1 Kommentar

  1. Ehrlich Gunter, benutzte Dinge haben doch viel mehr Herz als neue oder so aussehende! Man sieht euren Stativen eure Erlebnisse ja richtig an. LG Gabi
    PS: Schöne Aufnahmen

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


5reicherts.com speichert zur Bereitstellung einiger Funktionen Cookies auf Ihrem Rechner. Mit der weiteren Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden. Info

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen