eReader auf Reisen – Interview mit Michael von Papierlos-Lesen

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Im Jahr 2013 war es bei uns soweit – wir kauften unseren ersten eReader. Zu der Zeit waren wir diesen Dingern gegenüber noch kritisch eingestellt. So ein „richtiges“ Buch liegt doch besser in der Hand, auf dem Cover gibt es viel zu entdecken, bei Sachbüchern markiere ich auch gern mal was im Text.

Trotzdem war die Zeit reif für die moderne Technik. Ich bestelle die meisten meiner Bücher im Internet, weil ich viel lieber auf Englisch lese. In deutschen Buchläden finde ich, wenn überhaupt, nur ein mageres Angebot an englischer Literatur. Auf Amazon kann ich zwar zahlreiche Kritiken lesen und ich finde auch Bücher von ähnlichen Inhalten, doch ich kann nicht wirklich in das Buch hineinschauen. So passierte es, dass ich Bücher erhielt, die so klein gedruckt waren, dass meine von der Computerarbeit müden Augen abends keine Lust mehr hatten, sich durch diese mit kleinen Buchstaben prall gefüllten Seiten zu quälen. Ach, es wäre doch schön, die Schrift einfach anpassen zu können.

Unser Freund Michael testet seit einigen Jahren eReader auf Papierlos-Lesen. Bei einem Besuch tauschten wir uns über die verschiedenen Geräte aus und schließlich kaufte ich ihm ein Kindle ab. Ich testete das Gerät ausgiebig auf der Reise zu den schottischen Inseln im Frühjahr 2013 und war sehr zufrieden damit. Auf der dreimonatigen Reise fand ich es besonders vorteilhaft, dass ich Bücher direkt kaufen konnte. Ausnahmsweise hatte ich Lust, deutsche Sachbücher zu lesen, und die hätte ich in den schottischen Bookshops nicht finden können.

Ich habe mich mittlerweile für den Kindle Paperwhiteentschieden. Das beleuchtete Display ist gerade im Wohnmobil oder Ferienwohnungen mit schachen Nachttischlampen oder wenn der Partner schlafen will äußerst komfortabel. Außerdem ist der Vokabeltrainer nicht nur für die Kids, sonder auch für mich hilfreich, weil ich schon seit einigen Jahren keine Vokabeln mehr nachschlage, es manchmal aber besser ist. Mit einem Klick auf das Wort poppt die Übersetzung hoch – genial!

Mittlerweile hat jetzt jeder in der Familie einen eReader. Wir nutzen Blaupunktgeräte, die nicht mehr auf dem Markt sind und den Kobo mini.  Daheim lesen unsere Kinder immer noch lieber „richtige“ Bücher, doch unterwegs finden sie den EReader wesentlich angenehmer, weil er vor allem das Gepäck enorm reduziert.

Michael von papierlos lesen

Michael von papierlos lesen

 

Letztens hatte ich mal wieder die Gelegenheit Michael auszuquetschen, viel Spaß beim Lesen des Interviews mit dem besten eReader Spezialisten!

Gabi:  Wo liegen — kurz gesagt — die Vorteile eines eReaders auf Reisen?

Michael: Für die Meisten wird das Verhältnis zwischen Gewicht des Readers und der Anzahl der mitgenommenen Bücher der größte Vorteil sein. Auf Flugreisen beispielsweise zählt ja jedes Gramm und da ist so ein eReader mit einem Gewicht von ein bis zwei Tafeln Schokolade erheblich leichter als ein paar Taschenbücher. Zudem kann auch aus dem Ausland jederzeit Lesestoff nachgeordert werden, falls der vorhandene zur Neige geht. Voraussetzung ist nur ein WLAN-Zugang oder ein Kindle mit 3G-Unterstützung.

Ein weiterer Vorteil ist der geringe Stromverbrauch der Reader. Während sich bei Tablets und Smartphones der Akku bereits nach ein bis zwei Tagen dem Ende zu neigt, hält der Akku eines eReaders mit einer Ladung bis zu vier Wochen durch. Das liegt größtenteils an der speziellen Displaytechnik, die nur dann Strom verbraucht, wenn die Seite umgeblättert wird. Diese Technik, elektronische Tinte genannt, sorgt auch dafür, dass das Lesen auf eReadern in der prallen Sonne möglich ist. Im Gegensatz zu den Bildschirmen von Tablets oder Smartphones spiegelt hier nichts. Das Lesen auf dem eReader erinnert vom Lesegefühl sehr stark an das Lesen in einem normalen Buch.

Gabi: Für uns als Familie gibt es noch einen großen Vorteil: wir können ein Buch alle zur gleichen Zeit lesen. Vor allem bei witzigen Sachen, wo man beim Lesen vor sich hin giggelt, ist das eine schöne Sache. Damals als Harry Potter rauskam, wäre ein eReader Gold wert gewesen 🙂

Gabi: Doch was passiert mit den Büchern, wenn das Gerät kaputt geht? Dann habe ich an regnerischen Tagen gar keinen Lesestoff mehr?

Michael: Die häufigste Ursache für defekte eReader sind gebrochene Displays. Das bemerkt man daran, dass die Bildschirme einseitig Streifen aufweisen und sich nicht mehr – oder nur teilweise noch bedienen lassen. Um die Bücher in diesem Fall auf ein anderes Gerät zu übertragen, muss der kaputte Reader mit einem PC verbunden werden. Einige Reader, wie die Kindles und Tolinos, verbinden sich gleich nach dem Anschließen mit dem PC als eigenes Laufwerk. Darüber lassen sich die eBooks auf den PC kopieren. Andere Geräte fragen beim Anschließen erstmal nach, ob sie als Laufwerk verbunden werden sollen. Wenn sich die Frage nicht bestätigen lässt, gibt es in der Regel keine Möglichkeit mehr, auf das Gerät, und damit auf die Bücher zuzugreifen. Da hilft nur neu Anstöpseln.

Um dem Verlust der Bücher durch einen defekten eReader vorzubeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Externe Speicherkarte verwenden
Falls der eReader einen Einschub für eine externe Speicherkarte hat, sollten die Bücher standardmäßig immer dort abgelegt werden. Im Falle eines Geräteausfalls kann die Speicherkarte dann einfach vom kaputten Gerät entnommen und auf einem PC gesicht oder in den Nachfolger des defekten Readers eingesetzt werden.

2. Ersatzgerät mitnehmen
Eine andere Möglichkeit ist, ein Ersatzgerät mitzunehmen. Idealerweise stammt das vom selben Hersteller bzw. ist im selben Shop-Ökosystem eingebunden. Dort werden vor der Abreise die gleichen eBooks abgelegt, die auch auf dem Hauptreader vorhanden sind. Im Schadensfall kann dann mit dem Ersatzgerät weitergelesen werden.

3. Verwaltung der eBooks über den PC
Eine dritte Möglichkeit ist, die eBooks auf dem PC zu sammeln und sie erst über diesen auf den Reader zu übertragen. Dann sind die Bücher zwar immer noch auf dem defekten Reader vorhanden, aber sie können jederzeit über den PC auf ein neuen Gerät kopiert werden.

4. Die Bücher sind in den unterschiedlichen Shop-Ökosystemen in deren Cloud abgelegt und können einfach auf einen neuen eReader runtergeladen werden.

Gabi: Wir haben auf unserer letzten Schottlandreise festgestellt, dass in jedem popeligen Supermarkt eReader günstig zum Verkauf angeboten werden. Da könnte man im Notfall Ersatz beschaffen und bräuchte kein Ersatzgerät mit herumzuschleppen.

Gabi:  Was passiert bei Diebstahl? Kann ich das Gerät schützen? Es wäre richtig blöd, wenn dann jemand von meinem eReader Bücher bestellt und mir zusätzlich noch Kosten bescheren würde.

Michael: eReader sind Luxusartikel und somit natürlich auch für Langfinger interessant. Logischerweise will niemand, dass der geliebte Reader gestohlen wird, dennoch passiert das hin- und wieder.

Bei einem Diebstahl des eReaders bleiben grundsätzlich alle eBooks auf dem Gerät. Auch das Löschen aus der Ferne, wie das bei einigen Smartphones möglich ist, funktioniert, auch bei Amazon, nicht.

Allerdings kann ich bei einigen Geräten schon im Vorfeld dafür sorgen, dass die eBooks geschützt sind, und Langfinger keine Chance bekommen, die Bücher herunterzuladen oder im Shop einkaufen zu gehen.

Auf den Kindles und Tolinos lassen sich Gerätesperren einrichten. Dann muss nach dem Einschalten ein (vorher selbstgewähltes) Passwort eingegeben werden, das den Reader zur Benutzung frei schaltet. Ist das Passwort falsch, gelangt niemand auf die Oberfläche des Gerätes und kann es auch nicht mit dem PC verbinden.

Die Geräte der anderen Hersteller lassen sich gar nicht oder — wie im Fall von PocketBook — nur eingeschränkt schützen. Dort lassen sich die Einstellungen mit einem Passwort schützen, in denen WLAN oder die USB-Verbindung zum PC deaktiviert werden kann. Die Bücher selbst können mit dem Reader noch gelesen, aber nicht mehr auf den PC herunter geladen werden.

Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen bzw. der eReader geklaut worden, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Dieb am Kauf weiterer eBooks über das eigene Konto zu hindern. Am Einfachsten haben es Kindlebesitzer. Diese melden das Gerät beim Kindlesupport als gestohlen. Dieser deaktiviert den Reader für die Nutzung bei Amazon dauerhaft. Es lässt sich dann nicht auch nicht mehr mit einem neuen Konto dort anmelden.

Besitzer anderer Geräte müssen die Passwörter ihrer Shops nach einem Diebstahl ändern, um dem Dieb keinen Zugriff mehr aufs eigene Konto zu ermöglichen. Tolinobesitzer müssen drüber hinaus auch an die ggf. weiteren mit dem Gerät verknüpften Konten denken.

Gabi: Was muss ich beachten, wenn ich den eReader mit an den Strand nehme? Schadet zu viel Sonne? Wie schützt Du die Anschlüssen vor dem Sand?

Michael: Im Gegensatz zu Tablets eignen sich eReader aufgrund der elektronischen Tinte sehr gut zum Lesen in hellen Umgebungen, wie am Strand. In der prallen Sonne heizen sie sich allerdings auch schnell auf und schalten dann aus Sicherheitsgründen ab. Das merkt man zuerst daran, dass der Bildschirm bei jedem Blättervorgang komplett aufgefrischt wird, statt erst nach ein paar Vorgängen. Ideal ist es also, das Gerät im Schatten zu nutzen oder es zwischendurch unter ein Handtuch zu legen, damit es abkühlen kann. Um die Anschlüsse vor Sand und Staub zu schützen, können sie einfach mit Tesafilm überklebt werden. Es gibt zwar auch spezielle Gummistöpsel, allerdings stehen diese am Gehäuse über und können so leicht verloren gehen. Wer seinen eReader auf der Luftmatratze im Wasser nutzen möchte, kann ihn in eine wasserdichte Hülle, wie diese Zip-Beutel aus dem Supermarkt, stecken. Damit spiegelt allerdings das Display. Oder man greift gleich zu einem wasserdichten Reader.

Gabi:  Ist ein Tablet auf Reisen sinnvoller? Damit kann man auch im Internet surfen und Filme schauen.

Michael: Wer unterwegs nur mal ein paar Wetterberichte oder eMails abrufen möchte, kann das durchaus auch mit einem eReader erledigen. Auch für einen kurzen Blick in die Wikipedia eignen sich die Geräte. Für alles, was darüber hinaus geht (PDF lesen, Video schauen, lange surfen), sind Tablets besser geeignet. Sie bringen außerdem die entsprechende Power für moderne Websites mit, den den eReadern oft abgeht. Dafür eignen sich Tablets mehr fürs Lesen drinnen oder im Schatten.

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6 Kommentare

  1. Hey ihr Lieben,
    auf Reisen möchte ich meinen Kindle auch nicht mehr missen! Gerade, wenn man länger unterwegs ist, haben eReader zwei große Vorteile: Ich kann jede Menge Bücher mit auf die Reise nehmen – und falls ich doch alle ausgelesen habe, kann ich (sogar deutschsprachige) Bücher unterwegs nachkaufen.
    Zuhause mache ich es aber wie ihr und lese lieber auf Papier.
    Liebe Grüße,
    Timo

    • Hi Timo,

      ja, das unterwegs kaufen finde ich auch echt interessant.

      Viele meinen ja auch, dass man wenn man mal einen eReader hat, keine Bücher mehr lesen kann 🙂
      Geht ja beides!

      liebe Grüße

      Gabi

  2. Ich dachte auch lange, dass ein gedrucktes Buch besser ist. In der Zwischenzeit lese ich aber fast ausschließlich auf meinem Kindle Paperwhite oder meinem Kobo Glo. Hauptsächlich weil bei uns ständig die Kinder mit im Bett liegen. Mit der Hintergrundbeleuchtung stört man so niemanden.
    Schöne Grüße,
    Marc

    • Die Beleuchtung ist auch für unterwegs super praktisch. Zum Besipiel im Zelt oder Wohnmobil oder einfach einer Ferienwohnung mit schwachen Nachttischlampen.

      liebe Grüße

      Gabi

  3. Kann mich den Vorrednern nur anschliessen……..so ein digitales Buch ist einfach super praktisch ! Ich kann nachts lesen ohne meinen Schatz zu stören der natürlich neben mir friedlich schlafen möchte und ausserdem spart man sich einiges an Gewicht beim Reisegepäck.
    Doch auch ich gebe zu, ich habe lange gebraucht bis ich davon überzeugt war, denn so ein richtiges Buch in den Händen zu halten, in den Seiten zu blättern, den Geruch von Papier…….das hat einfach was. Also auch ich lese nach wie vor sehr gerne in gedruckten Büchern und werde dies auch sicherlich nie ganz aufgeben.
    Gruß aus dem sonnigen Südnorwegen

    • Hi Ricarda,

      bei uns macht das enorm viel aus im Reisegepäck, wir hatten zig Kilo Bücher dabei.
      Wir haben auch noch soviele Papierbücher hier bei uns herumstehen, sodass wir noch Jahre zu lesen haben 🙂
      Manche Bücher gibt es ja nicht als Ebook, andererseits gibt es ja auch einige Bücher nicht als Papierbuch.

      liebe Grüße nach Norwegen

      Gabi

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