Hallerbos, Belgien – Der Wald in Blau

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Hallerbos – Ein Kurzausflug in den Wald der blauen Blüten

Ganz in der Nähe des Ballungsgebietes von Brüssel, südlich von Halle, liegt ein Waldstück voller Magie. Im Frühling blühen dort ungefähr drei Wochen lang die Hasenglöckchen, eine blaue Hyazinthenart. An vielen Stellen wirkt der Wald, als hätte jemand einen riesigen blauen Teppich verlegt.

Die Blütezeit – Ende April, Anfang Mai

Ende April waren wir auf dem Kölner Bloggertreffen zu Gast. Da bot sich im Anschluss ein Abstecher nach Belgien in den Hallerbos an. Hallerbos bedeutet „Wald von Halle“.
Wir hatten schon mit dem Gedanken gespielt, mit dem Wohnmobil dort hin zu fahren. Ein Glück, dass wir davon Abstand genommen haben. Selbst mit unserem VW-Bus war die Fahrerei im Umfeld des Waldes nicht ganz einfach.

Hasenglöckchen im Sonnenschein

Hasenglöckchen im Sonnenschein

Hasenglöckchen im Sonnenschein

Hasenglöckchen im Sonnenschein

luftig, frischer Wald mit blauen Hasenglöckchen

luftig, frischer Wald mit blauen Hasenglöckchen

Farbenpracht - Hallebos, Belgien

Farbenpracht – Hallerbos, Belgien

Farbenpracht - Hallebos, Belgien

Farbenpracht – Hallerbos, Belgien

Chaotische Verhältnisse bei der Parkplatzsuche

Je näher wir unserem Ziel kommen, desto enger werden die Straßen. Straßen ist übertrieben, die Wege sind kaum breiter als unser Bus. Die Straßenränder sind komplett zugeparkt. Wir irren eine ganze Weile über enge, verschlungene Wege. Ich werde langsam ungeduldig, denn das Nachmittagslicht ist perfekt und ich will endlich fotografieren. Doch die Sucherei dauert noch. Die Zufahrt zum Parkplatz Nummer 8, der dicht am größten Hasenglöckchengebiet liegt, ist gesperrt. Wir fahren eine Umleitung und landen wieder in schmalen Gassen. Zu guter letztfinden wir die Einfahrt zum Parkplatz Nummer 1.
Trotz Halteverbotschildern ist die Zufahrt zum eigentlichen Parkplatz von hilflos rangierenden Fahrzeugen blockiert. Es ist Sonntagnachmittag, und kein guter Tag für einen solchen Ausflug. Schließlich löst sich das Autoknäuel auf und wir sichern uns ein Plätzchen am Waldeingang. Ein enger Wanderpfad führt in den blühenden Wald.

Bitte auf den Pfaden bleiben

Rechts und links der Pfade sind alle Blümchen zertrampelt, trotz der vielen Hinweisschilder, die das Verlassen der Pfade untersagen. Das ist so was von Scheiße. Plattgetretene Blümchen sterben ab und wachsen nicht mehr nach. Sie sind weg, für immer!
Wir fangen an zu fotografieren. Es ist schon 17:00 Uhr und die Masse der Sonntagsbesucher ist auf dem Weg zu den umliegenden Restaurants oder nach Hause. Es wird ruhiger. Wir haben trotzdem noch viel Gelegenheit, uns über die Leute zu ärgern, die für Selfies in die Blüten hineinstapfen.
Die Sonne scheint, der Himmel über den Wipfeln ist blau. Das immer noch grelle Licht ist eher suboptimal. Macht aber nichts, es gefällt uns hier.
Vor allem, weil der Wald auch ohne Fotografenaugen traumhaft schön ist. Die Luft ist frisch, und die Blüten strömen einen intensiven Geruch aus. Der sporadisch auftretende Fluglärm nervt etwas, doch der hört bald auf.

Zur besten Fotozeit sind wir allein im Wald

Als die Sonne tief am Horizont steht, sind wir fast allein im Wald. Es ist still geworden, es riecht gut, und es sieht super gut aus. Der Wind rüttelt leicht an den saftigen, frühlingsgrünen Blättern. Den attraktivsten Platz im Wald haben wir noch nicht gefunden – deswegen sind wir ganz allein. Keine Fotografen, keine Spaziergänger, nur unsere Stative und wir beide. Es macht sehr großen Spaß, dieses natürliche Farbspektakel fotografisch einzufangen.

ein kleiner Sonnenstrahl schafft es noch durch den Wald

ein kleiner Sonnenstrahl schafft es noch in den Wald

frische Grün vor strahlendem Blog, Hallebos

frische Grün vor strahlendem Stamm, Hallerbos

frische Grün vor strahlendem Blog, Hallebos

frische Grün vor strahlendem Stamm, Hallerbos

Nach Sonnenuntergang werden die Farben ausgeglichener

Nach Sonnenuntergang werden die Farben ausgeglichener

Noch haben wir auch keine Idee, wo wir die Nacht verbringen werden. Nach Anbruch der Dunkelheit suchen wir ein Hotel. Dummerweise ist eine Minute vor uns ein ganzer Bus polnischer Touristen angekommen und verstopft die Rezeption. Wir stehen uns die Beine in den Bauch. Eine junge Dame hat Sonderwünsche, und so geht eine weitere Stunde ins Land, bis wir nach 22:00 Uhr endlich die Karte für’s Zimmer in der Hand halten. Gunter hat sich zwischendurch eine Schachtel Nudeln aus dem gegenüberliegenden Imbiss geholt. Mein Magen knurrt auch. Das Hotelrestaurant schließt gleich, und es gibt nur noch Salatbüffet. Ich hätte gerne einen kleinen Salatteller. 18 Euro will der Ober dafür kassieren, er hat kein Entgegenkommen. Wahrscheinlich wird das ganze Essen sowieso gleich in den Müll geworfen. So hole ich mir kurz vor Ladenschluss schnell noch einen plastikverpackten Salat aus dem Imbiss. Wegen es unnötigen Plastiks habe ich ein schlechtes Gewissen.

Zweiter Tag im Wald

Trotz der bequemen Betten sind wir früh auf den Beinen. Frühstück hatten wir keines mitgebucht. Heute wollen wir endlich die Hauptregion der Blüten im Wald besuchen. Doch alle Straßen zum Parkplatz 8 sind gesperrt. Auch den Parkplatz 9 erreichen wir nicht. Wieder kurven wir vergeblich eine Stunde durch enge, winklige Gassen und über schmale Wege. Auf dem Parkplatz 4 finden wir schließlich einen Platz für unseren Bus und laufen umgehend los. Die Sonne scheint am wolkenlosen Himmel, hier im Wald wäre uns Nebel oder sogar leichter Regen lieber gewesen. Schade, ein wenig früher hätten wir vor Ort sein müssen.

An diesem Montagmorgen gehört der Wald uns fast allein. Nur ein paar Fotografenkollegen sind mit Stativen unterwegs, und sie verhalten sich wesentlich respektvoller gegenüber der Flora, als die gestrigen Sonntagsausflügler. Niemand trampelt heute auf den Blumen herum. Aus allen Richtungen überfluten Eindrücke und Motive unsere Sinne. Wir fotografieren auch noch, als das Licht gegen Mittag zu grell wird. Dieser Hallerbos ist einfach traumhaft und ich empfehle euch unbedingt einen Besuch.

Ich habe mir schon überlegt, soll ich wirklich darüber schreiben und Fotos zeigen? Wird der Wald dann nicht noch mehr überlaufen und plattgetreten?
Ja, ich denke schon, dass ich drüber schreiben sollte. Sonst würdest du das hier ja auch nicht lesen. Diesen malerischen Wald sehen und fotografieren zu können, weckt Erstaunen und Ehrfurcht vor der Natur. Die Zahl der Wochenendbesucher zeigt, dass wir Menschen die Schönheit in der Natur suchen und brauchen. Ich wünsche mir nur, dass die Überwachung und die Ausschilderung verbessert werden, bevor der Blumenteppich unrettbar zertrampelt ist, und appelliere an alle, die hierher kommen, etwas Rücksicht zu nehmen. Auch die Parkplätze zu den Waldwegen könnten etwas besser ausgeschildert sein.

früh morgens im Wald

früh morgens im Wald

Frisches Grün - der Frühling kommt in großen Schritten

Frisches Grün – der Frühling kommt in großen Schritten

Ein Hasenglöckchen im Detail

Ein Hasenglöckchen im Detail

Bäume

Bäume

Waldkunst

Waldkunst

Waldpfad

Waldpfad

Luftig, frisch, wohlriechend, guttuend

Luftig, frisch, wohlriechend, guttuend

Was mich am meisten faszinierte war dieser Kontrast: die Gassen, die Häuser, die überall parkenden Autos wirkten sehr trist und abweisend. Selbst bei stahlendem Sonnenschein. Anscheinend sagt uns die belgische Architektur nicht wirklich zu. Dann der Pfad in den Wald und eine neue, wunderschöne Welt voller Ästhetik tut sich auf. Und die Natur, sie tut so gut. Warum ist die Natur so schön? Damit wir sie genießen können. Damit wir sie genießen!

 

Praktische Tipps:

  • nicht mit dem Wohnmobil hinfahren, die umliegenden Gassen und Wege sind sehr eng
  • Wanderschuhe sind empfehlenswert
  • Die Blütezeiten im Blick haben – auf der offiziellen Seite gibt es aktuelle Infos
  • Teleobjektiv einpacken
  • Makroobjektiv einpacken
  • Stativ unbedingt mitnehmen
  • Details mit Offenblende fotografieren
  • Hallerbos ist auch bei regnerischem Wetter ein gutes Ziel

 

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

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7 Kommentare

  1. Hallo Gabi,
    das sind ja tolle Farben im Wald. Vielen Dank für den Beitrag, das werde ich mir mal für nächstes Jahr in den Kalender eintragen 🙂
    Und bei 18 Euro für den Salatteller, kann man seine Vorsätze ruhig mal hinten anstellen. Hauptsache das Plastikschüsselchen wird richtig entsorgt 😉
    LG Gerhard

  2. Welch ein Naturpektakel! Das sieht ja prächtig aus ist ist von Euch wieder einmal perfekt fotografiert worden. Obwohl wir ja an der Grenze zu Belgien wohnen, wusste ich gar nichts davon.

  3. Wunderschöne Bilder, da kann ich mich meinen Vorerdnern/innen nur anschließen! Am besten gefällt mir das Waldpfadfoto. Und schön, dass du auch ein Detailfoto dabei hats, ich kannte keine Hasenglöckchen.
    Und ein bißchen erinnert alles an die Buchenwälder mit weißen Teppichen aus Buschwindröschen, die wir hier oben gerade erlebt haben. Zum Glück nicht ganz so überlaufen und auch zahlreich, deshalb aber auch nicht ganz so besonders. Dafür jetzt die Rapsfelder. Ein Mee(h)r an Farben, ich hab es gerade am WE auf der Fahrt von Prenzlau über Usedom nach Hause erlebt. Das würde dir auch gefallen, Gabi.

    Also genießt das Sonnen/Fotowetter und liebe Grüße

    Gabi

  4. Toller Bericht! Und ein wundervoller Anblick vom blauen Teppich im Wald. Ja, schade dass es immer wieder Trampel gibt, die meinen die Hinweisschilder wären nur für Andere da. Dort im Wald wird ja auch nur mit Pferden Holz gerückt, die schonendste Art der Holzgewinnung.
    Viele Grüße – Philipp

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