Smartphone-Fotografie mit dem Lumia 950

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Fotografieren mit dem Windows-Phone Lumia 950

Startbildschirm mit Windows 10

Startbildschirm mit Windows 10

Vor Kurzem nutzten wir auf dem Reisebloggertreffen in Köln die Gelegenheit, uns das Windows-Phone Lumia 950 für zwei Wochen auszuleihen.

Jetzt haben wir also auch so ein Brettchen in der Hand, mit einem Display, auf dem wir selbst mit der Lupe keine Pixel ausmachen können, und einer Kamera, die laut dem anwesenden Microsoft-Produktmanager aus dem Hause ZEISS stammt. Der Manager erklärt noch die Business-Funktionen und die Einbindung in die Windows-10-Welt, danach wird es für uns interessant, als es ans Fotografieren geht. Macht für uns als Fotografen und Blogger so ein Smartphone überhaupt Sinn? Brauchen wir sowas? Wir haben doch meist wesentlich leistungsfähigeres Equipment dabei.

Schnappschuss im belgischen Viertel, Köln

Schnappschuss im belgischen Viertel, Köln

leckerer Nachtisch im Lindner Hotel, Köln

leckerer Nachtisch im Lindner Hotel, Köln

Viola Lakritz, in Lightroom bearbeitet

Viola Lakritz, in Lightroom bearbeitet

Viola Lakritz, im Smartphone bearbeitet

Viola Lakritz, im Smartphone bearbeitet und vignettiert

Domblick, Lindner Hotel

Domblick, Lindner Hotel

Zumindest regt sich die Fotografenneugierde bei uns. Die Telefonfunktionen interessieren uns erst Mal weniger, wir haben auch keine SIM-Karte dabei. Das Einzige, was wir neben dem Fotografieren mit dem LumiA 950 noch probieren, ist mit dem WLAN des Lindner Hotels etwas im Internet surfen.

Fotos bei schwachem Licht

Das 8. Kölner Bloggertreffen startet mit einer Besichtigung des Lindner Hotel City Plaza. Dann gibt es einen Vortrag zum Fotografieren mit Smartphone und danach ziehen wir in der Abenddämmerung gemeinsam mit der Bloggertruppe durch das belgische Viertel. Es wird zusehends dunkler, aber das Lumia hält tapfer mit. Es erstaunt uns, wie leistungsfähig diese kleinen Fotochips heutzutage sind.

Die Dämmerungsleistung wird nur dadurch getrübt, dass das Lumia recht schnell auf längere Belichtungszeiten umstellt. Ist auch logisch, da die Empfindlichkeit nicht unendlich hochgezogen werden kann. Trotz eingebautem optischem Bildstabilisator werden Fotos aus der Hand zunehmend zum Glücksspiel, vor allem in den Innenräumen.

Die Kamera des Smartphones bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten, um dem zu begegnen. Ich habe zu spät dran gedacht, einfach eine passende Belichtungszeit manuell einzustellen. Mir macht das Fotografieren mit dem Handy viel Spaß. Der Bildschirm ist groß, die Darstellung brillant, die Einstellungen, die man vornehmen kann, sind sehr intuitiv. Das Auslösen funktioniert über einen Extraschalter oben am Smartphone oder über das Antippen des Bildschirms. Der Schärfepunkt ist mit einem Fingertipp auf das Display festgelegt und folgt auch den Gesichtern. Ist das Lumia ausgeschaltet, genügt ein Druck auf den Kameraauslöseknopf und es ist aufnahmebereit. Es geht also alles flott mit dem Gerät vonstatten, so wird man kaum einen Schnappschuss verpassen.

Ingwer Tee, abends in der Kneipe, bei sehr schwachem Licht aufgenommen

Ingwer Tee, abends in der Kneipe, bei äußerst schwachem Dämmerlicht aufgenommen

Nachts in der Stadt, Langzeit, angelehnt

Nachts in der Stadt, Langzeit, angelehnt an der Laterne, Farben im Lumia entsättigt

Fotos bei Tageslicht

Zwei Tage später sind wir in Belgien im Hallerbos, dem Wald der blauen Blumen, denn es ist gerade Blütezeit und das wollen wir auf gar keinem Fall verpassen. Bei Tageslicht haben wir keine Probleme mit Verwacklungen. Übersichten und Detailaufnahmen sind von guter Qualität. Die Nahgrenze ist ordentlich und bei normalen Aufnahmen dominiert natürlich die Weitwinkelperspektive.

Das Lumia hat auch ein Zoom, das anfangs sogar in engen Grenzen optisch funktioniert, hat uns zumindest der Produktmanager erzählt. Aber sehr bald schaltet das Lumia sein Digitalzoom zu, welches bekanntermaßen keinen Qualitätsvorteil mehr bringt. Geringes Heranzoomen ist also zu empfehlen, stärkeres Zoomen sollte man unterlassen. Im Wald bin ich allerdings mehr mit meiner Spiegelreflex und dem Teleobjektiv beschäftigt und nutze das Handy eher für Selfies. Die würde ich mit meiner großen Kamera nicht so einfach hinbekommen.

Bildserien und Filme

Das Lumia filmt maximal in 4K-Auflösung, wir haben uns weise auf Full-HD beschränkt, um den Speicherplatz nicht vollzumüllen. Eine Micro-SD-Karte hatten wir leider nicht mitgenommen, aber die ungefähr 25 GB freien Speicherplatz des Smartphones nehmen eine Menge Bilder auf.

Ist der Film dann gespeichert, können wir direkt beliebige Frames als Einzelfoto extrahieren.Was sehr praktisch ist, wenn sie ein Motiv bewegt und man sich mit der Auslöseverzögerung des Handys schwer tut, den richtigen Moment zu erwischen.

Mit einem Wischer öffnet sich die manuelle Kontrolle

Mit einem Fingerwischer öffnet sich die manuelle Kontrolle

Andere Möglichkeiten sind ein Burst-Modus, in dem viele Bilder schnell hintereinander aufgenommen werden und man das beste heraussucht. Und bei Blitzaufnahmen nimmt das Lumia parallel ein ungeblitztes Bild auf. Auf dem Display liegen die beiden Bilder übereinander, mit einem Schieberegler lässt sich der Blitzeffekt stufenlos ein- oder ausblenden. Wir finden das ziemlich cool, nachträglich die Stärke des Blitzes anpassen zu können.

Mehr als Gag gedacht sind bewegte Bilder. Im Burst-Modus aufgenommene Fotos legt das Lumia als GIF-ähnliches animiertes Bild ab, was fast immer für Erheiterung sorgt. Wir schaffen es bislang aber noch nicht, diese Datein so auf unser Notebook zu tranferieren, dass die Bewegung auch hier automatisch zu sehen ist. Mal sehen, vielleicht bekommen wir das noch hin? Eventuell wäre es gegangen, diese Fotos direkt vom Smartphone zum Beispiel auf Facebook hochzuladen.

Bei einigen speicherhungrigen Foto- oder Filmmodi geraten Vielfotografierer hin und wieder an ihre Grenzen, wenn das Lumia beschäftigt ist, den vollen Arbeitsspeicher in den Flashspeicher zu schreiben. Das ist uns in den zwei Wochen auch ein paar Mal im Eifer des Gefechts passiert.

Die Bearbeitung der Fotos in der Kamera ähnelt den Parametern, die einem bei Instagram zur Verfügung stehen. Mir macht das sehr großen Spaß.

RAW- oder JPG-Format?

Neben dem Standard-JPG-Format bietet das Lumia die Option, Fotos im DNG-Format zusammen mit einem kleineren JPG abzulegen. Die DNGs enthalten anscheinend keine eingebetteten Vorschaubilder, so gerät das Betrachten am Notebook zur Geduldsprobe. Nützlich ist das RAW-Format bei Aufnahmen mit feinstrukturierten Details. Die werden manchmal von der in-Kamera-Optimierung der JPG-Bilder in Mitleidenschaft gezogen.

Wir empfehlen deshalb für den alltäglichen Einsatz das JPG-Format, und für wertvolle und feinstrukturierte Motive das DNG-Format. Die interne Bearbeitung der Fotos fanden wir insgesamt sehr gut, warum sich also die Mühe mit dem DNG machen?

Aufnahmegeschwindigkeit

Bei gutem Licht und guten Kontrastverhältnissen stellt das Lumia flott scharf. Bei wenig Licht oder bei unserem dunkelfelligen Dackel dauert es schon ein Stück länger. Die Autofokusgeschwindigkeit einer Profi-Spiegelreflex darf man natürlich nicht erwarten. Eine feine Sache zur Umgehung der Autofokus-Verzögerung ist die manuelle Vorfokussierung.

Unser langer Dackel Grindel - damit tat sich das Smartphone schwer - zu wuselig

Unser langer Dackel Grindel im Garten, das getigerte Fell kommt gut zur Geltung

Unser langer Dackel Grindel - damit tat sich das Smartphone schwer - zu wuselig

Unser langer Dackel Grindel – damit tat sich das Smartphone schwer – Grindes ist zu wuselig

Manuelle Einstellungen und Nachbearbeitung

Viele Parameter, wie Belichtungskorrektur, ISO, Belichtungszeit und Entfernungseinstellung sind mit einem Antippen erreichbar. So lassen sich schnellere Zeiten bei ungenügenden Lichtbedingungen realisieren.

Noch wichtiger finden wir die manuelle Entfernungseinstellung. Allgemein sind Smartphones nicht mit dem schnellsten Autofokus gesegnet. Wir stellen einfach die Entfernung am Lumia manuell ein, und umgehen so bei bewegten Motiven oder bei schlechtem Licht die Autofokusverzögerung.

Die Nachbearbeitungsmöglichkeiten im Lumia 950 begeisterten uns enorm. Ich bin es gewohnt, die Fotos am »großen« Rechner anzusehen und zu optimieren. Das ist bei den Smartphonefotos aber gar nicht wirklich nötig. Von der Balance zwischen geblitzter und ungeblitzter Szene, dem Erstellen bewegter Bilder, bis zu der Korrektur von Tonwerten, Belichtung, Kontrast, Schärfe und Rauschverhalten, viele Bearbeitungs-Apps, darunter auch Photoshop-Express, machen es möglich. Das macht ja auch Sinn, weil man zeitnah und direkt vom Handy aus via Internet die ganzen Social Media Plattformen bedienen will. Ich finde es insgesamt spannend und spaßig, mit dem Lumia Fotos zu bearbeiten.

Noah putzt Fenster, Schnappschuss

Noah putzt Fenster, Schnappschuss

Blume im Garten bei Sonnenschein

Blume im Garten bei Sonnenschein

Und das ganze nochmal in 100% Ansicht – sieht super gut aus, wie wir finden.

Ausschnitt in Originalgröße

Ausschnitt in Originalgröße

 

 

 Fazit

Das Lumia 950 ist als Kamera unter guten Bedingungen zu hochauflösenden, scharfen Fotos in der Lage. Selbst in der Dämmerung ist es noch gut brauchbar, auch wenn die Detailzeichnung mit zunehmender Dunkelheit abnimmt. Die Bedienung der Fotofunktionen ist weitgehend selbsterklärend und auch für den Laien leicht zu verstehen.

Das Hauptproblem für uns ist nicht Lumia-typisch, es trifft gleichermaßen alle Smartphones und auch sucherlose Kameras, die über das Display bedient werden: die typische Smartphone-Fotohaltung mit ausgestreckten Armen vor dem Gesicht ist wenig geeignet für ein ruhiges und verwacklungsfreies Auslösen. Die Zahl der unscharfen Bilder steigt dramatisch an, so bald es dämmrig wird und die Kamera längere Zeiten wählt. Es sei denn, man drückt das Smartphone fest an eine Mauer und riskiert Kratzer, wenn man wie wir ohne Schutzhülle unterwegs ist. Merkt euch also:

Wer nicht stabilisiert, der verliert

Die Bildqualität reicht für die üblichen Zwecke voll aus, für Publikationen in Druckmedien dürfte es gerade noch gehen, falls die Aufnahmebedingungen optimal waren und nicht verwackelt wurde.

Sucherbild mit Grid und oben die erweiterte Schnell-Einstellleiste

Sucherbild mit Grid und oben die erweiterte Schnell-Einstellleiste. Das meiste ist selbsterklärend.

In vielen Belangen kann das Lumia einer Kompaktkamera das Wasser reichen. Das fehlende optische Zoom wird durch die Tatsache kompensiert, dass das Smartphone immer dabei ist. Ich denke, dass auch für uns endlich die Zeit für ein Smartphone gekommen ist. Wahrscheinlich werden wir aber auf eine günstigere Version des Lumia zurückgreifen.

Herzlichen Dank an Janett von www.teilzeitreisender.de  und Anja von Travel on Toast für die Organisation des Bloggertreffens in Köln. Es hat uns großen Spaß gemacht, dabei zu sein.

Herzlichen Dank auf für das Leihgerät an Pina von Microsoft.

#RBCGN #lumia950 #lumiacgn

 

Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

Autor: Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

5 Kommentare

  1. Oh danke für diesen Beitrag. Das Ding zoomt tatsächlich ein Stück weit optisch? Das ist ja mal was und macht Kompaktkameras mehr und mehr überflüssig.
    Ich bin selbst immer wieder erstaunt, wie gut die Bilder mit dem Smartphone werden und wenn man sich die Entwicklung anguckt, wird es noch besser!
    Viele Grüße,
    Marc

  2. Hallo ihr,

    danke für diesen Beitrag! Ich selber nutze ein anderes Smartphone, bin aber mit den Bildern auch sehr zufrieden. Nachteil: Bilderflut! Die Kamera hat man so praktisch immer dabei und fotografiert auch um so mehr, dann sind da noch die Kinder, die auch alles fotografieren (na gut, mehr sich selbst, aber das ist ja für das Mutterherz auch nicht unwichtig) und so kommen z.B. bei kurzen Ausflügen oder an schlichten Tagen daheim …zig Fotos zusammen. Schlecht fürs Fotobuchmanagment ;-). Aber es ist praktisch, zumindest für den Alltag. Und für den (Baustellen-)Alltag reicht es allemal.

    LG Gabi

  3. Gabi, Marc, danke für eure Kommentare

    Das größte Problem mit der Smartphonefotografie sehe ich tatsächlich im Ordnen und Ablegen der Fotos. Was mich dabei am meisten nervt, sind die langen, meist kryptischen Dateinamen, welche die Übersicht erschweren.
    Was also tun? Öfters mal herunterladen, nach Events in Ordnern ablegen und die Dateien batchweise mit Eventname und fortlaufender Numerierung umbenennen. Oder wie macht ihr es?

    LG Gunter

    • Hallo Gunter,
      ja – die Ablage. Bei meinem Handy ist das größte Problem, dass man – angeschlossen – das Aufnahmedatum nicht sehen kann (oder ich bin zu blöd). Daher sicher ich in regelmäßigen Abständen und sortiere dann. Zweites Problem: nutzt man sozialmedia wie whatsApp oder facebook, werden die Bilder auch noch öfter abgelegt. Diese Ordner komplett zu ignorieren ist aber auch blöd, wenn man direkt von whatsApp aus fotografiert. Also auch hier sortieren ( 🙁 ). Nur wer hat die Zeit dazu? Direkt auf dem Handy zu sortieren empfinde ich als umständlich und angedockt dauert das Bearbeiten lange. Also kopieren auf den Server, nach Datum sortieren, umbenennen, behalten oder nicht, verschieben, abgelegt. WENN die Zeit bleibt. Also so mach ich das. 🙂

      LG Gabi

  4. Pingback: Ein Bloggerwalk durch Belgische Viertel - Reisebloggertreffen mal anders - Teilzeitreisender.de

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