Nationalparks Californiens in der Vorsaison

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Californiens Nationalparks

 

Zwei Nächte in San Francisco waren uns genug Zivilisation – eigentlich bereisen Sandra und ich die USA wegen der grandiosen Naturlandschaften. Wir holten also unser Auto ab und starteten unseren großen Roadtrip entlang der Westküste.

Der fahrbare Untersatz, den wir uns gemietet haben, entspricht in etwa einem VW Bus, nur dass er eben ein Ford ist. Er ist ausgesprochen bunt bemalt und wir nennen ihn Henry. Henry hat ein großes Bett, einen Kühlschrank, einen Gaskocher und sogar eine kleine Spüle, bietet also ausreichend Komfort für zwei Studenten, die eigentlich von vornherein keine sonderlich hohen Ansprüche haben.

Zuerst fahren wir Henry nach Süden, an der Küste entlang nach Monterey, um dort zu Tauchen. Da wir aber zu kurzfristig anfragen, müssen wir das Tauchen auf das Ende der Reise verschieben. Big Sur, direkt südlich von Monterey gelegen, ist nicht befahrbar. Die Regenfälle der letzten Wochen haben zwei Brücken so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass die Küstenstraße komplett dich gemacht werden musste. Wir merken also, dass wir an der Küste nicht viel machen können, und fahren nach Osten, ins Landesinnere.

Kings Canyon und Sequoia

Unser erstes Ziel ist der Sequoia National Park, berühmt für seine gigantischen Bäume. Sequoia National Park bildet zusammen mit dem Kings Canyon National Park einen sehr großen Nationalpark, der normalerweise als Einheit betrachtet werden kann, doch auch hier im Hochland hat es starke Niederschläge gegeben. Der Schnee liegt meterhoch und Sequoia ist für uns gar nicht befahrbar, nur einige Wanderungen in Kings Canyon lassen sich machen. Aber das ist nicht weiter tragisch. Kings Canyon National Park ist nämlich ein unglaublich beeindruckender Ort. Wir stapfen durch die Schneemassen und sind umgeben von Bäumen, die höher und mächtiger sind als jeder Kirchturm. Dem Schnee sei Dank haben sich außer uns nur wenige andere Touristen hier her verirrt, den Wald haben wir also weitgehend für uns, und die Wanderung um den Lake Hume führt uns über unberührten Frischschnee. Ein Traum! Nach sieben Kilometern haben wir allerdings auch schon alles abgelaufen, was zu dieser Jahreszeit im Park begehbar ist.

Schlafen tun wir diese Nacht im National Forest direkt neben dem Park, denn dort campt man kostenlos. Nachts Kühlt es zwar stark aus, aber dafür gibt es Decken und Schlafsäcke.

Yosemite

Zwar konnten wir im Kings Canyon noch halbwegs normal wandern, doch daran gewöhnten wir uns besser nicht. Yosemite National Park ist nämlich so zugeschneit, dass man ohne Schneeschuhe eigentlich gar nicht wandern gehen kann. Wir versuchen es trotzdem, kommen aber nur im Tal voran. Die hunderte Meter hohen Felswände zu beiden Seiten des Tals, die man eigentlich von hinten begehen kann, sind nicht im Gespräch.

Wer aber nachfragt, hat immer die Nase vorn. Wir erfahren von einer geführten Schneeschuhwanderung, der wir uns natürlich anschließen. Auf zwei Metern Schnee stapfen wir durch den Wald, und eine Rangerin erzählt uns von den Pflanzen und Tieren, die man im Park antreffen kann, und von den indianischen Mythen, die um die Entstehung der rieseigen Felswände gesponnen wurden. Sandra hat an diesem Tag Geburtstag und freut sich riesig über die Wanderung. Und auch nur in Kalifornien kann man morgens eine Schneeschuhwanderung machen und mittags wieder durch Palmen-Alleen fahren.

Das nächste Ziel der Reise ist der Redwood National Park, der im Norden Kaliforniens an der Küste liegt. Wir fahren den Highway 101 nach Norden entlang, welcher an der Küste verläuft. Allein die Fahrten machen auf dieser Reise schon einiges her. Der Redwood Forest ist dann wieder ein komplett neuer Eindruck: wir sind von einem saftigen Grün umgeben die Bäume ragen in den Himmel wie Hochhäuser. Es fühlt sich gleichzeitig an wie in einer Kathedrale und wie in einem Regenwald. Es ist zwar alles nass, moosbedeckt und intensiv grün, aber gleichzeitig ist kein einziges Geräusch zu vernehmen. Die Vögel sind noch im Süden und wenn man nicht gerade neben einem Bach steht, dann wirkt die Stille fast gruselig. Wir wandern 12 Kilometer in dieser eigenartigen Welt, treffen dabei auf ein halbes Dutzend anderer Wanderer (wir sind unglaublich froh, in der Vorsaison zu reisen!) und treten schließlich tiefenentspannt wieder aus dem Wald. Zwischen den Baumriesen in der Stille zu wandern nimmt einem jeden Stress, es ist bemerkenswert.

Als ich diese Zeilen tippe, sind wir in Portland bei zwei sehr lustigen Menschen untergekommen. Doch dazu gibt’s dann im nächsten Beitrag mehr – ich bin jetzt müde!

Autor: Esra

Ist der älteste Sohn seiner Eltern und hinterlässt überall Fahrradspuren.

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1 Kommentar

  1. Ach Esra,
    danke für die schönen Fotos, den tollen Bericht und das kurze Urlaubsgefühl! Ich grüße von der Schreibtischkante und wünsche noch viel Spaß, nette Leute und tolle Erlebnisse!

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