Ste Marie de la Mer, Camargue

Anzeige

Das Meer wartet auf uns

Das Meer wartet auf uns. Da bin ich mir sicher. Wir lenkten das Mobil wieder auf die Autobahn um schneller ans Meer zu kommen und das obwohl Frankreich auch im Land so viel Schönes zu bieten hat. Wir sitzen also mal wieder einen Tag im Mobil und gurken Richtung Mittelmeer. Ich träume schon lange davon, mal die Camargue Pferde zu sehen und auch zu fotografieren. Den Umweg von etwa 100 km ist es uns also auf dem Weg ganz in den Süden von Spanien wert. Es iwar bereits 19:00 Uhr, als wir endlich mit fast leerem Tank das Meer riechen. Wir tankten trotzdem noch schnell – die Gefahr stehen zu bleiben ist mir zu groß. Landschaftlich macht die Camargue auf den ersten Blick nichts her.

Ste Marie de la Mer, Camargue

Doch schon bei der Anfahrt nach Ste Marie de la Mer sahen wir die Pferdefarmen am Straßenrand. Das hat was von Wild West. Pferde überall, auch der Duft von Pferd hängt in der Luft. Das Licht ist magisch, wie es sich am Meer so gehört. Die warme Abendröte hängt in der Luft und hält sich lange in der Landschaft. In Meeresnähe finden wir einen weiten Stellplatz auf Schotter. Da das Licht sich hält, die wiehernden Pferde im Gegenlicht traumhaft aussehen, packe ich direkt ein Fahrrad raus und radle durch die Gegend. Ich bin im Erkundungsmodus. Ich fotografiere nur ein wenig, das macht mir Spaß. Gunter ruht sich aus. Ihn macht die Camargue nicht an. Mich schon.
Logischerweise statte ich auch dem Meer einen Besuch ab. Das Mittelmeer dümpelt so vor sich hin. Es ist blau und weit. Große Felswälle liegen vor der Bucht, sie sorgen dafür, dass sich weitere Sandstände bilden. Fotografisch macht mich das Meer so eher nicht an. Es wird eh dunkel und Zeit fürs Bett.

Abends in Ste Marie de la Mer

Abends in Ste Marie de la Mer

Nur abends ist es so menschenleer in Ste Marie de la Mer

Nur abends ist es so menschenleer in Ste Marie de la Mer

Nur abends ist es so menschenleer in Ste Marie de la Mer

Nur abends ist es so menschenleer in Ste Marie de la Mer

T-Shirt Wetter in Ste Marie de la Mer

Die Sonne weckt uns früh. Der Himmel ist knallblau. Wir laufen bei bestem T-Shirt Wetter in den Ort hinein. Es ist nicht weit, vielleicht ein Kilometer, am Strand entlang dauert es natürlich länger und ist auch mühsamer im weichen Sand zu laufen anstatt auf dem Gehweg. Wir genießen die Sonne, das Blau, das Rauschen der Wellen und die kleinen Muscheln am Strand. Nach einer Stunde erreichen wir fotografierend den Ort. Dort erwartet uns Touristentrubel. Von jeder Ecke her tönt Musik, die sich disharmonisch in der Mitte des Platzes sammelt. Was für ein Wirrwarr an Menschen, Gassen, Souvenirläden und musikalischem Lärm. Mir gefallen die engen Gassen, die klaren Farben und der Trubel. Das hat was von Urlaub, und den brauche ich gerade. Wir landen auf einem kleinen Trödelmarkt und ich sage gerade zu Gunter: »Wir können ja mal schauen, müssen nichts kaufen«. Da sehe ich einen langen Greifarm, den ich wunderbar zum Strandsäubern brauchen kann und schlage bei einem Euro zu.
Gunter findet Gefallen am mediterranen Baustil und den engen Gassen, er fängt an zu fotografieren. Wir sind erst ein paar Stunden später wieder am Mobil.

Es war warm geworden, ich ziehe kurze Hosen und ärmelloses T-Shirt an und stecke die Füße ins Meer und sammele Muscheln.

Leuchtturm Gascholle

In der Touristeninfo hatte ich herausgefunden, dass die berühmten Camargue Pferde am ehesten in den Salzmarschen etwas weiter östlich zu finden sind. Außerdem gibt es dort auch einen relativ nahen Parkplatz beim Leuchtturm Gascholle. So fahren wir los auf der Suche nach Flamingos und Pferden. Ich vermute, dass wir die Pferde wohl am besten auf einer Farm finden würden. Wir besuchen die touristische Farm Méjanes, ich finde jedoch keinen Ansprechpartner. In der Stadt hatte ich bereits ausgiebig nach einer möglichen geführten Tour zu den Pferden im Sonnenuntergang gefragt. Keine Chance. Die Touren gehen entweder um 10:00 Uhr oder um 14:00 Uhr los. Das bringt nichts im grellen Tageslicht. Also besuchen wir zuerst den Leuchtturm. Über holprige Feldwege arbeiten wir uns bis auf Sichtweite vor. Das letzte Stück trauen wir uns nicht. Ich möchte das Fahrwerk unseres Mobils nicht überstrapazieren. Der Leuchtturm sieht relativ nah aus. Ich radle allein los, Gunter brutzelt das Essen. Es ist doch weiter als gedacht. Ich strampele mich auf der Holperstrecke ab und immer, wenn ich in der grellen Sonne Richtung Leuchtturm schaue, ist er noch genauso weit weg wie vor ein paar Minuten. 5 km später und ziemlich durchgerüttelt erreiche ich ihn schließlich doch noch. Der Leuchtturm sieht schön aus, wie ein typischer Leuchtturm eben. Hoher Turm mit Wohngebäuden. Normalerweise wünsche ich mir so einen Leuchtturm ja als Domizil, diesen hier aber nicht. Er steht inmitten des Marschgebietes, im Sommer dürfte es hier nur so vor Stechmücken summen. Hie und da sehe ich Flamingos, aber nach Meer sieht es nicht aus. Es rauschen auch keine Wellen. Ich erfreue mich an der Geschwindigkeit, die ich mit dem Rad hinbekomme – ziemlich schnell für den holprigen Untergrund. Ich muss wohl nach der langen Anreise Bewegungsenergie abbauen. Es ist warm, der Wind ist kühl, ich bekommen Farbe, nur leicht rot, das wird schnell braun werden.

Phare Gascholle

Phare Gascholle

Flamingos

Eine kleine Brücke am Wegesrand überfliegen immer wieder Flamingos aus beiden Richtungen. Von unten aus betrachte ich die Tiere und wundere mich, dass diese langen Vögel so anmutig fliegen können. Wir haben jedenfalls einen idealen Fotospot gefunden, das Licht ist mittlerweile auch gut. Wir vergnügen uns mindestens ne Stunde, dann ziehen wir weiter.

Flamingos

Flamingos

Camargue Pferde

Auf dem Rückweg versuche ich nochmal, jemanden auf der Farm zu finden, jetzt ist alles wie ausgestorben. Kein Ansprechpartner weit und breit. Wir putzen die Scheiben des Mobils, denn im grellen Abendlicht sahen wir gar nichts mehr. Der Abstecher war trotzdem nicht unnötig gewesen. Auf einer Koppel fotografiere ich die müden Pferde, die den ganzen Tag über brav Touristen befördert hatten. Das sieht man den Tieren auch an. Sie sind ästhetisch, aber abgeschafft. Nur ein kurzes Stück weiter kommen zwei Pferde auf uns zugelaufen.  Diese beiden sind wohl schon eine ganze Weile frei in einem großen Areal. Wow, sie sahen majestätisch aus. Sie haben eine völlig andere Ausstrahlung und ich habe das Glück, dass das Licht passt. So bekomme ich zwar nicht die Pferdefotos, die ich mir vorgestellt hatte, aber welche, die mir der Zufall schenkt.. Dankbar schieße ich unzählige Fotos, während die beiden immer näher zu mir herankommen. Am Ende trennt uns nur noch ein Wassergraben voneinander.

Camargue Pferde

Camargue Pferde

 

Glücklich lenke ich das Womo wieder zum Meer hin. Wir schauen uns den Stellplatz östlich der Stadt an, der gefällt uns jedoch nicht so gut wie der von der letzten Nacht. Also fahren wir wieder dorthin und schlafen müde durch die ruhige Nacht.

Probleme mit der Kamera

Im Oktober hatte sich bei der Fototour auf der bretonischen Insel Ouessant eine SD Karte in der Kamera zerbröselt. Die Kamera musste in Reparatur, alle Einstellungen waren auf Werkseinstellungen zurückgesetzt worden. Das ist schon blöd, wie lange es dauert, bis da wieder alles stimmt. Eine Einstellung hatte ich übersehen, und die bereitete mir ziemliche Schwierigkeiten. Normalerweise schaffe ich es, 1400 Foto mit einer Batterieladung aufzunehmen. Jetzt war die Batterie jedes mal nach nur 200 Aufnahmen leer. Das stresste mich, weil ich nur drei Original Canon Batterien habe und da keine Engpässe brauchen kann. Also noch mal rein, in die Tiefen des Menüs und siehe da, ich hatte das automatische Abschalten der Kamera auf »deaktiviert« stehen. Jetzt passt endlich wieder alles.

Das hat uns heute gefallen:

  • Die Camargue Pferde im Abendlicht
  • Das warme Wetter
  • Der Charme der engen Gassen
  • Der schöne, große Stellplatz direkt am Meer – der kostet übrigens 13 Euro

Das hat uns nicht gefallen:

  • Ich konnte niemanden auftreiben, der uns zu den besten Zeiten zu den Pferden bringen würde
  • Die marktschreierische laute Musik auf den Plätzen

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

Artikel teilen

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Auf Twitter teilen Auf Pinterest teilen Auf Kindle oder PocketBook lesen

Kategorien 2017 - Womo Tour Süden Schlagwörter , , ,

Hat dir der Artikel weitergeholfen? Dann freuen wir uns, wenn du uns unterstützt, indem du eine Bestellung über die Partnerlinks (die mit dem * am Ende) abwickelst. Du zahlst den gleichen Preis und wir bekommen für die Vermittlung ein paar Prozent.

4 Kommentare

  1. Schön! Schön, schön, schön!
    Unsere Mädels waren im letzten Sommer reiten, hatten ihren Spaß. Weißt du, warum die Camargue-Pferde in der Salzmarsch zurecht kommen? Sie können die Nüstern unter Wasser schließen und so fressen. Und ursprünglich waren es Treiberpferde für die Stiere. Wir waren übrigens auch zu einem „Stierkampf“, abends um 22.00Uhr. War aber kein Kampf, eher eine turnerische Glanzleistung mit Show-Program. Sonst wären wir auch nicht hingegangen 😉

    Wenn ihr zurückkommt, fahrt doch mal an die rechte Seite der Marsch zum Plage de Beauduc, da gibt es auch eine Leuchtturm. Oder ward ihr schon? Und am Plage de Piamanson kann man direkt stehen, muss aber zu 22.00 wieder abfahren ins nächste Dorf. Und da fährt man durch jede Menge Vögelschwärme durch. Ein Traum!
    Aber vielleicht erzähle ich dir Dinge, von denen du schon weißt. Wenn du die kleine Straße (D368) am Haff lang fährst, kommst du von Ste Maries dlM nach Salin-de-Giraud und fährst mitten durch ein Schutzgebiet. Ich hab da Flamingos, Fischreiher, … jede Menge Vögel und Pferde fotografiert. Streckenweise kannst du sogar durchs Wasser gehen, weil es ja ganz flach ist.

    Ach, ich finde es schön, bin dank deines Berichtes gerade wieder mitten im Urlaub!

    Jetzt wünsche ich euch weiter viel Spaß

    LG Gabi

  2. Ja, der Süden ist eben anders als sturmumtoste Nordmeere 🙂 Ich habe beides schon als Kind kennengelernt, sowohl den Süden Frankreichs mit Ste Marie de la Mer (allerdings zur Feria du Cheval) als auch die Küsten Dänemarks. Zu beiden zieht es mich wieder hin..(diesmal mit allen Kameras – digital und analog bis 13×18)

  3. Da haben wir uns mal wieder verpasst.Wir sind am 19.April von St. Marie in Richtung Ardeche gefahren.Uns zieht es immer wieder mal dorthin.Ende Mai starten wir Richtung Portugal und Galicien.Schöne Reise für Euch und tolle Bilder.
    Gisèle und Joachim

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


5reicherts.com speichert zur Bereitstellung einiger Funktionen Cookies auf Ihrem Rechner. Mit der weiteren Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden. Info

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen