11. 4. 2006 Anreise in die Normandie
Wir wollten gleich zu Ferienbeginn los, denn die Osterferien sind nur kurz und die Anreise wie immer recht lang. Wir waren um 14:00 Uhr fertig und füllten noch Wasser. Dabei platze wie bei der letzten Reise der Überdruckbehälter, warum auch immer. Die Kinder waren ungeduldig, wollten los, denn sie hatten schon die Tage gezählt. Doch das ging vorerst nicht, Gunter und ich fuhren nach Planig, um das Ersatzteil zu besorgen. Wir waren so gegen 16:30 Uhr fertig, ich rief gerade nochmal die mails ab, da klingelte das Telefon. Mein Schwager war dran und berichtet, daß gerade meine Oma gestorben war. Ihr war es schon seit einer Weile nicht mehr gut gegangen, eine Woche zuvor hatten wir ihren 88 Geburtstag gefeiert. Wir packten das Wohnmobil wieder aus und fuhren nach der Beerdigung.
Erstmals übernachteten wir nicht unterwegs, sondern fuhren direkt nach Le Treport. Erst um 1:30 Uhr in der Nacht waren wir angekommen. Die Straße war ausnahmsweise einmal trocken, die Fahrt war OK. Noch eine Neuigkeit gibt es, denn wir fahren auch zum ersten mal mit unserem Hund, dem Beagle Lucky.Ich war von der Fahrt etwas gerädert. Stellte den Wecker auf 7:30 Uhr und war lange vorher wach, weil es so kalt war. Leider sprang Gunter ausnahmsweise so schnell in de Klamotten und lief mit Lucky los, daß ich zurückblieb. Ich bat Gunter, Esra und Lucky, nicht zu lange zu bleiben, denn das Licht war gut, die Sonne schien, ich wollte fotografieren. Aber die drei wollten uns einen Gefallen tun, sie blieben ewig. Bei mir lief derweil nichts gut. Ich wusch mir die Haare und merkte zu spät. daß ich nur Spülung gegriffen hatte, eine schwedische, deswegen haben wir die, konnten nicht richtig lesen, was drauf stand:-) Meinen Haaren tat die Spülung aber ungewaschen nicht sonderlich gut. Mir klebten die Haare nun auf dem Kopf. Ekelhaft! Helfen konnte ich mir nicht, weil wir kein Schampoo hatten. Nun, dann dachte ich, ich mache mir halt einen heißen Tee, dann geht es mir gleich besser. ABER: Gunter hatte kein Teewasser eingepackt. Das Wasser im Wohnmobil war aber schon 4 Tage, da nehme ich es nicht mehr, also kein Tee. Ich war nun wirklich sehr ungeduldig. Wollte doch auch raus:-( Als die anderen dann kamen war ich ziemlich mürrisch. Wir fuhren also an den Ortsausgang in das Einkaufzentrum und kauften erstmal ein. Frisches Baguette, mein Lieblingskäse (Petit Billy -ein Ziegeweichkäse) und Schampoo und Fisch. Mhh.

Auf der Mauer des Leuchtturm Steges

ein Fischerboot fährt nach Le Treport

die Kinder beim Steinewerfen
Nun fuhren wir also nach Le Treport rein, denn gesehen hatten wir noch nichts dieses Jahr. Der schöne Leuchtturm war frisch gestrichen. Wir fanden einen schönen Parkplatz, ich lief mit Amy kurz an den Strand, um Lucky zum ersten Mal das Meer zu zeigen - sie fand es ganz gut aber wenig schmackhaft. Danach war auch das Teewasser fertig, wir frühstückten die geliebten Croissonts und das frische Baguette. Danach machten wir uns alle auf den Weg zum Strand. Grobe Kieselsteine - schwierig zu laufen aber vorsichtig klappt das schon. Die Kids hatten wie immer viel zu tun mit dem Werfen. Wir machten Langzeitaufnahmen, noch war das Licht halbwegs gut. Ich war mit der neuen Kamera, der Canon D5 erstmal nicht so begeistert, weil das Vignettieren schon sehr stark ist. Man muß sehr aufpassen, daß nicht alle Bilder einen schwarzen Rand haben. Vor allem, bei den Langzeitaufnahmen, die mir doch so wichtig sind. Zwei Filter, wie bei der D60 oder 20d gehen gar nicht. Es sieht aus, wie dich eine Klopapierolle fotografiert:-( So nutzen auch die 13Mpixel nichts?! Ich darf also nicht ganz weitwinkelig fotografieren (wozu habe ich dann Vollformat?) und auch nur beim Polfilter muß ich aufpassen. Das 28-75 von Tamron scheint gar nicht mit der Kamera zu harmonieren, was mir so extrem in Norwegen nicht aufgefallen ist. (ich war im März für 10 Tage oben, habe aber, abgesehen vom Nordlicht kaum Langzeitaufnahmen gemacht) Hmm, ich werde mich also erstmal an die Kamera gewöhnen müssen und wahrscheinlich die Objektive anpassen müssen. Das 17- 40mm von Canon ist OK, allerdings auch nicht ganz bei den 17 mm, da sieht man die Vignettierung schon sehr. Ich fotografiere nur noch RAW, daher kann ich, wenn es nicht allzu stark ist, etwas ausgleichen. Nun gut, wir machten also am Strand einige Aufnahmen und fuhren dann weiter. Ich wollte ursprünglich noch oben an der Steilküste anhalten, aber wir verpassten eine Abfahrt und fuhren dann weiter.

grünes Wasser

es hört sich sehr schön an, wenn das Wasser zurückfließt, wie ein wunderschönes Kieselkonzert

Noah und der Leuchtturm

und erstmals mit dabei: Lucky unsere Beaglehündin

ein Fischerboot kommt in den Hafen zurück

ein verwittertes Eisenteil am Utah Beach, Esra und Gunter besichtigten die Bunker

Napfschnecken
Das Wetter verschlechterte sich sehr. Es zog zu, fing an zu regnen und war sehr kalt, wir zogen lange Unterhosen an. Auch die Mützen packten wir aus und Handschuhe wären gar nicht schlecht gewesen. Wir fuhren lange und hörten Illuminati von Dan Brown. ich hatte den schon gelesen und stellte so die schlimmsten Stellen für die Kinder hinten aus. Das war mir für Amy etwas zu heftig. In der Normandie wollten wir uns auf dieser Reise nicht zu lange aufhalten, weil wir nur 12 Tage haben. So fuhren wir sehr lange. Lucky schlief die ganze Zeit, wir machten nur kurze Pausen. Liefen dann aber am Utah Beach sehr lange. Da liesen wir Lucky auch mal von der Leine. Diese blöde Hundedame nutze es aber sogleich um weit, sehr weit, wegzulaufen. Wie ärgerlich! Dann wältze sie sich, als sie sah, daß wir schauten. Es sah wirklich aus, als ärgere sie uns ganz bewußt! Schließlich war sie wieder an der Leine und kam auch nicht mehr weg! Die Kinder sammelten Muscheln, genossen das Meer, auch, wenn es regnete. Wir waren allein am rießigen Strand. Ich dachte an meinen Opa, der im Krieg gestorben war. Nein, er ist vermisst. Ich gedachte der vielen Soldaten, die hier umgekommen waren.
Auf dem Rückweg zum Wohnmobil fanden wir weiter hinten am Strand 8-10 tote Vögel, alle die gleiche Sorte (ich weiss aber nicht welche, sie sahen nicht mehr so toll aus). Wir beschlossen, die Muscheln dann doch liegen zu lassen. Die Kids hatten Verständniss. So waren wir schließlich naß und durchgefroren wieder am Mobil. Wir fuhren also noch weiter Richtung Barfleur, welches uns im letzten Jahr so gut gefallen hatte. In St Vaast gibt es einen Stellplatz und eine alte Fort zu besichtigen, aber der Stellplatz lag leider so schlecht, daß man immer fahren muß um etwas zu machen. Da machten wir uns auf nach Barfleur, denn da gibt es einen Strand, wo man schön abseits der Straße stehen kann. Drei Mobile waren schon da, wir stellten uns dazu und Lucky konnte nochmal ausgiebig laufen, an der Leine! Ich machte keine Fotos mehr, was war schon zu dunkel und auch viel zu grau und regnerisch! Erst gegen 22:00 Uhr waren wir fertig mit Essen und Abwasch, ich schrieb nichts mehr, sonder lud nur Bilder runter und schaute sie mir an.