12. April 2006, Barfleur nach St Jacut de la Mer, Bretagne

Es sah sehr trüb aus, vom Mobil aus, die Sonne kam trotzdem schwach scheinend über dem Meer hoch. Wie schön. Gunter und ich gingen mit Lucky zum Strand, die Kinder schliefen noch. Ich beschäftigte mich mit einer meiner Lieblingsbeschäftigungen: Makrofotografie. Die ist sehr anstrengend, weil ich ständig auf den Knien und Ellenbogen rumrutschte, das Stativ kam meist nicht tief genug nach unten. Da bekam ich immer nur den langweiligen Blick von oben herab. Auf dem Boden hat es aber große Nachteile: es ist sehr anstrengend für das arme Kreuz:-( Die Knie und Ellenbogen und noch mehr werden naß. Die Kamera liegt auf Wellenhöhe!! Gefährlich. Gunter half mir und warnte mich. So jung sind meine Knochen allerdings nicht mehr, daß ich dauernd schnell von Bodenlage hochspringen kann. Uff! Aber so nah am Wasser ist es am interessantesten, finde ich. Es bringe Lebendigkeit ins Bild, wenn Luftblasen zu sehen sind oder eine Welle sich vom Objekt wegbewegt. Oftmals nimmt die Welle mein Objekt der "Belichtungsbegierde" aber mit ins Meer zurück. Oder ein frecher Beagle beißt rein:-) Ich muß zuhause nachsehen, wie diese Tangblasen heißen, denn ich habe das Bestimmungsbuch vergessen, nur für die Muscheln habe ich ein Buch mit.

Tang

eine Knollenalge im frühen Morgenlicht - mit dem 100er Makro

Tang

Knollenalge mit dem Wasser in Anmarsch:-)

Napfschnecke

Napfschnecke

Nach dem ausgiebigen Frühstück liefen wir alle zusammen nach Barfleur. Der Rastplatz war nur 0,7 km entfernt, die Wanderung sehr einfach. Ich mag dieses Fischerdörfchen sehr gerne. Überall die Netze und Werkzeuge der Fischer am Straßenrand, die schöne Häuserzeile und die vielen bunten Boote. Die Sonne schien und alles erleuchtete in sehr kräftigen Farben. Ich stelle probeweise die Canon D5 mal auf Landschaften, die Bilder sind recht knallig. Da ich aber parallel jpg und Raw fotografiere habe ich noch alle Möglichkeiten. Wir verweilten mehrere Stunden und liefen meist am Strand wieder zurück zum Mobil.

Barfleur

Barfleur am Morgen

Barfleur

der Hafen von Barfleur

noch ein paar Boote

der kleine, eher unscheinbare Leuchtturm Barfleurs

Gatteville

der Leuchtturm von Gatteville und das Meer

Keiner hatte nun Lust, nochmal in den Leuchtturm von Gatteville zu gehen, ich wäre gerne die 365 Stufen hochgestiegen, denn das Meer war so schön blau, die Flut gerade recht hoch, die Sicht sehr weit. Ich nutzte die Sonne, um die neue Kamera weiterhin Langzeit zu testen. Diesmal mit dem Weitwinkel. Ich vermied bewußt die 17 mm Einstellung, die mir eh zu extrem ist für Landschaftsaufnahmen. Da ist mein Lielingsobjektiv das 24mm gewesen, als ich noch mit der Olympus photographiert habe. Wenn der Leuchtturm in der Ferne nicht genau mittig ist, kippt er auch bei 22mm Einstellung heftig. Auf die Schnelle habe ich es nicht gut entzerren können - habe unterwegs auch keine große Lust ewig am Computer zu hängen.

Am Leuchtturm weiter im Norden am Pointe de Levy hielten wir, machten aber keine Aufnahmen vom Leuchtturm, weil das Licht sehr langweilig war. Wir liefen entlang dem Wanderpfad, Esra ruhte sich aus, weil er Halsweh hatte. Nach einer Weile fanden wir einen schönen Strandabschnitt mit vielen schönen Steinen und ich setzte meine Langzeitstudie fort. Die Sonne wirkte super, die Felsen waren knallig bunt in dem Licht, das Graufilter machte das Wasser weich und die Bilder waren insgesamt knackscharf. Das Objektiv ist sehr gut geeignet für die Kamera. Aber das 28-75mm nicht. Ich habe mittlerweile die Befürchtung, daß das Tamron nicht dicht ist. Ja, "dicht". Ohne zwischenzeitliches Wechseln eines Objektiv sammelt sich immer mehr Dreck auf dem Sensor. Das kann nicht normal sein. Es ist extrem lästig!

Tang

hier seht ihr den Tang auf den Kieselsteinen

Wir fuhren dann in die Bretagne. Am Mont St Michel vorbei, den wir aufgrund der großen Menschenmassen diesmal ausliesen, nach St Jacut de la Mer. Wir wollten mal wieder Muscheln sammeln. Leider stieg die Flut schon wieder, viel war nicht vom großen Sandstrand zu sehen. Noah war wieder wild auf das Sammeln, noch hatten wir etwas Sonne. Aber leider hing, wie schon so oft, eine Wolkenwand am Himmel und wir verzichteten so auf das besten Abendlicht. Schade. Wir machten trotzdem noch Aufnahmen an den Felsen. Es wurde sehr kalt, der Wind ging sogar durch meinen winddichten Pullover. Brrr.

Amy

Amy mit Herzmuschel

Lang

Langzeit am späten Abend, ohne Graufilter aber mit Polfilter

Lang Pano

Pano zur Nacht

lang

Langzeit von Felsen, die Flut ging langsam zurück

Ich ging später nochmal alleine los, denn Gunter wollte Nudeln mit Haschee kochen und da wird es zu eng im Mobil. Die Kids waren müde und durchgefroren und den Hund wollte ich auch nicht mitnehmen, weil ich dann nicht fotografieren kann. Als ich zurückkam war Gunter ziemlich genervt, weil ihm eine Avocado direkt in die Soße gefallen war. Sie hatte eingeschlagen wie eine Granate und die Begeisterung auf Gunters Seite hielt sich sehr in Grenzen. Als die Kids ihn dann noch nach etwas fragten und nicht halfen, die Sauerein wegzuwischen, war er heftig frustiert. Nun, gegen 22:00 Uhr hatten wir alles wieder im Griff, die Kids und Hund schlafend im Bett und die Küche wieder halbwegs sauber!

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