11. April, von Lilia nach Lampaul-Plourazel

Das Wetter war bescheinden morgens, sehr trüb und langweilig. Bei genauerem Hinsehen hatte es aber trotzdem seine Qualitäten - es strahlte eine besondere Ruhe aus und eignete sich sehr gut für Portraits. Wir hatten uns für diesen Tag vorgenommen zum Leuchtturm zu fahren, Ira hatte am Tag zuvor im Hotel herausgefunden, daß das Boot spätestens um 10:00 Uhr fahren würde, am Souvenirladen stand an, Sonntag den 11.4. ginge es um 14:00 Uhr (was mir komisch vorkam, denn dann wäre Ebbe). Wir fanden jedenfalls keinen, waren aber auch eine Viertelstunde zu spät gewesen, da wir Ira nicht hatten erreichen können. So standen wir am Hafen herum, schauten auf die Boote, redeten mit den Kindern und Ira, Esra photographierte wieder viel. Noah nahm diesmal die Nikon mit und tat es ihm nach. Ständig betrachtete er die Welt nur noch durch den Bildschirm.

ruhiges Morgenboot

Boot im ruhigeren Hafenbecken (es gibt zwei in Lilia)

Amy

Amy beim Steinewerfen

Noah

Stuweliger Noah kurz vorm Steinewerfen

Esra

Esra mit seiner HP Digitalkamera (nein Ira's!)

Unser Wasservorrat im Mobil hatte drastisch abgenommen, so füllten wir in Lilia auf, entsorgten die Toilette und redeten mit Mobilisten aus Luxemburg. Ira bekam derweil eine SMS, die Probleme mit seinem Sohn ankündigten. So führte er den Tag über immer wieder Gespräche, bis Abends alles halbwegs geklärt war. Da das Wetter so trüb war, wollten wir eine nette Kirche besuchen, ich fand leider in unserem Chaos das Buch über die Calvarien nicht. So waren wir wenig informiert (wie immer auch leider zu spontan) und sahen uns eine neuere Kirche in Lesneven an. Der Gottestdienst war gerade zu Ende, als wir kamen, die Leute mit einem gerade getauften Baby waren noch alle in der feierlich geschmückten Kirche. So warteten wir erzählend, bis die Masse der Leute draußen war. Ich hatte gerade zwei Bilder belichtet, da wurden wir sehr freundlich hinausbefördert, denn das Gottesthaus wurde verschlossen. Zum Mittagessen machten wir ein ausgedehntes Picknick im Park an dem wir geparkt hatten. Wie schon seit zwei Tagen wurde dabei heftig philosophiert. Die Kinder besannen sich auf Ostern und versteckten mindestens eine Stunde lang die zwei Ostereier, die wir noch hatten, immer wieder in den gelben Blümchen unter den Bäumen.

Kirche

noahrama

ein Panorama aus Noah's Sicht - aufgenommen mit der Coolpix (Noah hatte mächtig Spaß, aber leider Probleme mit der Auslöseverzögerung!)

Das Wetter klarte tatsächlich auf, das hätten wir nicht erwartet. Es paßte uns trotzallem sehr gut in den Kram:-) An einem Strand mit Drachengleitern machten wir auch eine Drachensteigpause. Esra und Gunter fanden nun endlich heraus, daß unser Drache - den wir in Bodega Bay, Californien gekauft hatten, doch tatsächlich fliegen kann. Man muß in Bewegung bleiben und die Schnur ganz abwickeln. Esra hatte einen großen Spaß - bekam beim wilden Rennen patschnasse Turnschuhe. Am Schluß lief er barfuß. Ich erkundete mit Amy und Noah die Felsen, wir fanden im Tanggewirr keine schönen Tidepools und vor allem keine Seesterne. Und weiter ging es Potter hörend gen Westen.

Wattwurm

Wattwurm

Wattwurmkunst

In Portsall sah es schön aus, vor allem sah es nach Hotel aus und am Stadtrand gab es einen Womostellplatz. So hielten wir im Hafen, der voller bummelnder Ostertouristen- und wochenendler war, während Ira vergeblich versuchte ein Hotelzimmer zu finden. Ich stapfte im Hafen herum, die Bilder wirken jedoch nicht, ich war mental wohl etwas daneben? Aber: es sah schön aus. Amy spielte währenddessen Schach gegen sich selbst, was den Vorteil hat, daß sie dann gewinnt. Esra und Noah malten und hörten weiter Potter.

Hafen

ein Boote im Hafen, mit typischer Schräglage

boot

Bei Landunvez, einer unserer Lieblingsstrecken am Meer entlang, photographierten wir leider bei einem tiefen Wasserstand - hier war im letzten Jahr als wir vorbeikamen gerade die Flut im tosenden Gange, diesmal lagen große Felsenfelder trostlos umher. Ira fand das Ganze in Vergleich zum bisher Gesehenen niederdrückend und tot - und da sahen wir einen toten Delfin. Ich hatte einen fotografierenden Bretonen angesprochen, daher war ich überhaupt an diese Stelle gekommen. Komisch, ich habe bisher nie einen angeschwemmten Delfin gesehen und aus welchen Gründen auch immer, war mir schon vor Reisebeginn klar, daß ich diesmal einen sehen würde. Ich überlegte, ob ich Bilder machen sollte, tat es dann mit dem Tele. Die Zähne des verwesenden Tieres sahen interessant aus, das Abendlicht war weich. So nahm ich denn Zerfall auf, von welchem Ira die ganze Zeit redet. Interessant irgendwie. Ich stelle die Bilder auf eine extra Seite, falls doch jemand Anstoß nehmen würde, so kann derjenige selbst entscheiden, ob sie/er die Seite des toten Delfins anklickt. Hier sind die Bilder.

runde Felsen

runde Felsen im Gegenlicht

pano

Felsformationen als Langzeit im goldenen Abendlicht

bestes Licht

nur wenige Minuten Superlicht (unter mir lag der stinkende Delfin)

So fuhren wir, nachdem die Sonne mal wieder unspektakulär hinter den Wolken verschwunden war weiter nach Lampaul Plourazel. (Warum bekommen wir jeden Abend die schönste halbe Stunde nicht? Bisher war auch jeder Morgen vom Licht her langweilig. Schade!) In Lampaul-Plourazel stellten wir uns weit weg vom Haus mit dem bellenden Hund (siehe im Oktoberbericht!) und bereiteten ein aufgewärmtes Abendessen vor, während Ira ein Hotelzimmer suchte, was diesmal klappte. Erst um 22:00 Uhr gab es Essen. Dann laßen die Jungs noch bis 0:00 Uhr, und wir wollen morgen früh raus - vielleicht wird es ja mal was mit Insel? Wir wollen versuchen zur Ile de Ouessant zu kommen.

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