12. April - von Lampaul nach St Mathieu nach Camaret

der Tang am morgen

Lappentang im Sand

Ein Bild von Esra

Noah kugelt sich den Hang hinab

was für ein Spaß

Esra fliegt durch die Luft
Gunter war nicht so glücklich über die bevorstehende Schiffsreise - das Womo den ganzen Tag am Hafen stehen lassen ist sicher nicht ungefährlich. Zudem waren die Jungs müde, auch Amy holte den in den letzten Tagen versäumten Schlaf nach. UND noch ein wichtiger Grund: es würde Ebbe sein und das Licht mittags eher schlecht. So beschlossen wir die Schiffsreise doch nicht anzugehen und Ira nahm das auch nicht übel, denn auch er sagte, daß er keinen sehr großen Wert drauf legte. Der ganze Tag ohne Mittagspause um Wohnmobil wäre für die Kids wahrscheinlich zu anstrengend gewesen. So gingen wir an den Strand, Ira filmte uns wieder, die Wellen waren mäßig, der Tang wunderschön. Ich machte Aufnahmen mit dem 70-200mm Objektiv und stellte später fest, daß das keine gute Entscheidung war, denn die Bilder waren unscharf. Schade. Ich hätte das 100mm Makro meiner Mutter nehmen sollen, war leider zu faul für den Objektivwechsel. Ein paar wenige Langzeitaufnahmen machte ich bei niedriger Flut, die sahen dann doch besser aus, als ich es erwartet hatte.

Felsformationen in Lampaul Plourazel
Die Kinder fanden einen steile Stelle am Strand, an der Sand aufgetürmt war. Dort bauten sie zuerst Höhlen, dann vergruben die Dinoeier (Steineier), schließlich kugelten sie den Hang hinab und wurden durch und durch sandig glücklich. Ira, Gunter und ich hatten Gelegenheit viel zu erzählen, denn die Kids wollten nicht gestört werden. Gegen Mittag fuhren wir los, Ira trank noch einen Espresso, den er braucht um den Blutdruck auf Touren zu bringen, ich rief zu Hause an um zu hören, was es Neues gab. Dann wollten wir in St Renan einkaufen, die Geschäfte haben aber hier, wie auch in Deutschland, Ostermontag zu. Ein paar kleine Lädchen in St Conquet hatten jedoch geöffnet und da kaufte Ira Baguette und wir suchten einen schönen Platz mit Meerblick und Strandzugang zum Verweilen und Kochen. Die beiden Gourmetkochs machten sich ans Werk, ich ging mit den Kids an den Strand. Als es den dreien zu kalt wurde - sie waren barfuß ins Wasser gegangen - kletterten wir wieder zum Womo und schauten den geschäftigen Köchen zu. Nun - dem Chefkoch und seinem gelehrigen Gehilfen. Es roch lecker, Vorfreude baute sich auf. Ich blickte aufs Meer hinaus, wir hörten mit Ira's I-Pod Joni Mitchell, die Kinder ruhten sich aus und lasen. Das Essen war phantastisch (Ira, ich schreibe das nicht nur so! Es stimmt, da kommen auch die guten Restaurants nicht mit!) Wobei man noch bedenken muß, daß das Kochen im Mobil nicht gerade einfach ist. Da liegen Fühstücksbrettchen rum, die man anbrennen kann:-) das Essen war jedenfalls nicht angebrannt und die fehlenden Zitronen fielen mir nicht auf. Mit schweren Mägen fuhren wir zum Leuchtturm St Mathieu und dort wimmelte es nur so von Leuten. So haben wir ihn noch nie gesehen, bisher war es immer sehr einsam gewesen. Nur schade, daß heute keine großen Wellen rollten. Das gefällt mir so wunderbar, ich sehne mich danach ewig den Wellen zuzuschauen. Die Sonne schien - die hat nur früh morgens und abends ein kleines Problem. Wir waren bisher noch nie auf dem Leuchtturm, weil eben immer sehr wenige Leute da waren hatte der Leuchtturm bisher immer geschlossen. Nun war geöffnet und ich wollte natürlich hoch! Wir konnten Ira schließlich dazu überreden mitzukommen. Hoch oben war es toll! Ich mag den Blick und das Licht war schön weich. Die Kinder konnten leider nicht über das Geländer schauen, es gab nur ein abgerundetes Podest, auf welchesm sie nicht gut stehen konnten und aufpassen und photographieren war schwierig. Ich hätte gerne die Lampe gesehen, aber da durften wir nicht hin. Die junge Studentin, die oben den Touristen alles erklärte und aufpaßte, damit kein Quatsch gemacht wird, war sehr nett und sie sprach sehr gut Englisch. Ich hätte noch viele Fragen gehabt, wenn es nicht so wuselig gewesen wäre. Amy hatte sich heftig auf die Zunge gebissen, weil sie sich das Kinn auf dem Geländer aufgeschlagen hatte, das tat weh! Noah war auch etwas genervt, denn wir hatten den dreien ein Eis zum Nachttisch versprochen aber gegen alle Erwartungen gab es in der Nähe des Leuchtturms keins und die Kids taten sich schwer, sich auf die neue eislose Situation einzustellen.

Das Fischerboot mit Möwen

Glasscherbe

ein chaotischer Ira

nocheinmal das gleiche Bild von Ira - jedoch mit Unfeld:-) 9 Bilder wurden hier zusammengefügt

ein ruhiger Noah, der Probleme hatte, über den Rand zu schauen

das starke Nachtlicht

der Semaphor und die Klosterruine von oben herab

wieder unten - eine Langzeitbelichtung von 20 Sekunden

noch eine vom anderen Standort

ein Klosterruine-Leuchtturm-Panorama

Klostermauern
Ira war von dem Gedanken, zu den Schiffswracks in Camaret zu fahren, sehr angetan, so fuhren wir durch Brest geradewegs dahin. Der Verkehr war OK, es gab halt sehr viele Kreisel, aber wir packten es in 1,5 Stunden. Wir wußten: da gibt es Eis, ein Hotel und im Zerfall befindliche Photomotive. Die Planung war gut, denn das Licht war gerade richtig als wir ankamen. So zogen wir mit drei Stativen und drei Kids los um die Boote zu genießen. Im Hafen lagen auch zwei große Segelboote (eines davon die frühere Antarktica - jetzt Seamaster, ein ganz berühmtes Boot) nur leider war kein Wasser da. Es geht aber auch ohne. So filmte uns Ira in nun gewohnter Weise, während wir arbeiteten und die Kinder um uns herumwuselten. Ein freundlich lachender junger Mann war ganz erstaunt, daß die Kamera nicht auf die Boote sondern auf uns gerichtet war. Er und seine Frau strahlten viel Freude aus im Blick, die beiden waren mir sofort sympathisch. Ich hatte jedoch wenig Zeit für Erklärungen, denn das Licht würde nicht lange strahlen und ich hatte mir vorgenommen, diesmal den Leuchtturm auf der Hafenmole photographisch nicht auszulassen. Die Kinder hatten jetzt Lust mal eine Langzeitaufnahme zu probieren, so setzten sie sich 10 Sekunden ganz still in die Leuchtturmtür. Toll! Ich konnte mich jedoch nicht recht konzentrieren, weiss nicht warum. Es gab wahrscheinlich zu viel Ablenkung - Amy sammelte nun Glasscherben, die noch nicht vom Meer abgeschliffen waren und ich mußte sie davon überzeugen das nicht zu tun. Noah hampelte mit Esra rum, die beiden haben immer sehr bewegungsintensive Gesprächsthemen und zudem kletterten die beiden ständig auf den Mauern rum, mit offenen Schnürsenkeln. Ira bekommt dann auch immer die Krise. Ich wollte mich noch mit den beiden netten Deutschen unterhalten, aber das Licht nicht verpassen. Zum Glück war Thomas noch da, als das Licht uninteressant wurde, so konnten wir uns kennenlernen. Es stellte sich heraus, daß Thomas und Andrea in der Bretagne wohnten - sehr interessant! So gab es genügend Gespächsstoff, vor allem, wenn man noch das Hobby Photographie und die Liebe zum Meer teilt. Wir gingen schließlich gemeinsam in das Hotel, in dem die beiden und dann auch Ira wohnten, die Kinder bekamen endlich das versprochene Eis, wir tranken noch was und unterhielten uns. Ich hatte die Bretagne Photos, die ich im Womo hatte, geholt, so kann man besser zeigen, was wir an der Photographie so lieben. Thomas zeigte dem Wirt die Bilder und auch der war begeistert, ich schenkte ihm das von Camaret vom letzten Jahr zum Abschied, denn wir waren länger geblieben als die Bar eigentlich geöffnet gehabt hätte. Dann unterhielten wir uns noch eine ganze Weile am Wohnmobil, ich glaube Ira war müde, er hatte die letzte Nacht sehr schlecht geschlafen gehabt. So, und jetzt ist es schon nach 1:00 Uhr und der Rest der Reicherts schläft schon, da ich Kopfweh habe werde ich das nun auch tun.

der Hafen von Camaret - alte und neue Boote

das letzte Licht des Tages

Eisen und Holz

die Kinder schauen von der Mauer aus zu - ausnahmsweise mal in SW

10 Sekunden Stillsitzen - der grüne Leuchtturm von Camaret

nochmal - Phare mit Lampe und Meer
Hier noch ein tolles Bild von Thomas Beck - da rücken mir doch tatsächlich zwei Kameras auf die Pelle!
Die Sonne hinter dem Schiffswrack - einfach toll gemacht, Thomas! Vielen Dank!
Hier gibt es noch zwei Impressionen von Thomas! Vielen Dank für die Bilder!