3. April - von Dieppe nach Mont St Michel
Wir halten uns an bekannte Orte. Es ist schön, mal nicht ständig den Reiseführer zu befragen, sondern einfach so, fast ohne Karte, die schönsten Stellen anzufahren. Das Wetter ist nicht gut - um es freundlich auszudrücken. Es ist kalt und stürmisch und meistens naß - sturmbedingt von allen Seiten. Die feuchte Kälte dringt dann in den hintersten Knochen ein, brrr! Zudem bläßt der Sturm auch Sand und weitere unangenehme Dinge in die Augen und die wertvolle Kamera.
Es regnete den ganzen Morgen über. Ein Bäcker kam hupend auf den Stellplatz gefahren, so kamen wir ganz einfach an zwei frische Baguettes. Ich schaute mir die Angler an, die im Hafenbecken ihr Glück versuchen, schade, daß sie nichts fingen als ich da stand, ich hätte vielleicht was lernen können. Der kalte Wind trieb mich bald wieder rein. Erst als wir nach dem krümeligen Frühstück das Dumping besorgt hatten sah das Licht einigermaßen interessant aus - ich wartete zu lange, hätte vielleicht ein gutes Panorama machen können, denn wir sahen die Stadt und den Hafen im Vordergrund, da Flut war, gab es ein reges Treiben, die Brücken klappten hoch oder zur Seite, Schiffe und Autos fuhren überall. Wir fuhren wie gewohnt durch die Stadt um weiter Richtung Bretgane zu kommen - da! An unerwarteter Stelle ein Schild: keine Durchfahrt für Fahrzeuge über 2m! Zum Glück reagierte ich schnell. Da, wo wir sonst immer langefahren waren, paßten wir heute nicht mehr durch. Wir fuhren dann eine ganze Weile und hielten erst recht spät an um am uns schon bekannten Strand von Merville Muscheln zu sammeln und zu photographieren. Ich habe mir von meiner Mutter das 100mm Makro ausgeliehen und finde großen Gefallen daran. Leider waren der Sturm und das Wetter an sich nicht auf meiner Seite. Das Licht war mehr als Langweilig, der Sturm rüttelte an allem und jedem, wehte mir die Haare in die Augen. Trotzdem tat es sehr gut, den langen Strand entlangzulaufen, wenigstens etwas zu photographieren während die Kinder wie üblich den Strand erkundeten und dabei tolle Erfindungen besprachen. Muscheln sammelten wir nur wenige. Ich konzentrierte mich auf den Photoapparat in der Hand und das geht ohne sandige Hände viel besser. Danach gab es Mittagessen und da das Muschelaquarium, welches vor allem Noah und ich sehr gerne sehen würden, etwas abseits der Strecke liegt und es schon recht spät war, fuhren wir weiter Richtung Mt St Michel. Den erreichten wir gegen 18:00 Uhr. Wir bezahlten die 8 Euro Stellplatzgebühr, dann fuhren wir nocheinmal von der Halbinsel, denn wir dachten, daß vielleicht das Reptilarium noch aufhaben könnte. Das ist nur 1,5 km entfernt und da wir noch ohne auskühlenden Sturm aktiv sein wollten, gingen wir rein. Der Preis ist ziemlich hoch - wir zahlten 26 Euro! Das fanden wir zu teuer für das recht kleine Reptilarium, vor allem im Außenbereich war fast gar nichts zu sehen gewesen - den Tieren war sicher der kalte Wind eher unangenehm, was dazu führte, daß sie bewegunsglos verharrten - soweit wir überhaupt etwas sehen konntem. Und zusätzlich hatten wir nur noch ca. 40 Minuten Zeit. Den Kindern gefiel es sehr gut, ich mag Schlangen nicht so gern, nein - ich habe richtig Angst und bekomme eine Gänsehaut, wenn sie sich schlängeln - daher lenkte ich mich mit dem Photoapparat ab. Gunter genoß die Freudesrufe der Kinder. Dann fuhren wir im nächsten Regenschauer wieder auf den Stellplatz am Mt St Michel. Als der Regen augehört hatte, ging ich mit den Jungs nochmal los - wir dachten, wir kämen sowieso gleich zurück, weil es so kalt und windig war. Zwischen den Gassen war es aber sehr angenehm und gut auszuhalten, nicht stürmisch und auch von der Temperatur sehr angenehm. So erkundeten wir Gassen, die wir bisher nicht entdeckt hatten und hatten so spät abends unseren Spaß, vor allem, weil es keine Menschenmassen gab so wie das tagsüber der Fall ist. Ich hatte nur die Coolpix mit und machte Aufnahmen, obwohl die Belichtungszeiten dämmerungsbedingt sehr lang waren - ein Stativ hatte ich natürlich auch nicht mit. Müde von der frischen Luft, kamen wir zu den schachspielenden "Restreicherts" zurück. Sogleich übernahm Noah die Partie und es dauerte lange, bis ich endlich das Notebook auspacken und mich breit machen durfte. Jetzt schlafen die anderen fast alle und ich gehe auch nach hinten, denn irgendwann muß das Wetter ja mal besser werden und dann will ich fit sein.

typische Muschel für den Strand in Merville

eine Herzmuschel im Sand

ein startender Reiher in Merville

im Reptilarium


in den abendlichen Gassen von Mt St Michel
Dieser ruhige Abendspaziergang machte sehr viel Spaß. Wir sahen eine weiße Katze, die im Mülleimer nach Essbarem suchte. Plötzlich kam noch eine genauso weiße Katze und beim weiteren Gang durch die Gassen sahen wir noch zwei - alle schneeweiß. Da sage nochmal jemand, nachts sind alle Katzen grau:-) Die Bilder sind unscharf - ich verschone Euch!

die Jungs am Abend - im Hintergund -weit weg, die Wohnmobile