4. April - von Mont St Michel nach Erquy
Viel kann ich nun nicht mehr schreiben, denn es ist zu spät, ich bin hundemüde. Es ist schön jetzt nochmal die bekannten Orte anzufahren, man weiss, was einen erwartet, muß nicht so viel lesen und kann sich die Sachen ansehen, die bisher nie geklappt haben. Aber - der Reihe nach.

St Michel am Morgen - so schlafen Wohnmobilisten für 8 Euro:-)

Steine werfen - überall!!

ein Familienbild und keiner schaut - aber die Spiegelung fand ich toll

die Kids und die Spiegelung - hinten habe ich ein paar parkende Autos gegestempelt

im Reiseführer steht - "die Pyramide der Meere" - ich finde, das tifft es
Der Sturm hatte irgendwann in der Nacht aufgehört, ich habe es nicht mitbekommen, denn schlief anscheindend tief und fest. War wohl zu erschöpft. Kurz vor 8:00 Uhr wurde es so hell, daß ich hinter dem halboffenen Fenster munter wurde - das Licht war schön. Kurz vor Sonnenaufgang war ich dann schon draußen - nun, eigentlich kam die Wolke gerade rechtzeitig für mich hinter den Wolken hervor. Ich lief diesesmal rechts sehr weitläufig um den Mont herum, denn von dieser Seite mit der Merveille habe ich ihn noch nie mit Wasser aufnehmen können. Wir haben Glück, es ist Fluthöchststand und gegen 6:00 Uhr stand das Wasser an der obersten Grenze, überflutete sogar einige Parkplätze, was bei unseren bisherigen Besuchen noch nie vorgekommen war. Ah, Mt St Michel bei Vollmond:-) Dann machten wir uns erst mal fertig, frühstückten und beschlossen obwohl wir den Klosterberg sehr gut kennen, trotzdem nochmal hochzulaufen. Tatsächlich hatten wir am Abend zuvor für uns neue Gassen entdeckt, nun war es erheblich voller, wahrscheinlich, weil wir einen Sonntag hatten. Die Menschenmassen waren heftig - wir zogen schließlich von dannen. Die Jungs wollten unbedingt die engste Gasse erlaufen, die wir gestern abend gesehen hatten, da hatte ich schon meine Probleme und konnte mich noch irgendwie davor drücken, heute liesen die Beiden jedoch keine Ruhe. Wenn ich zwischen so engen Wänden durch muß habe ich die Angst, daß sie, wenn ich gerade mittendrin und weit vom rettenden, offenen Ende weg bin, daß sich die schweren Wände zusammenschieben könnten, (sie etwa wie das Eichhörnchen bei Ice Age, welches zwischen den Eisbergen eingeklemmt wird!) Amy schien genau diese Angst auch zu kennen, nur hatte sie dadurch eine Blockade und sie ging nicht mehr weiter. Die Jungs waren schon in der von Menschenmassen wimmelnden Gasse, Gunter und ich kamen nicht weiter. Meine Angst war auch da! Nur Amy rührte sich nicht. Wir schafften es schließlich, uns aus dem engen Schlitz zwischen den Häusern heauszuquälen, uff, die "weite - enge" Gasse hatte mich wieder. Übrigens war der leichte Wind zwar kühl, die sonntägliche Sonne jedoch sehr warm. Es tat gut!

Cancale

die Silhouette in der Ferne
Wir fuhren also weiter in die Bretagne. Hoch über Canale erhaschten wir einen Blick bis zum Mont St Michel und auf die wasserleere Bucht mit den Austernbänken. Diesmal verzichteten wir auf eine Stadttour, obwohl wir sicher einen besseren Eindruck von der Stadt bekommen hätten als im Spätherbst. (da hatten wir Sturm und Regen bei großer Kälte) Beim Pointe du Groin hätte ich gerne gehalten, das Meerwasser war wahnsinnig blau - aber es gab für uns keinen Parkplatz. Fast hätten wir uns sogar auf einer holprigen Zufahrt festgefahren.
Die Felsschnitzereien von Rotheneuf hatten wir bisher nicht ansehen können, weil es immer geschlossen war. Heute hatten wir Glück, wir waren sogar ganz alleine da, da die anderen Leute gegen 13:00 Uhr alle im Restaurant saßen:-) Die Figuren in den Felsen waren eine photographische Herausforderung, den Kinder gefiel das Ganze sehr, denn auch, wenn man schon eine Weile dasteht - man entdeckt immer neue Gesichter. Zudem klettern die Drei sehr gerne.



fast wie auf den Osterinseln:-)

und von der anderen Seite

dieses hier fanden die Kinder besonders interessant - vor allem wegen der Tatsache, daß ein Priester die Figuren geschaffen hat.
Dann nahmen wir es nocheinmal mit Dinard auf. Mehrere Versuche, von dort nach St Malo zu schauen, waren bisher gescheitert. Nur einmal erhaschten wir an einer roten Ampel die wunderbare Aussicht. Vielleicht lag auch das am Sonntag - die Stadt war leerer als sonst. Wir fanden eine kleine Ecke für's Mobil und warteten, bis ein Sonnenstrahl die alten Gemäuer streifte und jetzt haben wir ein schönes Photo:-)
Die Flut brauchte noch zwei Stunden, so fuhren wir nach St Jacut de la Mer, auf den sehr vollen Womostellplatz (der zudem zur Hälfte mit Autos zugeparkt war) und ich sammelte mit den Kids Muscheln und photographierte sie. Amy war etwas quengelig, daher war dieser Ausflug recht kurz. Später merkte ich,. daß ihr die hereinkommende Flut Angst macht. Das Erlebnis von vor 2 Jahren - wo wir beinahe von der Flut eingeschlossen worden wären, ist noch immer im Hinterkopf! Erstaunlich! Zum späten Mittagessen gab es Bean Burritos, welche wir genau an dieser Stelle schon sehr oft gegessen hatten. Muscheln hatten wir jedoch kaum gesammelt, denn die Flut kam zu schnell über das interessante Stück des Strandes und ich photographierte heute lieber.

eine geschliffene Auster

auf einer Miesmuschel sitzende Seepocken

eine stachelige Steinschnecke
Für Muschelsammler kann ich diesen Abschnitt der bretonischen Küste sehr empfehlen, denn die Vielfalt an Schnecken und Muscheln ist sehr groß.
Das Fort de la Latte hatten wir bisher noch nie näher angesehen. Dort angekommen stellten wir fest, daß es schon fast zu spät war. Wir wollten für die letzte halbe Stunde keine 16 Euro Eintritt zahlen und kletterten so in der Nähe herum. Nach einer etwas längeren, sehr anstrengenden Wandertour, fanden wir eine ideale Stelle. Wilde Wellen, rosa und graue Steine und eine gute Sicht zum Fort. Wir machten Aufnahmen, und mußten uns leider ein Stativ teilen, die Kinder erkletterten hohe Felsen und warfen Steine um große Platscher zu sehen.

Das Fort mit der wilden Küste
In weichen Abendlicht fuhren wir zum Cap Frehel. Auf jeder Reise hatten wir dieses Cap als sehr kalt in Erinnerung. So war es auch heute. Sehr kalt! Und stürmisch und das Licht war langweilig. Wahrscheinlich liegt es sehr oft im Dunst, denn vom Leuchtturm aus konnte man Sonne auf den anderen Küstenabschnitten liegen sehen. Den Leuchtturm hatten wir noch nicht abgelichtet, so holten wir das nach, hielten uns jedoch nicht zu lange im kalten Sturm auf. Nun fuhren wir entlang der wunderschönen Küste bis nach Erquy, wir verfuhren uns bei der Erkundung einer uns unbekannten Landzunge und fanden schließlich den uns gut bekannten, glücklicherweise wieder offenen Stellplatz in Erquy (2 Euro/ Nacht). Der Platz war schon recht voll, wir fanden jedoch noch ein Eckchen und gingen sofort zu Strand, denn es sah aus, als käme die Sonne nochmal raus. Das tat sie sogar, sehr abgeschwächt hinter den Wolken. Der Himmel sah sehr interessant aus, dunkle Wolken, aus denen der Regen herabfiel, ein helles Stück Himmel zwischen schweren Wolken und Horizont, welches sich immer roter färbte, dazu der Sturm und der sehr hohe Wasserstand. Auch, wenn man die Strände schon zu kennen denkt - sie sehen jedesmal ganz anders aus. Die Kinder warfen wieder Steine, wurden nochmal richtig dreckig. Das Abendessen hatten wir uns verdient. Esra und Amy spielten noch ein Kartenspiel, Noah las und ich kämpfte mit der Bilderfut. Heute war ein photoreicher Tag gewesen und ich habe viel im Raw Format aufgenommen, was abends dann noch länger dauert. Drum bin ich so müde! Ich denke, die viele frische Luft trägt auch dazu bei, denn es ist gerade mal 0:00 Uhr. Das bin ich ja gewöhnt:-) Jetzt mach ich aber den Kasten aus, denn alle anderen schlafen schon, samt Amy!

der Leuchtturm am Cap Frehel

mit ziehenden Wolken im Sturm - KALT wars

Sonnenuntergang in Erquy