7. April, von Ploumanach nach St Pol
Der Sturm war etwas besser in der Nacht und am morgen war es nur noch windig - der Wind ist allerdings sehr kalt, als käme er aus der Tiefkühltruhe. Irgendwann am späteren Vormittag schaffte es die Sonne, durch die Wolkendecke und wir dann aus den Betten. Ich hatte Nachts zu lange geschrieben, und mich dann beim Schlafen verspannt - vielleicht war es auch der kalte Sturm vom Tag zuvor und der schwere Rucksack auf den Schultern? Noch habe ich mich nicht an das Gewicht wegöhnt, denn zu Hause muß ich nicht so viel mitnehmen auf den kleineren Touren. Mir tat morgens jedenfalls alles weh. Nach dem Frühstück aus Schockocroissants fuhren wir zurück nach Ploumanach um den Zöllnerpfad in die andere Richtung zu laufen, denn da waren wir bisher noch nicht gewesen. Das Licht war schön, für Photos nicht ganz so gut geeignet, die Farben waren durch die Sonne recht kräftig, das Wasser auf dem Rückzug, aber noch nicht ganz weg, so konnte es noch blau erstrahlen. Wir photographierten das Schloss Costaeres, machten auch Langzeit um diese besondere Bildwirkung zu erhalten. Zumal die Wolken schön im Wind dahin zogen. Die Kinder warfen Steine und erfanden wieder neue Spiele. Wir liefen ein ganzes Stück entlang der Küste und dann wieder zurück. Den Leuchtturm hätten wir gerne heute nochmal gesehen, aber wir waren erschöpft, die Photoausrüstung samt Stativen im kalten Sturm zu schleppen ermüdet doch mehr als man annimmt. So wärmten wir uns im Womo auf. Die Infos zur Inseltour der Sept Iles fanden wir leider nicht und wir hätten so gerne eine solche Tour gemacht. Gunter war sich wegen des Wetters unsicher, denn in Norwegen hatten wir schon Probleme mit der Übelkeit gehabt, und da war es nicht stürmisch. Schade, ich hatte mir für diese Reise Inseln vorgenommen und jetzt verläßt uns bei diesem Wetter der Mut (?).

das Oratorium des hl. Guirec mit dem Schloss im Hintergrund

47 Sekunden belichtet, das Schloss Costaeres, in welchem Didi Hallerforden das Wohnrecht hat

Der Leuchtturm auf der Ile aux Moines (denke ich zumindest), aufgenommen mit dem 70-200mm und Langzeit
Wir fuhren nach Perros Guirec denn mein defekter Akku macht mich nervös. Ich brauche zwei, damit ich immer photobereit bin. Vor allem, da die richtig photogenen Momente sehr rar sind - da möchte man sich in solchen Momenten nicht durch fehlerhafte Technik ausbremsen lassen. In der Stadt hatten erstens alle Geschäfte geschlossen, weil Mittagszeit war, zudem gab es keine richtigen Photoläden, nur so kleine Entwicklungsdinger. So fuhren wir einen anderen Weg zurück und fanden ein großes Einkaufszentrum und siehe da: ein größerer Photoladen war auch da. Und mein Akku vorrätig - leider recht teuer (99 Euro): aber, ich habe einen! Zum Glück! Uff!
Die Kinder wollten wieder in das Gallische Dorf und da das Wetter noch sonnig war, fuhren wir hin. Leider war es diesmal sehr voll und man mußte überall anstehen. Der Wind war dann doch wieder viel kälter, als angenehm gewesen wäre, vor allem, wenn man warten muß. Mir war nach einer Weile sehr kalt. Die Kinder hatten viel Spaß, spielten trotzdem fast alles durch und verbrachten eine sehr lange Zeit im Labyrinth. Durchgefroren kehrten wir nach 3 Stunden mit ausgetobten, glücklichen Kindern zum Womo zurück.
das gallische Dorf, zusammengesetzt aus 5 Einzelbildern, seltsamerweise ist fast niemand zu sehen auf dem Photo?

Das Gallier und Römer Spiel - man muß die Römer in der letzten Reihe umwerfen aber die Gallier davor stehen lassen!

eine kleine Bootstour - das Lenken war gar nicht so einfach. Das Boot recht groß - es hat viel Spaß gemacht. Wenn es nach Esra gegangen wäre, wären wir noch stundenlang weitergerudert. (vielleicht wäre ein Kanukurs im Sommer im Norden eine gute Idee?!)
Wir fuhren schließlich weiter gen Westen, ließen unterwegs an dem weitläufigen Strand von Michel en Greve Drachen steigen, was nicht gut klappte, weil das Ding einfach zu billig ist oder wir uns nicht auskennen und erreichten recht spät und mit ziemlich leerem Tank St Pol. Ich wäre viel lieber nach Rosscoff gefahren, denn der Stellplatz ist ruhiger dort, hier hatten schon im Herbst Jugendliche randaliert und das scheinen sie auch heute zu tun. Ständig fahren Autos und Roller mit durchdrehenden Reifen in hoher Geschwindigkeit an und ab. Es stehen ein paar Mobile hier und nach einer Weile verließen wir den windgeschützten Platz um etwas vom jugendlichen Trubel wegzukommen. Dabei gibt es hier eigentlich gar nichts - ich weiss gar nicht, warum hier immer so ein Verkehr ist? Bin mal gespannt, ob wieder jemand hupend hier herumfährt. Wir hatten jedenfalls versucht zu angeln, ich hatte den Haken verloren und gerade vor einem Wolkenbruch hatten wir das Womo erreicht. Die Kinder erinnerten sich sofort an diesen Platz und wollten sogleich auf den Spielplatz, was dann wegen des Regens nicht funktionierte. So gab es wieder einen Malabend. Als der Regen etwas nachgelassen hat, die Sonne erschien sogar kurzzeitig, machte ich Photos von der tosenden Brandung, die Flut ist recht hoch, das Wasser schwappt an den Mauern über. Wir kennen St Pol nun schon recht gut und haben viele verschiedene Gesichter kennengelernt - das Wilde kennen wir bisher noch nicht. Als wir einmal hierher wollten war die Flut zwar am Höchsstand, aber das Wasser war damals ganz ruhig und dunkel gewesen, nicht so stürmisch, wild wie heute. Es ist nun kurz vor 12:00 Uhr, ich kann die Leute weiter vorne, wo wir zuerst standen johlen hören, wahrscheinlich werde ich nicht gut schlafen, denn ich passe in so Situationen immer auf, während Gunter schnarcht. Leider bräuchte ich meinen Schlaf jedoch sehr dringend, denn ich hatte den ganzen Tag Kopfweh und ich will morgen wieder fit sein.


Spaziergänger im Abendsturm

seitliches Naß