9. April, von Roscoff nach Brignogan
Am morgen machte ich das irische Ehepaar, welches gestern nach uns ankam, darauf aufmerksam, daß das Rücklicht nicht funktionierte und kam so ins Gespräch. Die beiden sind vor ca.2 Jahren nach Frankreich ausgewandert - vor allem wegen des schlechten Wetters in Irland. Wir unterhielten uns gut und etwas länger, tauschten Visitenkarten. Der Himmel war wolkenverhangen, aber die Sonne fand eine kleine Lücke und lies die Häuser und Boote Roscoffs erstrahlen. So lief ich mit der Kamera auf den Hügel zur Kirche und lichtete das Hafenstädchen mit dem Tele ab. So kommen die Häuser und die Kirche dichter zusammen. Ich mag dieses Städchen sehr gerne, Gunter findet die sehr engen Gassen jedoch bedrückend und so suchten wir einen Strand außerhalb dieser engen Stadt.

Ein Langzeitpanorama

der Leuchtturm in Roscoff
Um 14:00 Uhr waren wir mit Ira Marom verabredet. Es war schon recht spät, als wir aufbrachen. Der Hafen sah im mittlerweile strahlenden Sonnenschein wunderbar bunt aus. Ahh - eine Augenweide. Die Kinder zogen Gummistiefel an, denn das Wasser stand überall noch in den Senken. So fühlten sie sich richtig sicher, konnten ja durch die tiefsten Stellen durch - und wurden gerade deswegen klatschnaß! Wir mußten drei paar Hosen samt Unterhosen trocknen hinterher und die Stiefel sind so naß nicht mehr brauchbar. Mir gefällt es sehr, zwischen den, auf dem Trockenen liegenden Booten herumzulaufen. Dazu das Gekreisch der Möwen und der Geruch nach Meer! Wir waren alle glücklich - nur Gunter war abgelenkt, denn er lief mit Turnschuhen umher und mußte aufpassen, daß das Wasser nicht an die Socken kommt.
Dann wollten wir zum verabredeten Treffpunkt fahren und fanden in den engen Gassen nicht den rechten Weg. Schließlich waren wir trotzdem pünktlich, nur, wie ich vermutete, fand auch Ira erstmal den Weg durch das Labyrinth nicht. Er rief also per Handy an. (wir machen das Handy nur in solchen verabredeten Situtaionen an, denn ich möchte die Familie nicht durch die Strahlung belasten - zudem haben wir uns diese kurzen Auszeiten ja auch verdient:-) Wer was will, soll auf die mailbox sprechen, dann kann ich es abhören.
Wir fühlten uns also an unserem Lieblingsstrand schon sehr wohl. Mittlerweile gab es schöne, kleine Wölkchen am Himmel, das Meer strahlte tiefblau und mir geht es immer sehr gut, wenn ein Leuchtturm zu sehen ist, die Kinder und Gunter lieben die Strände mit dicken Felsen, denn die kann man erklettern, es gibt Tidepools in denen es Leben zu erforschen gibt und man kann die schönen Felsformationen auch gut ablichten. Für jeden etwas. Dieser geniale Strand bietet für mich sogar noch eine Vielzahl unterschiedlicher Muscheln und Schnecken, die im ganz besonders schönen, sehr grobkörnigen Sand liegen.
Nach einer Weile fand Ira zu uns - wieder liefen wir den Strand entlang, nur diesmal ins Gespräch vertieft. Wir haben Ira bisher erst einmal getroffen und müssen uns erst mal näher kennenlernen. Ich merkte gleich, daß die Kinder zwar sehr interessiert zuhörten, zwischenzeitlich immer mal wieder was zu entdecken hatten, aber auch ein wenig traurig waren, nicht unsere volle Aufmerksamkeit zu haben. Später stellten die Jungs jedoch fest, daß sie jemanden gefunden hatten, der ihr Arsenal an Witzen noch nicht kannte. So mußte Ira mindestens 40 Witze über sich ergehen lassen:-) Meist in Stereo - eine Seite Noah, eine Seite Esra.
Dann fuhr Gunter mit Ira los, denn Ira brauchte ein Hotelzimmer und wir mußten noch Brote samt Belag einkaufen. Auf diesem Weg reservierten die beiden einen Tisch in einem guten Restaurant. (Leider schon um 9:00 Uhr, was für die Kinder eher zu spät ist, aber die Sonne geht erst um 9.05 Uhr unter und das ist unsere wertvollste Photozeit.
Nach dem Einkauf, welchen ich zeitlich für Langzeitaufnahmen genutzt hatte, die Kinder hatten derweil wieder Tangboote fahren lassen, gingen wir gemeinsam mit Stativen und Ausrüstung los. Irgendwie kamen wir aus der Routine, denn es war viel zu früh für eine Phototour, Ira hatte sich entschieden, erst am 2. Tag zu filmen, so machten wir kaum Aufnahmen, liefen aber weit, die Kinder über die Felsen, wir über den Sand.
Dann stillten wir gemeinsam im Womo unseren ersten Hunger - das mobile Haus wird doch eng mit 6 Leuten - und gingen dann im Abendlicht die Sache ernsthafter an. Das Licht war recht gut, nicht dramatisch, aber die Sonne schien bis zum tatsächlichen Untergang. Auch Ira nahm nun die Filmkamera mit, anscheinend hatte ihn der erste Ausflug fimlmäßig motiviert. Der Sonnenuntergang, auf den ich wegen eines evtl. grünen Leuchtens besonders gespannt war, wurde von einem im Meer liegenden Felsen verdeckt, wir kamen schließlich eine halbe Stunde zu spät zum Essen.
Um 21:30 Uhr kamen wir also im feinen Restaurant an. Das sind wir nicht gewohnt, denn wir gehen fast nie Essen - es ist finaziell nicht machbar, wenn man so oft unterwegs ist wie wir. Aber es stört uns überhaupt nicht. Allerdings störte es uns nun nicht, mal eine ganz neue Bretagneerfahrung zu machen. Die Kinder waren erschöpft und absolut vorbildlich im Verhalten. Esra malte, Noah und Amy hörten zu. Sie aßen alle die Teller leer (nur Amy mochte den Fisch nicht) als Nachtisch gab es ein großes Eis. Das Essen war sehr gut, wir waren so richtig wohlig mit dicken Bäuchen erschöpft. Nur leider mußten wir nun, so müde mit aller Energie im Bauch statt im Kopf, noch einen geeigneten Platz suchen. Leider ist das in dieser Gegend nicht ganz einfach. Der Campingplatz sah sehr leer aus, wir glaubten nicht, daß er geöffnet war, schauten aber so spät nicht nach. Stellplätze gibt es leider in dieser Gegend nicht. Schließlich standen wir da, wo wir auch im Oktober schon übernachtet hatten. Zwei Leuchttürme strahlten an diesem Parkplatz um die Wette. Den Häusern versperrten wir nicht dem Seeblick, denn sie stehen erhöht und morgen werden wir um ca. 9:00 Uhr wieder weiterzeihen. Die Kids waren nun sehr müde, so bauten wir schnell die Betten um, ich lud nur die Bilder des Tages runter und schupps war es 1:00 Uhr nachts.
Ich schlief eher schlecht als recht durch die Nacht - es war ein aufregender Tag gewesen!

ein Fischer macht sich bereit zum Rausfahren

tagsüber waren noch Wolken da - daher eine Langzeitaufnahme mit dem 10 000 fach Filter - ausnahmsweise mal ohne Meereswasser

Ira - eine Langzeitaufnahme, 30 Sekunden lang belichtet, in den letzten 5 Sekunden lief Ira aus dem Bild heraus

Ira Marom - immer präsent!

Esra liebt die großen Felsen - er klettert sehr vorsichtig

Felsen im Abendlicht

ich muß immer wieder diesen Leuchtturm aufnehmen - bin gespannt ob Gunter überhaupt ein Photo gemacht hat?

ein Pano mit Gunter und Ira - so sah es dann in den nächsten Tagen öfters aus:-) Diese Langzeit konnte ich mir nicht verkneifen!

von Wasser umspülte Felsen im Sonneuntergang


zwei Sonnenuntergangsbilder! ich lauere auf einen weiteres grünes Leuchten (siehe Skandinavienbericht)