2.4. Présqu ile de Quiberon

Wir blieben heute etwas länger liegen, denn der mit Müll übersäte Strand war nicht so einladend. Wir hatten kein Brot mehr und führstückten daher Müsli. Und dann ging es weiter entlang der Küste. Am Pointe de Trevignon hielten wir und sahen uns den Hafen an. Die Sonne war herausgekommen und das Wasser strahlte blau, dazu die weissen Boote und die Felsen mit den gelben Flechten, sehr fotogen! Da im Hafen viele Möwen nach was Essbarem suchen, hatten wir auch die passende Geräuchkulisse. Das Meer rauschte hier nicht sonderlich laut, die Möwen reichten aus. Wir machten ein paar Fotos und die Kinder sammelten Muscheln und betrachteten Krebsteile und Anemonen. Müdegeklettert fuhren wir nach diesem kleinen Ausflug weiter in Richtung Pont-Aven.

Der Hafen von Trevignon mit unserem Wohnmobil

Der Hafen von Trevignon mit unserem Wohnmobil

In Pouldu machten wir zur Mittagszeit Pause und aßen die Nudeln von Gestern und ich eine grüne Gemüsesuppe. Nach dem Essen, jedoch vor dem Spülen, gingen wir entlang der Steilküste und erkletterten in gekonnter Akrobatik ein paar in hohen Felsen eingebettete Tidepools. Die Steine dort glitzerten golden und silbern und sahen auch dadurch hochinteressant aus, die Jungs fanden es besonders gut, wenn etwa 20cm lange Eidechsen sich darauf sonnten. Unsere laute dreier Sippe packe es jedoch nicht sie zu beobachten. Ein Ausruf: "DA ist eine" und schupp war sie weg! Einige größere Krebse huschten auch vor unseren Augen unter schützende Felsen, weckten jedoch die Abenteuer- und Entdeckerlust der Kinder vollends. Ich entdeckte grüne Anemonen in den Tidepools und einen Seestern, welche natürlich - auch auf Drängen der Kinder, fotografisch festgehalten werden mußten.

grüne Anemone (?)

grüne Anemone (?)

ein kleiner 4-armiger Seestern, unten im Bild einer der glitzernden Steine

ein kleiner 4-armiger Seestern, unten im Bild einer der glitzernden Steine

Wir fuhren an Quinberle vorbei und dann umgangen wir auf der Autobahn Lorient. Das war auch gut so, denn der Verkehr staute sich. Unterwegs kauften wir noch ein, etwas Brot und was für drauf. Gummistiefel für die Jungs - Noah hatte immer nasse Füße - seine Stiefel hatten Löcher! In der kleinen Bucht (Prerivere d' Etel) vor Quiberon wollten wir Strände ansehen, denn ich rechnete dort mit Muscheln. Da lag ich gar nicht falsch, denn es ist die Austerngegend. Strände gab es keine aber Austernzuchten und sehr enge Gassen.

Gegen Abend kamen wir dann in Richtung Quiberon. Ein Dolmen lag fast direkt auf dem Weg; deshalb und weil es mich sehr interessiert, sahen wir ihn uns an. Ich stellte mir den Dolmen in einem kleinen Wäldchen vor, vielleicht ein kleines Bächlein nebenan, an einer ruhigen Stelle jedenfalls. Der Dolmen de Crucuno liegt jedoch mitten im Dorf, direkt neben einem fast zerfallenen Haus, daneben stand ein Traktor der mindestens eine Viertelstunde lief. Man sollte halt nichts erwarten. Den Dolmen von Cairn de Barnénez hatte ich mir genauso vorgestellt, er war jedoch mit Steinen überhäuft gewesen -was das typische für Cairns ist. :-) Dieser hier nicht und man konnte reingehen, was die Kinder und ich auch taten. Wow, ich kann mir nicht vorstellen, wie man die Steine damals so legen konnte. Den Kindern konnte ich gut erklären, daß dies hier eine "heilige" Stätte ist, mich freut es immer sehr, wenn sie dann anmutig flüstern:-)

etwas vorsichtig gehe ich in den Dolmen hinein, wenn man bedenkt, welches Gewicht über einem lagert und wie lange es da schon liegt!

etwas vorsichtig gehe ich in den Dolmen hinein, wenn man bedenkt, welches Gewicht über einem lagert und wie lange es da schon liegt!

Danach ging es weiter zur Halbinsel von Quiberon entlang der Cote Sauvage. Der Verkehr nervte mich. So viele Autos, so viele Straßen. Ich glaube das erwähnte ich aber schon. Die Einsamkeit von Neuseeland und Kanada hängen uns noch immer nach. Die Küste wird sehr schön hier auf der westlichen Seite. Das Meer ist sehr wild, daher ja auch der Name: Cote Sauvage! Ich war so müde vom Fahren, daß ich nicht in der Lage war Fotos zu machen. Es sah einfach nicht gut aus im Sucher. Aber die Wellen gefielen mir schon sehr. So wild! Wow, fast wie der Pazifik:-) Auf dem Stellplatz, der eigentlich auch was kosten sollte, war kein Platz mehr, also gesellten wir uns auf einem Parkplatz zu zwei französischen Wohnmobilen. Mittlerweile sind wir zu 6., denke ich. Heute abend machten wir noch eine Fototour, auf die Kinder mußten wir wieder gut aufpassen, denn die Küste ist zwar nicht besonders steil aber dafür umso wilder. An einem kleinen Strand machten Gunter und ich schließlich Aufnahmen, diesmal ausnahmsweise ohne Graufilter, denn das Meer ist soooo wild, während die Kinder mit Treibholz bauten. Der Müll ist immer noch stark vertreten und es frustriert uns. Wenn man wie ich Muscheln sammelt, sieht man ihn auch leider umso deutlicher. Ein kleines Stück Abalone fand ich heute abend:-) So und jetzt die Bilder und dann ab ins Bett.

Ein Strand, vor dem die Leute Respekt haben! Schwimmen ist hier überall strikt verboten!! Ich käme auch nicht auf die Idee.

Ein Strand, vor dem die Leute Respekt haben! Schwimmen ist hier überall strikt verboten!! Ich käme auch nicht auf die Idee.

Wuuusch und knall

Wuuusch und knall

nach Sonnenuntergang, der Rückzug einer Welle

nach Sonnenuntergang, der Rückzug einer Welle

Heute haben wir wieder eine sehr laute Nacht vor uns. Die großen Wellen machen keine Pause, keine Nachtruhe, es knallt und kracht:-)