22.3. Normandie - Grandcamp-Maisy am Hafen

Wir fuhren den nächsten Strand an - Arromanches-les-bains - um ihn zu erkunden. Meine Haare waren noch ganz naß, weil sie zu lang sind und zu lange brauchen um zu trocknen. Daher zog ich Amy`s Mütze an und fühlte mich um Jahre verjüngt:-) Jedenfalls konnten wir gut die flachen Felsen und deren Lebewesen erforschen. Und den Fischern zusehen, wie sie mit dem Traktor das Boot ins Meer setzten und zum Fischen rausfuhren und wieder zurückkamen. Außerdem gab es oben über dem Meer einen Spielplatz, auf dem die Kinder wild tobten. Und einen einzigen Stand, an dem Fische verkauft wurden - Noah war ganz begeistert von dem Hai, der dort verkauft wurde - ich weiss aber leider auch nicht, was es genau für ein Tier war!

auf dem flachen Teil des Strandes

auf dem flachen Teil des Strandes

Die Pont de Normandie - kostete uns 8 Euro!

Die Pont de Normandie - kostete uns 8 Euro!

Wir wollten recht schnell in einsamere Gebiete kommen und umfuhren daher Le Havre auf der Autobahn. Jedoch scheiterten wir dann bei der Suche nach einem weiteren schönen Strand. Es gab viele kleine Dörfer, auch ein paar Fiathändler ohne unser Scheibenwischerersatzteil. Irgendwo kauften wir Baguette und Croissantes. Dann standen wir hoch über dem Meer, an einem Denkmal des 2. Weltkriegs - Les Chaos. Ich wollte eigentlich kein Kriegsdenkmal sehen. Mir wird ganz elend, wenn ich an die vielen Soldaten denke, die so elend und unnütz sterben mußten (unter ihnen auch mein Großvater!). Eine ca. 30 minütige Wanderung brachte uns ans Meer, das zwar noch ziemlich braun aussah (schon wieder ein Vergleich mit dem ach so blauen Pazifik!) aber viele, viele Steine zum Werfen bereit liegen hatte. Das taten wir dann ausgiebig, um dann den etwas anstrengenderen Weg nach oben so richtig ausgetobt wieder angehen zu können. Die Kinder werden heftig hungrig durch solche Touren - ich glaube nicht, daß unsere Vorräte lange aushalten werden:-)

eins, zwei, drei und noch ein Stein

eins, zwei, drei und noch ein Stein

Und weiter geht`s auf Strandsuche - wir sind richtig ausgehungert, was das Meer anbetrifft. Möchten sonst nichts sehen - keine Kultur, keine Kriegsdenkmäler! Kulturbanaussen! Beim nächsten Strand - Omaha Beach - holt uns die Geschichte wieder ein. Dort landeten am D-Day die Amerikaner und liefterten sich lange Schlachten mit den Deutschen. Und das an einem so wunderschönen langen Strand. Die Kinder und ich rannten wie wild in den Sand. Leider hatten sie Leute barfuß laufen sehen und es ihnen nachgetan - Amy wollte sogar splitternackt hinterher:-) Und nach kuzer Zeit waren die Füße so kalt, daß wir wieder zurückgingen. Gunter hatte zwischenzeitlich Bean Burritos zubereitet und es duftete schon lecker. Zum Glück haben wir eine Außendusche, der Sand war schnell mit warmem Wasser abgesült und die nun sauberen Kinder ins Wohnmobil getragen. Sehr praktisch so was! Ich erkundete den Strand noch ein paar Minuten allein und fand zwei schöne noch gefüllte Scallops (hier Jakobsmuschel - uns gefällt das Neuseeländische Scallop aber besser und Esra hat beschlossen, daß wir dabei bleiben). Eine fotografierte ich, die andere - schon tot nahm ich als Andenken mit.

das ist der Muskel, der die Muschel geschlossen hält

das ist der Muskel, der die Muschel geschlossen hält

Noah`s Zehen

Noah`s Zehen

Unser Klo war voll, die Campingplätze alle noch geschlossen, keine Entsorgungsstation weit und breit! Was tun? Für diese Gegend, die eigentlich noch nicht zu unserem Reiseziel gehörte, hatten wir auch keinen Reiseführer. Durch Zufall fanden wir dann einen sehr schönen Stellplatz direkt am Hafen und kostenlos, jedoch auch ohne sanitären Anlagen. Wir spülten also nur sehr spärlich mit Wasser nach. Aber am Morgen leuchtete die Lampe! NICHT MEHR PINKELN! Mach das mal den Kindern klar - das geht nicht! Noah hatte sowieso schon zweimal die Hosen gewässert. Er findet alles viel zu interessant um so was langweiliges wie pinkeln zu machen. Und irgendwann läuft es dann einfach. Meist kurz vorm Klo, auch auf den Teppich und in die Schuhe. Wir riechen schon wie ein Bahnhofsklo. So viele Hosen habe ich auch nicht eingepackt, wir sind ja nur 2 Wochen unterwegs! Und auf geschlossenen Campingplätzen wäscht es sich nicht gut. Unser Mobil braucht noch einen Namen, im moment wäre Pipimobil passend, aber ob wir das wirklich hinten dran schreiben sollen?:-)

Den Kindern hatten wir ein paar DVD`s mitgenommen und sie wollten unbedingt einen Film ansehen. Als wir das Notebook einstecken wollten, in die 12 Volt Steckdose, ging erstmal nichts, denn der Stecker fiel immer wieder raus. Der Akku war schon leer und diese Steckdose brauchten wir unbedingt, denn sonst nützt uns die Solaranlage ja gar nichts, wenn wir den schönen Sonnenstrom nicht abzapfen können. Mit der Taschenlampe beleuchtet sahen wir das Übel: die Anschlußdrähte waren total verbogen. Gunter versuchte es zu richten und mit dem nächsten Versuch war die Sicherung raus! MIST! Sicherungen hatten wir sicherheitshalber gekauft. Aber erstmal mußten wir zur Anleitung greifen, damit wir auch fanden, wo man sie wechselt. Mit einer neuen Sicherung starteten wir den nächsten Versuch: Klick und raus war die neue Sicherung. Nochmal MIST! Irgendwie klappte es dann mit der letzten Sicherung. Und die Kinder konnten den Film anschauen und ich beruhigt schlafen. Mein Notebook ist mir wichtig - für Bilder und Reisebericht. Außerdem scheint an dieser Sicherung auch das Heizungspanel zu sitzen und ohne Pumpe ist`s zu kalt.

Jedenfalls war der Stellplatz am Hafen sehr schön. Es standen noch 2 weitere Wohnmobile da und das beruhigt mich immer etwas. An das "wilde" Campen muß ich mich erst gewöhnen. Nach hinten raus hatte ich eine schöne Sicht auf das ruhige Wasser des Hafens mit den vielen kleinen Motor- und Segelbooten. Nach vorne sah man den Atlantik und man konnte die Wellen hören. Leider randalierten nachts irgendwann ein paar Jugendliche und gegen 5 Uhr kamen ein paar Fischer, die mit den Booten rausfuhren. Um 6:00 Uhr war ich wach, aber es war kalt draußen und im Bett schön kuschelig. Der Morgen war sehr klar, doch als wir dann um 8:00 Uhr aus den Federn krochen sahen wir den Hafen nicht mehr - alles war im tiefen Nebel verschwunden. Und das ist der Grund, warum ihr hier nun kein Bild vom schönen Stellplatz seht!