24.3. Sonntag - weiter entlang der Küste - nun Bretagne

Den Morgen begannen wir mit einem Menhir. Einem sehr schönen und sehr großen. Im Reiseführer stand, daß die Kinder des Autors wie wild um den Menhir herumgerannt waren und obwohl unsere das Buch nicht gelesen hatten, taten sie genau das. Wie wild immer im Kreis herum. Wir machten ein paar Fotos und dann uns auf den Weg.

Menhir

Da es Sonntag war, waren viele Leute an den Stränden unterwegs. Wir befanden uns leider gerade im touristischen Gebiet. Wir sahen ganz erstaunt und irgendwie ziemlich unerwartet den Pointe du Grouin und waren begeistert. Diese Bilder kennt man ja - so ganz typische Bretagne Bilder. So eine tolle Küste, aber ziemlich überfüllt. Und dummerweise waren wir zur unfotogensten Zeit, nämlich mittags - da. Um zu bleiben und zu übernachten war es uns noch zu früh, also fuhren wir eine ganze Weile durch die engen Gassen der kleinen Dörfer.

ziemlich hoch über dem Meer - die Kinder durften keinen Quatsch mache

ziemlich hoch über dem Meer - die Kinder durften keinen Quatsch machen

die Kinder schießen Weltraumraketen ab :-)

die Kinder schießen Weltraumraketen ab :-)

Zwischen den Dörfern gab es eigentlich keine Unterbrechung. Dann landeten wir noch im Verkehr von St. Malo, welches wir eigentlich ansehen wollten. Da wir aber den einen Parkplatz für Wohnmobile verpassten fuhren wir weiter und verzichteten auf die Stadtbesichtigung. Ich hatte einen ziemlichen Tiefpunkt. Schlecht, wenn man sich alles ganz anders vorstellt. Jedenfalls hielten wir an einer kleinen Halbinsel - Pointe du Chevet an einem Wohnmobilparkplatz. Dort machten wir Burritos und die Kinder spielten derweil mit französischen Kindern. Amy kennt da nichts. Ich hätte mich gerne auch mal unterhalten - aber das Französisch! Schade, sonst lernen wir immer Land und Leute kennen. Hier leider mehr Land, weniger Leute. Bisher sind die Franzosen aber sehr nett. Im Elsaß habe ich da ganz andere Erfahrungen gemacht - solche, die mich nicht bestärkten auch nur noch ein Wort Französisch zu lernen. :-( Die Bretonen sind aber auch was anderes. Das ist sehr erfreulich. Ich ging mit den Kindern zur Bucht. 2 Minuten schaute ich nach Muscheln und schon war Amy weggerannt - den kleinen Trampelpfad steil nach oben ohne Geländer ca. 30 m über dem Strand, ziemlich gefährlich für eine sehr weitsichtige 3-jährige. Ich hechtete hinterher und war oben angekommen ziemlich fertig. Als ich nach unten blickte, Amy sicher an der Hand, sah ich Noah ziemlich mutig im Meer stehen. Es ist doch schwierig allein einen Blick auf drei Kinder zu haben.

Die Wellen und die wunderschönen Muscheln steigerten meine Laune enorm. Eine volle Tüte, leider ziemlich sandige, nasse Muscheln schleppten wir zum Wohnmobil. Erstmals muß ich zu Gunters Unmut überhaupt nicht auf's Gewicht achten und ich muß die zerbrechlichen Teile nicht in Koffer verpacken:-))))) Wir wollen für Jeden Muscheln mitnehmen - ganz besonders auch für Michael und Nicole. Im Mont St Michel haben wir solche Schmuckkästchen gesehen - ganz mit Muscheln verziert und dafür sammelten wir auch mal eine große Menge kleine Muscheln.

Service fürs Wohmobil

Dieser Wohnmobilpark- und Stellplatz hatte eine Ent- und Versorgungsstation. Wir brauchten Frischwasser, liesen das Abwasser ab und leerten das Klo, welches durch den fehlenden Schraubverschluss heftig muffelte. Pipimobil kommt wohl doch hin! Wir hatten zwei verschiedene Anschlüsse am Wasserschlauch, aber keiner paßte und so hielt Gunter den Schlauch einfach fest an den Hahn - na, ja einfach war`s nicht. Für 2 € konnte man etwa 10 Minuten oder etwa 100l Wasser tanken. Gunter hatte seeeehr kalte Finger hinterher. Wie das Ganze allerdings mit dem Strom funktionieren soll haben wir nicht recht verstanden, denn 10 Minuten Stromanschluss bringt ja nicht so viel und es kann ja nicht jeder 5 Stunden an dieser Zapfsäule stehen bleiben. Dann fuhren wir zum Cap Frehel, nur um uns dort ohne schöne Felsküste zum Fotografieren den Hintern abzufrieren. Brrr, da war`s kalt.

Gunter arbeitet am Abgrund - das war mir mit den Kindern zu gefährlich (es ging ca 80 m tief direkt ins Meer)

Gunter arbeitet am Abgrund - das war mir mit den Kindern zu gefährlich (es ging ca 80 m tief direkt ins Meer)

Die Campingplätze in den Dörfern waren alle geschlossen. Also suchten wir einen Stellplatz der sich für die Nacht eignete. Auf einem asphaltierten Platz stand das Verbot für Wohnmobile von 22:00 - 9:00 Uhr zu parken. Also fuhren wir die schöne Strecke entlang der Küste wieder zurück, dort stand auf einem kleine Platz an einer kleinen Bucht ein deutsches Mobil und wir gesellten uns dazu. Um nochmal zu fotografieren machten wir uns alle Strandsicher und ab gings.

ein einsamer Felsbrocken am einsamen Strand

ein einsamer Felsbrocken am einsamen Strand

es wird Nacht, das Licht immer blauer

es wird Nacht, das Licht immer blauer

von Meereswellen umspülte Felsen

von Meereswellen umspülte Felsen

Wir fotografierten etwa eine Stunde lang, während die Kinder im Sand spielten. Doch dann wurde es uns allen zu kalt und auch zu dunkel und wir kletterten die steile Küste wieder nach oben. Oben angekommen sahen wir, daß sich noch ein Wohnmobil dazugestellt hatte - auch Deutsche mit denen ich mich sogleich unterhielt. Während wir noch dastanden kam ein weiterer Wagen, mit einem ziemlich aufgeregten jungen deutschen Paar, denen kurz zuvor nur wenige Meter von hier das Auto aufgebrochen worden war. Die beiden kommen übrigens aus Mainz und verbrachten die Nacht direkt neben uns. Ihnen wurden die Fotoapparate und der Kulturbeutel (!) geklaut. Kein schöner Anfang für den Urlaub. Die beiden anderen Nachbarn aus Essen erzählten dann noch Geschichten von Überfällen mit KO Gas, welche mich nicht aufmunterten. Vor sowas habe ich richtige Angst, denn man kann schlecht etwas dagegen tun. Ich verbrachte eine nicht ganz so sorglose ruhige Nacht.