26.3. Cote de Granite Rose, Kermagen zum Pointe du Chateau

Noch vor dem Frühstück und dem Haarewaschen, was ich sonst nicht mache, da ich nach der Nacht unmöglich aussehe, ging ich mit den Kindern an den Strand, der heute früh ganz anders aussah als gestern abend. Nämlich viel wasserleerer, es war Ebbe. Damit ich mich nicht allzusehr schämte zog ich mir ein Piratentuch über den Kopf - vielleicht sollte Gunter mich so mal aufnehmen. Es tat jedenfalls sehr gut, vor dem Frühstück schon mal Meerluft zu schnuppern und im Watt herumzustapfen. Esra wollte mal wieder eine ganze Menge wissen - wieviele Wattwurmkacker (siehe Bild) - gibt es auf der ganzen Welt? Wieviele Liter Wasser hat das Meer?

Ein Wattwurmkacker

Ein Wattwurmkacker

Dann Weissbrot knabbern mit traumhafter Aussicht. Gunter hatte zwischenzeitlich in aller Ruhe das Mobil etwas wohnlicher gestaltet.

unser Zimmer mit Aussicht :-)

unser Zimmer mit Aussicht :-)

Wir fuhren heute nur von Kermagen zum Pointe du Chateau. Das dauerte nur ca. 30 Minuten:-)) Und dort erblickten wir einen mit Felsen und Steinen verzierten Strand immer noch mit Ebbe, den wir fast 2 Stunden lang erwanderten und erkletterten (die Jungs waren am letzten Wochenende vor der Reise mit dem Turnkurs in einer Kletterhalle klettern und versuchten das nun auch hier - nur ohne das Seil zur Absicherung - ich hielt mehrfach die Luft an, was glücklicherweise keiner merkte). Das ist ziemlich anstrengend, denn die Felsen liegen nicht gerade aufgeräumt herum. Außerdem gibt es einige Stellen mit heftig viel Seetang, der besonders glitschig ist. Zu allem Uuml;berfluß fanden wir noch eine Sandbank mit kleinen wunderschön glitzernden winzig kleinen Muscheln (wir wollen ein Muschelschautzkästchen basteln!) und damit kann man sich dann recht lange verdulden und rauhe, sandige, eiskalte Hände bekommen.

Unser Wohnmobil mit Flair

Unser Wohnmobil hat Flair :-)

Unsere Mainzer Nachbarn von vor 2 Nächten waren auch da und wir unterhielten uns eine Weile. Die beiden brachten uns auch auf die Idee, mal nach diesem berühmten Haus zwischen den Felsen zu sehen, das soll nämlich ganz in der Nähe sein. War es auch, nur ein paar hundert Meter weiter Richtung Westen. Ein sehr touristischer Punkt, wie wir sie meiden wollten und die uns dann doch dauernd anziehen:-) Das kleine Häuschen sieht ausergewöhnlich interessant aus, deshalb lichtet es auch jeder ab und wir dachten, es gibt schon so perfekte Bilder, da brauchen wir keine mehr machen. Aber man kann es ja doch nicht lassen, vielleicht machen wir ja doch wieder ganz andere Aufnahmen. Also machten wir Langzeitaufnahmen bei Tage und die Bilder wirken gar nicht mal übel.

Haus zwischen den Felsen

Hier, weil das Licht eigentlich langweilig war, eine Langzeitaufnahme mit "wedelndem" Gras

Ginster-Haus

Ja, das meist fotografierte Haus hat trotz allem Widerstand, den wir entgegensetzen wollten, auch uns in den Bann gezogen. Im Vordergrund den für diese Gegend sehr typischen Ginster, auch mit 1000fach Graufilter, damit das Licht weicher wird und der Ginster verwischt.

Die Küste direkt daneben ist genau nach unserem Geschmacke, mit Felsen und Wellen und allem was dazu gehört für schöne Langzeitaufnahmen - ja, ich weiss, das ist UNSER ABSOLUTER TICK:-) Man wird süchtig danach. Hier ein paar Bilder, damit vielleicht ein paar Leute verstehen, warum wir soviel Mühe auf uns nehmen und ständig Filter schrauben, Belichtunsgzeiten messen und Minutenlang belichten. Die Kinder sagten heute abend beim Anschauen - wie gemalt und genau das ist unsere Intention. Mit Licht malen!!!

Diese wunderschöne Cot de Granite Rose

Diese wunderschöne Cot de Granite Rose

Bei Flut sind die Wellen schön wild und hoch - nochmal eine Aufnahme mit dem 1000fach Graufilter

Bei Flut sind die Wellen schön wild und hoch - nochmal eine Aufnahme mit dem 1000fach Graufilter

Es war übrigens ziemlich kalt, und ich holte mir trotzdem einen Sonnenbrand im Gesicht - sonst schaute nichts raus:-) Gegen Abend waren wir nocheinmal an diesem genialen Aussichtspunkt - le Grouffre - aber es war so windig, daß die Kinder nach einer halben Stunde ins Wohnmobil zurückwollten. Also fotografierte zuerst Gunter, aber leider hektisch, weil er wußte, daß ich warte, dann ich auch hektisch, weil ich den Film am besten Platz bei bestem Licht wechseln wollte und die Rückwand zugeflogen war und sich nicht mehr öffnen lies. Ich stand also mit der Kamera in der einen und dem Film in der anderen Hand und war sauer! So ein blödes Ding, läßt sich nicht öffnen. Mit meiner Olympus wäre soetwas nicht passiert. Also machte ich mit den letzten Batteriestrom Coolpixaufnahmen, leider nicht mit Tele, was ich gebraucht hätte, denn dazu eignet sie sich nicht. Ach, wie frustig, da strahlt der Himmel im schönsten Rosa und ich krieg den Film nicht rein. :-( Gunter meint, daß könne ab und zu passieren. Ich versteh' es nicht!

Haus zwischen den Felsen

Kurz nach Sonnenuntergang

Wir waren den ganzen Tag draußen und sind heute abend heftig sandig, müde und vom Winde verweht. Wir schauten Dick und Doof als DVD an und stehen ausnahmsweise auf einem Campingplatz, der leider keine Waschmaschine hat, wir bräuchten dringend eine, denn Noah's Hosen trocknen nicht und wenn dann wären sie immer noch sehr muffelig, weil nur im Meer gewaschen. Wir können sie schlecht während der Fahrt ans Wohnmobil hängen:-) Ich habe Andi, meinen Bruder, angerufen, denn ursprünglich wollte er ja mit dabei sein - es geht ihm besser, aber eine Zugfahrt würde 15 Stunden dauern und er müßte 7 mal umsteigen. Er wird morgen nochmal anrufen und evtl nach Paris fliegen und dann mit dem Zug nach Brest fahren, wo wir ihn am Bahnhof anholen. Wir würden uns sehr freuen, wenn er noch käme!!