27.3. Cot de Granite Rose

Der Morgen begann mit Arbeit. Es war mal wieder "dumping", Versorgung und Entsorgung angesagt. Unsere rote Kloleuchte brannte, das Wasser war zur Hälfte leer, die Muscheln mupfelten und wir befanden uns sowieso gerade auf einem Campingplatz. Also war es besonders einfach. Unsere Wäsche ist jedoch leider immer noch schmutzig, denn es gab zwar eine Waschmaschine aber keinen Trockner.

So sieht es bei Ebbe aus

So sieht es bei Ebbe aus

Wir fuhren weiter entlang der Küste nach Westen, das schönste Stück für Fotografen sollte uns bevorstehen. An einem kleine Hafen hielt ich an und sah mir die Boote, die bei Ebbe auf dem Boden liegen, an, dabei entdeckte ich, daß wohl ein Restaurante Scallops (Jakobsmuscheln) in den Hafen gekippt haben muß! Also nahm ich mir einen Eimer und kletterte schnell alleine in das Hafenbecken - war ziemlich tief. Der Eimer war voll, mit wunderschönen Muscheln, ich hätte noch einen füllen können. Vielleicht können wir damit ja unsere Terasse verzieren. Als begeisterte Muschelsammlerin konnte ich nicht widerstehen. :-) Schade, daß ich keinen größeren Eimer hatte.

Scallops - da konnte ich nicht widerstehen :-)

da konnte ich nicht widerstehen :-)

Der nette Wohnmobilist, den ich am Mont St Michel getroffen hatte, hatte gesagt, daß dieser Teil sehr wohnmobilunfreundlich sei. Ich bin davon ausgegangen, daß es keine Campingplätze gibt - aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt Plätze in großer Anzahl, und dort sollten die Wohnmobile auch stehen, Betonung auf STEHEN, denn hier kommt man an die interessantesten, fotogensten Stellen mit dem Wohnmobil nicht dran. Diese Plätze sind in den Orten und es gibt einfach keine Parkplätze für uns! Das war sehr frustrierend! Andi rief an und sagte, daß es ihm zu anstrengend sei, mit dem Zug zu fahren und die Flüge wären auch nicht so toll! Schade! Ich merkte, daß unser Telefon wohl so eingestellt ist, daß man immer nur 4 Minuten telefonieren kann! Etwas komisch die Sache.

Wohnmobile unerwünscht?!

Wohnmobile unerwünscht?!

ein Panorama aus 11 Bildern (Klicken für großes Bild)

ein Panorama aus 11 Bildern - wir waren ungefähr auf Höhe des Bootes als die Flut kam, das Bild wurde 30 Minuten später aufgenommen

Eine berühmte Stelle, hier mit Noah und Amy

Eine berühmte Stelle, hier mit Noah und Amy

hier mit dem Wohnmobil in der Ferne das Schloß <b>Costaneres in Ploumanach</b>

hier mit dem Wohnmobil in der Ferne das Schloß Costaneres in Ploumanach

Einen Wegweiser zum Strand mit dem berühmten Schloss gab es und dort fuhren wir hin. Dieser Teil der Küste ist übrigens sehr bevölkert und daher sind die schönsten Sträne innerhalb der Ortschaften und für uns sehr schwer erreichbar. Es gibt Verbotsschilder, normalerweise mit der Bemerkung Verboten für Wohnmobile von 22:00 - 9:00 Uhr, hier jedoch OHNE diesen Zusatz. Da der Parkplatz jedoch ganz leer war, widersetzten wir uns und gingen an den Strand. Die Flut kam herein und ich stellte meine Bedenken an. Gunter meinte, wir hätten noch eine Stunde und marschierte mit den Kindern vorran. Ich natürlich hinterher. Bei einem einzigen Bild jedoch wurden meine Füße von den herannahenden Wellen vom Wasser umspült, es ging sogar schneller, als ich dachte. Ich rannte vor, um die anderen zu holen. Gunter wollte sein Bild noch machen, ganz cool! Schließlich begaben wir uns auf den Rückzug, das Meer auf den Vormarsch. Es wurde seeeehr knapp! In dem Becken gab es zwei Stellen, an denen das Wasser zusammenlief und das im Affentempo. Die Erste packten wir sekundengenau. Direkt nach Noah schloß sich der Fluß und stieg schnell an. Die zweite Stelle verlief weniger glimpflich, denn Amy zögerte und wurde von uns abgeschnitten. Gunter meinte er habe keine wasserdichten Schuhe, also mußte ich sie retten. Auch sekundengenau, denn das Wasser lief schon teilweise in meine Wanderstiefel. Nur 10 Minuten später und wir hätten alle nasse Hosen bekommen, 30 Minuten später und wir hätten es nicht gepackt und entweder schwimmen müssen - im eiskalten Wasser - oder die Flut abwarten. Beides nicht sehr angenehm. Ich werde ich Zukunft noch besser aufpassen und Gunter hoffentlich auf mich hören!

Irgendwie wollte ich weg von diesem trotz allem so wunderschönen Küstenabschnitt. Der Frust war zu groß! An einem Supermarkt hielten wir und holten Brot und ein paar Kleinigkeiten. Beim Ausladen roch ich Gas und sah, daß dort eine Tankstelle mit Gasflaschen war. Unser erste Gasflasche war schneller leer gewesen als wir erwartet hatten - nun ja, es ist sehr kalt und es gibt so gut wie keine Campingplätze. Daher brauchten wir dringend Nachschub. Ich fragte die zuständige Dame und sie war sehr nett! Sprach zwar nur so viel Englisch wie ich Französisch, aber wir konnten uns verständigen:-) Sie verkaufte uns eine Flasche, und schenkte uns den Adapter (normalerweise 10 €) dazu. Außerdem half sie uns beim Ausprobieren und es war einfach eine sehr nette Erfahrung. Wir haben also wieder Gas, wenn auch nur 5 l aber, mit dem Adapter und der Flasche, können wir jederzeit, falls nötig Nachschub holen und brauchen keine Angst zu haben, kalt sitzen zu müssen.

diese schönen intensiv gelben Flechten sieht man hier oft

diese schönen intensiv gelben Flechten sieht man hier oft

Dann ging es weiter, Strände erforschen. An einer schönen Bucht mit Hafen, Pointe de Sehar, hielten wir und gingen auch nochmal fast 2 Stunden raus zum Fotografieren und Wind um die Ohren blasen. Brrr, es ist sehr kalt zur Zeit. 2 Pullover und Jacke, anders geht es im Wind nicht. Ich habe gesehen, wie ein Herr seinen Hund mißhandelt, was mich sehr traurig stimmte. So ein freundlicher, junger, lebhafter Schäferhund. Als er sein Herrchen sah, zog er schon den Schwanz ein und versteckte sich hinter Gunter. Da ahnte ich schon nichts Gutes, und dann sah ich, wie der Hund gewürgt wurde und auf dem Rücken liegend von der Stelle gezerrt, und zwar anscheinend mit Würgeband. Am liebsten hätte ich den Hund mitgenommen, aber er kam nicht mehr raus.

ein wunderschöner Küstenabschnitt

ein wunderschöner Küstenabschnitt

Felsen in der Brandung

Felsen in der Brandung

Wir machten Langzeitaufnahmen mit klammen Fingern im Wind. Aber so ideal war die Stelle nicht, außerdem lies mich der Hund in Gedanken nicht los. Dann ging es weiter entlang der Küste und wir fanden keinen guten Stellplatz. An einem Aussichtspunkt machte ich noch Aufnahmen, aber nun war es wirklich zu kalt geworden um länger als ein paar Minuten rauszugehen. Es ist auch sehr stürmisch und im moment bebt das Wohnmobil. Wir stehen auf einem Parkplatz in der Primel tre Gastel und ich fühle mich nicht so wohl dabei. Gunter ist mal wieder cool, er meint ich solle mir keine Gedanken machen - als ob ich mir das aussuchen kann.

Jetzt schnarchen sie alle und ich bin müde - werde versuchen bei dem Sturm zu schlafen. Mal sehen, was morgen bringt!