29.3. Cote des Abers et Du Léon

Geschlafen habe ich kaum, ich weiss nicht, ob es am Vollmond oder an unserm Stellplatz lag. So mitten an der Straße fühle ich mich immer noch nicht so wohl, aber bisher haben wir nur einen geöffneten Campingplatz gefunden. Eigentlich brauchen wir auch gar keinen Campingplatz, Stellplätze reichen für uns voll und ganz, denn mit der Solaranlage haben wir dicke genug Strom, das Notebook und die Ladegeräte für die Batterien laufen wunderbar und mehr brauchen wir nicht. Entsorgungsstationen gibt es hier in der Bretagne mehr als genug, man kann das Abwasser an sehr vielen Stellen ordnungsgemäß entsorgen und Wasser gibt es an recht vielen sogenannten Euro Relais für 2 Euro für 100 Liter oder 10 Minuten. Außerhalb der Saison kosten auch die an diese Stationen gelagerten Stellplätze nichts.

Heute früh fuhren wir 20m damit wir mit Meerblick frühstücken konnten. Ich gehe, wann immer möglich, vorher eine halbe Stunde ans Meer! Das habe ich aber schon mal erwähnt. :-) Heute begleitete mich Esra und wir erkletterten viele, viele Felsen. Muskelkater habe ich anscheinend dauernd, oder meine Beine sind einfach nur noch müde. Ein kleiner Transporter fuhr hupend durch die Straßen, komisch. Bis wir dann erkannten, daß eine Dame Brot verkaufte. Einmal winken und schon hat man wieder frische Baguettes. :-) Wenn die Gegend nicht so einsam ist, hat das auch Vorteile. Das frischen Brot, welches wir jeden Tag essen hat aber auch Nachteile!! Wir geben uns diesmal die größte Mühe, das Wohnmobil von Sand frei zu halten, was mit einer Kiste Schuhbürsten und Disziplin sehr gut klappt UND dann haben die Franzosen Baguette und Croissontes erfunden. Wir leben in den Krümeln, überall, in jeder Ritze! Stellt Euch vor, wie es hier aussieht, wenn drei kleine Kinder dauernd was knabbern. Also, heute früh wurde gebürstet, damit der Teppich wieder akzeptabel wurde. Jedes der Kinder bekam seine Aufgabe und siehe da: nachdem Esra den ganzen Teppich versuchte von Krümeln zu befreien, wies er Noah darauf hin, beim Essen doch etwas vorsichtiger zu sein.

Am Strand sah man nun eine Sandbank, die ich gerne mit Esra zusammen erkunden wollte, in der Hoffnung auf schöne Muscheln. Außerdem waren viele Franzosen mit großen Stiefeln unterwegs und sammelten was - ich wollte natürlich wissen was, aber es ist sooo schade, daß ich mich mit den Leuten nicht unterhalten kann. Ich hätte alles erfragt. Da das Meer zu weit draußen war, machte ich einige Makroaufnahmen in den Tideppols - schöne offenen Seeanemonen, Muscheln, oben und unten, und auch ein paar Langzeits, als wir ganz weit vorne waren. Das Wandern auf den großen Felsen war schon für mich schwierig, aber Esra hielt tapfer mit, er kann wirklich sehr gut klettern. Ich bin ganz platt. Wir fanden keine Muscheln aber ich hatte ein paar schöne Bilder gemacht. Als ich sie Gunter zeigen wollte fiel mir auf, daß ich die Bilder von gestern nicht gelöscht hatte. Dann würde mir die Karte bis heute abend nicht reichen. Also versuchte ich erstmals, wie es funktioniert, wenn man Bilder sichert und dann den Rest löscht. MIST war's, denn auch die gesicherten Bilder waren weg! Ach wie ärgerlich!!! Ich hatte so schöne Makroaufnahmen gemacht. Jetzt werden wir diese Art von Muscheln, die wir bisher dauern gesehen hatten sicher nicht mehr antreffen, bei meinem Glück.

eine kleine Kirche unterwegs, aus dem Wohnmobil aufgenommen

eine kleine Kirche unterwegs, aus dem Wohnmobil aufgenommen

Etwas knatschig fuhren wir weiter entlang der Küste. In Ménéham machten wir eine Klettertour über die wunderschönen Felsen. Die Jungs sind absolut begeisterte Kletterer aber bei Amy bin ich mir nicht so sicher, ob sie die großen hohen Felsen auch sicher besteigt. Es ging schon sehr hoch hinaus teilweise. Für Fotos waren wir zu spät, Gunter nahm die Kinder beim Klettern auf, es gab ein paar zerfallene Häuser am Strand, die wir jedoch nicht näher betrachteten. Die Flut kam wieder rein und die Franzosen kamen auch vom Strand zurück, ganz nasse Hosen hatten sie an und ich dachte, wow, sind die abgehärtet bei dem kalten Wind so naß da draußen. Ha! Schummeln tun sie:-) die hatten Neoprenanzüge unter den Blaumännern. Als wir wieder im Wohmobil saßen und ich darauf wartete, daß jeder angeschnallt ist, konnte ich dann auch noch einige nackte Hintern sehen, denn alle zogen sich am Strand um. Aussichten hat man hier:-)

Irgendwie kommen wir vielleicht nicht ganz um die Küste rum, wenn wir jeden Strand ansehen. Also fuhren wir ein kleines Stück im Land um dann wieder an die Küste zurückzukommen.

In St Pabu suchten wir diese Straße dann erstmal vergebens, und als wir sie endlich gefunden hatten sah sie uns für das Wohnmobil zu eng aus. Und enge Gassen bin ich mittlerweile gewohnt, von denen gibt es hier genug:-) Also war das Ganze umsonst und wir fuhren die Strecke wieder zurück um dann weiter westlich wieder an den Strand zu kommen. Unterwegs entsorgten wir noch Toilette und Abwasser, ich ruhe mich ein paar Minuten aus.

Bei Landunvez gab es einen auserordentlich schönen Küstenabschnitt, den ich fotografisch festhiel. Die Zeit war auch gut, nämlich Flut und daher wilde Wellen. Vielleicht hätte es weiter östlich um diese Zeit genauso schön ausgesehen.

Flechte und Langzeit - So gegen 17:00 Uhr mit 1000fach Graufilter aufgenommen

So gegen 17:00 Uhr mit 1000fach Graufilter aufgenommen

So wild ist der Atlantik

So wild ist der Atlantik

Erst gegen 18:30 Uhr kamen wir am Campingplatz in Lampaul-Plourazel, der auch eine Waschmaschine und einen Trockner haben soll, an. Und siehe da! GESCHLOSSEN, d.h. wir können hier stehen, aber die Duschen, Toiletten und auch Waschmaschinen sind nicht geöffnet, dafür kostet es auch nichts. Es sieht so aus, als müßten wir Noah's Pipihosen per Hand waschen, was eigentlich nicht das Problem wäre, sondern das Trocknen, denn wir stehen ja nirgends lang. Und bei Hosen haben wir Knappheit. Ich hätte wohl doch ein paar mehr einpacken sollen, wo wir sie ja nicht tragen mußten, wie sonst, wenn wir ins Ausland geflogen sind.

Der Campingplatz liegt jedenfalls wunderbar. Zu Fuß erreichen wir die schönsten wilden Felsformationenen. Dort haben wir uns dann heute abend mit je 3 Filmen verausgabt. Die Kinder bewunderten derweil das wilde Meer und warfen Steine und wurden naß:-) Zum Abendessen gab es mal wieder eine Hühnerbrühe mit Nudeln und danach durften die Kinder Tom & Jerry ansehen. Jetzt ist es für mich wieder viel zu spät (23:00Uhr), ich bin hundemüde vor lauter Wind, Gischt und Fotos, na, die Fahrerei sollte ich nicht vergessen, denn die ist hier anstrengender als in den USA/Kanada oder Neuseeland. Hier noch zwei Bilder von heute abend und dann krabbel ich ins Bett.

wilde, wilde Wellen so weit westlich

wilde, wilde Wellen so weit westlich

Und nochmal wilde Wellen

Und nochmal

Also, die Bretagne ist für uns ideal - ganz bestimmt, was die Langzeitaufnahmen anbetrifft. :-) Motive im Überfluß - außerdem könnten wir noch Kirchen fotografieren, Häfen, Dolmen, Menhire, Wälder ... oder schlafen gehen!