30.3. Présqu'ile de Crozon

Heute ging ich erst nach dem Frühstück ans Meer, ich beeilte mich, Gunter mag immer viel länger essen, und ich habe dann schon Hummeln im Hintern, und so erforschte ich die Tidepools, meine Lieblingsbeschäftigung, während die anderen noch gemütlich weiter frühstückten. Ach, war das wunderbar. Sogar noch schöner als in den USA im Olympic National Park. Sehr große, wunderschön bewachsene Becken, am Rande davon das blaue, brausende Meer und um mich herum die frische Luft und ein strahlender Sonnenschein. So windig und kalt wie die Tage zuvor war es auch nicht mehr. Ich machte also die Fotos, die ich bedauerlicherweise am Tag zuvor gelöscht hatte, na ich meine ähnliche, die gleichen kann man ja nie mehr machen. Hier kommen also zum Beginn des Tages ein paar Makroaufnahmen.

Diese Napfschnecke sieht man hier überall, daher halte ich sie mal bildlich fest, von oben und unten

Diese Napfschnecke sieht man hier überall, daher halte ich sie mal bildlich fest, von oben und ...

... von unten

... von unten.

unter Wasser sind diese hübchen Anemonen schon franzelig ausgefahren, liegen sie trocken sehen sie ...

unter Wasser sind diese hübchen Anemonen schon franzelig ausgefahren, liegen sie trocken sehen sie ...

... so aus

... so aus.

Da das Wetter so toll war, ging ich mit den Kindern mal barfuß und in kurzen Hosen zum Strand, nur für ein paar Minuten, denn das Meer ist eisekalt. Die drei hatten trotzdem einen rießen Spaß in den großen Wellen, die jedoch flach zum Strand ausliefen.

und noch ne Welle ... klatsch. Oben rum sicherheitshalber die Fleece Pullover:-)

und noch ne Welle ... klatsch. Oben rum sicherheitshalber die Fleece Pullover :-)

Die Außendusche, von der ich dachte, na so ein Schnickschnack, erweist sich gerade mit Kindern als goldrichtig. Nach dem Strandspaziergang mit warmen Wasser abduschen und schon sind sie wieder ansehlich. Die Schuhe stören auch nicht so, wenn der Sand erst mal weg ist:-)

Einzig, der Schlauch müßte länger sein, aber das läßt sich machen

Einzig, der Schlauch müßte länger sein, aber das läßt sich machen

Da es Samstag ist, wollten wir noch einkaufen, wir wissen nicht, ob am Ostermontag die Läden aufhaben. Vom Campingplatz aus fuhren wir bis zur südlichsten Landzunge, zum Pointe de St. Mathieu, auf dieser Strecke sahen wir geniale Strände für Wattwanderungen. Leider war es schon 11:00 Uhr und wir wollten erst den Einkauf erledigen. Also hielten wir auch am Pointe de St. Mathieu nicht, obwohl es höchst interessant aussah, mit 2 Leuchttürmen und einer Klosterruine und dem brausenden Meer. Erst ca. 20 km weiter Landeinwärts fanden wir einen Laden und holten dort auch gleich unser Mittagessen. Gunter hatte wohl Hunger gehabt bein Einkaufen und holte daher 2 Hähnchen. Diese verspeisten wir am vorhergenannten Aussichtspunkt und während Gunter das 2. Hähnchen klein machte, fotografierte ich die Leuchttürme mit Amy's Hilfe. Gar nicht so einfach, denn ich konnte nicht weit genug weg um alles auf ein Foto zu bannen. Daher hier ein aus drei Bildern zusammengesetztes Werk, mit geradegerichteten Türmen:-) die digitale Technik!

Hier mein gebasteltes Bild

Hier mein gebasteltes Bild

Amy beim Klettern

Amy beim Klettern

nser Wohnmobil mit Klosterruine und Leuchtturm

unser Wohnmobil mit Klosterruine und Leuchtturm

Das Hähnchen

Das Hähnchen

Nach dem Essen gingen wir an einem anderen, etwas zugänglicheren, Strand spazieren, fanden jedoch keine Muscheln und machten keine Fotos. Ich probierte meine neuen Gummistiefel aus, hatte noch nie so richtig hohe, und die sind hier wirklich günstig - 8 Euro. Die hätte ich im Watt, die ganze Zeit gut brauchen können. Ich bin ja mal gespannt, ob das jetzt an der anderen Seite der Bretagne auch noch so ist. Gute Muscheln haben wir nun schon ein paar Tage nicht mehr gefunden. Schade, das machen die Kinder und ich so gern - beachcombing, wie die Amerikaner sagen. Hätte ich doch in diesem einen Hafen 2 Eimer Scallops gesammelt - oder sollen wir mal Muscheln essen gehen und nach den Schalen fragen. Gunter war nicht begeistert und ich traue mich nicht so dran, obwohl ich gehört habe, daß sie gut schmecken sollen, die Scallops. Im Laden sahen wir heute Krebse und Hummer. Die taten uns sehr leid, müssen doch ganz schön Angst haben. Einem Krebs fehlten 2 Beine und den Hummern hatten sie die Zangen zugebunden - so wie es aussah würden sie auch Gebrauch davon machen. Ich glaube jedenfalls nicht, daß ich diese Kerlchen essen könnte! So als ehemaliger Vegetarier.

Auf Stadt hatten wir keine Lust, also fuhren wir so gut es ging um Brest herum. Die eine sogeannte Erdbeerhalbinsel direkt darunter liesen wir aus - 2 Wochen sind ja nicht so viel, da können wir nicht jede Ecke anschauen, also weiter auf dem Weg entlang der Küste - diesmal dann die Présqu'ile de Crozon. Kurz nach Brest sah ich einen Camping- Wohnmobilladen. Dort hielt ich, um nach dem Deckel für die Toilette zu fragen. Der Wohnwagenhändler hatte sowas jedoch nicht, aber gleich nebenan war ein Handwerker-Gartenmarkt (Brico irgendwas) und siehe da: eine große Campingabteilung mit dem gesuchten Deckel. Freu! Endlich keine Kackfinger mehr, und keine Kleberei mit Plastikfolie usw. Die Schlange an der Kasse war sehr lang, die Dame, die das Geld entgegennahm entsprechend genervt, es war kurz vor Feierabend. Beim Herausgeben des Geldes sah ich, daß sie jeden Euro auf der Rückseite ansah - also ausländische Münzen suchte. Ich nahm mein Geld im Empfang und gab der ganz verdutzten Dame einen deutsche Cent. So schnell bringt man jemanden zum Lachen:-) Die weitere Fahrt war nervig, viel zu lang für einen Tag - nach meinem Ermessen. Außerdem kamen wir nicht gut ans Meer ran, und ich liebe auch diese vielen kleinen Ausflüge ans Wasser. Die Halbinsel fängt schön flach an und wird dann immer höher. Gegenüber von Brest sieht man dann viele, viele Bunker vom 2. Weltkrieg (es könnte auch der 1. gewesen sein). Da es sehr diesig war heute, sah man nicht viel. Esra und Gunter erkundeten die Bunker, während ich mich mit den Kleinen ein paar Minuten hinlegte und ich mich von der Fahrerei erholte - ich meine es versuchte.

Esra im Tunnel zum Bunker

Esra im Tunnel zum Bunker

Unterwegs hielten wir noch ein paar Mal, aber durch das diesige Wetter waren keine Fotos möglich. Gegen 19:00 Uhr waren wir dann am Pointe de Pen Hir. Schon am Parkplatz überall Warnschilder: Fahrzeug sehr gut verschließen, da sehr viele Diebstähle stattgefunden hätten. Na, ja, da wir das mit den Mainzern mitbekommen hatten, waren wir überzeugt, daß es sehr ernst gemeint ist. Für die Kinder waren uns die Klippen sowieso viel zu steil also machte ich ein paar Fotos, während Gunter im Wohnmobil blieb. Anscheinend hatte er heute keine rechte Lust auf Fotos?

Aussichtspunkt am Pointe de Pen Hir

Am Pointe de Pen Hir

Auf den zackigen Felsen und Steinen habe ich mir meinen schon angeknacksten Fuß nochmal heftig vertreten, jetzt muß ich ihn wieder verwickeln. Dumm!

Wir übernachteten an einer Euro Relaissation zusammen mit 3 französischen Wohnmobilen in Camaret, also erstmals ohne Meeresrauschen, aber dafür mit Glockengeläut.

So, uns außer mir und der Heizung arbeitet mal wieder keiner, nur Geschnarche weit und breit! Das mache ich nun auch, gute Nacht!