31.3. Présqu'ile de Crozon zum Cap Sizun

Heute früh regnete es, als wir frühstückten. Wir hatten ja leider soweiso keinen Strand zur Hand. Es regnete nicht stark, aber uns wurde bewußt, daß es besser wäre einen richtig funktionierenden Scheibenwischer zu haben. Bisher haben wir keinen Fiathändler mehr gesehen, die, die wir angefahren hatten, hatten das Ersatzteil nicht gehabt. Überall, wie jeden morgen sahen wir die Franzosen mit Weisbroten unter den Armen - also gibt es auch Sonntags frisches Brot. Anders schmeckt das auch nicht. Ausnahmsweise frühstückte auch ich mal etwas länger - wie gesagt, kein Strand zu Fuß erreichbar! Dann brannte ich noch eine CD für unterwegs und zwar den Herr der Ringe als MP3, alle 3 Bände:-) das hatte ich noch auf dem Notebook und es eignet sich gut für unterwegs.

Wir fuhren als erstes zum Pointe de Dinan um dort an der Steilküste zu wandern und Fotos zu machen. Mein Knöchel schmerzt arg, ich muß ihn stützen. Diese Küste eignete sich trotz Ebbe sehr gut für Fotos, ich war jedoch sehr angespannt, was die Kinder anbetrifft, denn es ging sehr steil, sehr weit nach unten. Der Wind blies uns trotz Mützen heftig um die Ohren, es war halbwegs trocken, aber bedeckt. Erstmals seit einer Woche kein Sonnenschein. Ich wollte lieber Wattwandern, wenn wir schon eine Bucht vor der "Türe" haben.

Kids

Im Hafen von Morgat hielt ich daher an und ging mit den Jungs auf Tour. Gunter mag das Watt nicht so sehr, dummerweise nahm ich keine Fotoapparat mit. Das bedauerten nach einer kurzen Weile auch Esra und Noah, denn erstmals sahen wir Einsiedlerkrebse, eine Qualle, dicke, fette Wattwürmer, die eine ältere, sehr nette Frau mit einer Grabgaben aus dem Sand grub, eine Art Tausendfüßler, die wild wuselten, kleine Seesterne, Muscheln, wie sie ihren Fühler (oder was auch immer das ist) aus dem Sand streckten, Seeigel, mit und ohne Stacheln und Einiges mehr. Schade, ohne die Coolpix gehe ich nicht mehr ins Watt:-)

Eigentlich wollte ich nochmal am gleichen Strand mit der Kamera losziehen, aber die Flut kam sowieso langsam rein und die nette ältere Dame war schon weg. Also fuhren wir zum Plage de 'l Aber und erforschten dort am Ende des langen Sandstrandes die Tidepools. Die waren wunderbar. Leider konnte ich mit den dreien allein die Tidepools nicht genauer erforschen, denn die Felsen waren zu glitschig für Amy, außerdem hätten wir zu viert auch zu viel plattgetrampelt. Aber auch am Rande sah man eine ganze Menge. Ich würde mal gerne wieder ein paar Muscheln finden, aber irgendwie haben wir hier Pech. Eine große Anzahl Scallops und anderer schöner Muscheln lagen zwischen den Felsen, aber wir bekamen sie nicht raus, sie waren fest verkeilt. Wir sahen aber ein paar wunderschöne, große, lilafarbene Seesterne und ein paar kleinere orangene. Einen davon setzten wir kurz raus ans Land, um ihn beim "Laufen" zu beobachten. Hochinteressant! Nach ein paar Minuten setzten wir ihn wieder in sein Tidepool zurück. Aber Fotos machten wir natürlich:-)

Seestern
Seestern

So schnell läuft er, mit im Bild - Esra's Hand

Arm

So sieht der Arm des Seesterns unten aus, viele kleine Saugnäpfe

Seeigel

ein haariger Seeigel

wurm

ein kleiner Wattwurm, die, die wir vorher gesehen hatten, waren ganz dick und kurz

Nach einer Stunde waren die Kinder müde - ich bin zur Zeit sowieso richtig heftig müde - es tut fast weh! Ob's am verkracksten Knöchel liegt? Das Problem hatte ich nämlich vor ein paar Wochen schon mal. Gunter ist zwischenzeitlich seiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen und hat gekocht. Lecker, die Reste des gestrigen Hähnchens mit Kartoffelknödeln. Danach ruhten wir ein wenig und sahen zu, wie die Flut den Strand vereinnahmte.

Am Nachmittag machten wir uns auf zum Pointe Du Van, wo wir viele Reisemobile antrafen, darunter auch unsere Mainzer Reisegenossen. Im Abendlicht umrundeten wir den Wanderweg, mal wieder mit Stativ und Ausrüstung. Wieder diese, für die Kinder gefährlichen, Steilküsten, die sich so wunderbar für "unsere" Art der Fotokunst eignen. Gunter hatte die Idee, den Jungs beizubringen, wie man mit den zerbrechlichen Felsbrocken "arbeitet", d.h sie aufeinanderschlägt, damit sie zerbrechen. Er erklärte, wie früher die Menschen so Waffen gemacht haben. Wunderbar, denn damit beschäftigten sich die beiden Forscher dann fast stundenlang:-) Das Licht wurde ideal und somit schritten wir zur Arbeit.

Gabi

Ich bei der Arbeit

2sekunden

Mein Lieblingsbild vom Tag - Belichtungszeit 2 Sekunden, kurz vor Sonnenuntergang bei bedecktem Himmel

Langzeit

eine längere Langzeit etwas später, im roten Abendlicht

sonnenuntergang

der Sonnenuntergang

Unsere Toilette hatte schon mal kurz geblinkt, also wußten wir, was uns bevorstand. Leider hatten wir keine Entsorgungsstaion gesehen unterwegs, nur ein Schild, welches in die Richtung zeigte, aus der wir gekommen waren. Als es schon dunkel war, fuhren wir also nochmal los, denn bis morgen hält es nicht bei 5 Personen. Es dauerte eine Weile, bis wir das Euro Relais dann endlich in Clèden in der Nähe des Friedhofs gefunden hatten. Wasser gab es dort leider nicht, obwohl die Anschlüsse alle da waren. Vielleicht war es nur noch nicht angeschaltet? Zum Übernachten fuhren wir zurück zum Pointe Du Van, denn dort standen etwa 30 Mobile und auch die Mainzer übernachten dort. Wir stehen jetzt direkt daneben. Da die Sommerzeit heute anfing ist es schon fast 1:00 Uhr und ich krieche jetzt auch in die Koje.