11. Oktober, Honfleur, die Küste entlang nach Dieppe dann heimwärts

Wir hatten verschlafen, erst um 8:00Uhr sahen wir nach den Kisten mit Jakobsmuschelschalen und die waren schon weg:-( Also, zurück zum Stellplatz, sonst kann man nämlich in Honfleur nur schwerlich parken und in Ruhe gefrühstückt. Ich hatte ein ganz komisches Gefühl im Bauch, wollte mich nicht von der Küste lösen! Ich liebe doch das Meer so sehr, und will eigentlich nicht weg! Ach, nur zwei Wochen. Wie gerne wäre ich mal wieder 3 Monate unterwegs, dann könnte eine Reise auch mal erholsam sein. So hetzt man nur rum. Wir hatten jedoch sehr großes Glück gehabt, daß wir in diesen zwei viel zu kurzen Wochen so tolles Wetter hatten und so viel bei so schnönem Licht hatten anschauen können.

Ich kam fast um vor Abschiedsschmerz. Da ich es noch nicht packte, mich von der Küste zu trennen, fuhren wir noch bis nach Dieppe meernah. In Yport, welches wir vor 1,5 Wochen verpasst hatten, legten wir einen Stopp ein. Irgendwie konnte ich es aber mit meiner seltsamen Stimmung nicht genießen.

boot

noch ein Boot und die typische normannische Küste

Kinderspiel

die Kinder tobten eine halbe Stunde auf dem Spielplatz an der Stranpromenade, hier zu "sehen": Esra und Noah

Das Wohnmobil hatten wir an der Kirche geparkt, und da die Tür zur Kirche offen war, schlichen wir hinein. Diesmal hatten wir die Stative nicht mit, ich stellte also die Kamera auf 400Asa und belichtete angelehnt. Es klappte sogar. Ein Vorteil der Digitalen!

Kirche

Das war auch eher eine Seefahrerkirche, wie die in Le Treport, überall standen Schiffsmodelle und als Weihwasserbehälter dienten Riesenmuscheln

Ich war nach der gestrigen Entdeckung der Jakobsmuschelschalen neugierig geworden. Also versuchte ich herauszufinden, ob man irgendwo eine Kiste davon bekommen könnte. Ja, ich habe in St Jacut Scallops gesammelt, aber wenn die schon lange im Wasser liegen sind sie wurmstichig und matt. Frische sehen viel schöner aus. Ich fand jedoch nichts heraus, weil mein Französisch nicht existiert und ich niemanden fand, der Engslisch sprach. Selbst in Touristenbüros nicht. Schließlich sahen wir beim letzten Promenadenspaziergang in Dieppe ein Restaurant an dem Stand man spreche English. Dort fragte ich nach und wurde zu einer Halle hinter dem Reifenhändler geschickt. Irgendwie packten wir das sogar mit unserer Kiste und ich fand einen "Parkplatz". Schon wieder war mir dann mein Französisch im Weg:-) Ich sah jedoch rießige Kisten mit Jakobsmuschelschalen! Wow, Tonnenweise!!! Ein Herr, der dort arbeitete wurde sofort von mir angesprochen, aber er verstand mich nicht. Mit Hilfe einer Frau, die genausowenig Englisch konnte, wie ich Französisch verständigten wir uns. Ich durfte mitkommen. Nochmal wow - die leeren Scallops werden dort gewaschen und nach Größe sortiert. Aber nur die gewölbten Teile! Ach, was hätte ich noch Fragen gehabt. Dumm! Ich fragte nach dem Preis und entnahm seinem Gesichtsausdruck, nicht dem Französisch, daß es wohl umsonst sei. Ich nehme nicht an, daß sich öfters Leute, die kein Wort Französisch sprechen dorthin verirren und trotzdem beharrlich was wollen. Etwa 50 ziemlich große Schalen bekam ich und schlich wieder zurück zum Wohnmobil.

Autobahn

autobahnlichter

zwei nächtliche Autobahnimpressionen, aufgenommen in Reims, aber das ist eigentlich auch egal:-)

grobe Straßenkarte

So fanden wir den Weg zurück - es gibt noch einige Länder, in denen wir bisher nicht waren:-)

Die Strecke zur Autobahn in Amiens zog sich dahin. Lastwagen und Traktoren bremmsten den Verkehrsfluß und es roch heftig nach Diesel, wir ja auch. Endlich auf der Autobahn, steuerten wir den ersten Rastplatz an und ich legte mich hin, während Gunter Fisch und Reis kochte und die Kinder versuchten nicht zu laut zu sein. Bis Verdun packten wir es in der Dunkelheit. Wir hörten Emil und die Detektive, damit es den Kindern nicht zu langweilig wurde, sie hatten einen Block voller Rätsel, die Esra vorlas und dann lachten wir noch mit Käp'tn Blaubär. Doch schließlich wurde es uns zu viel. Ich hätte lieber einen Stellplatz gesucht, wir hatten jedoch keine gute Beschreibung, also stellten wir uns auf den Rastplatz neben ein Wohnmobil. Die Ruhe, die ich so dringend nötig gehabt hätte fand ich leider nicht, mir sind Rastplätze suspekt, ständig hörte ich irgendwas, ein Rastplatz schläft ja nicht, und schaute aus dem Fenster, damit uns nichts passiert. Gunter war recht früh auf und erst da schlief ich ein. Es war sehr neblig, daher war es auch nicht schlimm, daß ich bis 10:00Uhr schlief, oder zumindest ruhte. Auf dem Rückweg fuhren wir bei meiner Schwester und ihrer Familie vorbei, Marius, mein Neffe feierte seinen Geburtstag und so verdückten wir uns wieder, bevor der Besuch kam. Zuhause sprangen die Kinder in die Wanne, sie kamen erst raus, als sie völlig schrunzelig waren:-) Wir räumten noch einen Teil aus dem Wohnmobil und warfen Waschmaschine und Kamin an. So, und jetzt ist auch der Bericht fertig und die Reise schon wieder zu ende!

Also: in die Normandie und die Bretagne müssen wir nochmal. Es gibt einfach immer noch zu viel, was wir nicht gesehen haben. Aber ganz sicher wird beim nächsten Mal unser Französisch besser sein!

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