13. April, von Honfleur nach Mont St Michel
Ich war so geschafft vom Vorurlaubsstress, daß ich bin nach 9:00 Uhr liegen blieb und das, obwohl mir die Sonne ins Gesicht schien. Der morgendliche Blick hinaus auf die Pont de Normandie und zur anderen Seite zum Künstlerstädchen Honfleur stimmte mich glücklich. Es war Sonntag und die Sonne schien. Perfekt! Das dachten jedoch sehr viele Menschen, denn die Stadt war sehr voll - eine Gewimmel und Gewühl. Die kleinen Lädchen hatten alle geöffnet, überall Franzosen mit Baguettes unter den Armen, also waren auch die Bäcker sonntags aktiv! Einmal quälten wir uns quer durch die Stadt - nur um am anderen Ende zu sehen, daß dort die enge Straße nach Trouville und Deauville abging. Nein - auf diese Strecke hatte ich keine Lust, ich kann mich noch vom Herbst dran erinnern. Also bog ich nach links ab, um auf einen Parkplatz zu fahren und zu wenden. Den Blinker hatte ich schon eine Weile an - daher bekamen wir und vor allem ich, einen rießen Schreck, als mich beim Abbiegen ein Motorrad überholte. Der machte einen Schlenker, ich reagierte auch sofort und zog wieder gerade und es paßte millimetergenau. Mein Magen hing nun ganz woanders als üblich- so schnell könnte was passieren!
Wir tankten in Honfleur und fuhren danach nach Merville, wo wir im Oktober so schöne Muscheln gefunden hatten. Wir alle sehnten uns nach der Freiheit eines großen, langen, sandigen Strandes und die fanden wir dort. Gunter war auf Essen eingestellt, denn es war Mittagszeit und unterwegs hatten wir auch Baguettes besorgt. Wir wollten aber alle raus in die stürmische Meeresluft ans Wasser. Also zog ich mit den Dreien los. Amy hatte nicht das richtige Schuhwerk, denn die Stiefel erholten sich noch mit halbwegs trockener Küchenrolle ausgestopft vom gestrigen Ausflug. Ziemlich schnell jangelte sie, denn die Badeschläppchen waren ihr zu groß und die blieben im Sand stecken. Barfuß über einen muschelreichen Strand zu laufen im kühlen Sturm - das fanden wir beide nicht gut - also zurück ins Womo. Amy eifert, was den Hunger anbetrifft, ihrem Papa nach, die beiden waren also gut beschäftigt. Wir sammelten und fotografierten Muscheln. Jedoch blieb unser Eimer ziemlich leer - es gab so viele Muscheln, daß man sich gar nicht nach jeder bückt! Komisch, gell? Noah hatte gefütterte Stiefel an. Ich dachte die wären Wasserdicht, das waren sie aber nicht und Noah hatte auch kein Wort gesagt. Die Hose war sehr naß, in den Stiefeln befanden sich mehrere Liter Wasser! Ach, ja! Wieviel Schuhe muß man mitnehmen, wenn man mit kleinen Kindern ans Meer fährt?

hier drei der guten Stücke, die direkt nach dem Fototermin im Sammeleimer landeten
Von frischer Meeresluft durchgeblasen futterten auch wir, was nur reinpaßte, dann entschieden wir uns, diesmal die Normandie kürzer kommen zu lassen, um weiter in die Bretagne vordringen zu können. Das fiel uns nicht leicht, denn wir haben diesen Teil Frankreichs sehr zu schätzen und lieben gelernt. Aber - es gibt noch so viele Stellen, die wir gar nicht kennen.
So z.B. die Abtei auf dem Mont St Michel! Also, nocheinmal dorthin. Sonntags war der Parkplatz und auch der St Michel überfüllt. Wir mußten diesmal zahlen, 8 Euro und gesellten uns zu zahlreichen Wohnmobilen. Diesmal sehr wenige Deutsche, fast nur französiche Pilote's. Wir liefen ein wenig durchs Watt, da wir jedoch keine Gezeitentabelle bekommen konnten, weil die Touristeninformationen Sonntags geschlossen haben(?), trauten wir uns nicht zu weit raus. Unsere Erfahrung hat uns das gelehrt! Ich möchte nicht mit drei Kindern und teurer Photoausrüstung von der Flut überrascht werden, die kann nämlich schneller sein, als man denkt und andere Wege nehmen als man sich das ausrechnet und schwupps steht man im Wasser.
Ich machte diesmal, weil mein Objektiv so neu ist, nur Teleaufnahmen. Ja, ich weiss - Quatsch ist das in den engen Gassen, aber so bin ich nun mal:-) Ver- rückt! Gunter wollte mit der Mittelformat fotografieren, die Kinder drängten aber weiter, denn sie wollten die engen Gassen erforschen und stürmten los. Die vielen engen Gassen und Winkel wollten angesehen werden. Die Ritterrüstungen haben es ihnen angetan. Amy wollte unbedingt was kaufen - wir aber nicht! Wir haben gewonnen! Ich machte mal wieder hauptsächlich Panoramen - ja, das ist so ein Tick von mir. Aber - ich komme mit dieser Trickserei so weit wie Gunter mit der Mittelformat, eher noch weiter. Denn wenn ich ein Photo aus 12 Bildern zusammensetze kann ich wahnsinnig groß vergößern - der Detailreichtum auf dem Bild ist genial. Arbeitsintensiv ist es halt, das Scannen von Mittelformatdias aber auch.

ein ziemlich neugeborenes Lamm beim ersten Imbiß

unsere drei Racker - Noah zufrieden, Amy zerzaust, Esra vom Winde verweht

Esra auf der Kanone - wie bei Pipi Langstrumpf

Details am St Michel, altes Mauerwerk und reparierte Holzziegel


Ein etwas anderes Panorama zusammengesetzt aus 12 Bildern (der Himmel ist nur zur Hälfte authentisch - ich habe die Spitze extra photografiert und dangebastelt. Daher sieht es etwas komisch aus!)

das ist er - der Heilige Michael, hoch oben auf der Spitze!

in der frühen Dämmerung

wunderschön beleuchtet zur Nacht (ich weiss, es sieht schief aus, ist es aber nicht?!)
Also saß ich auch heute am Rechner und pfiemelte, weswegen ich jetzt richtig müde bin. Aber, ich erzähle noch gerade den Schluß des Tages. Amy wollte aus dem Sturm raus und Gunter beim Kochen helfen - es gab Schinkennudeln. Ich wollte noch eine andere Panoramaaufnahme vom St Michel machen und nahm die Jungs mit, die Steine warfen und lehmig wurden. Der dritte Satz Hosen! Die Beiden freundeten sich mit einem Schäferhund an - eigentlich der Schäferhund mit den Jungs, denn der mochte Steinewerfen genausosehr wie sie. Er legte seinen Stein immer wieder vor Esra's Füße. Ich lud die Bilder runter -es waren ja heute nicht so viele. Dann sah ich das Licht draußen, die Scheinwerfer gingen an und es zog mich in den kühlen Sturm. Mit Stativ bewaffnet zog ich noch eine halbe Stunde zur Besten Zeit draußen rum und sah tatsächlich noch zwei Herren mit Stativ. Die Panoramen muß ich zu Hause zusammensetzen, sonst komme ich nicht mehr ins Bett. Morgen früh wollen wir recht früh nochmal hinauf, denn diesesmal müssen wir den Kreuzgang sehen. Ich hoffe, Montags ist es nicht zu voll? Es ist schon wieder 1:00 Uhr Nachts. Genug! Gute Nacht.