15. April, von Brignogan nach St Michel En Greve, dann Tebuerden

Ich war so richtig müde und kaputt, hatte bis 2:00 Uhr gearbeitet und trotzdem nicht alles geschafft. Das Licht war gut, aber die Steine eher was für Gunter - so ging er los, während wir alle noch etwas vor uns hin dösten. So richtig spektakulär war das Licht leider nicht, aber die großen runden Felsbrocken lagen ohne Wasser im weichen Sonnenstrahl. So stark war die Sonne noch nicht, weil sich der Nebel von gestern erst verflüchtigen mußte. Während des Frühstücks versuchte ich CD's zu brennen, denn auch das war zeitmäßig etwas in Verzug geraten. Ich bin ruhiger, wenn ich die Daten noch auf CD habe und nicht nur auf dem Notebook. Da ich diesmal mehr RAW photographiere gibt es langsam ein Problem, denn jeden Tag zwei CD dauern zu lange. Ich sollte vielleicht eine mobile Festplatte im Taschenformat besorgen - wenn sie billiger werden. Nach dem Frühstück ging ich mit den Kindern los um Makros zu machen. Gunter fühlte sich nicht wohl (er hat gestern wohl zu viel Sonne auf den Kopf bekommen - die sehr kurzen Haare schützen seine Kopfhaut nicht), er las und brannte weiter CD's. Irgendwann streikte jedoch das Notebook, das cd-Laufwerk ist defekt. Die Makros klappten nicht so gut, denn meine Augen tränten gewaltig und ich sah fast nichts. Die Kids kletterten und ich lies sie gewähren, denn sonst gibt es eine Rebellion. Ich habe gesehen, daß sie immer die Hände zuhilfe nehmen, wenn es kritisch ist. Zusätzlichen haben sie einen viel niedrigeren, sichereren Schwerpunkt als Erwachsene. Einzig Esra's ständig offener Schuh ist meiner Meinung nach ein großes Problem. Wir sammelten Muscheln und ich packte ein wenig Sand ein. Jetzt, da das Ende der Reise so nah ist, werde ich leicht panisch - möchte das Meer am liebsten einpacken und mitnehmen. Wenn ich Sand, Muscheln und ein Knotenbild habe, hilft es mir zu Hause jedoch auch nicht. Die Luft ist bei uns einfach stickig und es gibt keine Wellen.

Boot

der Blick aus dem Womofenster - ach, den müßte man jeden Tag haben. Auf den Felsen brüteten Vögel, soweit ich es erkennen konnte. Das Gekreisch war jedenfalls für meine Ohren wunderbar anzuhören.

Muscheln

Schneckengehäuse auf dem typischen groben Sand von Brignogan

Napfschnecke

Schneckengewirr

Napfschnecke

Napfschneckenarrangement - ohne mein Zutun vom Atlantik gestaltet

Napfschnecke von unten

von unten sehen sie sehr schön aus

Blasentang

Knotentang im Detail

Watt

allerlei Interessantes

Tang

den kann ich im Buch nicht finden (vielleicht kann uns jemand helfen?)

Tang

Tang und Salat

Tang

Gabeltang

Tang

Finger- oder Palmentang

Wurm

Bäumchenröhrenwurm

Gegen 12:00 Uhr fuhren wir los, wir hielten Ausschau nach einer Telefonzelle, fanden jedoch keine. Wir wollten bei Andera und Thomas anrufen, wegen Besuch und Vogelinseltour. Und nach 1 Stunde waren wir schon in St Michel-en-Greve. Wir fanden das Haus erst nicht, aber Andrea sah uns glücklicherweise vom Fenster aus. So besuchten wir erstmals ein bretonisches Wohnhaus mit wunderbarem Blick über die Bucht. Ich checkte emails, was recht lange dauerte, weil es beim Provider viele Hürden zu nehmen gibt und die Firewall recht gut war. Zudem bin ich Modem nicht mehr gewohnt. Außer Arbeit sah ich jedoch nicht viel Interessantes in den mails. Die Kinder spielten ausgiebig mit Kreiseln und malten und erzählten Andrea Geschichten und Erlebnisse. Dann kochten wir zusammen und da wir noch nie Moules & Frites gegessen hatten, gab es genau das. Thomas ging mit Esra einkaufen, dann machten sich die Männer ans Werk, Muscheln zu waschen.

Miesmuscheln

Thomas mit den Jungs

Muscheln

Wuusch und wasch

Die Reicherts

mal alle auf dem Photo - nur ich schaue ein wenig seltsam drein - obwohl es mir sehr schmeckte, wenn ich nicht dran dachte, was ich esse:-) Das Bild ist von Thomas aufgenommen.

Wir wissen jetzt also wie man Muscheln ißt. Sie schmeckten sogar ganz gut, ich hatte nur Probleme mit der Ästethik und dem Gedanken daran, daß die lebendig in den Topf wandern. Amy probierte gar nicht, die Jungs aßen nicht viel, aber versuchten es wenigstens. Gunter litt immer noch am Sonnenbrand oder -stich. Er legte sich im Wohnmobil hin während wir mit Andrea den Strand lang liefen. Noah sah viel mehr als wir anderen - seine Augen sind sehr geschult, er ist einfach sehr aufmerksam, sah Tintenfische, die wir für Sandklumpen hielten und fand so allerlei. Sogar ein Stückchen Schwamm. Dann gab es noch Schaukeln auf denen die Kinder fast das Fliegen lernen konnten und so gegen 18:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Andrea, und fuhren zum Stellplatz in Trebuerden, da, wo die Frösche quaken. Da Gunter gar nicht fit war, ging ich auf einen sehr langen Strandspaziergang mit den Kids, ich wollte dringend mit Esra reden, denn er macht mir weiterhin einen sehr frustrierten Eindruck. Die Drei waren jedoch so wild alle am Erzählen, daß ich kaum zu Wort kam. Wieder wurden tolle Dinge in den Köpfen entworfen. Einer bringt eine Idee auf: ein Haus im Meer zu bauen, im Keller Fenster, die wie ein Aquarium wirken und es erlauben, denn Meeresboden anzuschauen, der obere Stock über der Flutgrenze, und bei Ebbe kann man ins Watt wandern. Diese Idee kam schon vor ein paar Tagen auf und sie erzählen weiterhin davon und besprechen Details. Vielleicht malen sie im Gemeinschaftsarbeit einen Plan davon. Wir kamen um 21:30 Uhr zurück und lauschten den Fröschen und beobachteten Fledermäuse, die niedrig und völlig lautlos über unseren Köpfe schwebten. Noah war absolut begeistert und wir blieben noch eine Viertelstunde länger draußen. Auch an dieser Küste sah ich Häuser, die einfach traumhaft für uns wären. Mal ein paar Jahre hier wohnen? Nach den Nudelsüppchen schauten die Jungs noch das Lexikon an und sie fanden alle Boote und Anker. Wieder viel zu spät schliefen sie ein und morgen wollen wir wieder früh raus, denn diesmal ist die Bootstour schon reserviert:-)

schnecke

wahrscheinliche eine nordische Purpurschnecke

Noah

Noah in der Algenmasse, die durch Überdüngung der Felder schlimme Ausmaße annimmt - Andrea meint, daß im Sommer Lastwagenladungen voll abtransportiert werden müssen, da sie den Strand blockieren und beim Vergammeln mächtig stinken.

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