18.März - Ferienbeginn
Endlich ist es mal wieder so weit! Die Bretagne wartet sicher nur auf uns:-) und wir wollen das Meer riechen! Mein Bein ist zwar noch nicht so gut beweglich, die Schrauben im Knöchel scheinen zu reiben, das Gelenk ist gereitzt und ich sitze abends mit Quarkwickeln herum. Die lindern jedoch den Schmerz sehr gut, so mache ich es gerne. Endlich bekam das Wohnmobil auch mal einen richtig gründlichen Check Up. Wir hatten uns entschieden, die Sache nun selbst in die Hand zu nehmen und nicht mehr auf Ausbesserung von Seiten des Händlers zu hoffen. Die Werkstatt schaute alles durch, baute die Lenkung und Antriebswelle usw nochmal auseinander, schmierten, warteten. Jetzt quietscht nichts mehr, es zieht endlich nicht mehr und die Lenkung schlackert nicht! Ah, ein wunderbares Fahrgefühl - es hatte sich gelohnt, die teure Rechnung hinzunehmen! Einen Tag vor der Reise gab es eine kurze Aufregung, denn beim Auffüllen des Wassers (was wir sonst immer erst am Abfahrtstag gemacht haben!) entdeckte Gunter einen Riss im Druckausgleichsbehälter. Es war halb sechs und wir reagierten sofort. Ein Anruf beim Wohnmobilhändler im Planig und dann das Erstatzteil abgeholt und eingebaut! Uff!
Wie immer kam vor der Reise viel zusammen, mein Bein schmerzte immer mehr, aber, wie gesagt, die Meeresluft ruft, ich fuhr auch mit Schmerzen los. Gunter hatte ja im letzten Sommer sehr viel Fahrerfahrung gesammelt, ich kann knöchelbedingt nicht so gut lange fahren, so wechseln wir uns nun häufiger ab, was auch den Kindern zu Gute kommt, denn ich spiele dann was mit ihnen hinten, oder einer darf nach vorne. Heute war Kniffel dran. Ansonsten hören wir wieder viele Hörspiele, die wir den Winter über immer mal wieder irgendwo im Sonderangebot besorgten. Auch die von der letzten Reise sind teilweise lange nicht mehr gehört worden, ich habe so viele CD's bunt gemischt, damit jeder auf seine Kosten kommt. Auf der langen Anreise hörten wir "Ensel und Krete" von Walter Moers, ziemlich abgefahren, das Stück.
Gegen 16:00 Uhr brachen wir endlich auf, aber wir haben die Reise nicht wie üblich um einen Tag verschoben sondern sind tatsächlich am geplanten Tag gestartet - zum Ferienbeginn. Die Ferien sind kürzer als sonst, so können wir leider sowieso nur 2 Wochen am Meer verweilen und da möchten wir jeden Tag nutzen. Erst gegen 22:00 Uhr hielten wir kurz vor Reims zum Übernachten zwischen den Lastwagen. Wir gingen auch sofort ins Bett, denn am Morgen hatten wir geplant sehr früh weiterzufahren.
19. März - Normandie wir kommen!
Auch dieses Mal zieht es uns zu bekannten Orten, aber auch Neues wollen wir entdecken. Leider verzögerte sich unsere erste Begenung mit dem Meer, weil wir im dichten Nebel eine Autobahnabfahrt verpassten. Das kostete nicht nur viel Zeit, denn es gibt kaum Ausfahrten auf französischen Autobahnen, nein wir mußten auch die Gebühren zweimal zahlen. Zum Glück lies der Nebel am frühen Nachmittag nach, das Fahren durch die "helle Soße" ermüdete uns gewaltig. Es war, als führen wir durch einen sehr, sehr langen Tunnel, denn es gab keine Landschaft weit und breit, die Autos, die uns überholten, denn jeder fuhr trotzdem seine 120 km/h, verschwanden schon nach kurzer Zeit, einfach plups da waren sie weg. Jeder hatte sein Nebellicht an, und da man die normalen Lichter gar nicht sehen konnte, sah es aus, als wäre die Autobahn voller "einlichtiger" Autos!
Um etwas Neues sehen zu können fuhren wir die Normandie also weiter östlich an als üblich und waren beim Cap Hornu bei St Valerie sur somme etwas frustriert, weil für Wohnmobile keine Parkmöglichkeiten da waren. Für mich, so beinlahm, wird das schwer, wenn man zusäzlich noch am letzten Ende parken muß mit den großen Kisten:-( Nun, ich kann es ja auch verstehen, wenn im Sommer einfach zu viele der Womos am Meer herumfahren, alle nach Diesel stinken und die Leute teilweise das Abwasser gerade da ablassen, wo sie stehen.....
Schon am ersten Tag am Meer sahen wir zwei, für uns, neue Leuchttürme. Der erste war am Cap Hourdel, wo wir unsere erste kleine Wanderung machten. Ich testete am Strand das Makroobjektiv, welches wir extra für die Muschelaufnahmen gekauft hatten. Beim Wechseln der Objektive kam allerdings ein sehr großer Fussel auf den Sensor:-( Anscheinend ist die 20d wesentlich empfindlicher für Staub bei Objektivwechsel! Zu Hause hatten wir gerade die D 60 gereinigt und die 20d, die jetzt auch mit auf Reisen geht, getestet, alles Bestens. So packte ich das Spezialputzzeug nicht ein! Schade, jetzt muß ich wahrscheinlich alle Bilder dieser Reise retuschieren:-(
Nun, dieser erste Ausflug zeigte mir sofort, wo die Schwächen mit meinem Sprunggelenk liegen - Kieselstrände eignen sich nicht! Ich kann seitlich nichts abfangen. Vorsicht ist geboten! Ich fühlte mich wie eine alte Oma, die nicht mehr vorrankommt und Angst hat. Ja, man wird halt älter!

unser Wohnmobil mit dem Leuchtturm am Cap Hourdel

Makros am Strand - die Eierkapseln der Wellhorschnecke - man sieht diese Hüllen sehr oft

eine Rocheneikapsel
Das Makroobjektiv (Tamron 2,8/90mm) in Verbindung mit der 20D erweist sich als optimal! Ich kann am Strand ohne weiteres mit 400 ASA fotografieren und quäle mich nicht mit dem Stativ am Boden im weichen Sand. So kann ich schön weit abblenden und habe scharfe Bilder!
Der Leuchtturm Nummer 2 für heute steht in Brighton, bei Cayeux sur Mer. Das Licht war nicht toll, die Wolken jedoch interessant. Das das Meer sowieso recht weit von diesem Leuchtturm weg ist, gibt es nur dokumentarische Photos:-)

der Leuchtturm in Brighton im Gegenlicht

der Leuchtturm von der anderen Seite
Es war schon recht spät und Samstag, so machten wir uns auf zum Supermarkt. Denn kaum fährt man über die Grenze, liest die französischen Schilder, sieht die Leute mit Baguetts, da will man auch welche! Und Croissonts! Lecker! Zum Frühstück sind wir nun versorgt. Wie üblich hatten wir auf der ersten Reise im Frühjahr unsere Waschsachen vergessen. Ich dachte da liegt noch was im Wohnmobil, Gunter hatte es letztes Jahr ausgeräumt. Wir waren somit ohne Schampoo und Zahnpasta! Da wir auch in Deutschland nur noch unsere Lieblingszahnpasta aus Frankreich benutzen, und unsere Herbstreise ja ausgefallen war, stockten wir so den Vorrat auf! (Ich finde es sehr schön diese Gegenstände des täglichen Gebrauchs in anderen Ländern zu kaufen, denn man denkt so immer wieder an die Reisen zurück. Wir haben zu Hause also ein ganzes Aresenal an Kleinigkeiten aus allen Ländern, die wir bereist haben:-)) Gunter war mit den Kindern in den Laden gegangen, ich ruhte mich aus und legte das Bein hoch! Nach kurzer Zeit war es aber ganz schön einsam so allein, das bin ich gar nicht mehr gewohnt. Mein Bein dankte es aber!
Heute wollten wir früh schlafen, damit wir morgen mehr vom Tag haben. In Quiberon hatten wir einen Stellplatz erwartet, der wohl doch woanders war. So fanden wir in St Aubien den Strand wieder, den wir vor Jahren so gemocht hatten, danach aber nicht mehr finden konnten. Dort wollte ich die neue Kamera auf Langzeittauglichkeit prüfen. Ich habe das gute Gerät zwar schon seit September, konnte bisher aber noch keine richtig langen Aufnahmen machen. Es war sehr kalt am Strand, die Kinder waren mit Kopftüchern versorgt, Gunter hatte keins, weil er dachte es wäre schön warm. War es auch, früher am Tag, aber, wenn die Sonne weg ist, ist es richtig kalt. Ich stellte mich noch etwas unroutiniert an, bei den ersten Bildern, aber bald habe ich sie wieder: meine Routine. Noch ist die Fotoweste nicht eingelebt - bei dieser Art der Fotografie muß jeder Griff in die Weste stimmen, sonst verliert man den Spaß, weil es zu lange dauert. Noch dazu, wenn die Finger schneller klamm werden als es praktikabel ist. Esra hatte eine sehr große Jakobsmuschel gefunden, die nutzte ich als Fotomotiv.

mit dem 64 fach Graufilter, denn es war schon recht dunkel

die Jakobsmuschel

und noch eins - Fazit: meine Neue ist perfekt für Langzeitaufnahmen, auch, wenn der Okularverschluß weniger praktisch ist! Dieses Photo wurde auch mit 64 fach Graufilter gemacht, aber die Muschel angeblitzt, damit sie strahlt

ein "freihand" Mondbild
Fast hätten wir wieder an altbekannten Stellplätzen übernachtet, denn Dieppe reizt uns eigentlich immer, so auch Le Treport. Aber: es soll einen schönen Stellplatz in St Valerie-en-caux direkt am Meer geben. So schauten wir uns das mal an! Ja, wunderbar. Direkt an der Steilküste, die hoffentlich nicht runterkracht, und ganz toll: ein Leuchtturm in Sichtweite! Wunderschön. Trotz Hinkebein, mich zieht es raus, Esra kam mit und so versuchte ich Nachtaufnahmen. Gunter befand das Wetter als zu kalt! Mir war's auch kalt und auch Esra fror, aber: jetzt hat mich mein juckender Fotofinger wieder! Ich will raus, die Wellen hören, die Sterne sehen, die Leuchttürme blinken sehen. Die Bilder waren nicht schlecht, ich hatte aber leider den Drahtauslöser vergessen. Nachdem ich die Aufnahmen auf dem Notebook beurteilt hatte, zog ich mich wieder warm an und lief diesmal allein zum nahen Leuchtzeichen. Die Sterne standen am Himmel, Feuchtigkeit lag in der Luft, die Kälte kriecht in die Knochen, und ich bin trotzdem glücklich! Ein paar Aufnahmen mache ich also, mit Taschenlampe bewaffnet, denn der Leuchtturm und der Weg brauchen Licht. Die längste Aufnahme, die ich heute machte war 8 Minuten und ich bin begeistert. Jetzt schlafe ich besser, denn es ist viel zu spät.

erste Aufnahme, Esra war Ausleuchter, er hat den Steg und den Leuchtturm mit der Taschenlampe "belichtet"

Sternenbahnen in der Normandie, diese Kamera ist super! Eigentlich kein Rauschen zu sehen bei den minutenlangen Aufnahmen!