21.3. von Barfleur nach St Michel
Um kurz nach 5:00 Uhr weckte mich die Müllabfuhr, die an dem Badeplatz den Müllmeimer mit einer unglaublichen Lautstärke leerte. Vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil ich aus den Träumen gerissen worden war?! Es war noch stockdunkel, von Sternen auch kein blasser Schimmer. Auch, wenn ich nun wach war, lohnte sich das Aufstehen nicht. Ich lag noch 2 Stunden wach und schlief leider dann nochmal ein! Nun, so schlimm war es nicht, denn es blieb bedeckt. Um 8:00 Uhr waren auch die Kinder wach, so zogen wir sofort zum Strand, der ja direkt vor der Wohnmobiltür lag. Ein klein wenig kam die Sonne durch den Wolkenschleier und ich machte Langzeitaufnahmen, während die Kinder spielten. Gunter kam irgendwie nicht so recht raus, er kam dann nach. Das Licht war sehr uninteressant, die Mägen sehr leer, so begaben wir uns auf kürzestem Weg zum Hafen von Barfleur um Brot und Croissonts zu kaufen und dort im Hafen direkt zu verspeisen. Lecker! Super frische Croissonts direkt vom Bäcker:-)

morgens früh am Strand machen wir Werbung:-) sehr vergängliche allerdings!
Mit richtig dicken Bäuchen fuhren wir zum Leuchtturm von Gatteville, der nur 2 km entfernt ist und den wir in der letzten Nacht fasziniert beobachtet hatten, denn die beiden Strahlen, die er in kurzen Intervallen aussendet, wie rießige Finger in der dunklen Nacht sind sehr lang und beeindruckend. Toll, wie weit das Licht reicht. Jetzt standen wir, leider in sehr schlechtem Wetter, direkt am Leuchtturm und wir nahmen uns vor, den großen Lichterwerfer anzusehen. Denn, wir hatten großes Glück mit den Öffnungszeiten: im März und Oktober ist der Leuchtturm von 10-12 Uhr geöffnet und es war gerade 10:00 Uhr! Aber, der Leuchtturm ist hoch, es gibt genau 365 Stufen zu ersteigen, was mir wohl Mühe bereiten würde. Nun, der Aufstiegt steigerte zwar die Herzfrequenz gewaltig, aber mein Fuß machte mit. Oben angekommen hatten wir zwar keinen Weitblick, aber viel frische Luft in heftigen Böen. Uff, ganz schön hoch, es sah toll aus. Aber so ganz Höhenfest sind Amy und ich nicht. Amy hatten wir sowieso überreden müssen, die kreiselnden Treppen hochzuklettern, denn sie mag diese leuchtenden Türme nicht besonders, wenn man anfängt mit der Besteigung, hinterher ist sie immer diejenige, die am begeistersten erzählt, wenn wir es geschafft haben. Noah meinte: "tolles Ereignis", er war mit Esra zusammen den Turm hoch und auch wieder runter gerannt! Esra hatte einen Puls von über 200. Die Aussicht lohnt sich bei gutem Wetter sicher, heute brachte es uns eher nichts. Es war aber schön, das Bauwerk von innen zu bestaunen, vor allem die großen Fresnel Linsen waren beeindruckend. Ich tat mich viel schwerer als die Jungs mit dem Abstieg, da mein Fußgelenk nicht die übliche Beweglichkeit hat, kann ich bei Treppen nicht abrollen, so humpelte ich mehr schlecht als recht wieder runter und fing schon an, das Unternehmen zu bereuen. Aber: ich kann's nicht lassen, liebe Leuchttürme über alles und muß jetzt endlich mal wieder was tun. Während der Fahrt kühlte ich mein Gelenk mit Quark, das tat gut.

der Leuchtturm von unten, ein gewaltiges Bauwerk!

Die Fresnel Linsen hoch oben im Turm, durch die Scheibe fotografiert

Blick nach unten - Amy war von den Spielzeugautos fasziniert:-)

glückliche Familie hoch oben über dem Meer
Jetzt war unser Leuchtturm Fieber geweckt, auf dem Weg Richtung Mt St Michel lagen noch weitere Leuchtfeuer und die wollten wir auch bei trübem Wetter ansehen. Es fing leider an zu nieseln, für Fotos war das Wetter nun gänzlich ungeignet. Schade! Nun, wir haben nur 2 Wochen, wir können nicht ewig warten bis es besser wird.
Der zweite Leuchtturm an diesem Tag lag am Cap Levy bei Fermanville. Der sah nicht so beeindruckend aus wie der bei Gatteville und war leider nicht zu besichtigen, es stand kein Verbotsschild dran, aber auch keine Öffnungszeiten. Ein paar Bilder haben wir dokumentarisch gemacht, nicht besonders halt bei diesem trüben Licht. Bei dieser Gelegenheit merkte ich, daß die D60 so langsam den Geist aufgibt, sie will nicht mehr und ist doch gerade mal 2,5 Jahre alt. Sie wurde schon heftig rangenommen, aber jetzt soll sie doch nicht den treuen Dienst einstellen! Nach langem hin und her brachten wir es fertig, daß wieder Batteriestrom floß, uff! Vielleicht hält sie durch, wenn ich ihr hinterher eine Wartung verspreche? (Sie ist auf der ganze Reise nicht mehr ausgefallen und hat wunderbar funktioniert, uff!)

der Phare am Cap Levy
Nach einer eher kurzen Wanderung im Nieselregen fuhren wir weiter. Da war noch ein Phare auf der Route. Und zwar am Cap de Carteret, von diesem Turm hatten wir ein Bild gesehen kurz zuvor beim Leuchtturm von Gatteville. Wir freuten uns schon auf die Besichtigung, denn der Treppenaufgang hatte auf dem Bild sehr vielversprechend ausgesehen. Leider wurden wir enttäuscht, der Zugang war verboten! Schade. Da wäre der Aufstieg nicht so antrengend gewesen. Übrigens hat Amy nun bei jedem Turm gefragt, ob wir nicht reingehen könnten:-) Manchmal muß man die Kinder wirklich überzeugen, und dann haben sie Spaß.

der Phare am Cap de Cateret - leider alles grau in grau:-(
Das Wetter wurde immer schlechter, es regnete nun. Auf dem Weg nach Mt St Michel kaufte Gunter zusammen mit Esra ein, ich ruhte mich aus, die beiden "Kleinen" spielten ausgiebig. Mir tat die Ruhe gut, ich muß zurückschalten, was mir viel besser gelingt, wenn richtiger Regen auf's Dach prasselt, wie es gerade der Fall war. Die Streck zog sich dann wieder dahin, wir hörten nun Roverrandom von Tolkien, der Verkehr war aber im Vergleich zum Sonntag angenehm. Gegen Abend erreichten wir unseren geliebten Klosterberg. Wir können es nicht lassen und ich habe früher mal getönt, daß wir so "Touristendinger" auslassen auf Reisen. Das ist jetzt unser 6. Besuch:-) Gunter kochte Schinkennudeln, mir wurde es sehr warm im Mobil, der Wind ist zwar noch kühl, aber tagsüber kann man es gut aushalten. Nach dem Essen zog es mich und die Kinder raus in die frische Luft. Die drei Kameraden warfen schon eine Weile Steine, dann schlichen wir zum Mont. Eher langsam als gemächlich, aber jetzt ging es nicht mehr schneller. Ich verzichtete zum Unmut der Kinder auf das vollständige Erklimmen des Klosterbergs, denn Treppen kann ich heute keine mehr bezwingen. Gunter kam nach einer kurzen Schnaufpause nach, dann umrundeten wir den Berg von außen. Das Laufen im weichen Lehmboden war angenehmer, wenn er eben war. Unterwegs hatte ich mich mit einem brasilianischen Ehepaar unterhalten, hatte sie fotografiert. Wir trafen sie auf dem Rückweg zum Mobil nochmal und baten sie kurz zu uns ins Mobil. Ich fand es schön, mal zu reden:-) Die Beiden haben auch drei Kinder, sind aber allein unterwegs. Sonst gab es heute nichts mehr, wir hoffen, daß das Wetter ab morgen wieder besser wird.

Kinder über den engen Gassen des Mont St Michel

die Kinder am Mt St Michel - mittlerweile habe sie Spaß daran, sich fotografieren zu lassen, sie freuen sich zu Hause dann über die Bilder!

nach Sonnenuntergang, nun, an einem Tag, an dem wir die Sonne gar nicht gesehen haben!

in dunkler Nacht
