22. März, St Michel nach Painpol

Ich hatte sehr schlecht geschlafen diese Nacht, denn wilde, seltsame Träume hielten mein müdes Gehirn auf Trab. Lange vor dem Wecker war ich wach, aber es regnete und war noch dunkel. Dann klingelte der Wachmacher gegen halb sieben und es wurde langsam hell, das Licht war sehr bescheiden. Schließlich fing es an zu schütten und dann kam ein ausgewachsener Sturm hinzu. Manchmal eignet sich das zum fotografieren, heute sah es einfach nur trist aus. Dafür lohnte es sich nicht, vor die Tür zu gehen. So schliefen wir also munter weiter, jedoch liesen uns beide (auch Gunter erzählte danach von seinen wilden "Nachtgeschichten", die Träume nicht los, so waren wir eher weniger als gut erholt trotz des mindestens 8 stündigen Schlafes. Der Blick zur "Meerespyramide" erhellte unser Gemüt, dazu die leckeren, frischen Schockocroissonts und schon waren wir alle munter. Wir beschlossen, weil wir schon oft auf dem Mont waren und weil meine Treppensteigfähigkeit doch eingeschränkt ist, weiter zu fahren. Auch für Langzeitaufnahmen eignete sich das Licht überhaupt nicht, aber St Malo ist nah und wir waren schon eine Weile nicht mehr im Grand Aquarium. Die Kinder fanden das mehr als gut und taten es lauthals Kund. Ja, das Wohnmobil bebte.

Ich saß schon mit dem Schlüssel in der Zündung, da hielt ein kleiner Mietwagen neben uns. Das brasilianische Ehepaar von gestern abend winkte fröhlich und gab uns eine Karte mit Adresse und email und einen Amueltt oder Talisman, mit einer Heiligenfigur, welche uns auf der Fahrt beschützen soll! Wir freuten uns sehr, bedankten uns und hängten das gute Stück sogleich an den Rückspiegel. Vielen Dank!

Die Fahrt war wieder von Hörspielen belebt, und schwupps da waren wir schon da, so langsam kennen wir uns aus, in der Gegend, die doch sehr bewohnt und deshalb auch befahren ist. Der Eintritt war recht heftig, 56 Euro! Denn diesmal zahlten alle Kinder und wir natürlich. Die Begeisterung war sehr groß, unsere Drei lieben Aquarien und schauen jeden Fisch an. Wir beschäftigten uns derweil mit dem Fotoapparat, besonders bei den Quallen. Die Runde mit dem U-Boot, Nautibus, fuhr ich nicht, denn mein Bein schmerzte wieder sehr und ich hatte Kopfweh, so ruhte ich mich aus. Auf den Film, an den wir uns vom letzten Mal sehr psotiv erinnern, denn es war ein 3-d-Film, verzichteten wir, nachdem wir mindestens 30 Minuten gewartet hatten und nochmal solange hätten warten müssen.

Qualle

eine der schönen Quallen

Qualle

Quallenmuster von oben

Seerose

Papageifisch

Fisch

Kinder vorm Becken

so groß sind die Becken

Esra erforscht

Esra erforscht die Fische im "Anfassbecken"

Amy redet schon sehr lange davon, daß auch sie eine Kuschelrobbe haben möchte. In Alta (Nord-Norwegen) hatten wir eine im Museum gesehen, die außergewöhnlich schön und genauso teuer gewesen war. Jetzt 8 Monate später konnte ich Amy immer noch von dieser Robbe reden hören, sie besprach sogar mit ihren Brüdern, daß sie deswegen nochmal in den hohen Norden wolle. Während die anderen im Nautibus saßen, schaute ich mir schon mal den Souvenirshop an, denn Amy hatte beschlossen, die Sache nun in die eigene Hand zu nehmen. Sie hatte von der Oma 10 Euro für Ostern bekommen und von uns nochmal 5 Euro Taschengeld. Davon plante sie schon seit Tagen, eine Robbe zu kaufen. Der Laden hatte nur eine Plüschrobbe. Und zwar genau die, die wir in Alta gesehen hatten, nämlich vom WWF. Und zum gleichen Preis. 45 Euro! Mei Herz, mei Nerve! Um die Sache kurz zu machen - wir fanden das kleine, kuschlige, weiße Ding so hübsch, daß wir es zähneknirschend als kaufenswert einstuften. Danach saß Amy sehr glücklich, die kuschelweiche Robbe haltend, im Sitz und lauschte den Hörspielen auf der Fahrt.

In Yffniac sahen wir eine Hyper U und besorgten unser täglich Baguette. Zudem Fisch für Mittagessen und ein paar nette Ostersachen, die es in Deutschland nicht gibt, z.B. Schokolandenfisch:-)

Im Internet hatte ich von guten Muschelstränden gelesen, wir suchten einen davon am Plage de les Rosaires auf und wurden belohnt. Tolle Muscheln. Leider trieb uns die Flut immer weiter zurück bis schließlich das Sammeln unmöglich war. Wir hatten jedoch die Möglichkeit ein paar Stunden muschelsammelnd und fotografierend im strahlenden Sonnenschein zu verbringen. Das tat so gut, der glatte, ebene, weiche Sand belief sich gut von mir, das Meer rauschte hin und zurück, die Luft war frisch, der Wind mäßig, die Sonne warm. Als die Flut uns an den Rand des Strandes getrieben hatte und unsere Tüte schon fast voll war, bereiteten wir den gerade gekauften Fisch und dachten, in ein zwei Stunden könnte man sicher wieder sammeln. Das Essen war gut, etwas zu üppig, wir waren pappsatt danach. Das Wasser stand jedoch immer noch viel zu hoch, so entschlossen wir uns den zweiten Strand in meiner Liste zu suchen, hatten aber kein Glück mehr. Viele Stände waren sehr klein und kieselsteinig, also muschelfrei. Anderen waren für das Wohnmobil nicht erreichbar. In Binic war ein schöner großer Strand leider gar nicht zu erreichen, auch einen schönen Leuchtturm sahen wir an der Hafenmole aber die 1-2 km wollte ich mir am Abend nicht mehr antun. Die Parkplätze für Wohnmobile waren einfach viel zu weit weg.

Schnecke

Wellhornschnecke, (Buccinum undatum)

Schnecke

eine Nabelschnecke (Euspira catena)

Am Plage de Palus waren wir früher schon mal gewesen, ein rießiger Kieselsteinhaufen wurde zum Schutz angefahren. Sandstrand war wegen der hohen Flut nicht erreichbar. Wir entsorgten aber an dieser Stelle und fuhren dann doch nach Paimpol, um vor der Insel Brehat zu übernachten, denn wir wollen morgen mal eine Tour mit dem Boot machen.

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