24. März, Ein Tag mit Andrea und Thomas, Le Diben am Abend
Es war sehr spät geworden gestern abend, durch die lange Phototour und den Dick und Doof Film. Aber die Kinder hatten sich schon lange darauf gefreut. Einen knalligen Sonnenaufgang gab es nicht, die Sonne kam nur sehr schwach hinter den Wolken raus, eigentlich kaum der Rede wert. Um kurz vor 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg, und da kam sie dann, die geliebte Sonne. Wir dachten, daß es schön wäre, nun am Leuchtturm zu sein. Aber es ist beschwerlich, das Womo wieder in der engen Stadt zu parken, den relativ weiten Weg dahin zu laufen und dann wäre die Sonne wahrscheinlich wieder zu hoch.... Nun, ständig denke ich, daß es wohl besser wäre hier oder da zu sein. Wie das halt mit Fotografen so ist. Der Zeitpunkt ist das Wichtigste. Stimmt der nicht, stimmt das Licht nicht, stimmt das Bild nicht. Vielleicht lerne ich das Verweilen noch und das genießen. Vielleicht bin ich aber auch nur ausgehungert nach Landschaftsfotografie und habe ständig im Hinterkopf, daß man in 2 Wochen nicht viel machen kann:-(
Wir fuhren zur Grand Ile, sahen hinaus auf die Felsen im Meer, die Sonne knallte nun schon. Wir sahen keinen guten Platz, fanden aber ein Telefon von dem wir Andrea und Thomas anriefen, um uns zu verabreden. Wir wollten gemeinsam frühstücken, am besten im Freien mit Blick zum Meer:-) Die beiden kennen die besten Picknick Plätze! Dieser war in St Efflam und hatte etwas über dem Meer einen wunderschönen Blick zu beiden Seiten in die Buchten. Wir kamen bei recht niedrigem Wasser an und konnten so die Gezeitentümpel untersuchen. Ich kam auf den Felsen nicht so gut klar, aber Andrea und Thomas kletterten mit den Kindern herum und sie fanden eine ganze Menge in den Tümpeln. Toll, unsere Drei fanden das klasse. Ich fotografierte derweil Muscheln, Schnecken und was es sonst noch gibt. Zweimal wurden wir zielich naß geregnet, wir hatten natürlich so nah beim Wohnmobil keine Regensachen mit, aber holen konnten wir auch keine mehr. Nun, nicht schlimm, denn es war recht warm.

Andrea mit Strandkrabbe

ein Krebs in Esra's Hand

eine Wachsrose (Anemonia viridis) - Andrea griff in eine rein, die Kinder machten es gleich nach und lachten, es kitzelt. Ich wußte bisher nicht, ob man drangreifen soll, deswegen haben wir es nie gemacht. Amy erzählt noch davon, es war ein tolles Erlebnis für sie.

Wachsrosennahaufnahme

Seepocken (Semibalanus balanoides), Pocken sind Krebse

Napfschnecke (Patella) und Seepocken

Felsen im Sand, ich finde, es gibt so viele tolle Muster zu sehen an den Stränden
Wir hatten aber auch viel Zeit zur Unterhaltung und zwischenzeitlich gab es erst Frühstück und dann Mittagessen (Suppe von unseren Freunden, Frikadellen Brötchen von uns). Esra, Noah und Amy liefen fast die ganze Zeit am Strand herum und forschten oder spielten. An diesem Strand läuft überall Wasser ab, was zu kleinen Rinnsalen führt, darauf kann man wunderbar Tangboote fahren lassen. Irgendwann fand Noah ein Stück des begehrten Meerohres (Abalone) und da war der Sammlertrieb erwacht. Nun suchten sie in der hereinkommenden Flut am Spülsaum nach seltenen und schönen Muscheln ab. Und sie wurden belohnt, denn es gab ganz Tolles zu finden. Die Fundstücke wurden auf Felsen drapiert, Noah kam hoch zu uns, um mich zu holen, damit ich die Kunstwerke bestaunen konnte. Irgendwann waren die drei jedoch so ins Suchen vertieft, daß alle fast bis zu den Knien naß waren, natürlich mit Schuhen, Strümpfen und Hosen. Dann durch den nassen Sand zum Wohnmobil gelaufen, wow, die sahen aus wie Sandmännchen. Die Reinigungsaktion dauerte etwas und dann zeigten uns Thomas und Andrea noch einen schönen Platz, auf dem man evtl übernachten könnte, das werden wir auch mal machen, aber heute wollten wir noch ein wenig fahren und noch eine schöne felsige Stelle zum fotografieren suchen.
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Die beiden Auswanderer hatten uns eine schöne Strecke am Meer entlang gezeigt, die genossen wir im Sonnenschein und bei Flut! Wir machten noch einen etwas längeren Photsstopp unterwegs in Loquirec, denn da waren sehr viele Strandläufer in sehr enger Formation am Strand, hinten dran ein einsames Haus und weiche Wellen. Ich fand es mal wieder erstaunlich, daß viele Leute Dinge erst bemerken, wenn man eine Kamera aufstellt, das muß ja dann interessant sein. Als wir ankamen waren die Leute sehr uninteressiert an den Vögeln, sie spielten mit Hunden oder Kindern oder lagen einfach nur am Strand. Dann richteten wir zwei Kameras auf Stativen in die Richtung und jeder hielt inne, schaute, was es gab und wollte die Vögel aus der Nähe sehen. Eine kleinere Gruppe lies sich vom Stativ etwas hinten halten, aber es dauerte nicht lange, da verjagte eine Frau, die viel zu nah rangegangen war, die hin- und herlaufenden Vögel. Die Frau war trotzdem total begeistert und strahlte über das ganze Gesicht. |
![]() das einsame Haus, mit den Strandläufern im Vordergrund - so einsam, wie es aussieht war es übrigens nicht! |

Strandläufer
Schließlich fanden wir in Le Diben einen Stellplatz im Hafen, eher per Zufall, denn ausgeschildert war nichts, die Boote sehen toll aus, aber wir wollten noch Fotos von wilden Wellen machen. So fuhren wir nur eine Straße weiter und fanden einen idealen Strand für uns. Super! Die Sonne schien noch, stand schon tief am Horizont. An einem Strand hatte ich Probleme, denn es gab hier sehr große Kieselsteine, die rollten und rutschten, auf denen fühlte ich mich sehr unsicher, aber ich kam an Stellen, die auch mich fotografisch beschäftigten. Die Wellen knallten nur so herein, die Sonne beschien sie von hinten und brachte sie zum Leuchten. Dazu die unterschliedlichsten Gesteinsarten und das rötliche Abendlicht. Esra hatte ein Holzstück gefunden, welches er ins Wasser beförderte, das bewarfen die Kinder dann mit großen Steinen. Da können sie das Zielen gut üben, und sie waren lange beschäftigt. Nach einer ganzen Weile wanderten wir die Küste entlang und entdeckten noch schöne Stellen. Toll war das heute abend. Erst etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, der leider in einer tiefen Wolkenbank verschwunden war, liefen wir zurück zum Mobil, es wurde kühl, aber wir waren noch immer ohne Jacken unterwegs.

Es war sehr schön, daß Heranrauschen der Wellen zu hören, vor allem, wenn jedesmal die großen Kiesel rollen

ich mag die verschiedenen Felsformen sehr gerne, das Laufen darauf allerdings weniger!

mit 1000fach Graufilter

große Felsen in der Nacht

Esra und Noah halten den "kleinen" Mond:-)

eine Langzeitaufnahme mit den Kindern im Vordergrund