25. März, Brignogan
Gegen 7:00 Uhr klingelte der Wecker, der Blick auf den Hafen war schön, so standen wir auf, die Kinder wollten nicht recht wach werden. Wir fuhren nur an die schöne Stelle von gestern (ca. 2 Minuten), die Kinder noch im Schlafanzug, und da die Drei noch unter den Decken liegen bleiben wollten, gingen Gunter und ich alleine los, denn wir fanden gute Fotoplätze, von denen wir einen Blick auf das Mobil hatten. Lange dauerte es nicht, da kam Amy nach und dann schimpfend Esra. Die beiden streiten sich im moment dauernd. Sind wohl zwei Häuptlinge, keiner will Indianer sein. Noah kam als Letzter, der streitet eigentlich nie. Liest die ganze Zeit, ein Buch nach dem anderen, auch mitten im Trubel! Für die Reise hat er ein ganz dickes Buch aufgehoben, ich finde das toll!

der Strand morgens um 7:00 Uhr

eine kürzere Langzeit, 2 Sekunden

und wild spritzende Gischt
Das Licht war relativ gut, nicht perfekt. Die Felsen lagen halb im Schatten, das ist ziemlich schlecht. Als die Sonne jedoch so weit war, daß alles in der Sonne lag, war es zu grell. Die Wellen knallten an den Strand, es war super. (Nur Amy und Esra kappelten sich immer noch neben mir, was die Stimmung etwas trübte). Nach der ersten guten Fototour gab es Frühstück bei offener Tür und direkt am Meer stehend. Leider war uns Brot und Croissonts ausgegangen, daher griffen wir auf Müsli zurück.
Wir fuhren erst mal zurück zum Stellplatz, denn die Toilette war schon wieder voll. Die Bretagne ist wirklich super gut ausgestattet mit Stationen. Wir brauchten nun frisches Brot und ich wollte nach einem Reinigungssett für die Canon suchen. Brot bekamen wir, das Reinigungsmittel natürlich nicht. In Lanivisiau sahen wir einen großen Maskenumzug in der Stadt. So richtig mit vielen Kindern, bunten Kostümen und viel Konfetti. Und das am Karfreitag!? Wir müssen mal fragen, was es damit auf sich hat. Nach einer Weile hatten wir die Nase voll, einen guten Kameraladen würden wir hier nicht finden. Also begaben wir uns auf direktem Weg zu unserem Lieblingsstrand, nach Brignogan zum Leuchtturm. Die Sonne schien nach wie vor, der Wind war kühl. Die Kinder haben nicht mehr so viele Schuhe, weil ein ganzes Arsenal hier im Wohnmobil zum Trocken steht, die Feuchtigkeit möchte anscheinend aber nicht mehr raus. So lief erst Esra, dann Noah und Amy barfuß. Ich fror schließlich so sehr, daß wir uns im Mobil aufwärmten, denn die Kinder vergessen beim Spielen schnell mal das Frieren und kühlen aus. Während die Kids Karten spielten, streckten Gunter und ich uns aus und ruhten. Hinterher hatte ich eine richtige Matschbirne. Anscheinend tat uns der kalte Wind nicht gut.
Den Leuten im Leuchtturm schenkte ich ein paar meiner Lieblingsbilder und ein Poster, aber das mein Frazösich genauso schlecht war, wie das Englisch des Bewohners, war unsere Unterhaltung sehr kurz! Ich wollte dann auch nicht fragen, ob wir den Leuchtturm ansehen könnten, denn das hätte nach Bestechung ausgesehen und das wollte ich nicht.
Wir liefen am späten Nachmittag also nochmal los, und zwar zum Strand rechts vom Leuchtturm und siehe da: der ist genauso schön, wie der andere. Auf dieser Reise reden wir doch öfters mal mit Leuten. Ich fange ganz vorsichtig mit meinem dürftigen Französich an und versuche auf Englisch zu schwenken. Dann haben die Leute gehört, daß es mir nichts ausmacht so schlecht Französisch zu reden und versuchen auch ihre oft dürftigen Brocken Englisch (die sind natürlich um Einiges besser sind, als mein Französisch) aber, so kann wenigstens eine kleine Unterhaltung zustande kommen. Und notfalls haben wir ja Hände und Füße und am Strand immer Sand zum Reinschreiben:-)

Mittagessen

beim Sandburgenbau

viele Reicherts

Herausforderung Meer: wer traut sich näher an die Wellen (und hat später die nassesten Füß?) Ein Langzeitexperiment mit Noah und Amy
Den Nachmittag hatten wir damit verbracht, kleine gelbe und braune Strandschnecken zu sammeln, wir möchten zuhause damit basteln. Hier versuchten wir noch ein ganz besonderes Bild zu gestalten. Nämlich www.5reicherts.com mit den kleinen, bunten Muscheln zu legen und dann per Langzeitaufnahme aufzunehmen. Leider klappte es nicht, da die Flut schneller kam als gedacht und kaum war ein verwackeltes Photo geschossen, da schwappte die nächste Welle über den Felsen und die Kunst war weg!

Esra legt den Schriftzug

Abendstimmung - besser wurde sie leider nicht

von der Stelle aus wurde das vorherige Bild gemacht, diese Felsen sind schon gewaltig, was?

Felsen und Wellen - die abfließenden Wellen nehme ich am Liebsten mit dem 64 fach Graufilter auf, denn dann hat man noch Struktur im Wasser.

Die Flut geht wieder zurück - eine kurze
Langzeit:-)
Heute sahen wir am Strand einen Mann, der eine Babywiege im Form eines kleinen Bootes bei Fluthöchststand ans Wasser stellte. Dann ging er weg. Wir dachten, daß das vielleicht ein Brauch zu Ostern sei?! Seltsam, oder? Ich bin von Grund auf wissbegierig, so ging ich hin und wartete auf die Gelegenheit zum Fragen. Plötzlich kam noch die Frau des Herrn mitsamt dem Baby. Irgendwie mußte ich an Moses denken:-) Nein, das machten sie natürlich nicht! Ich fragte also einfach frech raus: das soll eine Karte werden mit einem ganz besonderen Bild. Also, das Baby lag dann im Körbchen, dann die Wellen und der Leuchtturm im Hintergrund. Natürlich völlig gefahrlos für's Kind, denn die Flut ging schon zurück und die Wiege stand ganz sicher! Tolle Idee, was? Ich habe auch ein Bild gemacht, aber das zeige ich hier nicht, denn das ist ja nicht unsere Idee und auch nicht unser Baby!
Später kam ein älterer Herr mit Digitalkamera und Stativ des Weges. Ich sprach ihn natürlich wieder an, und wieder redeten wir recht gut, wenn auch viel Kauderwelsch:-) Wir packten es aber uns über Langzeitfotografie auszutauschen und ich zeigte ihm, wie man mit dem Graufilter arbeitet. Wir haben zufällig die gleiche Filtergröße, so konnte er sogleich Bilder machen, ich hatte schon viel zu viele von genau der Stelle. (Auch, von den Jahren zuvor!)
Durchgefroren wie wir es nun waren und leider wieder völlig ohne schöne Lichttstimmung, weil die Sonne etwa zwei Stunden vor Sonnenuntergang hinter einer Wolke verschwunden war, entschieden wir, einen Platz im Hellen zu suchen. Wir fuhren nach Neizvran, wo wir nun die Küste auf der linken Seite haben, und fanden zwei französische Wohnmobile mit Meerblick stehen, da gab es reichlich Platz für uns und wir verweilen nun genau in der Mitte. Eine Telefonzelle gibt es auch, da riefen wir mal beide Omas an, um zu hören, wie warm es gerade in Deutschland ist:-) Und, daß wir zu Hause im moment nichts verpassen. Die Kinder waren heute richtig müde, dauernd so früh raus und den ganzen Tag an der frischen Luft! Der Hunger ist auch entsprechend, wir schaffen es kaum, rechtzeitig Mahlzeiten zu zubereiten.
Ich bin wieder die Letzte, die hier mit Quarkwickel sitzt und schreibt, alle anderen schnarchen schon, es ist gerade 22:15 Uhr, so gehe ich auch ins Bett, denn die Anstrengung steckt mir in den Knochen (und Schrauben und Platten!) Dann bin ich morgen wieder munter für neue Taten UND hoffentlich wir dann wenigstens das Licht gut!