26. März, Nebel an der Küste, Brest, Kein Phare de Ile Vierge, Phare de Petit Minou
Schon wieder so ein Tag mit langweiligem Licht am morgen. Der Wecker klingelte umsonst! Wir trödelten, was auch gut tut. Der extrem kalte Wind von gestern steckt uns in den Knochen, ich habe Halsweh. Wir beschlossen nach Brest zu fahren, denn die Fussel auf der 20d nerven ungemein! Manchmal kann man gar nicht mehr wegstempeln. Ich traute mich nicht recht, so mitten in die Stadt zu fahren, aber ich bin ja nicht so schnell zu Fuß und es war spät und Samstag. Also mitten rein, in die Industriestadt, die wir gar nicht so schön finden. Wir fanden glücklicherweise einen guten Parkplatz, ziemlich nah an einer Touristeninformation, wo wir nach den Läden fragten, um nicht zu lange suchen zu müssen. Auch für den nfac (einen Laden, der auch Fotosachen haben sollte) standen wir gut, so waren wir in ca. 10 Minuten da. Und wir hatten nochmal Glück und es gab ein Reinigungsset, noch habe ich den Sensor aber nicht gereinigt. Und es später am Abend natürlich bereut, denn wieder sind viele Bilder "verschmutzt". In fnac kauften wir auch den Soundtrack zu "Die Kinder des Monsiuer Mathieu", den Film mögen wir sehr und die Musik paßt gut zu Frankreich. Wir hörten sie dann heute gleich dreimal, ach, wie schön!
Ich war geschafft, der Verkehr, das Gewusel, die vielen Kreisel. Wir brauchten noch Baguette und was für drauf, und da Ostersamstag ist, wollte Gunter auf "Nummer Sicher" gehen und sogleich in Brest einkaufen, nur wuselte es auf dem Parkplatz zum Carrefour auch so sehr, daß mir ganz schwindelig wurde mit unserem sperrigen Kasten. Gunter und Esra gingen allein los, wir ruhten uns aus. Nach dem Einkauf dann noch tanken, denn manchmal ist es am Wochenende für uns schwierig, denn für die Kreditkarte haben wir keine Pin Nummer. Auch da war es rappel voll! Ich würde so gerne mal zum Phare de Ile Vierge fahren mit dem Boot und hochsteigen. Wir dachten, daß die Chancen in der Nebensaison vielleicht am Ostersonntag am größten seien. Aber kaum waren wir Küstennah, schon verschwand alles im Nebel. Man konnte von der Hafenmole kaum die Boote sehen, den Leuchtturm hörte man heute nur hupen. Zudem standen überall Absperrungen, denn morgen scheint es eine Prozession zu geben. Wir könnten also nicht übernachten, denn um 7:00 Uhr muß alles frei sein. Bei dem Nebel kann man gar nichts machen, im Watt würde man sich verlaufen, zudem ist dieses Gebiet recht gefährlich, wenn die Flut kommt. Der Nebel war aber auch so naß, daß man ebensogut im Regen spazieren könnte.

Boote im Nebel
So entschlossen wir uns weiterzufahren und zwar Richtung Le Conquet, vielleicht ist der Nebel, der vom Meer reinkommt weiter westlich nicht so stark? Kaum waren wir 5 km ins Land gefahren schien die Sonne! Das lies uns hoffen. Doch sobald wir Richtung St Mathieu kamen, versanken wir wieder in der feuchten Masse. Dumm! Die Wellen in der Nähe des Leuchtturms waren erstens: extrem hoch und zweitens: sehr wild! Wir staunten mindestens ein Stunde lang über das Spektakel, waren hinterher sehr naß, nicht nur vom Nebel, sondern auch von der Gischt. Das Seltsame an den Wellen war, daß sie aus dem Nichts zu kommen schienen, der Nebel war so dicht, daß man sie nur wenige Sekunden vor dem Aufprall sehen konnte. Einige englische Kinder machten sich einen Spaß daraus zu testen, wer sich am nächsten an den Rand traut und am längsten verharrt, wenn eine richtig große Welle angerollt kam. Ich fand das sehr gefährlich, die Mutter stand daneben und lachte. Passiert ist nichts, aber wenn einer der beiden auf den nassen Felsen ausgerutscht wären, man hätte wenig machen können, denn die Wellen knallten einen Meter weiter krachend mit voller Wucht an die schroffen Felsen.

sprühende Gischt

Flut und zwar ganz hoch! Jetzt wissen wir auch, wie die Höhlen so weit hinten entstehen!

wruuum
Am Pointe de St Mathieu fuhren wir vorbei, denn den schönen Leuchtturm sah man erst, wenn man sehr nah ran kam. Wir kennen diese Ecke ja schon sehr gut. Etwas weiter östlich, gegenüber der Crozon Halbinsel gibt es einen Leuchtturm, den wir noch nicht kennen. Vielleicht wäre der ja etwas weiter in der Bucht nicht ganz im Nebel verschwunden? Ja, wir hatten Glück, hier hing auch der Nebel, aber er war lichter. Die Sonne kam ein wenig durch. Zwar zogen gerade dicke Nebelschwaden rein, als wir ankamen, als das Abendessen gerade warm war, schien plötzlich die Sonne auf den Phare de Petit Minou. Ja, endlich mal brauchbares Licht! Das Essen liesen wir stehen und schnappten die Stative. Die Kinder sind durch die "13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" so in ihrer Phantasie angeregt, daß sie tief ins Gespräche vertieft, einfach mittrabten. Erstaunlich, die Sippe nimmt dann nichts anderes mehr wahr! Wir hatten so jedenfalls die Zeit, das kurze Licht zu nutzen. Es war so kurz, daß das Essen noch warm war, als wir fertig waren:-) Nach dem Essen verweilten wir, immer mal wieder kam ein Sonnenstrahl durch den Nebel, was wir nutzten. Als schließlich das Licht am Leuchtturm anging schauten wir verdutzt auf die Uhr, schon so spät?! Wir hatten natürlich noch keinen Stellplatz! Entweder zurück zum St Mathieu, wo man auf einer Wiese stehen kann, oder nach Camaret?! Gunter war für Camaret, und die Fahrt zog sich sehr dahin. Wir landeten schließlich wieder im dichten Nebel, diesmal aber in der Dunkelheit und waren erschöpft als wie endlich gegen 21:00 Uhr auf dem Stellplatz waren, der nun 4 Euro kostet. (Finden wir OK!), eine Woche darf man hier bleiben, das ist auch in Ordnung. So, jetzt bin ich richtig müde, der Nebel samt seiner feuchten Kälte steckt mir in den Knochen, mein Bein konnte sich heute etwas erholen, wir sind nicht so viel gelaufen.

wilde Küste, mit "normale" Belichtungszeit

eine kurze Langzeit (etwa 1 Sekunde)

Langzeit im nebelweichen Licht

Leuchtturm im Nebel (4 Minuten belichtet)

der leuchtende Leuchtturm

nochmal eine Teleaufnahme