27. März, Camaret und Morgat, schöne Strände
Wieder wurde es ohne Sonnenaufgang einfach hell. Uns tun alle Knochen weh von den Stunden an den Stränden bei dem feuchten, kalten Wind. Es war wieder neblig, so frühstückten wir gemütlich und suchten uns einen schönen Strand, denn da rennen die Kinder gerne und wir können Makros machen. Aus Erfahrung wissen wir, daß Morgat für dieses Unternehmen sehr gut geeignet ist. Im Hafen von Morgat fanden wir bisher immer sehr viele Schmetterlingsmuscheln und Sandigel, heute nicht! Schade. So fiel der Besuch in der Stadt kürz aus, aber wir begaben uns auf direktem Weg zu einem Strand etwas weiter östlich in Portzic. Der war an beiden Seiten von Felsen begrenzt, wir dachten, eine gute Stelle für Seesterne. Und sollten Recht behalten:-) Bei Beginn unserer Tour ware es noch neblig und die Sonne hinter Wolken, es wurde aber zunehmend heller und wärmer. Gegen Ende kam ich gewaltig ins Schwitzen. Wir bekamen viel vor die Linse, die Kinder viel in die Finger. So wollten gar nicht so viel Spielen, sondern erforschten zusammen mit uns die Gezeitentümpel und wurden reichlich belohnt. Ich hatte mit dem neuen Makro viel Spaß, bin sehr froh, daß ich es gekauft habe und die Schärfe fasziniert. Hier kommen nun einige der Nahaufnahmen, für die ich ein nasses Knie und nasse Ellenbogen riskierte.

eine Purpurschnecke in Mitten ihrer Opfer - an dem Faden sieht man, daß sie selbst zum Opfer wurde. Die Miesmuscheln, die ja festsitzen wehren sich, indem sie diese Fäden, mit denen sie sich selbst an den Felsen verankern, dazu nutzen, die Schnecke zu "fesseln". Diese kann nicht mehr weg und verhungert mitten im Futter!

Eier der Purpurschnecke

ein etwa zwei cm großer Einsiedlerkrebs

nochmal von oben

ein Detail eines Seesternarms

viele kleine, aber kräftige Füße

der Seestern und das Meer

der Seestern und Amy - wir hatten den Seestern an die Wellen gelegt und brachten ihn nun zum schützdenden Felsen zurück
Zum Mittagessen fuhren wir etwas weiter, um den Blick über den großen Plage de L'Aber zu haben. Ich ging mit Amy und Noah nochmal los, denn sonst ist es im Wohnmobil zu eng. Hier sahen wir erstmals große "Felder", auf denen kleine Sandhügelchen zu sehen waren. Amy war Forscher, sie fand unter den kleinen Erhebungen Muscheln. An einige Stellen konnte man die Tiere sehen, wie sie herausschauten und sich bewegten. Toll fanden wir das und lichteten, wieder mit nassen Knien und Ellenbogen, alles ab. Leider waren die Wege zum Felsenstrand lang und mein Bein schmerzte gegen Ende sehr stark. Die Ruhe bei Essen tat gut, danach beobachtete ich, wie die Flut langsam kam, während die Familie noch ein Osterschokoladenhuhn futterte und spülte.

wenige Sekunden später war die Muschel im Sand verschwunden

wahrscheinlich ein Strandfloh
In Crozon gab es einen Künstlermarkt, wir parkten das Mobil sehr günstig und hatten es nicht mehr weit, glücklicherweise. Die Preise waren uns etwas zu hoch, um viel einzukaufen, es war aber sehr schön anzusehen, auch die Musik war ziemlich fetzig, keine langweilige Festplatzmusik. Was Künstler mit Leuchtturmmotive alles anstellten inspirierte vor allem Esra und Noah, wunderschöne Bilder gab es da! Die beiden haben danach nicht mehr mit dem Malen aufgehört!

die lustigen Musikanten in Crozon
In Camaret war dann die Hölle los mit Ostertourismus, das Örtchen ist ja auch sehr schön. Wir wollten etwas ausruhen und nahmen also die Angel mit, um am Leuchtturm etwas zu sitzen. Die Kinder freuten sich schon lange aufs Angeln. Auf dem Weg trafen wir Thomas, was sehr schön war, denn ich hatte die Message auf dem Handy nicht aufschreiben können. Wir liefen also weiter Richtung grünem Leuchtturm und fingen an mit dem Rauswerfen. Fangen wollten wir eigentlich heute nichts:-) Wir hatten Glück dabei! Nun, Amy warf die Angel etwas unkontrolliert aus, als wir uns gerade mit Andrea und Thomas unterhielten, dabei fing sie fast eine ältere Dame. Peinlich! Nach einer Weile wurde es doch sehr kühl, ich habe eh schon Halsweh, nun habe ich noch einen Schnupfen dazu:-( Ständig dieser Wechsel, sobald die Sonne weg ist, ist es richtig kalt, ist sie da, fange ich sofort an zu schwitzen. Wir entschlossen uns also, das Angeln sein zu lassen, um aus dem kalten Wind herauszukommen, das Licht war gerade mal wieder langweilig, aber als wir an den Bootswracks vorbeikamen, wurde es wieder gut:-) Ich kann es dann nicht lassen. Baute Stativ auf und machte ein paar Langzeitaufnahmen, das Licht reichte nicht lange, dann war die Nebelwand am Horizont wieder da. Wir verabredeten uns für morgen mittag, die Verständigung sollte per Handy klappen, wir nutzen es ja eigentlich nie. Schön, wenn man es mal nutzen kann ohne Notfall!

Fluthochstand bei den Wracks in Camaret

das alte Holzboot

letztes Licht, danach war Schluß

stimmt nicht, beim rausfahren aus Camaret kam die Sonne nochmal
Ich konnte trotz schmerzendem Bein kaum Ruhe halten, bin hibbelig! Juckender Fotofinger! Nach einer Woche komme ich endlich ins Fotofeeling. Ich würde so gerne den Leuchtturm auf dem Pointe de Toulingouet aufnehmen, wir kamen mit dem Wohnmobil nicht nahe genug ran und mein Bein machte es heute nicht mehr mit. Zudem war die Sonne weg und die Gischt der hohen Wellen überall in der Luft. Es gab keine Weitsicht. So bereiteten wir das Abendessen auf dem Stellplatz auf der Höhe und ich lief mit Esra nocheinmal zur Ruine des Schlosses, denn wir mußten sowieso nochmal raus, um die Übernachtung zu zahlen. Auf dem Rückweg konnte ich allerdings vor Schmerzen kaum noch laufen und sitze nun wieder mit Quarkwickel. Da die Uhr umgestellt wurde ist es nun auch viel zu spät und ich höre nun auf, weiter gab's nichts!