30. März, Penmarc'h, Phare de Eckmühl

Wir wurden heftig durchgeschüttelt in der Nacht, ich rechnete für den morgen mit sehr schlechtem Wetter. Gunter muß jeden morgen gegen 5 Uhr pinkeln, dann werde ich immer wach, denn er macht kein Licht an und ich denke, es sind Einbrecher hier drin, und so im Halbschlaf, denn tiefer wird der Schlaf danach nicht mehr, träume ich den letzten Mist. Werde dann wach und fühle mich total gerädert. Bis nach 8:00 Uhr bebte das Mobil, dann fing doch die Sonne an zu scheinen und es zog mich trotz Schmerzen im Bein und einem ziemlichen Schnupfen nach draußen. Ich bin fotosüchtig, ich gebe es zu. Die 14 Tage sind eh zu kurz, dann sollte man die Sonne auch nutzen, wenn sie denn mal scheint. Leider gibt es wieder keine Sonne zur besten Zeit, d.h. eine Stunde vor und nach Sonnenauf- und untergang. Da sitzt immer eine Wolkenwand am Horizont, schade! Einmal hätte ich diese Zeit sehr gerne genutzt. Auch mit Sternenbahnen gibt es nichts, es ist jede Nacht bedeckt. Wir fuhren erstmal Brot holen, was leider etwas dauerte, weil wir keine Bäckerei fanden. Tanken müßten wir auch, das verschoben wir auf später. Die nächste Fahrt war am Leuchtturm vorbei, der Wind war nicht mehr so stark, vielleicht würde ja doch offen sein? Ja, wir hatten Glück und machten uns nach einem Schnellfrühstück fertig zum Besteigen! Wow, der sieht innen schon beeindruckend aus. Der freie Welndeltreppengang machte nicht nur mir Angst. Auch Amy tat sich schwer, wie immer, aber wenn sie erst mal drin ist, ist sie völlig aus dem Häuschen und sucht weitere Leuchttürme zum Hochkraxeln. Sogar Esra erzählte später, daß ihm das frei schwebende Geländer Schwindel verursacht hätte. Als wir jedoch drinnen waren merkte man davon nichts, die beiden Jungs rannten wieder die 307 Stufen hoch. Oben angekommen wehte der Wind ziemlich heftig, wir versuchten trotzdem auch Langzeitaufnahmen zu machen, was auch sehr gut klappte. Bei der Höhe muß man allerdings sehr gut auf die Filter aufpassen, vor allem, wegen des Windes, der einem leicht mal was aus den Fingern reißt. Wir machten auch ein Familienfoto, aber ich dachte nicht daran, eine markante Stelle mit auf's Bild zu nehmen, so erkennt man nicht unbedingt, daß es auf einem Leuchtturm aufgenommen ist. Der Abstieg klappte diesmal besser mit meinem Knöchel, wenigstens von der Beweglichkeit, allerdings schmerzte der Fuß nach dem Ausflug so stark, daß ich Schmerzmittel nahm. Das Bein, welches nicht gebrochen war, ist völlig überlastet, denn ich verlagere zu viele Bewegungen dahin. Nun, genug gejammert. Ganz unten, wieder heil angekommen, versuchte ich die Frau zu überreden, uns ein Bild des Treppenhauses machen zu lassen. Der Bereich direkt in der Mitte war abgesperrt und da hätte ich mit dem Stativ hingemußt. Wieder behindeten mich meine nicht existierenden Französischkenntnisse. Securite - da war leider gar nichts zu machen, auch das Stativ durfte ich nicht dahinstellen. Schade! Ich hätte so gerne das Bild gemacht!

Treppe

Gunter auf der Treppe - leider waren Esra und Noah mal wieder vorgerannt und nicht mehr herbeizuzitieren!

Lang

der alte Leuchtturm und der Semaphor vom Eckmühl herunter (als Langzeitaufnahme mit dem 1000 fach Graufilter)

Trepenhaus

der Weg nach unten - links im Bild, orange, Amy beim Abstieg

Da das Wasser recht tief stand gingen wir nocheinal um den Phare herum, ich hatte ein ganz spezielles Bild im Kopf, welches ich unbedingt haben wollte. Das konnte ich beim letzten Mal nicht machen, weil die Stelle an die man dazu muß, überflutet gewesen war. Jetzt konnten wir hin, auch, wenn die Kinder meckerten, weil der Tang, der meterweise am Strand lag und gammelte, heftig den Riechstengel belastete. Die Drei banden sich die Kopftücher als Mundschutz um. Das half nicht, so wurde wie immer munter geplappert. Was könnte man noch zusammenbrauen, damit es so stinkt! (Jetzt lacht Esra, der das gerade liest. Ob er morgen wohl besser aufpaßt, was er da so von sich gibt?)

Jedenfalls klappte unser Photo halbwegs, wir hätten die Belichtungszeit noch etwas längerwählen können, weil die Wolken so schön zogen, was dem Bild Dynamik gab.

Eckmuehl

Auf dem Bootssteg, der weit hinaus ins Meer reicht

Phare

hier das Bild, welches ich schon lange im Kopf hatte

Familie

unsere Familie

Ich hatte mal ein Bild vom Leuchturm, nun, eigentlich vom Leuchttürmchen, in Guilvinec gesehen, der ist so schön rot und ich möchte den natürlich sehr gerne ablichten. Das Licht war nicht mehr so toll, aber: die Sonne schien. Die Fahrt war kurz, wir fanden auch einen recht guten Parkplatz in Reichweite des Hafens und marschierten mit Fotoapparat und Stativ bepackt los. Der Hafen war nicht sonderlich idyllisch, halt ein großer Fischereihafen. Der drittgröße Frankreichs. Wir genossen die Sonne und den schönen roten Turm, an den man ganz nah laufen konnte. Im Hafen fanden wir per Zufall das Haliotis, eine Ausstellung über die Fischerei in Guilvinec und gerade als wir kamen, machten sie auf. Wir zahlten 14 Euro Eintritt und nahmen nur einen Kassettenspieler mit, um an die Informationen heranzukommen, denn alle Tafeln sind nur auf Französisch. Gunter hörte zu, ich fotografierte, die Kinder schauten sich alles an, und zwischendurch erzählte Gunter, was er gehört hatte. Es gab wirklich sehr viel Information, viele Filme und die Ausstellung war insgesamt liebevoll gestaltet. Trotzdem fand ich den Eintritt etwas zu teuer. Wären wir noch zu einer Fischversteigerung geblieben, wäre es noch teurer geworden. Wir wollten doch wieder raus in die Sonne.

Phare

eine Langzeit im Hafen von Guilvinec

Kids

sah sicher lustig aus, als ich das machte, ich lag nämlich am Boden mit dem Weitwinkel nach oben gerichtet und einem Aufhellblitz

Kinder

nochmal die Kids - ca. 40 Zentimeter hinter ihnen ging es etwa 5 m in die Tiefe (ohne Geländer)

Boote

im Schifffahrtsmuseum

fisch

so sieht es aus, wenn mit dem Netz gefischt wird

Gunter mochte diese Hafenstadt nicht so besonders, ich wäre gerne nochmal zum Jachthafen gegangen. So fuhren wir wieder zum Poine de la Torche, um Essen zuzubereiten und nochmal die Wellen zu genießen. Das Klettern auf den Felsen bekommt mir gar nicht gut, ich habe Angst und prüfe vorsichtig jeden Schritt zweimal. Die Kinder rennen wie wild umher, mir stehen die Haare gen Berg - da könnte aber auch der Wind dran Schuld sein:-)

Der Strand läd zum Verweilen, viele schöne Muscheln zieren den Spülsaum, die Wellen werden nie langweilig, die Surfer sind aktiv und wir schauen ihnen gerne zu. Man bekommt fast Lust auch mal auf dem Wellen zu reiten. Nach dem Essen gingen wir die Sache fotografisch nochmal ernsthafter an. Ich konnte mich heute nicht so auf die Gestaltung der Bilder konzentrieren, habe etwas zu spät das Weitwinkel gegen das leichte Telezoom getauscht. Wenn ich fit bin ist das Weitwinkel ideal. Aber man muß sehr nah an die Wellen ran und ich mache die Bilder sehr gerne nahe am Boden, das kann ich jetzt nicht so gut und ich sollte mich mal damit abfinden und die anderen Objektive nutzen. Ich vermisse etwas mein 70- 200 mm Zoom, mit dem ich sehr gerne Langzeitaufnahmen mache. Das 100-400mm eignet sich nicht für Langzeitaufnahmen, vielleicht ist es einfach zu schwer für mein Stativ?!

Wir verbrachten mehrere Stunden am Strand, die Kinder erfanden wieder ein neues Spiel. Aus den dicken Seetangblasen kann man Spritzpistolen basteln, indem man den Stiel so abreißt, daß ein Loch ensteht, dann holt man sich Wasser aus dem nächsten Tidepool und schon kann man spritzen. Ich fand die Idee gut. Muscheln wollte heute keiner sammeln, schade.

Schnecke

eine gewöhnliche Turmschnecke, die hat Esra gefunden und sie ist in der Bretagne recht selten

Muschel

Eine besondere Muschel, die Noah gefunden hat - wir können sie im Muschelbuch nicht finden?!

Felsen

Felsen

Wolken

Felsen, Wolken, Meer mit dem 100fach Graufilter

Wir waren für's erste "Meeresgesättigt". Und fuhren im besten Abendlicht zu der ältesten Calvarie der Bretagne. Das ist die bei der Notre Dame de Troen und sie wurde um 1450 erbaut. Wenige Meter von der Calvarie, gab es Schafe mit Lämmern, so waren die Kinder beschäftigt und reichten den Tieren saftiges Gras und Löwenzahn. Die Lämmer sahen wirklich zu niedlich aus. Wir fotografierten die Calvarie, die Kirche hatte geschlossen. Auf dem Weg dahin sah man übriges überall große Felder mit Hyazinthen, der Duft war absolut berauschend, ein Wahnsinnskontrast zum Duft am Leuchtturm:-)

Lamm

Lamm

Calvarie

die Calvarie

Geburt

die Geburt Jesu

Calvarie

Noch war das Licht gut, wir liesen noch nicht locker. Auch, wenn ich nur noch humpelte. Die Felsen von Guenole, unweit des Wohnmobilstellplatzes, sind berühmt, weil hier die Wucht des Meeres enorm ist. Schon viele Menschen, die sich zu weit nach vorne gewagt haben, sind hier umgekommen. Auf dem höchsten Felsen ist ein Kreuz aus Eisen. Wir hielten uns also in sicherer Entfernung auf und machten nach 20:00 Uhr noch Langzeitaufnahmen, der Wind blies wieder sehr kalt und feucht, das ist diese Kälte, die auf die Knochen geht. Die Kinder waren im Wohnmobil und hörten "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär". Erst gegen 21:00 Uhr waren wir wieder auf dem Stellplatz

Lang

Lang

Langzeit

Jetzt waren wir richtig geschafft, aßen noch was und ich schreibe nun schon viel zu lange. Esra ist im 0:30 Uhr immer noch wach und gibt seine Komentare zu meinem Geschreibsel. Das war wieder ein Fotoreicher Tag, Mal schauen, was morgen der Tag bringt, wir planen jedenfalls langsam die Route für die Rückfahrt.

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