31. März, Von Penmarc'h nach Erquy

Erstmals hörte ich den Wecker nicht. Ich bin erschöpft, die langen acht Monate nach dem Beinbruch habe ich mich nicht viel bewegt und das merke ich jetzt, ich bin heftig unfit. Zudem tut mir jeder Schritt weh und das laugt aus. Hoffentlich wird es bald besser. (Anmerkung, drei Wochen nach der Reise: es war sehr gut, raus zu kommen. Die Beinmuskeln waren so müde, weil sich die Musulatur aufbaute. Jetzt geht es mir viel besser:-) An diesem Morgen lag ich schwer und müde im Bett, doch irgendwann schaffte es die Sonne durch die Wolken und schien mir ins Gesicht, da war ich dann schnell munter. Leider ist der Stellplatz nicht an einem schönen Fotoplatz, so müssen wir fahren, um Bilder machen zu können. Die Kinder waren gestern viel zu lange munter, wurden heute enstprechend schlecht wach. Das machte die Sache nicht einfacher. Bis wir am Leuchtturm waren, war es fast zu spät, außerdem hat man bei Fluthochstand wenig Möglichkeiten zur Bildgestaltung. So ging ich alleine los, wir hatten zwischenzeitlich Brot besorgt, die anderen hatten also was zu tun. Ich machte nur sehr wenige Aufnahmen, dann gesellte ich mich zu den anderen, ich hatte nun auch Hunger. Heute gab es übrigens keinen Wind, das wäre ein guter Tag für die Leuchtturmbesteigung gewesen. Nach dem Frühstück entleerten wir erstmal die Toilette, dazu mußten wir ans Klärwerk fahren, denn dort gibt es eine Station. Uff, das war ein Geruch! In Loctudy ist ein Leuchtturm eingezeichnet, der war nur wenige Kilometer entfernt. So einen Leuchtturm hatten wir noch nicht gesehen, denn der war schwarz-weiß karriert.Wunderschön lag er in der Bucht, nahe am Hafen, ideal mit Strand für die Kinder zum Spielen. so liefen die Drei dann ein paar Stunden und versendeten eine Flaschenpost mit unserer Adresse. Sie warten jetzt schon freudig auf eine Antwort:-) Wir beschäftigten uns mit der Fotografie, mal wieder ganz typisch: Gunter macht das Stativ so hoch, wie möglich, ich so niedrig wie möglich. Dabei rutsche ich ständig auf den Knien herum, damit ich das sehen kann. So sind die Knie und Ellenbogen immer naß. Meine Familie lacht sich jedesmal eins:-)

Loctudy

Der Leuchtturm von Loctudy und Ile-Tudy im Hintergrund

nah

so sieht man ihn besser, eine Teleaufnahme

Kids

wir setzen unsere Kinder-Leuchtturmserie fort:-)

Lustig

erstaunlich, wie groß Esra doch ist - auch für dieses Foto mußte ich in den nassen Sand

In Ste Marine suchten wir noch einen Leuchtturm, nun war das Licht aber schon sehr hart und man kam nicht so gut an ihn heran, Daher machte ich alleine ein paar Bilder mit Hafen und wir beratschlagten wie wir das Ende der Reise am Besten gestalten. Wir entschlossen uns, die Tour entland der Südküste der Bretagne somit enden zu lassen. Die Bretagne ist nicht so groß, man kann in relativ kurzer Zeit quer rüberfahren. In Huelgoat machten wir einen Halt, wir wollten nun doch mal den Wald sehen. Natürlich war es viel zu früh im Jahr, die Bäume waren sehr kahl. Trotzdem packten wir unseren Picknickbastkorb und liefen los, Mein Fuß schmerzte so sehr, daß wir eine kurze Strecke heraussuchten. Wir sahen die Grotte des König Arthus und einen kleinen Wasserfall mit sehr großen Felsen. Dort machten wir Langzeitaufnahmen, da wir nur ein Stativ dabei hatten abwechselnd, und gerade, als ich dran war und eine schöne Einstellung gefunden hatte kamen 4 Kinder angerannt und sie stürzten sich regelrecht auf die Felsen, ohne Rücksicht auf Verlußte. Wenige Sekunden später stürzten zwei Väter hinterher und als Abschluß, ziemlich gemächlich die Mütter. Wow, was die für einen Lärm veranstalteten. Ich hatte gedacht unsere drei wären laut, aber gegen das hier war es gar nicht der Rede wert. Die Leute, Engländer waren es, nahmen überhaupt keine Rücksicht auf die Kamera. Hätte ich noch eine Minute gehabt, wäre ich fertig gewesen. Was wir nun sahen fand ich schon heftig. Der eine Vater ermunterte seine jüngste Tochter dazu, über eine sehr große Felsspalte zu springen, obwohl sie Angst hatte. Dann sprangen die anderen Kinder von oben herab ins Wasser, daß es nur so platschte und spritzte. Ich fand das sehr gefährlich, denn es ging einige Meter hinunter und das Wasser war nur Zentimeter tief. Die Mütter grölten jedesmal, wenn ein Kind wieder mutig genug gewesen war zu springen. Unsere Kinder schauten uns nur verständnislos an.

Wasserfall

seltsam rotes Wasser und rießige Felsen

Felsen

und noch ein Foto

Grotte

an der Grotte von Artus - Amy erzählt immer noch begeistert davon, denn sie haben im Kindergarten über die Artussage gesprochen

Nach kurzer Zeit zogen wir weiter, um unser Picknick zu machen. Wir hatten noch ein paar Ostereier und die Kinder versteckten sie im Wald und suchten dann. Das machte ihnen viel Spaß. Wir hatten am morgen nur 2 Beguettes gekauft, so war das Picknick schnell beendet, denn das Brot war leer. Die Kinder hätten gern noch länger Eier versteckt, aber wir mußte ja auch noch einen Platz für die Nacht suchen. So fuhren wir weiter Richtung Küste. Bei St Brieuc wurde der Verkehrt sehr dicht wir standen sogar im Stau. In einem großen Carrefour kauften wir noch schnell ein, damit wir wieder was Leckeres kochen können und dann suchten wir in Val-Andre einen Leuchtturm, fanden ihn aber nicht, weil man nicht nah genug an die Küste fahren kann. Wir sahen aber einen schönen Stellplatz direkt am Hafen. Doch hatten wir "Heimweh" nach dem Stellplatz im nahe gelegenen Erquy, so fuhren wir dorthin, denn da gibt es für morgen früh gleich einen Strand zum Rennen.

Am Strand von Erquy

Am Strand von Erquy - es war schon 21:00 Uhr

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