16. April, von Ploumanac'h nach Brignogan
Ich war um 6:00 Uhr wach, hatte eigentlich den Wecker auf 7:00 Uhr gestellt. Es war aber noch dunkel, also schlief ich wieder ein und überhörte dann auch meinen Wecker. So zwischen 8:00 und 9:00 Uhr krochen wir alle aus den Decken, die Sonne schien schon munter vor sich her, das Meer war auf dem Abzug, denn die Ebbe kam. Und somit mal wieder die vielen hungrigen Franzosen, die mit Stiefeln ins Watt stiefelten. Ich beobachte das immer wieder gerne. An diesem Strand sammelten sie alle kleiner Herzmuscheln. Wir lichteten das ab, die Jungs spielten im Sand, Amy zeigte mir alle Anemonen und Gunter mag das Watt nicht, der kam erst etwas später. Die morgendliche frische Meeresluft tat sehr gut, es war nicht kalt. Im Watt sahen wir viele kleine Krebse, die Kinder liesen sie über die Hände kabbeln und lachten.

ein nettes Ehepaar sucht Herzmscheln
Das Cosmopolis liegt so nahe, daß wir es diesmal nicht links liegen lassen wollen:-) Hier gibt es viel zu tun - das Planetarium läd ein zu einem Panorama Film in der Halbkugel. Heute haben wir Glück, denn es läuft was Englisches - nämlich ein Film über den Sternenhimmel der südlichen Erdhalbkugel und es gibt Infos über das größte Observatorium in Chile (da wollen wir unbedingt mal hin!). Wir zahlten für 2 Erwachsene und 1 Kind, die beiden Kleinen waren kostenlos (17 Euro). Die Souvenirs im Laden waren völlig überteuert. Dann kann man noch ein Telekom Museum besuchen, was wir nicht wollten, denn oft fehlt hier in Frankreich eine Beschilderung in Englisch oder Deutsch und wir verstehen Französisch noch immer kaum. Also kam noch das gallische Dorf für uns in Frage. Auf dem Parkplatz trafen wir doch tatsächlich Matthias (der war bei Boehringer vor vielen, vielen Jahren mal mein Lehrling:-)) Wir hatten vorgehabt uns in Frankreich zu treffen - so klappt es sogar ohne Planung. Was für eine Freude! Die Kinder freuten sich auch, denn sie konnten sich gut unterhalten und spielen, sind sie doch im gleichen Alter. Um 13:00 Uhr gingen wir ins Planetarium, Matthias fuhr mit Familie und Freunden nach Bugueles, um ebenfalls Jakobsmuscheln zu sammeln, denn das gallische Dorf, welches sie anschauen wollten, öffnet erst um 14:00Uhr.

Treffen in der Ferne - Mathhias und Birgit
Der Film war sehr interessant - man sollte sich öfters was über das Universum ansehen, dann sind unsere kleinen Probleme hier nicht mehr so schlimm und wichtig. In Anbetracht unserer Winzigkeit und vor allem des Zeitraums, den wir hier verweilen können. Wir übersetzten so gut es ging, die Bilder auf der rießigen Kuppel waren für die Kids auch so beeindruckend. Amy wurde nach einer Weile unruhig, zum Glück waren mal gerade 8 Leute im Kino, daher störte es nicht. Im Planetarium war es kühl und dunkel, draußen war es heiß und hell! Uff, Kontrastprogramm.

Esra und das Hubbel Teleskop

ein Bild aus dem Film (aufgenommen mit der Coolpix)

Ein Panorama des gallischen Dorfes - leider im Mittagslicht, früher hat es nicht offen. Aus 12 Bildern zusammengesetzt!
Vor dem gallischen Dorf warteten wir noch ein paar Minuten, hatten dann die große Freude, mit 2 weiteren Familien allein zu sein. Es füllte sich später zunehmend - auch Matthias und Familie kreuzten wieder auf. Wow, was hatten unsere Kids für einen Spaß. Sie rannten von einem Spiel zum anderen. Es handelt sich nämlich nicht um eine Art Museum, wie man annehmen könnte, nein, die Kinder können spielen und dabei auch was lernen. Aber ohne erhobenen Zeigefinger und absolut ohne Verbote. Alles kann man genau ansehen und auch fast alles ausprobieren. Unsere Drei fanden das Labyrinth aus Dolmen und Cairn am besten. Mir war es darin zu dunkel und zu kalt. Später rannten sie mit Elena, Matthias' Tochter und Taschenlampe nochmal los. Nach einer Weile wurde es mir zu voll, die Sonne war zu heiß und Amy wurde richtig müde. Sie ist abends zu lange wach, denn sie schläft jeden Tag während der Fahrt. Das tat sie dann auch sofort ausgiebig, verschlief das Tanken und den Einkauf, den ich allein erledigte (nur Baguettes und etwas Tee).

Hier mußte man einen Strohsack in den Kessel befördern - ging recht schwer, mit Gunter's Hilfe klappte es sogleich.

einer der Römer, der abgeworfen werden will

ein der nachgebauten Hütten
Dann kamen wir am Pointe de Pontusval an, wo wir einen Leuchtturm mit Graufilter ablichten wollten. Ideale Bedingungen - strahlender Abendsonnenschein, blauestes Wasser, fast Fluthöchststand (morgen ist Vollmond!), feinster, weißer Sand und Wärme. Wir nahmen die Stative, die Kinder die Eimer und ab geht's!. Mehrere Stunden verbrachten wir hier! Schade, im Oktober waren wir sooo nah und haben es verpaßt! Wir sollten uns besser vorbereiten.

ein dreier Langzeitpanorama mit dem 200 mm Tele aufgenommen

noch ein dreier Langzeitpanorama am Pointe du Pontusval

noch eine Langzeitaufnahme
![]() |
![]() |

Unsere Drei waren so begeistert, daß sie nicht mitmachen wollten bei einem "gestellten" Bild. Ich hätte gerne etwas geplant, die Racker liefen aber so wild rum, daß ich einfach die Kamera auf's Stativ stellte und hie und da auslöste, die Schatten stimmen nicht ganz, aber man bekommt einen Eindruck von der begeisterten Lebendigkeit am Strand.
Ich lernte ein englisches Ehepaar mit Kindern und (Schwieger)eltern kennen und wir plauderten eine Weile - ach, das mag ich gern. Leute kennenlernen. Ich hatte sie angesprochen, weil sie auch ein Stativ mithatten (das sieht man hier fast gar nicht) und ausgiebig fotografiert hatten, während die (Schwieger-)Eltern im Auto gewartet hatten. Die Kinder waren nach 2 Stunden (oder waren es mehr?) ziemlich naß, daher duschte Gunter sie mit der Außendusche ab. Zum Abendessen belegte ich ein Baguette komplett, zur großen Freude der Kinder. Ein sehr langes Sandwich - mit allem, was dazugehört: Salat, Käse, Schinken, Butter, Senf ...

die Spitze des Leuchtturms

Spuren im Sand

Felsen im Abendlicht
![]() |
![]() |
das Lichtspiel am Abend
Leider mußten wir weiterziehen, denn auf dem Parkplatz stand ein Wohnmobilparkverbostschild von 22:00 - 8:00 Uhr. Schade! Dort hätten wir morgen früh gleich weitermachen können. Im aufgehenden Vollmond fuhren wir dann noch 30 Kilometer zu einem Stellplatz, von dem ich mir nicht sicher bin, ob es einer ist. Der steht im Womo Führer Band 10. Wir sind jedoch die Einzigen hier und kamen erst um 22:00 Uhr an, denn der Sonnenuntergang wollte in den Felsen auch noch aufgenommen werden und hier versinkt die Sonne erst um 21:00 Uhr im Meer.
Ja, und jetzt ist es schon wieder 1:30 Uhr, meine Beine tun mir weh, vom langen Tag, Gunter schnarcht, ich würde gerne noch lesen, damit wir wissen, was wir morgen wieder alles nicht machen können - ich wäre sehr dafür, die Tage wenigstens im Urlaub um 20 Stunden zu verlängern. 2 Wochen sind definitiv viel zu kurz - ich könnte nur noch reisen, fotografieren, Strände genießen, mit Leuten reden, Neues kennenlernen .......