17. April, von Guinnessey nach Lampaul-Plourazel

rudern

Gunter mußte morgens als Erster - und die rote, Nicht-mehr-pinkeln-lampe leuchtete! Also, nicht asugiebig frühstücken, sondern die nächste Entsorgungsstation anfahren, denn die restlichen 4 Reichert's müssen auch und in die Gegend pinkeln wir nicht gerne. Die Station war nicht weit, in Lilia, dort, wo es mir vor einem halben Jahr schon mal so gut gefallen hatte, nämlich am höchsten gemauerte Leuchtturm Europas (über 80m). Dort leerten wir und fuhren sogleich zum Womostellplatz am Leuchtturm Phare de Ile le Vierge. Ich hatte Hummeln im Hintern, wollte raus, wir hatten aber noch nicht gefrühstückt. Schon vor dem ersten Bissen peilte ich die Lage photomäßig, die Boote lagen im Morgenlicht, dann schlich ich in der Hoffnung auf einen heißen Tee zu Wohnmobil zurück - die Jungs wollten den dritten Harry Potter zu Ende hören. Nur ein Croissont schaffte ich, dann packte ich schon wieder die Kamera zusammen - der Fotofinger juckte. Überall Boote, der Leuchtturm, die Bretonen im Watt und das Meer zog sich zurück, also Bahn frei! Gunter kam mit, sah über die Weite zum Phare hin und meinte, es sei ihm (mit den Turnschuhen) zu naß. So ein Banause! Also bekam er die Coolpix, damit er ein paar Makroaufnahmen im Watt machen kann, die Kinder spielten am und im Wasser und ich versuchte den anderen nachzulaufen und wollte sehen, ob man zum Leuchtturm kommt. Das klappte jedoch auch mit Anstrengung nicht - überall ziemlich tiefe Wasserrinnen, ich lief zwar viel, photographierte viel, kam aber nicht recht an. Wahrscheinlich gibt es nur einen Weg durch's Watt, und wenn man den nicht kennt ist es ziemlich gewagt. Ich wagte es nicht, sondern kehrte zu meiner Familie zurück. Im Wasser hatte ich mich dermaßen wohl gefühlt -irgendwas muß schief gegangen sein, als mich der Storch in Deutschland abgeliefert hat. Dort scheine ich nicht hinzugehören, wenn es mir am Meer so gut geht. Das Wasser war so klar, der Bewuchs so abwechslungsreich, die Luft so rein, der Horizont so weit, Alles so gut!!!!!!

Osterei
die Kinder finden ein sehr großes Osterei:-) Es war hohl!
Möwe
Möwe und Phare de Ia Vierge
phare de la Vierge

Wir laufen alle zusammen noch eine Weile durchs Watt, ich versuche Gunter von der Notwendigkeit von Gummistiefeln zu überzeugen, bisher hat er sich geweigert welche zu kaufen - die wattliebende Familie scheint ihn hoffentlich ins Grübeln zu bringen:-)

Ziemlich wattigmüdegestampft erreichen wir das Wohnmobil und fahren ein Stück, auf der Karte sah es so einfach aus, den Leuchtturm nochmal von der anderen Seite zu betrachten. Das war aber gar nicht so einfach. Auf dem Weg dorthin sahen wir einen Supermarkt - heute mußte Gunter los (wir wechseln uns ab) und siehe da: er kaufte Stiefel:-) Freu! Jetzt können wir endlich alle zusammen losziehen. Wahrscheinlich haben wir in den nun kommenden Gebieten weniger Möglichkeiten dafür, durch die ausgeprägten Wattgebiete sind wir durch. Aber wir kommen sicher bald wieder!

Nun, der Leuchtturm lag auch von der anderen Seite so weit weg, daß man ihn an diesem diesigen Tag nicht ordentlich ablichten konnten.

Krabbe Phare

Ich habe den Phare viel zu oft auf dem Bild - der hat mich im Oktober schon sehr im Bann gehabt. Ach, hier könnte ich jeden Tag laufen und schauen und die frische Luft einatmen. Was geht es uns gut!!! Also, verzeiht, hier kommen noch mehr Bilder dieses Leuchtturms, es gibt einfach zu viele Facetten dieses wunderschönen Gebäudes, welches ich zu gerne auch mal innen besichtigt hätte. In allen unseren Reiseführern, und wir haben mittlerweile 4 Stück, steht nicht, wie man hinkommt, ob man rein darf und überhaupt. Ich muß Französisch lernen, sonst wir das nie was!

Phare

Das Wasser war so klar, viele Fische flüchteten, wenn man durchlief, viele Pflanzen wuchsen, alles war lebendig!

Wattläufer
Diesen Herrn haben wir im letzten Oktober schon mal gesehen, ich muß unbedingt die Bilder zu Hause sichten. Aber die Kombination (Mann/Hund) vergesse ich nicht. Er hat Noah damals ein paar Fische in den Eimer getan.
Phare im Watt
Der Leuchtturm in weiten, weiten Watt - man läuft ewig und kommt kaum vorran!

Möwe

eine Möwe schimpft!

boot

ein Boot

Und immer weiter fuhren wir nach Westen, der Küstenabschnitt nach Tremazan gefiel uns besonders gut, so beschlossen wir mehr Zeit dort zu verbringen, wir photographierend, die Kinder erforschend. Das Meer war sehr wild in dieser Gegend, erst jetzt sind wir so richtig aus dem Kanal raus, und haben es mit dem offenen Atlantik zu tun. Wilde Wellen soweit das Auge reicht - ideal für Langzeitaufnahmen. Wähend wir versuchten Wellen einzufangen - soweit dies überhaupt möglich ist, entdeckte Noah, der zukünftige Tierforscher - eine Schlange!

Schlange

Eine richtige, wilde, recht große! ca 70 cm Kreuzotter, ich habe sie aber schnell abgelichtet. Die Kinder fanden es besonders gut, eine freilebende Schlange zu sehen. Sie unterscheiden sehr wohl zwischen den Tieren, die sie in Zoos oder Museen sehen oder in freier Wildbahn! Ich fand diese Tatsache sehr interessant. Die Schlange war nicht sonderlich schreckhaft, sie blickte uns über einen Zeitraum von ca. 45 Minuten immer wieder fordernd an, die Kinder hielten staunend Ruhe und genossen das Schlangenfersehen, um uns herum tobten die Wellen unbeobachtet und wir fühlten uns wie richtige Entdecker. Zum Glück habe ich Photos gemacht , ich habe nämlich Angst vor Schlangen (das darf ich aber den Kids nicht sagen!) und es ging mir recht gut, die Schlange duch das Objektiv zu betrachten:-) Ja, ich kann mich selbst beschummeln, aber was macht das schon. Die Kinder fanden es besonders gut, daß ich die Photos gemacht habe, denn erstens wollen sie, daß alles im Bericht steht -der ist ihnen nämlich sehr wichtig. Täglich bekomme ich zu hören, was ich schreiben muß und zweitens, sie brauchen Beweisphotos, damit ihre Freunde auch glauben, daß sie eine echte, wilde Schlange gefunden und beobachtet haben. Wir standen zwar relativ dicht, aber sahen auf alle Fälle zu, daß die Kinder nicht in "Beißreiche" kamen. Kam die Schlange doch näher, sagten wir, sie sollten jede schnelle Bewegung meiden und ausharren. Wir wissen, daß diese Schlange giftig ist, aber nicht, wie stark und sicher ist sicher - auch, wenn sie ganz ungiftig gewesen wäre. Hier nun unsere Beweisphotos:

Zunge
Die Zunge war besonders interessant - zu gespalten. Das hatten sie noch nie beobachtet.
Hi
Hi, Ihr Kids, was gibt's?

Zum Glück hatte ich das neue Tele: 100-400mm. Näher hätte ich mich nicht ran getraut:-)

Und weiter ging es photomäßig, die wilden Wellen im Westen werden am liebsten mit dem Graufilter abgelichtet:-) Ich versuchte Wellen kurz vor dem Knallen zu photographieren, es gelang mir aber nicht recht. Die halten nicht still! Mit dem 1000 fach Graufilter war es am Besten. Wir hatten das Glück, daß ich so viel photographiert hatte, daß alle Compact Flash Karten voll waren. Ich mußte zwischendurch herunterladen und wir konnten die Bilder gemeinsam besprechen. Also dsa Ergebnis dieser vorzeitigen Bildbesprechung war: die Langzeitaufnahmen sind und bleiben für uns das non plus ultra! Ich hoffe, es kommen nun für Euch nicht zu viele unserer Lieblingsbilder?

Lang

Langzeitaufnahme

Hier die Langzeitaufnahme mit dem 1000 fach Graufilter und ..

kurz

hier beim gleicher Einstellung die Ultrakurzzeitaufnahme. Welch ein Unterschied, was?

lang

Das war die Letzte an dieser Küste, dann gings weiter! Nach Lampaul-Plourazel, welches wir noch von den letzten Osterferien kennen!

Hier nun ein paar der Wellen mit dem Teleobjektiv und sehr kurzer Belichtungszeit:

Welle

Die Welle kippt

Wuuusch

Wuuusch!

Nach der ganzen Arbeit fuhren wir nach Lampaul, wo wir auf dem Stellpatz ein nettes Plätzchen inmitten netter Deutscher Camper fanden. Gunter mochte nicht losziehen, mit der Kamera, denn er war mitten in einer Unterhaltung über Wohnmobile und deren Technik mit unseren Nachbarn. Noah und Amy schliefen und wir wollten sie nicht wecken - also ging ich allein los, denn auch Esra hatte keine Lust. Und abends bleibt einem nicht viel übrig als Langzeitaufnahmen, denn das Licht fehlt. Heute war die Sonne vor Sonnenuntergang hinter einer Wolke verschwunden. Na so was! Auf dem Rückweg unterhielt ich mich noch etwas, Esra war auch dabei. Schön, diese Gespräche unterwegs:-) So, und ich habe etwas französischen Wein getrunken, bin didelisch (so heißt's bei uns!), Gunter schnarcht, was mich nicht sonderlich wach hält, es wird kalt hier und es ist schon wieder weit nach 1:00 Uhr. Also, besser auch schnell ins Bett - es ruft, ich kann's schon hören.

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