22.April, Pointe du Van zum Phare du Eckmühl

So, jetzt schreibe ich nicht viel, denn ich bin platt und etwas didelisch (habe Wein getrunken). Es ist mal wieder viel zu spät, daher schreibe ich ausnahmsweise morgen. Gute Nacht!

Am Pointe du Van wollte ich nicht untätig lange im Bett liegen und so machte ich mich recht früh alleine auf den Weg, die Kinder schliefen noch, Gunter hatte auch keine Lust, also, mal wieder schwer bepackt mit Photoausrüstung und Stativ laufe ich los. Diese Ruhe, abgesehen vom Meeresrausauschen, dem Gekreische der Möwen, und dem Rauschen des Windes, war traumhaft. Das Licht ebenso! Auf dem Weg hierher stand überall auf der Straße: "no au park marin", wir denken, daß die Anwohner gegen einen Naturschutzpark sind - wissen es jedoch nicht. Ich sah jedenfalls so früh morgens die Fischer rausziehel, mit den Booten und Angeln. Ein Schutzgebiet wäre sich sinnvoll - ich kann mir nicht vorstellen, wie sich die Fauna hier entwickeln kann, wenn jeden Tag Tausende von Bretonen und Touristen ins Watt laufen und alles Eßbare sammeln. Die Fischer müssen auch sehen, wie sie überleben, aber eine Schutzzone für die Tier- und Pflanzenwelt ist sicher angebracht. Ich werde zuhause nachsehen, ob ich etwas über dieses Thema finden kann im Internet.

Zurück zu meiner kleinen Phototour. Also, es stand auch ein Angler im abgesperrten Gebiet und das fand ich nicht gut. Hier am Pointe du Van ist im Gegensatz zum Pointe du Pen Hir alles ziemlich abgesperrt - die ganzen Trampelpfade, die nahe am Meer langführen sind geschlossen, soweit ich mir erinnern kann, war das im letzten Jahr alles noch offen. Ich jedenfalls hielt mich an die neue Regel, auch wenn es mir von Zeit zu Zeit photographisch schwer fiel, zumal ich alleine auf weiter Flur war (außer dem Angler und mir gar keine Menschenseele). Ich war schon lange unterwegs gewesen, bis ich zum besten Aussichtspunkt gelangt war, und dann machte ich Langzeitaufnahmen. Wenn ich alleine losziehe habe ich immer ein schlechtes Gewissen, daher beeilte ich mich und kam außer Atem und geschwitzt wieder bei meiner Familie an. Esra und Noah spielten draußen mit Stöcken, die sie als Schwerter benutzten und schon nach kurzer Zeit kam Noah mit blutigem Finger weinend gelaufen.

Fischer

ein Fischerboot am Pointe du Van

Pointe du Van

Pointe du Van

Kapelle

die Kapelle am Pointe du Van, im Hintergrund der Leuchturm

Phare

Der Leuchtturm des Pointe du Raz mit Segelboot

Mit blinkender Tanklampe, was mich immer sehr nervös macht, fuhren wir weiter. In Cleder leerten wir unsere Toilette, und ich photographierte währenddessen die Kirche von außen, bis ich sah, daß man auch reingehen konnte. Mensch, war die schön. Also, zurück zum Wohnmobil, die Kinder, Gunter und die Stative holen und ran an die Arbeit. Amy stelle wieder viele Fragen zu Jesus, alle drei flüsterten andächtig, wir blieben nicht lange, denn das wir den Dreien dann langweilig. Auf dem Rückweg stellte Esra wieder seine tiefsinnigen Fragen: woher weiß man, daß es Gott gibt? Wie kann man das beweisen? Wir haben zwar viel gelesen, aber so ganz einleuchtend konnten wir es nicht erklären.

Gesicht

In Cleden, in der Kirche, die trauernde Maria

Jesus
hier saß Amy lange davon und sah sich die Wunden von Jesus an
Statue

Noch rechtzeitig fanden wir eine Tankstelle, ich war beruhigt. In Audierne sahen wir uns den Hafen und einen Strand an, genossen ein wenig die Sonne. Wir überlegten, ob wir auch hier ins Aquarium gehen sollten, taten es aber nicht. Dann füllten wir auch unsere Vorräte. Wir alle hatten Hunger auf Obst und Gemüse, Gunter hatte Lust auf Fisch. Die Mittagszeit war schon fortgeschritten, wir hatten Hunger, daher suchten wir einen Strand zum Verweilen, Kochen und Essen. Vor Penhors fuhren wir ans Meer, dort stand ein kleiner Menhir und die Kinder konnten im nassen Sand rennen, es gab auch Gezeitentümpel im felsigen Teil des Strandes. Gunter bereitete den Lachs. Hmmm, lecker. Ich aß zuviel und hatte hinterher Bauchweh. So langsam wurde das Licht wieder gut, wir machten uns auf dem Weg zu Phare de Eckmühl um dort Photos zu machen. Das Wasser kam gerade wieder herein, diesen Leuchtturm kann man jedoch nicht in wilden Wellen aufnehmen, jedenfalls an diesem Tag nicht, denn das Meer scheint nicht so hoch zu kommen. Die Felsen vorm Leuchtturm waren von Seetang bedeckt, entsprechend viele Strandschnecken gab es hier zu finden. Wahnsinn - Bergeweise Schneckengehäuse! Nein, das ist nicht übertrieben. Man hätte einfach einen Eimer nehmen können und ihn füllen, ohne groß die Hände zu benutzen! Außerdem gab es die bisher größten Napfschnecken! Wir haben keine gesammelt, ich war zu sehr mit der Photographie beschäftigt, die Kinder wollten lieber Seile finden und damit spielen. Im Restaurant in Camaret hatten wir so ein goßes Bild mit Fischerknoten gesehen, seither versucht Esra allerlei Knoten und dazu braucht man natürlich ein Seil. Gunter fand dieses müffelnde Tanggeglitsche nicht gut, der mag lieber einen richtigen Strand mit Wasser und Wellen. Ich mag solche Gebiete jedoch sehr, denn man kann viele Schnecken und Muscheln sehen, Krebse finden, Quallen entdecken, Tidepools schauen, Vögel beobachten .... Mich reizte das alles auch photographisch, denn einen Leuchtturm finde ich eigentlich immer gut, es gab hier sogar viele davon! Und dann kam noch ein wunderschöner Sonnenuntergang. Gunter war mit den wuselnden Kids schon ins Wohnmobil gegangen, ich kam nach Sonnenuntergang. Die Nachrrichten, die ich dann bekam waren schlecht! Esra war auf dem Gehweg mit Sand darauf ausgerutscht und hatte sich einen Schneidezahn abgebrochen! So ein Mist!!! So schnell ich ein Zahn kaputt und Esra ist gerade mal 8. Mensch, der Zahn sollte doch noch ein paar Jährchen halten. Mein Frust war sehr groß an diesem Abend.

vogel

ein einbeiniger Strandläufer - der tat sich schwer, denn diese Vögle laufen immer mit den Wellen hin und her um Würmer zu picken, dieser mußte hüpfen, sah aber abgesehen von dem fehlenden Bein genauso gut aus wie die Artgenossen!

Leuchttürme

am frühen Abend

Eckmuehl

Phare de Eckmühl

Eckmühl

die drei Türme vor dem Leuchtturm

phares

im Sonnenuntergang, also Langzeitaufnahme

Phare

nach Sonnenuntergang

Phare

Sonne

die rießige Sonne - Gunter sagte, vom Wohnmobil aus sah man einen Reiher, der direkt vor der untergehenden Sonne gesessen hatte - tja, und ich stand irgendwo im modrigen Seetang und wartete, daß ein paar Vögel vor die Sonne flogen

Hier folgen noch einige Panoramen, die ich noch nicht bearbeitet habe!

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