21. Oktober, von Honfleur nach Barfleur

Schon wieder hatte ich nicht geschlafen, komisch, ständig bin ich wach, die Nacht dauert ewig und am morgen bin ich müde und verspannt. Es regnete oft, nun Regen kann man es eigentlich nicht mehr nennen, denn das Wasser schien keine Zeit gehabt zu haben, in Tropfen vom Himmel zu fallen, es kam in großeren Stücken herunter gefallen, der Lärm war entsprechend laut, kaum war man mal eingeschlafen, erschlug es einem fast von oben. Nun, um es kurz zu machen - die Kids waren erholt, sie waren nicht wach geworden. Wir waren jedoch noch müde, und diese Diskrepanz in der Familie ist anstrengend, besonders für die über 30 jährigen. Wir frühstückten Baguette vom Vortag, was den Zähnen, die älter als 30 sind ebenfalls schwerer fiel als den anderen, und das obwohl sie wackelten (besonders Noah's). Danach machten wir uns auf, die Künstlerstadt Honfleur zu erkunden und genießen. Mit drei kleinen Künstlern im Schlepptau liefen wir einer Busladung Japaner hinterher und erreichten sogleich die mit Galerien und Restaurants gespickte Stadt und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Der Hafen, die alten Häuser, die vielen tollen Galerien - wir schauten sie alle an. Die Künstler waren zum Teil von unserer Gründlichkeit begeistert, in einer Galerie bekamen wir sogar eine Postkarte geschenkt. Die vielen Stilrichtungen waren beeindruckend, wir machten zwar nicht den Eindruck von potentiellen Kunden, sahen eben nicht sonderlich schick aus, ließen uns aber nicht stören in unserem Genuß. Auch die Kirche sahen wir uns an, diesmal wieder ruhige Musik, das Ave Maria wirkte sehr gut auf mich, die Kinder waren auch ganz ehrfürhtig und Amy wieder mal begeistert von Jesus. Diesmal fragte sie, ob er ein Mann sei, denn seine Haare sind so lang.

Esra in Honfleur

die drei Männer mit den Mützen, eine Restauranttür in Honfleur

Honfleur

das Hafenbecken von Honfleur und die typischen, schmalen aber recht hohen Häuser

Straße in Honfleur

eine Straße in Honfleur, bestimmt von Restaurants, Galerien, Japanern und Hundekackern

in der Kirche von Honfleur

Kirche

endlich schien, wenigstens für kurze Zeit die Sonne - das wirkt auch in der Kirche gut

Nach einem Hundekakerslalom zurück zum Mobil (Amy hatte wieder den Hauptpreis, sie war zum 2. Mal mitten reingetreten!) war auch schon die Zeit für's Mittagessen gekommen. So aßen wir dann eine leckere französische Gemüsesuppe mit dem restlichen sehr zähen Weissbrot. Dann begaben wir uns sogleich auf die Autobahn, denn wir wollen vorrankommen und die Bretgane bald erreichen. Erst in der Nähe von Utah Beach fuhren wir ab. Mittlerweile schmerzte mein Kreuz, ich werde wohl doch älter! Dort angekommen, betrachteten wir als erstes die Panzer und anderen Relikte aus dem II. WK. Die Kinder wurden mal wieder nachdenklich. Wir brauchten danach dringend einen Strand zum "Meeraufatmen", dort gab es die ersehnte Weite, und viele Muscheln! Nach einer recht kurzen ersten Erkundung ging ich mit Amy und Noah nochmal los - einer der anderen Männer wollte kochen, einer Malen und Scheiben. Wir sammelten Muscheln und ich machte Photos.

Panzer

Einer der besser erhaltenen Panzer von dem Museum an der Utah Beach

Museum

das Museum und eines der Landungsboote (in sehr schlechtem Zustand)

Muschelamy

Muschelamy

Amy

Spülsaum

Meer und Strand

ach, das weite Meer und die vielen Muscheln

Noah

Noah hält sich die Finger warm:-)

Spülsaum

Ahhh, da bin ich auch am liebsten - sofort ging ich zurück und schlüpfte in die Gummistiefel

Wellhornschnecke

die Wellhornschnecke wartet nur auf uns:-)

Neben uns stand ein Wohnmobil mit NL Kennzeichen aber Kanadischen Aufklebern, die Leute, die uns so nett gegrüßt hatten waren meiner Meinung nach englischsprachig, also sprach ich die Beiden an, als sie mit ihrem Jack Russel Terrier zurück kamen - die drei waren tatsächlich Kanadier, ich freute mich, mal Englisch reden zu können:-) Eine ganze Weile unterhielten wir uns, dann beschlossen wir doch weiterzufahren und nicht stehen zu bleiben. Es war erst 18:00 Uhr -vielleicht hätten wir mal gemütlich stehen bleiben sollen, denn neben uns auf der anderen Seite standen zwei italienische Familien. Irgendwie juckt jedoch der Fotofinger, etwas weiter nördlich soll eine Stadt sein, in der man im Hafen mit dem Womo stehen könnte. Wir hielten leider unterwegs, um die tolle Wolkenfront, die sich über dem Meer abregnete, abzulichten und es wurde dann doch schnell dunkel.

Tang

ein Stück Seetang und das sich zurückziehende Wasser

Langzeit

Regenfront - eine Minute davon:-)

Und da finden sich die kleinen Dörfer nicht gut. In der angefahrenen Stadt gab es wahrscheinlich aus Baustellengründen keinen Stellplatz mehr, wir fuhren also weiter, es war mittlerweile stockfinster. Schließlich sahen wir in Barfleur ein Britisches Womo auf einem Parkplatz am Hafen stehen, den offiziellen Stellplatz fanden wir nicht. Komisch, vielleicht sind auch die Stellplätze Ende Oktober nicht mehr exitent? Wieder schrieben und malten die Kinder bis nach 22:00 Uhr. Jetzt bin ich auch müde, der Hals kratzt immer noch, heute war mir die Stimme teilweise ganz abhanden gekommen. Das Flüstern war trotzdem lustig, denn auch die Kinder flüsterten, und fragten nach einer Weile warum wir denn eigentlich flüstern. Ich lese jetzt noch ein wenig und hoffe, diese Nacht endlich den so dringend benötigten Schlaf zu finden.

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