27. Oktober, nach Lampaul-Plourazel
Wir verbachten den ganzen morgen am Strand, die Ebbe kam, gab viele schöne runde und vor allem große Felsen frei, d.h. Fotomotive für uns, Erkundungsmöglichkeiten und Kletterfelsen für die Kinder. Wir hatten alle unseren Spaß, das Licht machte zwar nicht immer mit, denn es schien nur sehr spärlich die Sonne zwischen den Wolken hindurch, aber es war einfach schön. Nicht so kalt, man konnte verweilen.

die erste Langzeitaufnahme machte ich heute vor dem Frühstück

wunderschöne, runde Felsen

mit Tang bewachsen
Danach mußten wir einkaufen, der Sonntag hatte unsere Brotvorräte geschrumpft. Wir kaufen mittlerweile sehr gerne ein hier in Frankreich - heute gab's Aioli, den wir besser alle aßen, sonst hält man es nicht aus. Es regnete sowieso, wir waren schon "strandgesättigt", da kann man trödeln und ein wenig schauen, was es so alles gibt. Wir waren zum Einkaufen nach Folgoet gefahren, denn hier wollten wir noch eine Kirch betrachten. Genau rechtzeitig hörte der Regen wieder auf, wir konnten sogar direkt neben der Kirche entsorgen. Hier nun die Bilder der Kirche, die am Anfang sehr düster wirkt und sich erst weiter vorne im wahren Lichtschein offenbart.

der Kirchturm

der Altar

die Kinder schauen, wie eine Frau viele Kerzen entzündet - wir zünden schon seit Honfleur auch in jeder Kirche Kerzen an

eine Statue
Dann machten wir uns auf den Weg nach Lampaul Plourazel, einem Stellplatz, den wir sehr mögen und auf dem wir schon oft gestanden haben. Ich habe extra dran gedacht, das Bild, welches Gunter im letzten Jahr von dem Haus neben dem Stellplatz gemacht hat, eingepackt, denn wir wollten es den beiden netten älteren Leuten, die darain wohnen schenken. Ich hatte mich schon drauf gefreut, denn der Herr war sehr nett und er hatte sich mal länger mit uns unterhalten, auch ohne unsere Französischkenntnisse. Wir sahen ein paar Autos vor der Tür stehen und ein paar jüngere Leute. Ob das ältere, nette Ehepaar nicht mehr da war? So gingen wir nochmal mit Kamera und Stativ los und wieder verschwand die Sonne hinter einem Wolkenband. Schade, ich bin schon fast süchtig, das Phänomen der grünen Sonne nocheinmal zu sehen und es klappt einfach nicht. (siehe Reisebericht Norwegen, Eggum). So machten wir auch ohne geniale Lichtstimmung Langzeitaufnahmen - so wirkt es meiner Meinung nach am Besten das Wasser.



viele Langzeitaufnahmen

zusammengesetzt aus zwei Aufnahmen, denn der Mond wandert zu schnell
Als wir zurückkamen beschlossen wir den Bewohnern des Hauses am nächsten Tag das Bild zu bringen, wir waren irgendwie ziemlich erschöpft und schauten alle zusammen Harry Potter und die Kammer des Schreckens an, denn wir hatten an diesem Tag das Hörspiel zu Ende gehört. Das dauerte dann lange, denn wir sahen den Film dann doch noch komplett an. Es war schon 23:30 Uhr als wir endlich ins Bett schlichen. Dann war leider die Nacht sehr kurz, denn die Bewohner des Hauses schickten um 5:00 Uhr ihren Hund raus - eigentlich ein ganz lieber, den ich zuvor gestreichelt hatte. Der bellte und bellte, Gunter und ich waren wach, konnte so keine Ruhe finden, denn der kleine Kerl hatte es auf unser Wohnmobil abgesehen und er versuchte mit Leibeskräften, dieses große, viereckige, weiße Monster vom Platz zu jagen. Damit bewies er einen mächtigen Mut, fast wie Harry Potter, doch nervte er uns genauso wie Dobbie, der Hauself Harry genervt hatte. Ich ging ans Fenster und redete mit dem gemischten Gesellen, da war plötzlich Ruhe, so ein schlechter Hund ist er ja nicht. Jedoch schien er vom Innern des Hauses, hinter einem der Fenster brannte Licht, Ärger zu bekommen, wenn er uns keinen solchen machte - als setzte die kleine niedliche Hundedame zum zweiten großen und vor allem lautstarken Angriff an. Nun warf ich Würstchen raus, um denn zu zeigen, daß nicht alle großen, weißen Kästen feindlich gesinnt seien. Das half auch, es wurde ruhiger. Nur, es war uns nun kalt, ich war barfüßig durchs kühle Mobil geschlichen, hatte Köder an das kleine vierbeinige Monster verteilt und wurden nun kaum noch warm, vor allem nicht ums Herz, denn diese Leute waren und nicht wohlgesonnen und ich war so glücklich mit dem Bild, welches ich extra für diese unfreundlichen Typen 1000km weit gefrahren hatte. Eine blöde Welt ist das! Der Hund tat uns leid, denn er schien genauso müde zu sein wie wir, der wurde zum Bellen gezwungen. Also fiel nun der Beschluß, daß diese Leute das Bild nicht bekommen würden - wir können das auch problemlos wieder 1000 km in die andere Richtung fahren und unseren Traum vom schönen Stellplatz unterwegs beerdigen! Und ich hatte mich vorher noch geärgert, daß da zwei Wohnmobile im Halteverbot gestanden hatten - die waren sicher die Nacht vorher schon auf dem Stellplatz gewesen?! Und sie hatten Recht! ABER - so sieht es denn aus, als seine Wohnmobilisten unverschämt, oder? Und dabei können wir gar nichts dafür, wenn wir dauernd auf ausgewiesenen Stellplätzen schikaniert werden (siehe st Pol!)