1. Oktober, von Dieppe über Etretat nach Honfleure (Le Havre)
Wir schliefen bis kurz vor 9:00Uhr. Viel zu lange, na ja, wir hattens wohl nötig. Gunter erzählte mir von der schönen Lichtstimmung, die er um 7:00Uhr gesehen hatte. Schade, wir hätten Fotos machen sollen, vor allem, wenn man nur so kurz unterwegs ist. Ich habe mich nun an den Gedanken gewöhnt, daß hier viele Menschen leben, die Küste voller Städte ist. Der "Neuseelandschock" läßt nach (?). Es ist gut, daß wir zum zweiten Mal hierherkamen, denn dann kann man die Landschaft, die Städte, die Leute besser genießen. Ich habe keine großen Probleme mehr, auf die Menschen hier zuzugehen, doch noch immer denke ich in Englisch, wenn jemand kein Deutsch spricht:-) Ich habe zwar Fotos vom Stellplatz gemacht, die stelle ich evtl in einen Stellplatzbericht. Sonst wird es hier zu viel, außerdem sind es nur ganz simple Fotos, so ohne Stimmung. Wir fuhren nicht weit, zum nächsten Strand in einem kleinen Dörfchen, welches nicht in unserer Karte steht und wir uns deshalb nicht an den Namen erinnern können. Dort war viel Platz für Wohnmobile, es kostete nichts, ein Kassiererhäuschen läßt jedoch darauf schließen, daß es in der Hochsaision nicht so billig ist.
Die Fischer waren hier mitten in der Arbeit. Viele Möwen kreisten um die Abfälle herum und besorten das Biorecycling. Ideal für mein neues Telezoom, ich hatte ja noch nie ein so großes:-) Wahrscheinlich seht ihr in diesem Bericht hauptsächlich solche Bilder, denn das andere Objektiv ist gar nicht so mein Ding! Wackelig, und der Zoom bewegt sich dauernd selbstständig:-( Also, die "Angeberkamera" hing um meinen Hals, das andere Objektiv war in meiner Foto (eigentlich Angler)weste. Ich fragte immer mit Blickkontakt, ob ich fotografieren könnte. (ich muß mal im Wörterbuch nachlesen, wie ich am Besten frage). Die Fischer waren jedenfalls alle sehr nett. Und ich stiefelte mit meinen französischen Gummistiefeln (im Frühjahr in der Bretage gekauft!) mittendrin herum und war glücklich.

Der Fang wurde an Ort und Stelle verkauft.
Die Möwe stritten sich um die Abfälle, mir war trotz der Frische der Fische der Appetit vergangen. Die Fische lebten noch, man konnte ihre Panik ausmachen. Außerdem flog ziemich viel Abfall überall herum. Fotografisch lies ich trotzdem nicht locker. Ich versuchte die Stimmung einzufangen.

Amy und Gunter durch das Möwengeflatter hinduch fotografiert

Diese beiden Fischer kamen gerade an, ich stand mit den Stiefeln im tiefen Wasser, damit ich das Bild machen konnte

Auch diesem Herren hatte ich gewunken; das Boot wird mit dem Traktor an Land gezogen

eine Feder und Tang

Möwen vor der Steilküste
Es gab ein kleines Stück Sandstrand, welcher sehr weichen Sand hatte, was das Laufen sehr erschwerte. Zur Felswand hin, gab es jedoch Tidepools und dort quälte ich mich hin. Viele Lebewesen gab es nicht, ich sah ein paar Anemonen und ein paar Fische. Ein Fischer arbeitete mit drei Kechern und schien Krebse oder Krabben zu fangen. Ich konnte leider nicht fragen. Aber ein Bild kommt jetzt:

Während ich nochmal durch Wasser gestapft war, spielten die Kinder unter Gunters Aufsicht ausgiebig auf dem Spielplatz. Sie tobten mit 2 französischen Kindern herum. Als ich nach etwa 40 Minuten zurückkam, waren wir alle hungrig. So nebenbei mußte ich die Bilder herunterladen, denn meine Speicherkarten waren voll. So konnte ich die Fotos auch sofort sichten. Leider habe ich bisher noch kein Dia gemacht - alles eine Konzentrationssache, zu der ich im moment noch nicht in der Lage bin. Ich muß erstmal auf Reise und Meer umstellen:-)
Wir fuhren gekräftigt nach Veules les Roses, welches ich im letzten Bericht falsch bebildert hatte (den werde ich nun überarbeiten, den Gunter hatte mir abends ab und zu die falschen Ortsnamen diktiert. Hier wird es hoffentlich nicht mehr vorkommen, denn die Namen kommen uns nun schon "bekannter" vor.) Jedenfalls dachte ich, wir hätten damals hier die schönen Muscheln gefunden, war dann enttäuscht, daß es diesmal nichts zu finden gab. Es war wohl doch ein anderer Strand, als ich es in Erinnerung hatte. Wir genossen den Strand totzdem und danach umso länger den Spielplatz während Gunter das Dörfchen mit der Kamera erwanderte. Ich bin gespannt auf seine Bilder. Die Digitalen hatte ich mit, daher an dieser Stelle kein Foto!
Am Spielplatz kam ich mit einem Belgier ins Gespräch, diesmal ging es über Augenpflaster. Ach, die Gespräche unterwegs liebe ich sehr. Ich muß unbedingt mein Französisch auffrischen. Ich hatte tatsächlich mein Buch überall hin mitgenommen, doch nirgends die Ruhe zum Lernen gehabt. Auch cd's habe ich zuhause abgespielt, es hatte keinen Nutzen, denn bei uns plappert es in jeder Ecke:-) Morgen werde ich die cd's mal hier im Wohnmobil anmachen, vielleicht gefällt es auch den Kindern?

Unsere Drei, und der erste Satz nasse Hosen (Esra blieb als Einziger trocken, Noah hatte sogar nassen Sand in den Stiefeln!)
Amy war durch das Augenpflaster sehr unsicher auf den Felsen, die gleich kamen, also machten wir es ab. Noah kann auch mit noch recht gut sehen. An eine Stelle entdeckten die Kinder Strudel, die ganz wild strudelten. Ich konnte mir das Phänomen nicht erklären, zu finden war im Sand nur Tang, keine Würmer. Weiss jemand, der das liest, was das sein kann? Auf diesem Bild erkunden die neugierigen Drei das Gestrudel:

Damit die Racker nicht noch nasser wurden, gingen wir auf den Spielplatz. Ich versuchte auch da Aufnahmen, der Fotofinger, ihr wisst schon:-)

bis in die Wolken - ja wo sind sie denn?
Dieses Bild habe ich nicht mit Autofokus gemacht. Dazu ist er zu langsam!

Noah als Hein Blöd (eine Langzeitaufnahme:-))
Als Gunter eintrudelte waren die Kinder richtig müde gespielt und gewandert. Amy machte gleich ein Nickerchen. In Yport wollten wir unbedingt Halt machen. Aber ich fuhr am ersten Hinweisschild "Parkplätze für Wohnmobile" vorbei, in der Hoffnung, noch einen Platz zu finden, kam schließlich aus dem Dorf raus und fand lange keine Wendemöglichkeit. Dann hatten wir auch keine Lust mehr, die ganze Strecke zurückzufahren und dann mit müden Kinder eine weite Strecke durchs Dorf zu laufen, um an den Strand zu kommen. Also ging es weiter. Auch Etretat war nicht einfach. Aber die schönen Felsbögen wollte ich sehen. Außerdem sah der Ortskern fotogen aus. Am Ortseingang stand was von Parkverbot für Wohnmobile:-( Tja, ich kanns nachvollziehen, es ist zu eng. Wir parkten also sehr (!) weit vom Strand entfernt und keines der Kinder wollte mich in den Ort begleiten. Also zog ich alleine los - nein, mit meiner Canon:-) Irgendwie hatten sogar die Souvenirläden was:-) Ich machte Fotos und kaufte Muscheln. Gunter kochte Schinkennudeln und die Kinder spielten.

ein schönes Blau, was? Und ich liebe die Leuchtturm- Essunterlagen, einfach wunderschön

der Ortskern von Etretat
Auch an den Strand, mit der großen Promenade und den vielen Cafes und Restaurants und Hotels zog es mich. Das Licht war zwar denkbar ungeeignet, aber ich muß diese Felsen ja auch ablichten. Hier also ein Bild mit Blick:-)

ziemlich fotogen die Möwe, was?

Nach dem Abendessen gab es eine Runde Toilettenbesuche. Esra hatte den Joker und bei ihm leuchtete die Lampe dann rot! Schade, jetzt wußten wir, was wir mit dem restlichen Abend anfangen würden! Eine Entsorgungsstation suchen. Ich hätte gerne die Klippen von oben herab aufgenommen, wir fanden jedoch den Weg nicht. Schade! In unserem Reiseführer stand kein Hinweis auf eine Entsorgungsstation in der Nähe, also fuhren wir Richtung Le Havre. Komischerweise fuhren wir und fuhren und immer wieder kam ein Schild: Etretat 8km! Sehr seltsam. Ich hatte das Gefühl, Gunter führt mich an der Nase herum und läßt mich Kreise fahren. So nach dem Motto: hä, hä, versteckte Kamera:-)) Es kam aber keine. Schließlich war es schon dunkel und Le Havre sah sehr schön aus, mit den vielen Lichtern, dem Hafen. Sogar Esra rief, hey Mama, das mußt Du fotografieren! Nur es stank. Überall wird raffiniert. Wir fanden aus dem Gewusel heraus und fuhren über die Pont de Normandie, die diesesmal nur 5 Euro kostete. (im Frühjahr 8 Euro?) Direkt dahinter, in Honfleur, gibt es einen großen Stellplatz, auf dem viele Mobilisten standen, eine Entsorgungsstation, einfache Toiletten und ein Automat für Stellplatzscheine für 7 Euro. Und hier stehen wir nun, mit Blick auf die Brücke. Die blinkt übrigens Nachts blau!
Noah hatte heute abend starke Wachstumschmerzen. oder war Ihm vorhin einfach nur zu kalt geworden? So richtig kalt ist es eigentlich nicht. Als wir um 20:00 Uhr über die Brücke fuhren zeigte ein Thermometer 22 Grad Celsius an! Gunter und die Kids schnarchen schon eine Weile, was mich nicht unbedingt munter hält. Ich schleich mich jetzt auch und brenne meine Sicherungs-cd's morgen beim Frühstück.