3. Oktober , von Grandcamp Maisy nach Mont St Michel

In der Nacht schienen sich wirklich einige Leute einen Spaß zu machen. Ständig fuhren die Autos völlig grundlos um die Wohnmobile herum. Einer war sogar so dreist und hupte, während er durchfuhr! Also - so was Blödes, wenn sich die Leute eines Dorfes nicht einig sind. Anders kann ich es mir nicht erklären, denn auch die Beschilderung war sehr widersprüchlich. Nachts regnete es wieder. Ich wurde auch mehrfach von Fischern geweckt. Das Wetter sah ziemlich trostlos aus, als wir uns aus den Federn quälten. Wenn die Sonne lacht fällt es uns viel leichter. Gerade, als ich trotzdem Möwen fotografieren wollte, fing es so stark zu regnen an, daß ich es liess. Als wir das Städtchen über die andere Hafenseite verliesen sahen wir Fischer, die die Netze flickten, einen Markt mit vielen, vielen Muscheln, vor allem Jakobsmuscheln, und zahlreiche Fotomotive. Außerdem hatte ich den Kindern versprochen, nach einer Menschen- oder Ochsenherzmuschel zu fragen und hatte mit Hilfe des Wörterbuchs mein Sätzchen einstudiert. Mein Muschelbuch habe ich immer mit in der Angel/Fotoweste. Wir zögerten jedoch zu lange und fuhren schließlich am Hafen vorbei, was ich dann lange bereute. Ich muß doch noch spontaner werden! Ach, wäre doch die Reise länger! So kann man sich ja auch nicht auf ein Land und dessen Leute einstellen! Ich habe mit Gunter überlegt, ob wir nicht versuchen sollten wegen Fernweh eine Kur zu beantragen. Aber das klappt nur mit einer richtig langen, mindestens 3 Monate. Wir übernehmen bei voller oder etwa 70%iger Lohnfortzahlung auch freiwillig die Kurkosten:-)) Den Arzt müssn wir noch finden.

Aber zurück zum Reisebericht: im Nieselregen fuhren wir zum Örtchen Ste Mere Eglise, weil dort im Krieg ein Soldat am Kirchturm hängen blieb. Zur Erinnerrung haben sie eine Puppe genau dort hingehängt, wo der arme Soldat zwei Stunden bei Glockengeläut hatte warten müssen. An diesem Morgen war das Parken schwierig, denn es war Markttag. Und die Sträßchen in diesem Dörfchen waren wirklich eng! Gunter und Amy mußten beide ihre Geschäfte hinter sich bringen, daher ging ich mit den Jungs los. Und fotografierte den Herren am Kirchturm. Glücklicherweise hatte ich das Stativ in weiser Vorraussicht mitgenommen, denn es war richtig düster und es wäre ohne nicht gegangen.

Kirchturm

hier zur Übersicht den Kirchturm und gleich nochmal ...

Fallschirm

ein Ausschnitt - Big Jim muß eine große Angst gehabt haben!

In der Kirche gibt es Kirchenfenster mit den Fallschirmmotiven. Die sahen wunderschön aus. Aber eine Gruppe Leute hatte Chorprobe, oder so was und ich wollte nicht stören. Also, kein Bild, denn zu lange warten wollten wir deswegen auch nicht. Auf dem Markt hätte ich gerne Langzeitaufnahmen gemacht. Dazu hätte ich aber für den Vordergrund einen Stand gebraucht, am besten was mit Muscheln oder Fisch. Ich konnte aber nicht fragen. So ein Ärger aber auch! Hätte ich doch in der Schule Französisch statt Latein genommen:-(

Auf dem Rückweg zum Wohnmobil fing es wieder stärker an zu regnen. wir wurden ziemlich naß, waren aber alle recht gut gekleidet. Die Hosen sind halt nicht wasserdicht. Wir durchquerten die Halbinsel, weil wir auch noch in die Bretagne wollen und unsere Zeit ja leider sehr begrenzt ist. Ich glaube allein für die Normandie und die Bretagne könnte man sich ein halbes Jahr vornehmen, wow, was gibt es alles zu erkunden. Und hat man sich erstmal mit den Städten abgefunden klappt es auch bestens.

In Coutances gibt es eine große Kathedrale, die wir so gerne angesehen hätten. Jedoch war es auch hier schwierig einen Parkplatz zu finden. Schade! Das Wetter war für längere Fußmärsche zu unbeständig, also sahen wir nur ein klein wenig vom Fahrzeug aus.

Coutances

die engen Gassen von Coutances (das ist nur eine kleine Kirche)

Weiter ging es nach Granville, denn wir wollten die Toilette entleeren. Die ist einfach zu klein für eine fünfköpfige Familie! Im Reiseführer stand, daß es beim Aquarium eine Entsorgungsstaion gäbe. Das fand ich gut, denn sollte es weiterregnen, war das Aquarium eine sehr gute Idee! Vor allem Noah ist ein Meeresexperte, der immer mehr über das Meer lernen möchte. Wir entsorgten also unsern "mist" und ich ging mit den Kindern zum Aquarium. Es regnete noch ein wenig, und zu unserer Enttäuschung hatte das Aquarium über Mittag geschlossen. Wir mußten noch bis 14:00 Uhr warten, was ca 40 Minuten bedeutete. Als der Regen etwas nachlies ging ich mit Amy und Noah zum Hafen hinunter. Dort lagen die Schiffe weil Ebbe war so schön im Matsch. Ich mag das ja immer sehr, Gunter findet es unästhetisch:-) Ich hätte zum Leuchtturm laufen sollen, denn der ist ganz in der Nähe - aber leider dachte ich in dem Moment nicht dran und bei der Fahrt nach oben hatte ich ihn auch nicht so gut sehen können. Ich liebe Leuchttürme! Die Kinder wollten unbedingt in den Hafen hinein und nach Muscheln suchen. Ausnahmsweise wollte ich mal nicht. Mit den beiden "Kleinen" mußte ich sehr vorsichtig sein, denn es gibt kein Geländer und das Hafenbecken ist sehr tief. In ein paar Schaufenstern sahen wir große, schöne Muscheln und dann kletterten wir wieder den Berg hinauf. Gerade rechtzeitig kamen wir an. Esra hatte keine Lust auf das Aquarium, denn er war in Zeichnungen vertieft, also gingen wir zu dritt. Gunter wollte sich ausruhen, der Regen machte wohl müde.

Auf dem Hügel mit dieser schönen Aussicht kann man mit dem Wohnmobil stehen bleiben und muß für das Parken nur zahlen, wenn man über Nacht bleibt. Eine Entsorgungsstaion war vorhanden, jedoch kein Wasser. Das macht dann Probleme beim Leeres der Toilette, denn man kann schlecht nachspülen. Unsere Frischwasservorräte waren ziemlich am Nullpunkt, deshalb war es mir nicht Recht, daß Gunter damit nachspülen wollte. Da kam unser pfiffiger Sohn Esra auf die Idee, doch mit dem Spülabwasser nachzuspülen, denn das läuft schneller und muß soweiso auch weg! Auf die Idee bin ich diesmal auch nicht gekommen. Irgendwann hatten wir es mal so gemacht! Den Einfallsreichtum von Esra fanden wir genial!

Fernrohr

Esra liebt die Fernrohre, mir sind sie aber für 1 Euro zu teuer

Bewegung

Die Kinder hatten einen großen Bewegungsdrang als der Regen aufhörte spielten sie Nachlauf. Unten im Hafen liegen die Boote trocken.

Noah und auch Amy waren begeistert vom Aquarium, welches uns 13 Euro 60 gekostet hatte. Zuerst kann man sehr viele Muscheln und Kunstwerke daraus bewundern. Das war sogar fast mir zu viel! So wie das Sneglehusset in Dänemark, halt innen. So viele Abalones habe ich noch nie gesehen! Dann gab es noch Seefahrerzeugs (sorry, mir fällt kein besserer Ausdruck ein) und Noah wurde schon ungeduldig: "wo sind denn nun die richtigen Fische?" Aha, da ging es eine Treppe runter und wir standen im Dunklen. Oh, wunderschöne Aquarien! Und sillernd bunte Fische. Wow! Zum Glück waren die Becken unten auf großen Felsen aufgebaut. Da kletterten die beiden immer drauf und sie konnten die Fische so alle sehen! Die Erklärungen waren alle nur auf Französisch, ich konnte den Kindern jedoch die dabeistehenden Lateinischen Namen nennen.

Fisch

einer mit einem seltsamen Maul! (wie er heißt muß ich zuhause nachlesen)

Fisch

Noah meint, das ist der giftige Rotfeuerfisch

Kinder und Muscheln

hier die beiden vor der Muschelausstellung

Nach dem Aquarium, welches auch eine Schmetterlings- und Mineralienausstellung beinhaltet, besuchten wir den kleinen Souvenirladen. Dort fand Noah Gefallen an einem kleinen "Muschelmäuschen". Wir kauften es jedoch nicht, denn ich dachte, es sei so fragil, daß es nicht lange dem Spiel standhalten würde. Noah war sehr traurig. Nach dem Essen machte ich den Jungs einen Vorschlag: sie können nochmal alleine in den Laden gehen und das Mäuschen kaufen (es kostete 3 Euro). Esra erfragte sich noch die notwenigen französischen Vokabeln und die beiden zogen los, allein in Frankreich eintzukaufen. Es klappte und sie kamen mit dem Wechselgeld und dem kleinen Mäuschen zurück. Esra war begeistert, sein Französisch angewendet zu haben:-) Ich finde das sehr gut!

>Wir kamen grade recht, als das Essen fertig war. Ich lud während ich mapfte die Bilder runter und schaute sie an. Die Fische in den Aquarien lassen sich nicht leicht ablichten, ein paar waren aber dabei (siehe oben!). Ich brauchte die Karten wieder, falls nochwas kommen würde. Zwei 256er Karten sind für die Canon zu wenig. Ich müßte jeden Tag oder besser jede Nacht eine cd brennen.

Hier noch zwei Fotos, auf denen man sehen kann, wie sich ein Hafenbecken in kurzer Zeit verändern kann:

Ebbe
Ebbe und
Flut
Flut

Ebbe

der Hafen von Granville bei Ebbe

Wir hielten uns noch ein Stück an die Küste, es ging jedoch sehr langsam vorran. Also entschlossen wir uns, eine Abkürzung durchs Land zu nehmen, damit wir den Mont St-Michel noch rechtzeitig erreichen würden. Schon von weitem kann man dieses Kloster auf dem Berg sehen. Warum es uns magisch anzieht eiss ich nicht. Es schein jedoch sehr vielen Touristen so zu gehen.

Mont St-Michel

Gegen 16:30 Uhr waren wir dann auch dort, brauchten jedoch eine lange Zeit, bis alle Kinder fertig, d.h. warm und regensicher angezogen waren. Zudem mußte auch die Kameraausrüstung regensicher verpackt werden. Ich hatte bisher die Objektive in der Weste. Diesen mal wollte wir auch die Kirche und den Kreuzgang sehen. Aber leider waren wir zu spät, denn die letzte Führung geht um 17:00 Uhr los und bis wir schließlich am Eingang dazu angekommen waren, war es 18:00Uhr! Schade! Aber, eine 45 miütige Führung ist sowieso nicht kindgerecht und wenn sie auf französisch ist, sogar für uns langweilig. Wir wollten ja sowieso viel lieber fotografieren. Vielleicht laufen wir morgen nochmal hoch?

Die engen Gassen mit den vielen bunten Souvenirshops lichteten wir mit Graufilter ab, um die Menschenmenge etwas verschwimmen zu lassen.

Gasse

Seht ihr die "Geister"?

Da wir zu spät waren schlichen wir ein wenig um den "Berg" herum. Die Flut zog sich gerade zurück und machte für die Ebbe Platz. Wunderbar. Ich machte Langzeitaufnahmen mit dem 10000fach, eine blöde Rechnerei. Die Kinder wurden schön klebrig, schlammig. Igitt:-) Aber sie hatten ihren Spaß beim Klettern auf Felsen und rumstapfen im lehmigen Matsch und Lehmklumpenschmeißen! Ich unterhielt mich mit einem Paar aus Hongkong, endlich mal Englisch reden:-)

Gabriel

der Trum Gabriel

Turm

Wie dieser Turm heißt weiss ich leider nicht.

st-michel

Als wir eigentlich alle schon müde waren, scheuchte Gunter mich nochmal raus, denn der Himmel strahlte so schön. Ich habe diese Ruhe sehr genossen, mir aber auch fast die Finger abgefroren.

Sonnenuntergang

der strahlende Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

ein Panorama aus zwei Aufnahmen

So, und jetzt brenne ich besser noch die cd's, es ist schon kurz vor 1:00 Uhr und ich bin müde.

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