30. September, Le Treport nach Dieppe

Recht früh, vor Kälte bibbernd, schlüpften wir aus den Betten, und nach dem herzhaften Frühstück ging es gleich wieder auf die Autobahn. Mich zog es wieder heftig Richtung Meer! Außerdem juckte der Fotofinger gewaltig. Echt! Es dauerte jedoch bis zum Mittag, bis wir endlich das Meer sahen. Irgendwo bei Amiens leitete uns Gunter von rechten Weg ab und wir fuhren einen Umweg. Verpasst man auf französischen Autobahnen mal eine Abfahrt, kanns lang dauern. Es gibt nicht so viele. Außerdem vestecken sie sich manchmal hinter Raststätten und -plätzen. Irgenwo unterwegs kaufte Gunter mit den Kinder zusammen ein, während ich meinen Kopf davon abbringen wollte zu pochen. Ich schlief ein Viertelstündchen. (lies dabei meine neue Kamera nicht aus dem Blick:-) Der Fotofinger!

Hmm, leckeres fanzösisches Weissbrot! Wir nahmen unser Mittagessen auf dem Supermarktparkplatz ein. Während der Fahrt hören wir diesmal Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Den hatte ich kurz zuvor gekauft und noch einen Tag vor der Abreise in mp3 umgewandelt. Das ist wesentlich komfortabler, als 11 cd's hier liegen zu haben.

In Le Treport, welches wir im Frühjahr nur im unschöneren Industriegebiet kennengelernt hatten (da hatten wir dort einen Stellplatz gesucht), überraschte uns mit herrlichen Kreidefelsen. (ja, Quatsch in der Normandie davon überrascht zu werden:-)) Uns gefiel es jedenfalls, wir stellten das Wohnmobil ab und genossen erstmals seit langer Zeit (!! mindestens 6 Wochen) frische Meeresluft! Ah, Esra versteht mich, auch er konnte richtig gut durchatmen. Der Geruch von Fisch, das Gekreische der Möwen, das Rauschen der Wellen .....

Meinen juckenden Fotofinger konnte ich nun nicht mehr bändigen - los gehts! Ach, die Kamera ist so schön schnell:-) Und ich hatte noch nie ein richtig gutes Tele. Es machte einen riesigen Spaß. Die Kinder taten, was wohl alle Kinder an einem Kieselstrand tun:

Steinewerfen

genau: Steine werfen und ...

Steinesammeln

Steinesammeln - Esra hatten einen sehr großen mit Griff, worüber wir eine ganze Weile diskutieren mußten - dann landete er doch im Kofferraum

Für uns boten sich zahlreiche Motive. Es gibt jetzt wahrscheinlich viel zu viele Fotos, aber seid getröstet: wir sind (leider) weniger als 2 Wochen unterwegs. Da kann es dann insgesamt nicht ganz so schlimm werden.

boot

mein erstes Mitziehexperimentmit der D60, bei einer 1/30 und gleich gut geworden:-)

Langzeit

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erster Langzeittest! Mit einem 10000fach (!!!) Graufilter (das wurde mal falsch geliefert und wir haben's behalten), 30 Sekunden lang belichtet.

Nach dem Auflug zum Strand machten wir uns auf den Weg durch die Stadt. Viele Souveniershops und Fischrestaurants bestaunten wir. Die Kirche am Hügel zog uns magisch an. Schließlich standen wir vor der Tür und schlichen uns auch hinein.

Karte

Postkarten und Fotomotive der Normandie

Einkaufsstrasse

die Einkaufsstraße von Le Treport

Die Eglise Sainte Jacques war beeindruckend. Leise Kirchenmusik erfüllte das Kirchenschiff, mich überlief eine Gänsehaut. Noch nie zuvor hatte ich eine Seefahrerkirche gesehen. Überall hingen Fischernetze, als Weihwasserbehälter dienen Muscheln. Frische Blumen verstörmten einen "frommen" Duft. Alle Sinne waren angesprochen. Es war einfach wunderschön! Wr hatten glücklicherweise ein Stativ mit und machten eine Weile Aufnahmen, die Kinder verhielten sich sehr ruhig und flüsterten. Nur Amy mochte irgendwann nicht mehr. Irgendwas war ihr unheimlich. Wie sich später herausstellte "mochte" sie den nackten Mann mit den blutigen Wunden nicht. Wir beendeten den Abend im Wohnmobil mit einem "Religionsunterricht".

Jesus

Jesus, der Amy in dieser Verfassung unheimlich war

Querformat

Das Kirchenschiff

Detail

Eine Szene des Leidenswegs Chriti

Als wir zurück zum Wohnmobil liefen, fuhr eine Rettungsambulanz an uns vorbei. Ich kaufte ein paar schöne, und trotzdem günstige Muscheln. Bald wird unser Haus aussehen wie das Sneglehusset in Dänemark:-) Ziemlich nah an unserem Wohnmobil leistete ein Arzt erste Hilfe bei einer Frau, der es sehr schlecht ging. Es gab einen großen Menschenauflauf. Die Frau wurde dann auch mit Blaulich ins Krankenhaus gebracht. Mir wird bei sowas immer mulmig, obwohl ich die Frau ja nicht kenne.

Da die Normandie ja eine Steilküste hat, bietet es sich auch an, mal von oben auf die Stadt hinunter zu schauen. Das taten wir dann auch und machten abwechselnd Aufnahmen. Die Kinder ruhten sich aus und hörten cd's. Uns war es draußen zu gefährlich für die Kinder. Das Wetter war den ganzen Tag einfach nur gut. Sonne, und kein Wind. Nicht ganz so optimal für Fotos aber gut für's Gemüt. Ich versuchte mich wieder mit Langzeitaufnahmen und testete die Canon mal bei 3 Minuten. Noch kein Rauschen in Sicht. Ich habe aber dummerweise keinen Drahtauslösser und muß den Finger die ganze Zeit auf dem Auslöser drücken, was nicht zu Stabilität beiträgt. Hier die erste 3 Minutenaufnahme mit einem 10000fach Graufilter:

dreiminuten

gegen Ende fuhr ein Boot durchs Bild, das sieht man gar nicht bei dieser Belichtungszeit

Dann versuchte ich noch Panoramen. Damit bin ich nun gar nicht glücklich:-( Das Weitwinkelzoom verzerrt gewaltig, fast noch mehr als die Coolpix. Ich bekam nur ein Bild zusammen und das auch nur aus 2 Bildern - dafür aber Langzeits mit dem 64fach Graufilter:

Pano

Le Treport

hier beträgt die Belichtungszeit 1 Minute, ich hoffe, ich langweile niemanden mit den Angaben? (ich werde immer wieder nach solchen Angaben gefragt!)

Während ich fotografierte sprach mich ein älterer Herr an. Ich sagte, ich spreche kein Französisch - soviel habe ich bis jetzt gelernt:-) und er sprach dann Deutsch, denn er ist im Elsaß aufgewachsen. Er erzählte vom Krieg und von seinen Erfahrungen in Deutschland. Das Licht wurde besser, ich kam aber nicht mehr zu Aufnahmen. Sondern lud den netten Herrn zu uns ein, falls er mal wieder nach Deutschland komme! Außerdem gab ich ihm eine Flasche Wein, denn er mag Riesling sehr gerne und wir haben ein paar Flaschen Wein eingepackt. Hier nun ein Bild des Herrn:

Franzose

Wir fuhren im schönsten Abendlich entlang der Küste bis kurz vor Dieppe, wo wir an den Strand gingen. Zum Übernachten war es leider zu eng, wir wären gerne geblieben. Wir machten ein paar Nachsonnenuntergangbilder. Ein Pärchen küste sich auf dem Ende einer Felswand, die ins Meer ragte (wie heißen denn die Dinger?). Jedenfalls bekamen sie nasse Füße, was ich leider nicht im Bild festhalten konnte, denn ich war zu spät. Aber ich fotografierte die Beiden, als sie schon ein Stück in Sicherheit gerückt waren. Es wirkte sehr malerisch, was mich freute. Solche Bilder mag ich:-)

Paar

die Beiden standen später ziemlich in der Nähe und ich zeigte ihnen das Bild. Ich fragte, ob sie eins haben wollen, was sie freudig bejahten und so tauschten wir Adressen. Die Verständigung klappte halbwegs, denn sein Englich war nur wenig besser, als mein Französisch.

Die Kinder hatten eine große Menge Muscheln gesammelt. Komisch, ich habe im moment noch keine Augen für Muscheln, noch juckt der Fotofinger:-)

blau

nochmal ganz solo

Wir fuhren nur bis nach Dieppe, und fanden sehr schnell einen Stellplatz. Zuerst sahen wir die Abfahrt nicht und so konnten wir zweimal über die Brücke fahren, die geschwenkt wird, wenn ein Schiff durchmuß. Der Stellplatz liegt am Hafen, hinter uns hohe Klippen. Eigentlich ganz nett, zudem kostenlos. Neben uns stand ein hyper teures Wohnmobil mit ziemlich schlecht gelaunten Besitzern. Bisher wurden wir immer gegrüßt, denen war vielleicht unser Mobil zu simpel? Amy hatte während der Fahrt geruht und war ewig munter. Ich dagegen hundemüde! Außerdem hatte ich viel zu viele Bilder gemacht, die mußten alle gesichtet werden und jetzt habe ich schon viele, viele auf der ersten Seite.

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