4.Oktober, von Mont St Michel nach Plage de Caroual
Die Nacht war Sternklar! Einfach wunderbar. Ich hatte mich jedoch mit der abendlichen Fototour verausgabt. Gunter hatte den Kindern noch eine DVD versprochen und so war es mit den Bildern und dem Bericht schon spät geworden. Sonst hätte ich es mir nochmal überlegt, Nachtaufnahmen zu machen. Erst um 1:30 Uhr schlich ich in die Koje und öffnete das Fenster, damit ich die Sterne sehen konnte, doch schon bald fielen mir die Augen zu. Ich bin jedoch sehr Mondempfindlich - der kleine Rest des Mondes (wir haben fast Neumond) schien so gegen 5:00 Uhr auf mich und ich wurde dadurch wach! Es sah sehr schön aus, daher machte es mir nicht so viel aus. Die Luft war schön diesig aber über uns immer noch Sterne. Gegen morgen, es wurde langsam hell waren die Kinder sehr unruhig, das Wohnmobil bewegte sich ständig. Ich konnte nicht mehr ruhen. Der Mont St Michel war doch tatsächlich über Nacht verschwunden. Von Nebel eingehüllt sah man rein gar nichts:-) Sie Sonne ging im Nebel auf und wir hatten traumhaftes Herbstlicht. Gerade hatte ich mir die Wuselhaare, die eigentlich viel zu lang sind (habe sie seit dem letzten Bretagneurlaub nicht mehr schneiden lassen!), gewaschen, schon sah das Licht so toll aus, daß ich doch rausstürzte. Einen Fön haben wir nicht, und mein Stirnband habe ich nicht gefunden. Hier nun die Nebelbilder:


Wir waren uns unschlüssig, ob wir einen weiteren Anlauf nehmen sollten, um auch die Abtei zu besuchen. Also fragte wir die Kinder, ob sie nochmal hochlaufen wollten und so wurden wir 3:2 überstimmt. Wir fuhren also gerade dann los, als sich St Michel aus dem Nebel heraustreckte! Wir kommen sicher nochmal wieder - ich hatte ja schon erwähnt, daß es noch viele Eckchen gibt, die man sich ansehen sollte:-) Diesmal hat mich auch die Normandie völlig überzeugt!
Gunter wollte zum Mt Dol, einem "Berg", 65 m hoch, der einen mit schönen Aussichten belohnen soll. Als wir ankamen und sich herausstellte, daß man hochlaufen muß, weil nur Fahrzeuge bis 1,5 t auf die Bergstrasse dürfen, durfte ich den beschwerlichen Weg angehen, Gunter hatte keine Lust. Also hoch mit mir und einmal richtig warm gelaufen, enttäuschte mich der Anblick etwas. Wir hätten es ja wissen müssen : es war zu diesig!

Ein Kirchturm in Mont Dol
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Das Fenster einer kleinen Kapelle (oder nur Gebetsraum) auf dem Mont Dol |
Ich wollte Muscheln sammeln mit den Kindern und in der Bucht westlich von Dinard soll es Buchte geben, in denen man mehr als 200 Arten finden kann: bei Ebbe wohlgemerkt! Das ist auch so ein Problem! Wir haben nur sooo wenig Zeit, brauchen zum Fotografieren ein ganz besonders schönes Licht, welches nur früh morgens und spät Abends zu sehen ist und für bestimmte Unternehmungen müssen wir uns nach Ebbe und Flut richten. Ich fühle mich ständig hin und her gerissen. Strände erforschen, Muscheln sammeln, fotografieren, Aquarien besuchen, Kirchen besichtigen und jetzt kommen in der Bretage noch Dolmen, Menhire und so Sachen dazu. Zudem gibt es noch Schlösser, Burgen, Wälder und NUR 2 Wochen! Und diese blöde lange Anfahrt. Ok, ich höre auf und berichte besser, was uns heute noch alles passiert ist. |
Den Pointe de Grouin liesen wir diesesmal unbesichtigt liegen und das obwohl es uns beim letzten Mal so gut gefallen hatte. Es war aber wieder Mittagszeit. Also Muschelsammelzeit und nicht Fotozeit! Wir umgingen St Malo, was ich auch so gerne mal näher angesehen hätte. Und fuhren direkt nach Dinard. Oh, da hat es mir so gut gefallen. Der Himmel und das Meer so blau, die Bauwerke so schön, die Strandpromenade mit Blick auf St Malo. Ach, und mit unserer großen Kiste kann man so schlecht einfach mal schnell halten Von St Malo hätte ich gerne ein Panorama gemacht, so gibt es jetzt leider nur ein Bild, welches an der roten Ampel enstanden ist:

In Dinard war es sehr eng. Anscheinend gab es auch gerade Filmfestspiele. Ein Laster blockierte die Straße und selbst Autos kamen gerade so vorbei! Damit ich die Straße nicht vollends blockieren würde, fuhr ich rückwärts, im dichten Verkehr durch einen Kreisel - es ging wirklich nicht anders! Gunter ging es nicht so gut, er hatte Halsweh oder Sodbrennen, er war also keine so große Hilfe. Gunter hatte die mail von Norman, der einen guten Muschelstrand genannt hatte wohl falsch interpretiert und lotste mich nach St Briac. Da gab es zwar Muscheln aber nichts besonderes. Es war nur schwierig zu fahren und ich schließlich ziemlich angespannt, denn die Flut machte sich auf den Weg und wir wollten doch Muscheln sammeln. Zwei Strände erkundeten wir, und gaben schließlich auf.

Der Hafen in St Briac

Nochmal St Briac
Was mir auffällt: hier in der Bretagne, ich meine in diesem Gebiet der Bretage ist man Wohnmobilen nicht so wohlgesonnen. Überall sieht man das Wohnmobilverbotsschild:-( Ich denke schon, daß ich es verstehen kann, wenn im Sommer zu viele Wohnmobile hier herumfahren, es frustriert jedoch trotzdem sehr. An den schönsten Stellen müssen wir draußen bleiben. Mit Verbotsschildern ist es nämlich nicht getan, nein es kommen noch Schlagbäume (mir fällt kein besserer Begriff ein) hinzu und nur Fahrzeuge mit weniger als 2m passen hindurch. Wir ganz bestimmt nicht.
Beim letzten Mal waren wir auf einem Stellplatz beim Pointe de Chevet, dort hatte ich schöne Muscheln gefunden und dort fuhren wir nun hin. Wir kamen auch gerade noch rechtzeitig, die Flut war zwar im Gang, aber es blieb uns noch Zeit, die schönen Stücke zu sammeln, einen Eimer voll schleppte ich schließlich glücklich zum Wohnmobil. Ich mag diese abgeschliffenen Austern so gerne und die habe ich bisher in dieser Form nur hier gefunden. In den nächsten Tagen wäre ich gerne beim niedrigsten Ebbestand nochmal dort, es muß traumhaft sein für so Muschelverrückte wie wir. Gunter hatte sich ausgeruht während wir zu viert den Strand abliefen. Ich traf eine nette Dame, die ziemlich professionell nach etwas suchte. Ich bin wie immer neugierig, was es wohl sein könnte. Also fragte ich irgendwie mit Händen und Füßen und wir kamen sogar ins "Gespräch". Sie sammelte Garnelen (denke ich - die sind leider nicht in meinem Buch) auf dem Tang heraus. und Herzmuscheln auch für Speisezwecke.

Hier sind die Tierchen

und hier die nette Dame
Ich war nochmal mit Esra alleine unterwegs, aber die Flut versperrte uns nun den Weg zu den schönen geschliffenen Austern. Aber wir sahen ein anderes Ehepaar an den Tidepools hantieren. Also auch dort mal hin und schauen. Die beiden lösten mit einem kräftigen Messer Austern, die auf den Felsen saßen und fischten die Tiere aus den Schalen und mampften sie dann mit Geschmatze. Ehem, die Dame, die auch nur Französisch sprach, meinte, hmmmm lecker! Sah aber so gar nicht lecker aus. Ob ich's doch irgenwann mal probieren soll. (Gänsehaut) Esra wollte auch nicht:-)
Später, am Wohnmobil zurück, sah ich, daß auch die Dame mit dem Grill und ihren Mann mit dem Wohnmbil da standen. So schenkte ich ihr eine Flasche Wein und sie wollte mir dafür einen Teller Garnelen geben. Hm, so richtig verstand ich die beiden nicht, sie bedeuteten mir aber ich solle probieren. Also riß sie den Kopf des Meeresgetiers ab, zog irgenetwas raus und gab es mir. Ich probierte ein klitzekleines Stückchen. Nee, ne nicht mein Ding, aber ich wollte ja höflich sein, also runter mit dem Ding. Ich hatte ganz schön was zu würgen. Bin doch eigentlich mal Vegetarier gewesen und jetzt esse ich rohe Tiere! So macht man dann Sachen etwas unfreiwillig, auf freien Stücken hätte ich's nicht getran. Den ganze Teller voll davon lehnte ich dann höflich ab, nein eins dieser Dinger reichte mir. Ich weiss wahrscheinlich bin ich mal wieder ein Banause:-) Mit ziemlich fischigem Geschmack im Mund machten wir dann Dumping (der englische Begriff ist uns für die Entsorgung noch am liebsten:-)) Kauften Wasser für 2 Euro, wir haben diesmal auch das passende Schlauchstück. Da wir gerade an einem sogenannten Euro Relais waren, schickte ich alle nochmal zur Toilette und wir leerten auch die. Jetzt sind wir wieder entlastet:-) Da wir sowieso Wasser auffüllen gewollt hatten, hatte ich zuvor mit den Jungs die Muscheln aus Merville gewaschen und sortiert. Das war vielleicht anstrengend, denn es war eine ziemlich große Menge. Ich sortierte kräftig aus, denn die Kinder hatten Unmengen von Pantoffelschnecken gesammelt und so schön sind die nicht, daß wir 50 davon wollen. Leider wurde der Pappkarton so naß, daß die Muscheln gerade wieder im Dreck landeten, weil der Boden rausfiel. Jedenfalls haben Esra und Noah nun realisiert, daß man besser nur die schönsten Stücke mitnimmt, sonst wir es zuviel und ist eher Ballast. Zum Fotografieren eignete sich der Strand nicht so gut, also entschlossen wir uns weiterzuziehen. Wir fuhren entlang der Küste und genossen den Ausblick. Das Cap Frehel ließen wir aus und fuhren nach Erquy und zum Plage de Caroual. Dort hatten wir im Frühjahr einen schönen Strand entdeckt, den wir aber nicht fanden. An einer für Wohnmbile verbotenen Stelle machten wir Fotos. Nur ein klitzekleines Stückchen war für uns erreichbar, alles andere hatte diese blöden Höhenregulierungsbalken und dabei waren die Parkplätze völlig leer! Da Amy schlief, blieb einer beim Wohnmobil, diesmal Gunter und eine kletterte auf die etwa 50m entfernten Felsen zum Fotografieren. Ich muß sagen, mein 24-85mm Objektiv von canon enttäuscht mich sehr! Wenn ich einen Filter drauf habe und nur leicht geneigt fotografiere zoomt das Ding und die Bilder sind unscharf! So ein Mist für so viel Geld!!! Schande. Außerdem brauche ich unbedingt noch ein weiteres Weitwinkel und das ist für mich noch nicht erschwinglich.

Wolken und Sonne und Meer


hier zwei der brauchbaren Langzeits
In Caroual fanden wir einen Wohnmobilstellplatz fast direkt am Meer. Es lag nur ein Autoparkplatz dawischen und man konnte es im Wohnmobil noch rauschen hören. Der Platz kostete 2 Euro und es standen sehr viele Wohnmobile drauf. Wir waren anscheinend die Letzten, die angekommen waren und fanden so den letzten freien Platz. So, und heute brenne ich keine CD mehr, ich bin müde und die anderen schnarchen schon wieder eine ganze Weile.