5. Oktober, Erquy nach Pointe du Chateau
Nachts hatte ich gelesen, daß Erquy die "Hauptsadt der Jakobsmuscheln" sei. Wir wollten natürlich die Schalen der Tiere finden, denn neben den Abalones gehören sie zu unseren absoluten Lieblingsmuscheln. Ich dachte, dann sind wir ja richtig in dieser Stadt. Wir fuhren also ein kleines Stück zurück und erkundeten den ersten Strand. Da gab es jedoch fast nur Pantoffelmuscheln. Am Touristeninformationsbüro holte ich eine Gezeitentabelle und einen Stadtplan. Die Leute sind dort immer sehr nett. Warum ich nicht gefragt habe, wo man die Jakobsmuscheln finden kann weis ich nicht. Die Saison läuft übrigens gerade an: von Oktober bis April. Da der Meeresboden beim Fischen nach den Jakobsmuscheln sehr stark beschädigt wird, es werden Reusen darüber gezogen, dürfen die Fischer nur 2 Stunden täglich in bestimmten Gebieten ernten. Die Saison hat also gerade erst begonnen. Wahrscheinlich ist das schlecht für's Muscheln sammeln.

Eine Creperie im Hafen von Erquy

unsere drei Racker am Hafen (diese blöden Augenpflaster!)

ein Panorama, aufgenommen mit der Coolpix, aus 3 Aufnahmen zusammengesetzt

weiter vorne im Hafen gab es ein "Becken" mit Wasser auch bei Ebbe

unser schwedischer Muschelsammeleimer
Dann fuhren wir zum Hafen. Uns fiel auf, daß es hier eine ganze Menge lebensmüder Mopedfahrer geben muß. Sehr viele sind uns sehr negativ aufgefallen. Wir parkten neben einem anderen Wohnmobil und Esra wollte aussteigen, als ein Moped zwischen den beiden Wohnmobilen, die recht dicht geparkt waren hindurchraste. Er bakam einen sehr großen Schrecken. Im Hafen sah alles wunderschön aus für meine Augen. Ich mag es ja, wenn die Boote auf dem Boden liegen. Die Farben waren sehr farbkräftig, schon wieder ein sehr sonniger, warmer Tag. Kurze Hosen waren angesagt! Im Hafen machten wir viele Fotos, dann, die Ebbe hatte vollends Einzug gehalten, lief ich mit den Kindern ins Watt hinaus. Gunter wollte und konnte nicht, denn er hat keine Stiefel. Letzten Fühling wollte er aber auch keine kaufen! Wir waren nur etwa 30 Minuten unterwegs, damit er nicht zu lange warten muß. Dann suchten wir einen Strand am offenen Meer, um den Unterschied zu sehen und um vielleicht noch etwas Glück mit Muscheln zu haben. Die Gassen dorthin waren eng und schlecht ausgeschildert. Auch auf diesem Platz am Meer war gutes Fahrgefühl von Nöten, denn wir paßten ziemlich exakt auf den Platz.
Jetzt hatten wir richtig Ebbe und einen sehr schönen, großen Strand vor uns. Ahhh, ja! Ich mag so gerne über die Felsen klettern, die Tidepools anschauen, den Tang riechen, die Wellen hören, Muscheln finden...... Hier geht's mir gut! Noah's Stiefel waren schon im Hafen naß geworden - innen meine ich! Also lief er Barfuß los. Esra sah das und schmiss seine Stiefel auch in den Sand. So wollte ich sie aber nicht über die mit Miesmuscheln vollbesetzten Felsen klettern lassen. Sie sollten sich also am Rande aufhalten. Gunter kam mit Amy ein paar Minuten später und so zog ich alleine los, bis ganz vorne hin, wo die Wellen noch laut klatschten. Ach, das ist eine Meditation für mich. Ich sah viellerlei Geschöpfe und fotografierte mit der Coolpix. Zwischendurch sah ich immer wieder den Leuten zu, wenn sie Krebse unter den Felsen suchten oder unter dem Tang nach Muscheln kratzten. Gunter fotografierte die im Sand buddelnden Kinder. Nach etwa 2 Stunden taten mir vom Klettern über die rutschigen Felsen die Knie weh!

eine Anemone im Tidepool


eine Anemone auf dem "Trockenen"

die Fäden einer Miesmuschel

Wellhornschnecken mit Eiablage

Ein goßer Krebs beschützt den Kleinen

Vorne am Wasser die unterschiedlichsten Tang und Kelparten
Wir wollten und nun auch wieder auf den Weg machen, denn das Wochenende wollen wir in einsameren Gegenden verbringen. Wir dachten, daß die Geschäfte Samstags früher schließen und hielten so recht früh an einem Supermarkt. Dort besorgte ich Brot, Croissons und frischen Fisch.
Den Fisch bereitete Gunter mit Gemüsereis beim restlichen Harry Potter am Pointe du Rosslier zu. Hoch über dem Meer standen wir dort mit wunderbarer Aussicht bei immer noch strahlendem Sonnenschein und ich konnte Gleitflieger fotografieren. Immer wieder gab es Starts und Landungen und die Leute waren sehr nett. ich mischte mich einfach drunter. Während des Essens mußte ich dann Bilder herunterladen, denn die Karten waren mal wieder voll.

so sieht der Start aus

Warten auf den rechten Wind und auf freie Bahn

in der Luft
Damit wir schneller vorrankamen fuhren wir auf der Schnellstraße durchs Land und verpassten somit die Cote de Goelo. Eigentlich wollten wir auch die Cote de Granite Rose auslassen, aber dann hätten wir es zum Abend nicht geschafft. Gerade im letzten Abendlicht fanden wir eine schönen Hafen in Buguélès wo wir etwa 1 Stunde lang fotografierten. Bei unserem letzten Bretagnebesuch hatte ich in einem Hafen eine sehr große Menge Jakobsmuscheln gefunden. Dort hätte ich natürlich gerne nochmal nachgesehen, wir wußten aber nicht genau, wo der Hafen gewesen war. Beim Fotografieren stellten wir dann fest, daß wir geau dort waren. Scallops ( wir benutzen immer den englischen Namen) sahen wir keine, denn das Wasser stand bis oben hin.

abendliches Licht
Dann wurde es jedoch schwierig für uns im Dunkeln einen Stellplatz zu finden. Und das in einer Gegend, in der die Wohnmobilisten nicht so gerne gesehen sind! Überall stehen die Hinweissschilder, daß Wohnmobile in dieser Stadt, oder diesem Dorf nicht von 22:00 - 9:00 Uhr stehen dürfen. Die Campingplätze haben jetzt sowieso alle geschlossen und hier gibt es keine Stellplätze. Auf dem Weg zu "le Grouffre", wo wir so schöne Langzeitaufnahmen machen konnten, sahen wir wieder die Kirche von Plougrescant mit dem abgeknickten Turm. Warum der Trum so schief hängt weiss keiner so recht, es wird aber gesagt, daß er dann wieder gerade wird, wenn eine Jungfrau zum Altar tritt. Das scheint seit unserem letzten Besuch nicht geschehen zu sein:-) Hier also noch zwei Nachtaufnahmen:


Und einfach mal nur ein Haus, ein Auto kam in jede Richtung
Wir vergewisserten uns, daß die Campingplätze geschlossen hatten, es war mittlerweile schon nach 21:00 Uhr und wir auch entsprechend müde, und fuhren dann zum Parkplatz, welcher vor dem berühmten Haus zwischen den Felsen liegt. Und siehe da: dort stand ein Flair und wir beschlossen, das erste Miniflairtreffen in der Bretage zu veranstalten. Da wir nur zu zweit sind, ist der Flairanteil auf diesem Parkplatz also 100%. Sowas gibt es nur sehr selten:-) Nein, wirklich - bisher haben wir noch gar keine Flair gesehen.