6. Oktober, Le Gouffre (Plougrescant) nach Trebeurden

Amy hatte die ganze Nacht für Stimmung gesorgt und da es bedekt aussah, blieben wir noch etwas länger im Bett. Wir frühstückten dann gemütlich und riefen zu Hause an und da wir ja so genial gestanden hatten, konnten wir gleich zu Fuß losziehen. Wir mußten nur die paar Meter vom Busparkplatz zum kleinen für Wohnmobile möglichen Parkplätzchen fahren. So bedeckt es auch ausgesehen hatte, schwups war die tollste Lichtstimmung da und dann kam auch schon wieder die Sonne. Wir liefen am berühmten Haus zwischen den Felsen vorbei und ich konnte es nicht lassen und machte natürlich wieder Fotos. Diesmal wollte ich ein Panorama machen, aber leider kullerte mir das Polfilter die Felsen hinunter und landete im Brombeerhecken. Ich dachte das Ding wäre zerborten, denn es war so 6-7 m tief auf Felsen aufgeschlagen. Gunter stieg hinunter und suchte es, UND siehe da, nach ein paar Minuten der Sucherei fand er es und es war noch brauchbar. Welch ein Glück! Irgendwie fehlte mir der Nachtschlaf sehr, wir waren ja erst gegen 21:00 Uhr am Stellplatz angekommen und ich hatte bis ca 1:00Uhr geschrieben. Auf Dauer halte ich das nicht durch, vor allem, wenn Amy Nachts oder Frühmorgens für Stimmung sorgt, ich war also den ganzen Morgen über schusselig und auch frustriert. Die Bilder gestern waren nicht zu meiner Befriedigung, also nahm ich die Olympus (analog!) mit dem Weitwinkelobjektiv mit. Als ich da durchschaute traf mich der Schlag! Was war nur mit meiner Kamera passiert?? Voller Fussel und auch ein großer Fleck auf dem Sucher! Frust! Das schockierte mich, wir beide können es uns nicht erklären, denn die Kamera hielten wir immer sehr gut in Schuß. So machte das Fotografieren keinen Spaß, ich hatte zudem keine passenden Filter und mußte mich mit Adaptern rumquälen und auf die drei Kinder, die über Felsen kletterten und eine Flasche an einer Schnur hinterherzogen (ein neues Spiel, welches sie sich ausgedacht haben) sollte ich auch noch auspassen, als dann noch der Stativadapter fehlte und ich den von der Canon schrauben mußte hatte ich keinen Bock mehr. Echt! Zudem war auch noch Ebbe, oder das Wasser ging sehr zurück. Die Gezeitentabelle von St Malo hat hier wohl keine Gültigkeit, oder ich habe sie nicht recht interpretiert? Nun, ein paar Aufnahmen habe ich gemacht und die zeige ich Euch jetzt:

Flair

zwei kleine Häuschen mit Flair

So nah standen wir:-))

Haeuschen

mal was Weitwinkliges, ein Panorama folgt bald

langzeit

eine Langzeit (im Himmel war noch Zeichnung, ich werde das Bild nochmal überarbeiten!)

Esra mit einer Napfschnecke

Esra hat eine große Napfschnecke

Ich habe noch ein paar Panoramen gemacht, die stelle ich aber zu Hause zusammen, denn ich bin müde und habe auf Reisen nicht genügend Zeit.

Mit Esra zusammen war ich nochmal an den Tidepools. Dort mache ich immer sehr gerne Photos mit der Coolpix. Aber leider hatte ich heute meine Trunschuhe und nicht die Stiefel mit der griffigen Sohle an. Ich rutschte aus und landete im tiefen Tidepool. Schuhe, Strümpfe, Hosen - alles naß. Und ich hatte mich beim Fallen total gezerrt. Aua! Irgendwie war das kein guter Tagesanfang! Es wurde aber zunehmens besser.

Eine kleine Stichstraße fuhren wir zum Hafen hinunter, wir paßten gerade so durch. Ich lief in die von der Ebbe freigelegte Bucht, weil ich das so gerne mag, Gunter hantierte am Wohnmobil und die Kinder spielten weiter mit ihren angebundenen Flaschen. Im Hafenbecken machte ich ein paar Fotos von Austernbänken. Irgendwie war ich ziemlich hibbelig und belichtete einige Fotos falsch. Digital ist das ja nicht so schlimm und mit den Filtern konnte hier nichts passieren, denn wenn sie fallen, dann weich:-) Austernbänke hatte ich bisher noch nie aus der Nähe gesehen, ich fand das sehr interessant und hätte die Damen, die dort gearbeitet haben gerne ganz genau ausgefragt.

Austern

Austernernte (?)

Austernbaenke

Vorne leere Gestelle, weiter hinten mit Austern

austern

und noch eins

boot

ein Boot im Hafen, im Hintergrund das Wohnmobil

Beim Rausfahren aus dem Hafen wurde es noch enger, denn ein Auto hatte ungünstig geparkt! Es reichte nun milimetergenau an allen Ecken und Enden. Ich war nun auch Wattgesättigt und so fuhren wir etwas ins Land und zwar nach Treguier, denn die Altstadt sollte sehr schön sein. Auf dem Weg dorthin kamen wir wieder durch Plougrescant, und dort gibt es zwei schöne Kirchen, die andere ist im gestrigen Bericht abgebildet. Das Licht war nicht mehr so optimal, aber mir gefällt der Vergleich: Wohnmobil und Kirche. Außerdem hielten wir im Hafen von Buguélès, denn wir wollten nun wissen, ob nochmal jemand Scallops reingeworfen hat oder nicht. Leider war oder nicht der Fall, also ging es ohne schöne, frische Scallops nach Treguier.

Kirche

ein gewaltiges Gebäude, aber leider waren die Türen verschlossen

Cafe

ein Cafe, durch die Kirchentüren aufgenommen

Die Innenstadt von Treguier war aber nur für Fahrzeuge bis 2,5m Höhe gedacht also fuhren wir außen herum. Das bedeutete, wir mußten ein Stück laufen und zwar bergann. Nicht sonderlich schlimm, aber die Kinder werden da schnell ungeduldig, wenn es nichts zu sehen gibt. Am Marktplatz angekommen sahen wir, daß wir die Kirche unmöglich ablichten konnten, sie war zu hoch und groß. Außerdem hatte sie ein großes Gerüst, was schlimm aussah. Wir fotografierten trotzdem, während die Kinder sich ein Spiel ausdachten. Das beschäftigte sie eine ganze Weile. Amy freundete sich mit einem kleinen französischen Jungen an, die waren also gut beschäftigt. Ich finde es sowieso toll, wie schön unsere Kinder miteinander spielen und sich Geschichten oder Spiele ausdenken. Die drei Plappermäuler stehen den ganzen Tag nicht still:-))

Denkmal

ein Denkmal von Renan, Amy fragte, ob der auch schon tot sei (so wie Jesus)

Haeuser

hier ein paar der schönen Häuser mit einem sehr kleinen Teil der Kirche, das Kirchenbild folgt später UND, nein das Panorama ist nicht schlecht zusammengesetzt, die Häuser waren es!

Herbst

herbstlich

In diese Kirche mit Kloster konnten wir auch nicht rein, wie schade und dann funktionierte die Entsorgungstation am Hafen nicht. Wir fuhren in Richtung Ploumanac'h. Dort waren wir beim letzten Mal nicht ausgestiegen, weil es uns zu voll war. Heute am Sonntag war es viel schlimmer als damals doch wir ließen uns trotzdem nicht beirren. Wenn man auf Menschenmassen eingestellt ist, steckt man das weg. Außerdem hatte ich, glaube ich, schon erwähnt, daß der Neuseelandschock etwas abgeschwächt ist. (was nicht heißt, daß wir SOWAS je vergessen werden! Ich will unbedingt bald nochmal hin!) Wir fanden sogar einen Parkplatz, sogar einen "verbotenen", nämlich auf dem Bushalteplatz, und zwar den letzten Freien. Ihr seht ich bin lernfähig:-) Sonst kämen wir in diesem Abschnitt der Bretagne nirgends hin! In unserem Wohnmobilreiseführer stand, daß man zu Leuchtturm fahren könne und dort auf über Nacht stehen bleiben kann. Wahrscheinlich hatten das zu viele Mobilisten nach der Lektüre des Buch's gedacht, denn nun passen nur noch Fahrzeuge mit der Höhe von 2,5m durch. Schade! Wir müssen also später noch einen Stellplatz finden.

In einem Souvenirladen kaufte ich den beiden Jungs Felsklettersandalen, d.h. Gummischuhe mit griffiger Sohle, die trotzdem Wassertauglich sind. Die waren so praktisch, daß sie sie gleich mit großer Freude anzogen und ich die Schuhe und abgezippten Hosenbeine tragen mußte. Und das zusätzlich zum Staiv und der Kameratasche und meist mit Amy an der Hand. Wir erkletterten die Felsen, die Flut kam gerade rein. Die Kinder hatten alle viel Spaß im Wasser, Amy's Hosenbeine, die nicht abgezippt werden können, waren schnell bis zu den Knien naß. Gerne wären die Kinder geschwommen, es wäre tatsächlich warm genug gewesen und einige Leute schwammen in der Bucht. Wir kletterten jedenfalls über viele Felsen und fotografierten die bizarr aussehenden Gestalten, die Kinder erklommen auch die höchsten Hindernisse und die tiefsten Tidepools. Hier an einer Stelle, die auch das Schloß Costaneres als Blickpunkt hat, waren wir im Frühjahr von der Flut fast überholt worden und dies passierte uns nun fast wieder und das, obwohl wir wußten, daß die Flut im Anmarsch war!! Gunter hatte angenommen, daß man weiter hinten auf den Wanderweg stoßen würde. Dem war aber nicht so! Wir wurden fast abgeschnitten. Schnell kletterten wir wieder in Richtung Bucht. Die Felsen waren für uns sehr schlecht zu überwinden, manchmal kletterte einer von uns vor um dann den anderen zu helfen und die Kameraausrüstungen und Stative abzunehmen. Wir packten es gerade noch rechtzeitig, wenige Minuten später und wir hätten festgesessen.

walfelsen

ein Felsen, der aussah wie ein Wal, und wunderbar blauer Himmel

Ich wollte nun aber auch den Leuchtturm - Phare de Meen Ruz sehen. Ein kleiner, mit Hundekacke verzierter Pfad führte uns dorthin. Auch von diesem Motiv hatte ich schon viele, viele Bilder gesehen und war etwas voreingenommen. Aber, es gefiel mir sehr. Die Kinder kletterten glücklich auf den Felsen herum, spielten mit ein paar kleinen Tidepools, die wohl eher Regenpools waren, und wir konzentrierten uns auf die Fotografie. Ich versuchte alles Mögliche, um eine richtig scharfe Langzeitbelichtung hinzubekommen und wurde auch beklohnt.

Kids

die Drei auf den Felsen (Esra hat sich das Knie angeschlagen)

Wellen

ein normales Bild mit Wellen

langzeit

eine Langzeitaufnahme, 50 Sekunden lang belichtet (10000fach Graufilter)

Pano

ein Panorama (durch Beschnitt), ebenfalls mit Graufilter

Müde, wanderten wir zum Wohnmobil zurück, gerne hätten wir länger fotografiert, denn die Flut stieg noch (wir haben Neumond und daher einen sehr hohen Stand), aber den Kindern wurde es kalt, Amy war ja zudem noch naß. In der Bucht war es direkt wieder herrlich warm. Was für ein Unterschied. Nun fuhren wir nicht mehr weit, denn heute wollten wir den Abend etwas gelassener angehen. In Trebeurden fanden wir eine Stellplatz mit zu Fuß erreichbarem Meer. Dorthin verschlug es uns zur Sonnenuntergangszeit. Zuvor hatten wir eine Weile mit einem deutschen Ehepaar geplaudert. Amy wurde von einer hohen Welle überrascht und schon wieder waren die Schuhe und Hosenbeine und diesmal auch der Popo naß. Also, nicht zu lange bleiben! Wir lichteten einen Sonnenuntergang, der herrlich war, ab. Und bestaunten die Muscheln, morgen früh werde ich den Strand nochmal mit einem kleinen Eimerchen abgehen:-)

Wolke

später lugte die Sonne unter der Wolke durch, ich möchte es aber mit einem Bild belassen, es sind eh schon so viele.

Gute nacht, ich muß jetzt doch mal schlafen. Wenn heute etwas unstimmig war, liegt es an dem Glas Wein (was in Ermangelung von Weingläsern wahrscheinlich 1,5 Gläser gewesen waren). Also, ich kann den Wolfwein (siehe Linkseite) nur empfehlen, der macht Lustig.

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